Alter

Anonym

Gast
Alter

Ich fühle in mir starke Kräfte
lustvoll, unwiderruflich und eigensinnig
wirken
beim Abbau
meiner verbliebenen
körperlichen und geistigen Ressourcen.

Mein Blick schärft sich
für Verfallsprozesse und
die Endlichkeit des Lebens,
obwohl ich ohne Brille nicht mehr viel
sehe.

Mein Denken begreift wie nie zuvor
einige niederschmetternde Tatsachen:
Ja, ich komme bei vielen Dingen nicht mehr mit,
ja, ich werde langsamer, träger.
Ja, ich gehöre zum alten Eisen.
Und, ja: man nimmt mich nicht mehr ernst.

Mit jedem Abend nimmt er zu, der Durst
zur Erforschung
neuer betäubender Substanzen
mit stärkerer und längerer Wirkung.

Und: es wächst die Lust ins Unerträgliche,
den seltsamen Vorgängen
ein schnelles, schnödes
Ende zu bereiten.

Mein ganzes Glück ist
meine Feigheit,
Einsichten Taten folgen zu lassen.
 

Tula

Mitglied
Hallo anonym

Die Idee ist ok. Ich finde es aber als Lyrik zu "sachlich", zu viel Benennung als Umschreibung. Ohne dabei zu übertreiben, könnte man hier noch sprachlich investieren.

LG
Tula
 

Anonym

Gast
Danke fürs Lesen! Naürlich könnte man auch viele Bilder finden, aber ist das Alter nicht eine besonders prosaische "Angelegenheit" (um nicht von Verfallsprozess zu reden)?
 

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