Als die Rosen ihren Duft verloren

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blackout

Mitglied
Du sinnst, um treibt dich die Frage,
wann der Mensch stirbt. Denn du lebst,
ausreichend gut lebst du in der Welt,
deine Freunde grüßen dich,
und der Duft einer Rose bringt dich
mitunter zum Weinen.

Sterben wirst du,
und es wird kein vorhersehbarer Tod sein,
mit Krebsgeschwür und Testament.
Frei von Qualen wirst du sterben
und doch plötzlich vor deinem
eigenen Grabe stehen.

Denn das Sterben begann,
als du das Lieben und das Hassen
zu menschlichen Schwächen erklärtest, als es dich
in die trügerische Wärme der Mitte zog,
als die Rosen ihren Duft verloren,
da begann dein Sterben.
 

Perry

Mitglied
Hallo blackout,

so richtig komme Ich mit deinen Gedankensprüngen nicht klar.
Zu Anfang lebt das LI ein normales Leben,
dann wechselt der Blick in mögliche Todesszenarien, um schliesslich "lebend" bereits tot zu sein.
Ich würde die 3. und 2. Strophe ev. tauschen.
LG
Manfred
 

moja

Mitglied
Hallo Blackout,

ich lese die 1.Strophe in der Gegenwart, die 2. als vorweggenommene Zukunft, dann der Blick in die Vergangenheit - als das Sterben begann.

Perrys Vorschlag 2. und 3. Strophe zu tauschen, finde ich gut, aufhören mit der Gewissheit des Sterbens.

Grüße, Moja
 

Mondnein

Mitglied
Zunächst dachte ich, blackout,

es würde allgemein um die Sterbevorgänge gehen, die schon mit dem ersten Ausatmen des kaum geborenen Säuglings beginnen und mit dem Vergessenwerden des Bestatteten enden.

Aber dann schien mir die letzte Strophe einen Vorwurf aufzuspannen:
Denn das Sterben begann,
als du das Lieben und das Hassen
zu menschlichen Schwächen erklärtest, als es dich
in die trügerische Wärme der Mitte zog,
Das Lyrdu hat offensichtlich Lieben und Hassen nicht nur als menschliche Schwächen erkannt - dem würde ich nicht widersprechen, es sind so gewaltige Schwächen, daß sie vieles andere überwinden, sie haben erstaunliche Kraft, Gewalt über Menschen - sondern ist in Angst oder Vorsicht vor diesen Schwächen in eine lieb- und haßlose Mittelmäßigkeit abgeflossen. Deren gemütliche "Wärme" wird als "trügerisch" bewertet, dem Lyrdu also vorgeworfen.

als die Rosen ihren Duft verloren,
da begann dein Sterben.
Zuviel des Vorwurfs: Wenn das arme Lyrdu die Nase voll hat von den ewigen Rosen, Herzen und Schmerzen der vielzuvielen Dichter, dann beginnt sein "Sterben"? Aber vielleicht wird er aufmerksam auf andere Düfte, auf bescheidenere Gemütszustände und Haltungen, vielleicht freut sich das arme Lyrdu daran, daß der Ischias sich mal eine Stunde lang nicht gemeldet hat? Und daß ihm die Liebesschmerzen der Pubertät eigenartig fremd geworden sind?
Ich rieche nicht gerne an Rosen, das reizt meine Schleimhäute. Ich rieche lieber die Luft nach dem Gewitter und frisch gebackenes Brot.
Rosenduft kommt vom Skatol, wie jeder weiß.

grusz, hansz
 

blackout

Mitglied
Mondnein, ich bin sicher, du hältst dich für einen intelligenten Menschen. Wogegen ja kaum was einzuwenden ist, soll er doch, sagt man sich. Wenn aber die Intelligenz nur zu einem Kommentar reicht, der deutlich macht, dass du das Gedicht gar nicht verstanden hast, wenn du sogar das Gegenteil liest von dem, was da steht? Welche Antwort willst du darauf haben?

blackout
 

Mondnein

Mitglied
Was hältst Du davon, demnächst mal so zu schreiben, daß auch ein Idiot wie ich es verstehen kann?

Ich dachte ursprünglich, ich hätte es verstanden, und ich habe auch geschrieben, wie ich es verstanden habe.
Der Leser macht das Gedicht. Der Autor wirkt am Verständnis mit, insofern er der erste Leser ist.

Aber da ich es nicht verstanden habe, wie Du meinst, ist es nicht das Gedicht, das ich mit einer Acht bewertet hätte, sondern ein anderes, das ich nicht verstehe. Und Du wirfst mich aus der Runde Deiner Leser hinaus, mein Verstehen interessiert Dich nicht.
Es ist also gar nicht das, was ich zu verstehen glaubte.

Es ist ein mir fremdes Ding mit einer peinlichen Rosenphrase.

Bestenfalls Fünf.
 

blackout

Mitglied
Mondnein, ich kann ja, wenn ich mir Mühe gebe, verstehen, dass du dieses Gedicht nicht verstehst. Du willst ja, nehme ich an, aber da steht dir deine Beinturm-Elfe im Wege. Geh an die frische Luft, hau dich im Park auf die Wiese, lass dir den Bauch von der Sonne bescheinen. Und vielleicht verstehst du dann auch das Ding mit den Rosen, wenn Menschen nicht mehr lieben und nicht mehr hassen können und die Rosen ihren Duft verlieren.

blackout
 

Mondnein

Mitglied
Und vielleicht verstehst du dann auch das Ding mit den Rosen, wenn Menschen nicht mehr lieben und nicht mehr hassen können und die Rosen ihren Duft verlieren.
Du wirst albern!
Genau so hatte ich es doch verstanden, und dann kommst Du daher mit Deiner Besserwisserei und behauptest, ich hätte es nicht verstanden.

Nein, ich verstehe Dich nicht.

Ist mir auch egal.

Machs gut. Tschüß.
 

Tula

Mitglied
Hallo blackout

Für mich ok, das innere Absterben bringt S3 passend herüber.

Der Sinn von S2 ist mir weniger klar, warum der Tod nicht vorhersehbar sein wird und frei von Qualen. Ich denke allerdings an Aussagen in der Hinsicht, dass die "schlechtesten" Menschen oft friedlich entschlummern, obwohl sie eigentlich anderes "verdient" hätten. Diese Interpretation würde aber hier nicht passen.
Oder S2 bezieht sich allein auf das innere Sterben (welches so vom Betroffenen selbst gar nicht wahrgenommen wird), aber dann hat der zeitliche Bezug zwischen S2 und S3 einen Haken, weil das Sterben ja bereits im Gange ist.

G
Tula
 

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