Am Kinderbett

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Mondnein

Mitglied
Wäre ich eine Zikade, ich sänge
den Kindern von Gräsern, von Blumen.
Die Zikade will ich mal hören, die von Gräsern und Blumen singt. Und die Kinder, die diesen Zikadengesang verstehen ("oh, sie hat gerade von Blumen gesungen! wie schön!") und lieben.
 
Ich hab ja manchmal ein Problemchen, deine Kommentare nachzuvollziehen, aber:

Was die Mütter nicht besiegen
werden die Kinder erleiden.

ist herrausragend.
Da könnte ich stundenlang dran hängenbleiben.

L.G
Patrick
 

blackout

Mitglied
Ja, Patrick, da geht es mir wie dir. Manchmal weiß man gar nicht, was man zu manchen Texten oder Kommentaren schreiben soll, da schreibt man lieber gar nichts. Der IQ von einigen Poeten hier ist einfach zu hoch, da hat man mit seinen selbstgestrickten Proletenansichten einfach nichts zu verkünden.

Aber hab vielen Dank fürs aufmerksame Lesen und Kommentieren,
der Satz flog mir zu wie ein Spatz, der immer was zu zwitschern hat. Hab ich ihn hingeschrieben. So geht Dichtung, möchte man sagen.

blackout
 

Mondnein

Mitglied
Leer die Hände,
Trauer in den Augen der Mütter.
Der Kinder Schlaf, sie wissen nichts
von Kriegen.
Ich habe schon lange nicht mehr so einen Kitsch gelesen.
Zwei Minuten Hofpause in irgendeiner Schule vorpubertärer Zöglinge - das ist der pure Krieg.
Und die Mütter - die größten Kriegstreiber, die ich in den letzten dreißig Jahren erlebt habe, waren die "Mütter".
Voll Schmerz die Welt,
erstickend in Blut und Tod.
unsäglich!
 

Tula

Mitglied
Moin blackout

Das grundsätzliche Problem ist die Verallgemeinerung, die ich dir als Leser hier nicht abkaufe. Gibst du der Szene einen konkreten Anhaltspunkt, würde ich verstehen, dass die Mutter traurig bleibt, wenn sie auf's schlafende Kind schaut. Sinn macht es, wenn es sich um Flüchtlinge handelt. Das Kind weiß nichts vom Krieg daheim usw.

Was den Schmerz in der Welt angeht:

https://www.google.com/amp/s/www.aphorismen.de/amp/zitat/117349

Gut gemeint

LG
Tula
 

blackout

Mitglied
Tula, ich hatte mir überlegt, im Titel auf Syrien hinzuweisen, bin dann aber abgekommen, weil ich mir denke, Syrien allein wäre zwar aktuell, aber eine unzulässige Einschränkung. Denn es geht mir um alle Kinder der Welt, die zu allen Zeiten den Krieg überleben müssen. Und sieh mal, Ein Beispiel: Ich war ein kleines Kind, als der Krieg hierzulande zu Ende ging, und meine Mutter sagte mir oft, sie hatte nicht mehr Angst im Leben als um mich und meine jüngere Schwester, als die Bomben fielen. Das ist das mütterliche Denken, ich würde die Mutterliebe sogar unter die Archetypen einreihen wollen.

"Gut gemeint" - wie meinst du denn das?

Und zu deinem Link: Karl Kraus hat absolut recht, dieser Satz enthüllt die ganze Sentimentalität und Idiotie des "gebildeten" Bürgertums nicht nur seiner Zeit. Aber Kraus geht es um den "Weltschmerz", und das ist etwas entschieden anderes als der "Schmerz der Welt". Spürst du den Unterschied? Wenn du ihn nicht spürst, rein sprachlich, ganz abgesehen davon, dass es in meinem Gedicht um den Krieg geht, dann lass das Schreiben sein, es wird nichts mit dir. Das verspreche ich dir in die Hand.

blackout
 

Tula

Mitglied
Wenn die Kinder den Krieg überleben müssen, dann WISSEN sie vom Krieg. Ein weiterer Widerspruch.

Keine Sorge, du wirst von mir auch keine gut gemeinte Kritik mehr bekommen.
 

blackout

Mitglied
Mondnein, du bist mir doch viel zu intelligent, als dass du dich mit den Niederungen des Leben beschäftigen solltest. Bleib bei deinen griechischen Göttern, wälze sie durch die Reimwelt, dass es kracht, da bist du richtig. Aber was das Göttliche des Menschen angeht, da halte dich für absolut fehlverortet. Im übrigen, das habe ich schon mal geschrieben, wir wollen uns meiden. Ich schreibe keine Kommentare zu deinen Gedichten und du nicht zu meinen, du verstehst mich nicht, und ich verstehe dich leider sehr gut.

blackout
 

blackout

Mitglied
Tula, dass die Kinder den Krieg überleben müssen, heißt doch nicht, dass sie selbst das wissen. Das wollen die Mütter. Das geht doch aus dem Gedicht eindeutig hervor. Was glaubst du, warum ich in diesem Gedicht von den Müttern spreche? Dieses Kurzdenken, das ist es, das haben sie euch beigebracht, niemals zu Ende denken, immer draufhacken, sobald sich eine Lücke aufzutun scheint in der Argumentation, wer zuletzt spricht, ist Sieger. Warum willst du nicht mitdenken, frage ich dich.

Aber wenn du weiter so kommentierst, kann ich ganz gut auf deine Kommentare verzichten. Du musst mir nicht drohen, das beruht bei mir auf Freiwilligkeit.

blackout
 

lapismont

Foren-Redakteur
Teammitglied
M O D E R A T I O N

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Zudem ist es durchaus möglich, Kritik am Text sachlich und höflich zu formulieren. Sollte man bemerken, den Stil, die Themen oder das virtuelle Wesen einer Lupine überhaupt nicht zu mögen, bietet es sich an, diesem Kampf aus dem Weg zu gehen. Die Zahl unkommentierter Werke in der Lupe ist Legion und bietet fraglos lohnenswertere Ziele kommunikativer Kreativität.

lap
 
Hallo Blackout,
um Deine Kritik an meinen Texten zu verstehen, habe ich mich hier auf die Suche gemacht. Ich habe Mühe mit Deinen allzu verständlichen Gefühlen. Es geht - aus meiner Sicht - nicht so sehr darum, das Wort Trauer zu lesen, sondern mit entsprechenden Metaphern Traurigkeit auszulösen. Das hat absolut wenig mit Intellektualismus zu tun. Gedicht werden bestimmt nicht dadurch besser, dass Dumme sie verstehen.
Trau dich, auch um die Ecke zu denken... und damit Gefühle auszulösen.
Herzliche Grüße
Karl
 

Cellist

Mitglied
blackout,

ich habe schon tolle Texte von dir hier gelesen. Aber:

Ganz ehrlich, mir ist das zu verschwurbelt, zu altbacken.

An anderer Stelle (bürofenster) mokierst du dich über einen Text, den du als Sechziger-Jahre-Stil abtust. In meinen Augen ist bürofenster weitaus lebendiger, moderner und lesenswerter als dieser Text von dir.

Du kannst nichts akzeptieren, was nicht auf deiner Lyriklinie liegt. Aber es gibt tatsächlich auch lesenswerte Lyrik jenseits des blackout-Universums.
 

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