Alles wie üblich

4,00 Stern(e) 4 Bewertungen

noah-p

Mitglied
tage ergießen sich ins land
hinterlassen ihre spuren
die nächte leben weiter
in den kneipen eingeschlossen

gutenachtgeschichten begleiten
die kinder bis in ihre träume
wie dein leises flüstern
meinen schlaf umarmt

der sternenhimmel
ist reichlich beschrieben
was mag er wohl
über uns dichten

ich spiele einfach weiter
mit meinen gedanken
manchmal schummeln sie
und schreiben nur das gestern ab



Was soll ich dir alles berichten,
seit dem du geschrieben hast?

Die Tage ergossen sich ins Land.
Der Hahn gab seine Symphonie
vor den betuchten Damen.
Leute trieben ihre Promille
in den hiesigen Kneipen ein.
Mütter küssten ihren Kindern
Gutenachtgeschichten auf die Wangen.

Der Sternenhimmel
ist reichlich beschrieben.
Was mag er wohl
über uns dichten?

Und ich spiele weiter
mit meinen Gedanken.
Manchmal schummeln sie,
kupfern nur das Gestern ab.

Soweit der Status
des leisen Seins,
in dem ich jetzt
beheimatet bin.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

blackout

Mitglied
Noah-p, du bemühst dich um eine lyrische Sprache. Leider geht das nicht immer gut, es artet stellenweise zum Schwulst aus. Zum Beispiel: "Mütter küssten ihren "Kindern/Gutenachtgeschichten auf die Wangen". Nein, das haben sie nicht gemacht, sie haben ihnen Gutenachtgeschichten erzählt. Warum benutzt du eine so verschwurbelte Beschreibung eines ganz normalen Vorganges?

Und seit wann gibt ein Hahn eine "Symphonie" betuchten Damen?
Selbst wenn ich "Hahn" als "Gockel" lese, komme ich mit der Sinfonie nicht klar. Der Gockel spreizt sich vor seinem Hühnerhof, das kann ich mir gut vorstellen. Aber warum "Damen" statt Frauen, Weibern o. ä., warum "betuchten"?

Ganz unmöglich empfinde ich den letzten Absatz: der "Status des letzten Seins". Und dazu noch "beheimatet". Dieser Satz zieht eine Schleppe aus aufgemotztem Gedankenmüll hinter sich her.

Naja, schlimmer geht immer. So dichten eben die Dichter.

blackout
 

noah-p

Mitglied
Danke Liebe blackout für deine Ausführungen.
Es ist immer wieder schön, deine langen Kommentare zu lesen.
So werden wir alle reifer und besser :)

Liebe Grüße
Noah
 

revilo

Mitglied
Was soll ich dir
auf deinen Brief berichten?


die Tage dümpeln:

der Hahn krakeelt
vor seinem
seinem Fußvolk.
die Mannsleute
stemmen Krüge
während Mütter
Gutenachtgeschichten herunterleiern

Der Sternenhimmel
funkelt reichlich
und meine Gedanken
rumoren, schummeln
spulen ab den Tag

Soweit mein Kopf-

in dem ich jetzt
flaniere

Moin, ich hab mir versucht vorzustellen, dass Lyri an seine Geliebte zurückschreibt und erzählt, was der Tag so brachte.....Deine Version ist in der Tat zu schwülstig..... ich hab mal spontan geklimpert......LG revilo
 

noah-p

Mitglied
Hallo revilo,

ja, es ist nicht gerade das beste Gedicht.

Ich denke, dass ich hier auch nicht viel mehr rausholen kann.

Naja, mal schauen...

LG
N
 

blackout

Mitglied
Noah-p, da ist noch viel rauszuholen. Sieh dir das Gedicht in, sagen wir mal zwei Jahren, noch einmal an. Du wirst dich vielleicht wundern, was der Dichter so versäumen kann.

blackout
 

noah-p

Mitglied
tage ergießen sich ins land
die nächte werden
in den kneipen gefeiert
währen gutenachtgeschichten
die kinder bis in ihre träume begleiten

der sternenhimmel
ist reichlich beschrieben
was mag er wohl
über uns dichten

ich spiele weiter
mit meinen gedanken
manchmal schummeln sie
kupfern nur das gestern ab
 

anbas

Mitglied
Hallo Noah,

ich las das Gedicht und fragte mich, warum daran so viel herumkritisiert wurde - dann las ich die erste Version und konnte es verstehen :D.

In dieser Fassung gefällt es mir richtig gut!

Zu überlegen wäre, ob hier vor "kupfern" ein "und" passen würde. Von meinem Lese-Sprachgefühl sollte es dort stehen.

Liebe Grüße

Andreas
 

noah-p

Mitglied
tage ergießen sich ins land
die nächte werden
in den kneipen gefeiert
währen gutenachtgeschichten
die kinder bis in ihre träume begleiten

der sternenhimmel
ist reichlich beschrieben
was mag er wohl
über uns dichten

ich spiele weiter
mit meinen gedanken
manchmal schummeln sie
und kupfern nur das gestern ab
 

noah-p

Mitglied
Hallo Andreas,

besten Dank für das Lesen und Kommentieren.
Ja, das ist Arbeiten am Text, nicht wahr? :)

Du hast völlig Recht mit dem „und“.
Es passt sprachlich und rhythmisch.
So ist es auch verständlicher und deutlicher.

Mir gefällt die Endversion auch besser :)

Liebe Grüße
Noah
 

noah-p

Mitglied
tage ergießen sich ins land
die nächte werden
in den kneipen gefeiert
während gutenachtgeschichten
die kinder bis in ihre träume begleiten

der sternenhimmel
ist reichlich beschrieben
was mag er wohl
über uns dichten

ich spiele weiter
mit meinen gedanken
manchmal schummeln sie
und kupfern nur das gestern ab
 

noah-p

Mitglied
Besten Dank Patrick.
Es ist schon faszinierend wie das Auge es schafft solche Dinge ständig zu überlesen :)

Liebe Grüße
Noah
 

Etma

Foren-Redakteur
Teammitglied
Toll in welchen Maßen dieses Gedicht sich verbessert hat! Aber es wurde schon genug gesagt, denke ich. Ich bin nur momentan am Überlegen, ob das umgangssprachliche "kupfern [...] ab" in den Gesamtzusammenhang passt. Gut, im Vers davor steht schließlich auch "schummeln" ... doch obwohl ich "kupfern [...] ab" nicht sofort irritierend fand, sondern vielmehr auf den Inhalt achtete, scheint mir nun, als wäre der Hintergrund des Wortes "abkupfern" zu sehr aus einem Sprichwort stammend. Irr ich mich?

Mir gefällt der Gedanke, dass mich eine Gutenachtgeschichte bis in den Traum begleitet!

Die Umkehrung des Verhältnisses zwischen Sterne und Dichter ist schön.

Ich sehe noch ein paar Stellen, die vielleicht geglättet werden könnten (?) ... bei Bedarf! ... z.B. der Gedankensprung von Land zu Kneipen zu Gutenacht ...

Wenn man sich das bildlich vorstellt, dann sieht man zuerst eine Abfolge an Tagen, die sich in das Land ergießen (schönes Bild!), dann Nächte, dann Kneipen in denen gefeiert (hier auch ugs. - also lass diese Begriffe am besten so, das passt), dann Gutenachtgeschichten ...

Ich frage mich nur - ist das die Normalität? Kneipen und Gutenachtgeschichten. Ist das die Welt, wie sie üblich ist? ich frage mich ... wessen Normalität ist das denn? Der einer Familie, wo der Vater (oder die Mutter ...) in der Kneipe ist und die anderen sich schlafen legen? Hm ich finde etwas an der Verknüpfung dieser Bildeinheiten roh. Mag an mir persönlich liegen und ich will auch nicht weiter darauf herumreiten!

Bin ja zufrieden mit der Entwicklung!

LG, Etma
 

noah-p

Mitglied
Vielen Dank Etma für deinen Kommentar.

Irgendwie hat das Werk in mir weitergearbeitet :)

Folgende Version kam heraus:

tage ergießen sich ins land
hinterlassen ihre spuren
die nächte leben weiter
in den kneipen eingeschlossen

gutenachtgeschichten begleiten
die kinder bis in ihre träume
wie dein leises flüstern
meinen schlaf umarmt

der sternenhimmel
ist reichlich beschrieben
was mag er wohl
über uns dichten

ich spiele einfach weiter
mit meinen gedanken
manchmal schummeln sie
und schreiben nur das gestern ab
 

Etma

Foren-Redakteur
Teammitglied
wow! das ist nach dem ersten lesen wirklich gut! so sagt mir mein bauchgefühl! "flüstern umarmt" .... ich habe die augen aufgerissen und "wou" gesagt (nicht hündisch sondern als ausdruck meines staunens) ...

mach bitte weiter mit deiner art, die ll als werkstatt zu nutzen! viel zu wenige verwerten kritik so unverzüglich und konstruktiv wie du.

Herzlich, Etma
 

noah-p

Mitglied
tage ergießen sich ins land
hinterlassen ihre spuren
die nächte leben weiter
in den kneipen eingeschlossen

gutenachtgeschichten begleiten
die kinder bis in ihre träume
wie dein leises flüstern
meinen schlaf umarmt

der sternenhimmel
ist reichlich beschrieben
was mag er wohl
über uns dichten

ich spiele einfach weiter
mit meinen gedanken
manchmal schummeln sie
und schreiben nur das gestern ab
 

Oben Unten