All die Gedichte

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Anonym

Gast
All die Gedichte

All die Gedichte, die ich geschrieben,
empfind‘ ich heut als mangelhaft,
sie scheinen mir wie trotz‘ge, kleine Kinder,
die Mindestreife nie geschafft.

Dumm sind so manche, stark im Unwissen und
doch: sie wähnen sich meist sehr schlau.
Andre, die stottern und schwallen und labern
hohles Geräusch ins Weltenblau.

Gibt ja auch viele, die stolpern und hinken
und kommen auf Krücken daher!
Ach, ist das peinlich: hier fehlt wohl ein Füßchen
und da: ein Klumpfuß! – klobig, schwer…

Nicht zu ertragen sind jene, die schreien,
als wäre viel Lärm die Lösung an sich.
Fühl mich lebendig recht grausam geschlagen,
denn was ich schrieb: ist fürchterlich.

All die Gedichte, die ich geschrieben,
sie trösten mich heut leider nicht.
Zum Glück: hab ich Kinder. Zwei hübsche Mädchen.
Bei Gott: sind ein echtes Gedicht!
 

Anonym

Gast
Freut mich, dass mein misslungenes Gedichtlein gefällt... Ich bin mir nicht sicher, ob ich das Falsche richtig gemacht habe, z.B. in der ersten Zeile fehlt natürlich eine Silbe, es könnte also im Sinne eines sauberen Metrums heißen: All die Gedichte, die ich je geschrieben... Allerdings spricht es sich paradoxerweise trotzdem flüssig, meine ich jedenfalls...
 

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