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Leselupe.de > Ungereimtes
jetzt nur noch ...
Eingestellt am 09. 10. 2001 16:15


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wolfwalk
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Aug 2001

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jetzt nur noch liebe schreiben
liebe denken, liebe wissen
liebe machen

andere werden in meinem namen
das richtige tun
die richtigen t├Âten
in meinem namen
der liebe ein nest bauen
aus fleisch und aus blut

jetzt liebe machen
jetzt?




geschrieben 15-9-01 unter dem eindruck der ereignisse.
bei der lekt├╝re von srivers "krieg" und der verschiedenen wortmeldungen dazu erkenne ich meinen eigenen zwiespalt wieder.


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Charima
???
Registriert: Sep 2001

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Lieber Wolfwalk,

Dein Text dr├╝ckt in etwa die Gef├╝hle aus, die ich bez├╝glich der (mir bedrohlich erscheinenden) Ereignisse ebenfalls empfinde.

Die Sprache, die Du verwendest, erscheint mir poetisch und klar zugleich.

Besonders angesprochen hat mich die Frage zum Schlu├č, dieses "Jetzt?", das f├╝r mich Anklage, Zwiespalt, Frage nach dem richtigen Weg und Frage nach dem Ausgang zugleich beinhaltet.

Ich kenne Deine Intention bez├╝glich dieses Textes zwar nicht wirklich, aber das hat er in mir ausgel├Âst.

Den Gru├č des hereinbrechenden Morgens,

Charima
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wolfwalk
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Aug 2001

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liebe charima, es ist mehr als EIN zwiespalt, den diese ereignisse in mir ausl├Âsen. zum einen nat├╝rlich der zwischen friedenswunsch und sicherheitsbed├╝rfnis. ich m├Âchte auch nicht opfer des terrors werden oder dass irgendwer dieses schicksal erleidet. etwas muss getan werden, aber was? und wer kocht auf diesem feuer noch sein s├╝ppchen, putin zum beispiel, der jetzt im nachhinein f├╝r seine brutale tschetschenienpolitik verst├Ąndnis von schr├Âder erntet!
dann auch der zwiespalt zwischen mitgef├╝hl f├╝r die opfer des 11.9. aber andererseits eine riesenwut, weil ansonsten auf der ganzen welt menschen vor und nach dem 11.9. an krieg, folter, hunger und ungerechten wirtschaftsrelationen krepiert sind und noch krepieren werden, ohne dass deswegen irgendwer dringenden handlungsbedarf erkennt oder auch nur eine schweigeminute einlegt.

und das eigenartige gef├╝hl, dass man das leben geniesst, dass man liebt und liebe macht, w├Ąhrend gleichzeitig .... ist normal, war immer so, dennoch eigenartig.

liebe gr├╝sse
wolfwalk

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Charima
???
Registriert: Sep 2001

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Hallo, Wolfwalk!

Bei mir hat Dein Text auch nicht nur einen Zwiespalt ausgel├Âst, sondern eine ganze Menge.
Meiner Ansicht nach ist die politsche Lage momentan aufgrund der pl├Âtzlich eingetreten, schockierenden Ereignisse dabei, ziemlich zu entgleisen. Und das betrifft nicht nur die Sache mit Putin. Allerdings h├Ątte ich leider auch keinen durchf├╝hrbaren Vorschlag, was besser zu tun w├Ąre. Wobei es keine Frage ist, da├č mir ein friedlicher Weg wesentlich lieber w├Ąre!

W├╝tend macht mich wie Dich ebenfalls, wie viele Menschen t├Ąglich an Hunger oder anderen Folgen ihrer wirtschaftlichen Notlage sterben, und da├č danach "keiner kr├Ąht", wenn ich es mal so lapidar ausdr├╝cken darf.
Warum aber nach einem solchen Attentat (das ich allerdings auch grauenvoll finde!) derart gehandelt wird, scheint mir klar zu sein: Weil mit diesem Akt gleichzeitig der ganze Kapitalismus angegriffen worden ist, und den gilt es schlie├člich zu verteidigen. Abgesehen davon haben Industrienationen nat├╝rlich die Mittel f├╝r einen Gegenangriff.

Und wieviel Geld wird im Vergleich dazu f├╝r Entwicklungshilfe ausgegeben? Und dann bleibt noch die Frage, was davon tats├Ąchlich wahre "Entwicklungshilfe" ist. Ganz bestimmt sollte sie nicht dazu dienen, Menschen noch abh├Ąngiger von sich zu machen. Aber dann w├╝rde wiederum der Kapitalismus nicht funktionieren... Also bleibt es meist bei einem Freikaufen des schlechten Gewissens.

Besonders leide ich momentan mit den Menschen in Afghanistan. Wenn ich mir vorstelle, ich w├╝rde mich nun dort befinden... schrecklich! Und es war ja eigentlich klar, da├č es nicht in die Realit├Ąt umzusetzen sein w├╝rde, alle Zivilisten zu verschonen.

Warum wir trotzdem weiterhin weitermachen, weiterlieben und weiterleben? Eine Pauschalantwort habe ich darauf auch nicht parat. Aber vielleicht ist es zumindest zu einem gewissen Teil ganz gut, da├č dem so ist, denn sonst w├╝rde der Terror vermutlich binnen k├╝rzester Zeit alle Menschen beherrschen.

Den Frieden der Nacht und viele produktive Gedanken w├╝nscht Dir herzlichst

Charima

P.S.: Das gerade war rein meine Meinung, und ich zwinge niemanden, sie ebenfalls anzunehmen!!!



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Khalidah
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Hallo wolfwalk,

da mich das Thema auch ber├╝hrt hat, bzw. noch immer ber├╝hrt, f├╝hlte ich mich gen├Âtigt, auch meinen Senf dazuzugeben.

Etwas ├Ąhnliches habe ich auch versp├╝rt, dieses Hin- und Hergerissensein zwischen zwei Gedanken: Ist es nicht piet├Ątlos, ignorant, kalt... wenn ich jetzt mein Leben weiterlebe, mich auch ├╝ber meinen kleinen Alltag weiter freuen kann, eine Blume am Stra├čenrand, den Blick eines geliebten Menschen...
ANDERERSEITS: Hat es nicht etwas von falscher/aufgesetzter Betroffenheit, wenn ich jetzt nur noch mit Trauerflor und mit meiner Gitarre und meiner Blockfl├Âte Protestlieder anstimmend herumlaufe? Ich habe keinen Einflu├č auf die gro├če Politik und das gro├če Weltgeschehen, aber vielleicht kann ich ja versuchen, in meiner kleinen Welt, etwas Gutes zu schaffen; die Blume am Stra├čenrand nicht pfl├╝cken, Blicke erwidern, L├Ącheln verteilen...

Ich wei├č nicht, was "richtig" w├Ąre, aber ich gebe zu, dass ich irgendwie Angst habe. Ich gebe auch zu, dass mir die, die leiden, leid tun, aber ihr Leid ist nicht das meine und ich versuche auch nicht krampfhaft so zu tun, als w├Ąre es das, ich glaube, DAS w├Ąre der wahre Mangel an Respekt. (zumindest f├╝r mich)

Ich hoffe, ich hab mich nicht zu merkw├╝rdig ausgedr├╝ckt.

Viele Liebe Gr├╝├če

Khalidah
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"Naddel, ich habbn Fadden verloren...!"

Bohlo Mann

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Charima
???
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Hallo, Khalidah!

Auch wenn ich nicht Wolfwalk bin, m├Âchte ich zu Deiner Ansicht etwas schreiben.

Es stimmt, was du sagst, zum Teil denke ich auch so. Denn es w├Ąre falsch, mit einem "Trauerflor" herumzulaufen, wie Du es so sch├Ân ausdr├╝ckst, wenn ich nicht so empfinden w├╝rde. Das ist vollkommen richtig.

Mir geht es auch so, da├č ich versuche, in den Situationen, in denen es mir m├Âglich ist, positive Dinge zu verbreiten und mich selbst auch gut dabei zu f├╝hlen. Aber manchmal ist es mir eben nicht m├Âglich. N├Ąmlich dann, wenn ich (ungewollt) in die Perspektive der "Leidenden" gerate. Und dann f├╝hle ich tats├Ąchlich mit den Menschen, daher denke ich dann, da├č es in diesem Fall keine aufgesetzte Trauer ist.

Den Gru├č des hereinbrechenden Morgens,

Charima



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