Alfred zum Achtzigsten

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Alfred zum Achtzigsten

Die Zeit ist da! Er wagt ein letztes Schmunzeln,
Das sich ihm schütter um die Wangen spinnt,
Vergebens deckt er Runen zu und Runzeln,
Und seine letzte Locke hebt der Wind.

Wir alle denken noch an jene Glücksmomente,
Da wir ihm sagen konnten: „Siebzig, Alfred, und!
Es geht dein Geist noch lange nicht in Rente,
Du brauchst noch lange keinen Ausgehhund!“

Das war einmal. Jetzt, da die Achtzig kommen,
Und kommt Umnachtung unaufhaltsam auch,
Jetzt stehn wir stumm und irgendwie benommen
Vor einem einstens aufgeblühten Strauch.

Jetzt muss ein Hund her, dass der Strauch nicht dorre,
Jetzt macht die letzte Kraft den letzten Schnitt.
Tritt aus dem Dunkel, Alfred, und verknorre
Nicht gar so schnell! Wir kommen da nicht mit!

Bleib noch ein Weilchen in der alten Wärme,
Halts noch ein Weilchen mit den Dingen aus,
Spuck allen Teufeln ins Gesicht und lärme
Unter den Fenstern ferner Jugendschwärme,
Dann geh uns tapfer und gefasst voraus.
 

Oscarchen

Mitglied
Moin,
ein echter Filderstein, für wahr. Das Ende macht mich traurig. Bin sowieso schon wieder in der Depriphase. Wegen Corona.
Wo ich so deine Werke lese...ich vermisse ja doch die treffende Bebilderung. So grundsätzlich.
Allen eine schöne Restwoche
Oscarchen
 

Walther

Mitglied
Moin,
ein echter Filderstein, für wahr. Das Ende macht mich traurig. Bin sowieso schon wieder in der Depriphase. Wegen Corona.
Wo ich so deine Werke lese...ich vermisse ja doch die treffende Bebilderung. So grundsätzlich.
Allen eine schöne Restwoche
Oscarchen
Hi Oscarchen,
es ist gut, daß die geschmäcker verschieden sind. sonst wär's ja langweilig.
lg W.
 
Ach, Oscarchen,
die Bebilderung wurde, tja, als Verwilderung eingestuft, du erinnerst dich. in der LL soll es trocken und schnörkellos zugehen. (Und möglichst ironiebefreit.)
Aus den Depressionen befreit dich die Lektüre eines deiner früheren Gedichte – ich weiß, wovon ich rede.
Grüße Joe
 

Walther

Mitglied
Ach, Oscarchen,
die Bebilderung wurde, tja, als Verwilderung eingestuft, du erinnerst dich. in der LL soll es trocken und schnörkellos zugehen. (Und möglichst ironiebefreit.)
Aus den Depressionen befreit dich die Lektüre eines deiner früheren Gedichte – ich weiß, wovon ich rede.
Grüße Joe
Hi Joe,
die frage ist: was ist ironie. das oben ist keine.
lg W.
 
Stumm vor Ergriffenheit - kein Wunder bei dem Thema - habe ich doch ein winziges Härchen in der sonst so exquistien Suppe gefunden: Was macht ein Hund gewöhnlich an einem Strauch? Eben. Dieser, ob nun gewollte oder ungewollte, humoristische Effekt will mir nicht so ganz zu dem erhabenen Drama der Senilität passen. Im Übrigen alles ausgezeichnet.

Freundlichen Gruß
Arno Abendschön
 
Danke, Arno. Auch für den winzig haarigen Hinweis. Ich bekenne: Es ist ein gewollter Effekt. Und ich füge hinzu: Es hat mir Vergnügen gemacht, das einem aufmerksamen Leser einzugestehen.
Gruß JF
 
Mondnein, zum letzten Mal,
mit deinen Gescheitheiten kann ich nichts anfangen, in Sachen Futterneid solltest du zum Psychologen, mit deiner Eitelkeit musst du ganz alleine fertig werden.

JF
 

Mondnein

Mitglied
Nein, Joe Fliederstein,

Du verstehst Deine Widersprüche nicht. Ich weise Dich nur darauf hin, daß Du Dich darüber beklagst, daß Du keine ausformulierte Kritik erhältst,
Etwas mehr ausformulierte Kritik wäre schön gewesen
andererseits aber die einzige ausformulierte Kritik, die Du letzte Woche bekommen hast, mit Geringschätzung beantwortest. Da wirst Du von mir in den Himmel eines klug austarierten Rollenspiels gehoben, als wärst Du der Ironie fähig, und - ja, wahrscheinlich hat es Dich geärgert, daß Du da gar nicht ausführlich kritisiert worden bist, sondern interpretiert wurdest. Das ist doch ein Liebesakt, besser als das Klatschen mit nur der eigenen einen Hand. Aber das hat Dich nicht befriedigt.
Etwas mehr ausformulierte Kritik wäre schön gewesen
Das ist mir eigentlich völlig egal, ich will Dir nur helfen: Du befindest Dich hier in Deinem eigenen Selbstwiderspruch.

Noch etwas:

Du willst mich zum Psychologen schicken? Meiner Eitelkeit wegen? Aber Eitelkeit ist keine Krankheit, die von Psychologen behandelt wird, dafür ist sie viel zu schwer definierbar, diagnostizierbar und behandelbar. Und sie ist derartig weit verbreitet, daß die Menge der Eitlen sich mit der Menge der Übereitelten aussichtslos überlappt.

Denn offensichtlich gibt es einerseits aktive Eitelkeit, wie eine ansteckende Krankheit lorbeerbekränzter Männer (epidemia virorum coronatorum)
und andererseits gibt es die passiven Opfer der Eitelkeiten anderer, ich nenne sie mal die Übereitelten.

Nun ist es aber so daß diese beiden Mengen einander überlappen,
so, wie wenn die Eitlen drei Viertel aller Dichter ausmachen,
und die von ihnen Übereitelten gleichfalls drei Viertel.

Nehmen wir mal an, da gäbe es noch ein Viertel aller Dichter, das weder eitel noch beleidigte Leberwurst ist, dann wären die ersteren drei Viertel mit den letzteren drei Vierteln, also die eitlen Dichter mit den psychotisch verletzten Opfern der böswilligerweise gutwill-spielenden Interpretatoren - identisch.

Daß du mit Gescheitheiten nichts anfangen kannst, hättest Du nicht verraten müssen. Das überlappt sich übrigens mit Deinen eigenen Gescheitheiten: Wenn Du auch mit denen nichts anfangen kannst, gerätst Du wieder mal in Selbstwidersprüche.

deja vu?

grusz, hansz
 
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