Am Rhein-Herne-Kanal

Für die Kinder der Stadt Herne, mitten im Herzen des Ruhrgebiets gelegen, war das Kanalwerfen ein beliebter Freizeitvertreib, zumindest bei denen, die sich gerne im Freien betätigen. So etwas hat es schon immer gegeben, wurde ihnen von ihren Eltern und Großeltern erzählt. Auch Felix Kappelt und seine Clique trafen sich in ihren Kindertagen in den Neunzigerjahren häufig neben der Kleingartenkolonie am Rhein-Herne-Kanal zu dieser Übung. Von der Siedlung, in der sie zuhause waren, benötigen sie dorthin knapp fünfzehn Minuten mit dem Fahrrad Es ging dabei um eine an sich technisch einfache Übung, nämlich mit einem Stein über den Kanal zu werfen. Mit solch einem Wurf bis an das gegenüberliegende Ufer zu kommen, war allerdings eine enorme Herausforderung; denn dieses Ufer liegt in etwa siebzig Meter weit entfernt bereits auf dem Gebiet der Stadt Recklinghausen. Und so wurden die allermeisten - erfolglosen - Versuche von Gejohle und mehr oder weniger passenden, lautstarken Kommentaren begleitet; denn es gelang ganz selten einem der Jungen in diesem Alter ein solcher Wurf.

Felix Kappelt war einer derjenigen, die es im Alter von zehn Jahren schafften. Ein extrem gelungener Wurf. Anlaufgeschwindigkeit, Ausholen, Abstemmen, Kraftumsetzung, Abwurf und Flugbahn, das alles passte bei diesem Versuch perfekt. Der Stein schien sich der Erdanziehungskraft entzogen zu haben und landete einige Meter hinter der Uferkante auf der gegenüberliegenden Seite des Kanals. Der Jubel seiner Freunde war groß. Scherzhafte Bemerkungen wie, ein paar Meter weiter, und der Stein hätte einen der Rollstuhlfahrer des nahen Pflegeheims getroffen, gingen in dem Gejohle unter. Die Jungen hatten ihren Helden des Jahres, mindestens. Wie Felix von seinem Vater wusste, hatte es in dessen Kindheit niemand dieser Altersgruppe geschafft. Der Junge, der das bis dahin als einziger vollbracht hatte, war Felix' Opa gewesen, Willy Kappelt, genannt Kapelle“ Das geschah allerdings schon in den frühen Fünfzigerjahren. An seinen Großvater hatte Felix zu seinem Leidwesen nur sehr wenige klare Erinnerungen. In früheren Jahren war Opa Willy mit seiner Frau Ilse oft gekommen, um die Familie zu besuchen. Zu diesem Zeitpunkt war Felix allerdings noch zu jung gewesen, um detaillierte eigene Erinnerung haben zu können. Er konnte sich später nur schlaglichtartig an einen sehr großen, älteren Mann mit einer tiefen, sonoren Stimme erinnern. Alles andere über Opa Willy kannte er nur aus Erzählungen, auch dass dieser an Lungenkrebs verstorben war.

Das auffällig laute Stimmorgan und ein oftmals ebensolcher Redefluss hatten dazu geführt, dass seine Freunde Willy den Spitznamen Kapelle verpasst hatten. Dessen durchdringendes Organ kam besonders dann zur Geltung, wenn er aus dem Fußballtor heraus seine Anweisungen lautstark an seine Vorderleute richtete. Es dröhnte wie aus einer Kapelle, hieß es scherzhaft. Für ihn zweifellos von Vorteil, in seiner Eigenschaft als Torwart der 1. Herrenmannschaft von Westfalia Herne. Der Platz als gesetzter erster Torwart war ihm allerdings durch den späteren Nationaltorhüter Hans Tilkowski versperrt gewesen. Willy Kappelt war während seiner gesamten Fußballer-Zeit ein Riesentalent gewesen, gab sich aber mit dem von ihm Erreichten zufrieden. Zweiter Torwart in einer Spitzenmannschaft der Oberliga-West, die gehörte vor Einführung der Fußball-Bundesliga zur höchsten deutschen Spielklasse, das war ja schließlich auch etwas. Ein Vereinswechsel kam für den überzeugten Ur-Herner nie in Frage. Für einen Karriereschritt darüber hinaus hätte er mehr Ehrgeiz entwickeln müssen. Diesen besaß er nicht. Er bezeichnete so etwas auch schon mal abschätzig als Verbissenheit, die ihm, Gott sei Dank, fehle.

Willy Kappelts Sohn Frank hatte die Fußballer-Gene seines Vaters geerbt, ohne dessen Erfolge zu erreichen. Er war ebenfalls leidenschaftlicher Fußballer, brachte es aber nur bis zum Stammspieler in der dritten Herrenmannschaft. Damit endete die Weitergabe der fußballerischen Begabungen in dieser Familie; denn Franks Sohn, Felix, bolzte in der Freizeit zwar gerne mit seinen Kumpels, blieb aber ohne Perspektive für eine erfolgreiche Fußballerlaufbahn. Sein sportliches Talent zeigte sich eher in den Wurfdisziplinen der Leichtathletik. Nach der Grundschule wechselte er auf das Pestalozzi-Gymnasium. Im Verlauf des ersten Jahres dort wurde sein enormes Bewegungstalent erkannt, eine große motorische Intelligenz wurde ihm bescheinigt.. Stefan Pawlick, Sportlehrer und Leichtathletiktrainer des LC Westfalia, kannte das beliebte „Kanalwerfen“ der Jugend hier vor Ort und somit auch und das kürzlich stattgefundene Ereignis, den herausragenden Wurf von Felix Kappelt. Pawlik war ständig auf der Suche nach jungen, talentierten Nachwuchsathleten und galt als ein Trainer, der einen guten Blick für entwicklungsfähige Talente hat. Er selber war zu seiner aktiven Zeit ein erfolgreicher Zehnkämpfer gewesen, der es bis in den A-Förderungs-Kader des DLV geschafft hatte. Seine stärkeren Disziplinen im Mehrkampf lagen seinerzeit im Bereich Wurf. Einen erfolgreichen 'Kanalwurf' konnte er jedoch, zumindest als Jugendlicher, nicht vorweisen. Den nun mit lokalem Ruhm bescherten Schüler Kappelt nahm er anlässlich der nächsten Bundesjugendspiele gezielt unter die Lupe. Sein geübtes Auge erkannte schnell, dass er hier einen Jungen mit einer herausragenden Bewegungskoordination vor sich hatte. Ganz besonders fiel ihm dabei die Schnelldynamik auf. Bei Kurzstreckenläufen stach Felix Kappelt durch seinen fulminanten Blitzstart hervor, mit dem er seine Laufgegner sofort nach dem Start deutlich hinter sich ließ. Diesen Vorsprung büßte er allerdings meistens zum Ende der Distanz wieder ein. Für einen guten Werfer allerdings ist ein schneller Antritt von großem Vorteil. Hier braucht man nur einige wenige Meter mit maximaler Beschleunigung als Anlauf. Wer es dann noch fertig bringt, diese Schnellkraft mitzunehmen und in einen passenden Abwurf umzusetzen, hat beste Aussicht, in einer solchen Sportart erfolgreich zu sein. Felix gelang dieses nahezu perfekt. Die in seinem Alter zugeordnete Wurfdisziplin war der Schlagballwurf. Hier ähneln die Bewegungsabläufe denen beim Speerwurf sehr. So war dem Trainer Pawlick anlässlich dieses Jugendsportwettbewerbs schnell klar, dass er ein außergewöhnliches Werfer-Talent vor sich sah. Er war sich sicher, diesen jungen Sportler zu einem hervorragenden Speerwerfer heranbilden zu können.

Dazu wäre ein regelmäßiges Training notwendig. Er nahm Kontakt zu dem Jungen auf, um dann zusammen mit dessen Eltern den Beitritt in die Werfer-Riege des LC Westfalia zu vereinbaren. Für Felix brachten die folgende Jahre unter dem Trainer Pawlick den Start in eine außergewöhnliche Laufbahn in seiner Spezialdisziplin, dem Speerwurf. Er wurde zu einem Jugendsportler, der bald über die lokalen Grenzen hinaus bekannt wurde und brachte es bis zum Titel eines deutschen Jugendmeisters im Speerwurf der Altersklasse U18. Der von ihm im Alter von 17 Jahren aufgestellte deutsche Rekord im Jugend-Speerwurf hatte mehr als zehn Jahre Bestand. Eine Folge davon war es, dass professionell arbeitende große Leichtathletikvereine sich für ihn interessierten, darunter die Spitzenclubs, aus Dortmund, Wattenscheid und Leverkusen; sein Bekanntheitsgrad war enorm gestiegen. Aber Felix lehnte alle Angebote ab. Er wollte ganz einfach nicht Leistungssportler im Erwachsenensport werden. Die damit verbundenen Mühen und Einschränkungen wollte er nicht auf sich nehmen. Ihm fehlte ganz einfach der Ehrgeiz, durch solche Anstrengungen möglicherweise bedeutendere Titel zu sammeln und den Bekanntheitsgrad damit zu steigern. Im Rahmen seiner vom Talent getragenen Leistungen nahm er allerdings jede Herausforderung an. Felix hatte es auch so auf seine spielerische, lockere Art auf lokaler Ebene zu einem hohen Ansehen gebracht.Er hatte eigene Vorstellungen vom Leben.

Bekannt wurde er aber auch, zumindest in seiner Heimatstadt Herne, durch seine schulischen Leistungen. Hier allerdings nicht durch überragend gute. Er hatte es fertiggebracht, das Gymnasium mit dem landesweit schlechtesten Abitur-Notendurchschnitt zu verlassen. Man munkelte, selbst diese Zensuren wären von ihm wohlgesonnen Lehrern noch schöngerechnet worden. Dieses störte den Abiturienten Kappelt überhaupt nicht. Jeder, der ihn kannte, wusste, dass er keineswegs unter Lernschwäche oder anderen Beeinträchtigungen im Lernverhalten litt. Es genügte ihm ganz einfach, mit minimalem Aufwand durch die Schulzeit auf dem Pestalozzi-Gymnasium zu kommen. Nach Schulabschluss hatte er vor zu studieren, jedoch nicht in einem Fach, das mit einer Numerus Clausus-Hürde versehen war. Ein Studium der Rechtswissenschaft war sein Ziel. Jura zu studieren ohne einen geeigneten Notendurchschnitt war allerdings auch für einen „prominenten“ Schulabgänger an einer der Eliteuniversitäten in Nordrhein-Westfalen, wie es die in Düsseldorf, Köln oder Bochum welche waren, nicht möglich. Felix hatte sich schon beizeiten über für ihn infrage kommende Studienmöglichkeiten gut informiert und war dabei auf die Fernuniversität Hagen gestoßen. Diese Hochschule bot sein einigen Jahren auch das Studium der Rechtswissenschaften in Fernkursen an. Hier würde er auch mit seinem mäßigen Abiturzeugnis ein Jurastudium absolvieren können. Der so nach sieben Semestern erreichbare Abschluss, Bachelor of Law, würde für seine weiteren beruflichen Vorhaben gut genug sein und wäre ohne den ganz großen Ehrgeiz zu erreichen.

Durch seine den Menschen zugewandte, kontaktfreudige Wesensart gelang es Felix schon in jungen Jahren diese für sich einzunehmen. Er hatte sich zudem zu einem geschickten Netzwerker entwickelt, der sich seiner zahlreichen Kontakte zu bedienen wusste. Dabei war er nicht darauf angewiesen, seinen hohen Bekanntheitsgrad durch plumpe Anbiederung auszunutzen. Viele seiner Bekannten mochten ihn ganz einfach. So war ihm auch der Ressortleiter Sport der Ruhr Nachrichten in Castrop-Rauxel, Carl-Christian Westermann, wohl gesonnen. Dieser stammte wie Felix auch aus dem benachbarten Herne, und hatte als ehemaliger aktiver Leichtathlet und aktuelles LC-Vorstandsmitglied den Werdegang des Jungen wohlwollend verfolgt. Im Laufe der Jahre hatte sich zwischen den beiden eine Freundschaft entwickelt. Dabei war er zum Mentor des Jungstars geworden und hatte diesem einige gesellschaftliche Türen geöffnet. Nun bot der Journalist dem Abiturienten ein Volontariat in der Sportredaktion der Ruhr-Nachrichten in Castrop-Rauxel an. Felix überlegte nicht lange und sagte zu. Das passte in seine Planungen, ein Praktikum, dass mit seinem seinem Spezialgebiet zu tun hatte. Zeit für das Fernstudium würde Westermann ihm großzügigerweise einräumen. Das Volontariat verlief gut. Felix fand sich schnell in die Abläufe der Zeitungsredaktion ein, zumal er nach allgemeiner Einweisung mit seiner Hauptthematik, dem Sport, zu tun haben würde. Schon vor Ablauf der vereinbarten Frist eines Jahres als Praktikant bot sein Förderer, Carl-Christian Westermann, ihm an, in eine Festanstellung als Redakteur in die Sportredaktion des Blattes zu wechseln. In dieser Tätigkeit zeigte Felix von Anbeginn an seine journalistischen Fähigkeiten. Berichterstattungen, speziell zum Thema Leichtathletik, sowie Interviews waren von auffallend hohem Niveau. Sein Namenskürzel, fek, wurde in der Welt der regionalen Sportberichterstattung zum Markenzeichen für gehobene Qualität. Die Zeit, die ihm für die Durchführung seines Jura-Fernstudiums eingeräumt wurde, reichte aus, um nach sieben Semestern diesen Studiengang mit dem Abschluss 'Bachelor of Law' erfolgreich zu beenden. Den Ehrgeiz, einen höheren Studienabschluss mit zweitem Staatsexamen zu erreichen, hatte er nicht. Felix Kappelt hatte nie vorgehabt, Volljurist zum Beispiel als Anwalt oder Richter zu werden.

Sein befreundeter Vorgesetzter, C.C. Westermann, war inzwischen zum Chefredakteur der Ruhr Nachrichten aufgestiegen. In dessen Büro wurde Felix eines Tages nach Ende des regulären Arbeitstages gebeten. CCW, wie der Chef intern genannt wurde, war in der regionalen Medienlandschaft gut vernetzt. Was er dem jungen Journalisten nun an diesem Abend anzubieten hatte, sollte von entscheidender Bedeutung für dessen künftiges Leben sein. Mit Felix' Einverständnis würde CCW diesem zu einem persönlichen Vorstellungstermin beim Chefredakteur Sport der großen Sendeanstalt WDR, Simon Sieloff, verhelfen. Der Sender war auf der Suche nach einem Nachwuchs-Moderator in der Sportredaktion der Fernsehsparte des Senders. Durch die Empfehlung seines väterlichen Freundes würde Felix eine aufreibende Casting-Prozedur erspart bleiben. Ganz ohne Eignungstests würde der Einstieg allerdings auch nicht ablaufen. Sprechübungen, Bildschirmtauglichkeit würden neben den erforderlichen journalistischen Fähigkeiten unabdingbar getestet werden. Jeder im Umkreis des begabten Nachwuchsjournalisten war sich sicher, wenn es ein Talent auf den Gebiet Fernsehsehjournalismus zum Moderator schaffen könnte, dann wäre es Felix Kappelt. Die obligatorische Voraussetzung des Senders für die Einstellung eines Journalisten, ein abgeschlossenes Hochschulstudium, erfüllte dieser ebenfalls. Damit begann ein weiterer prägender Abschnitt in seinem Leben; für alle Beteiligten eine 'Win-Win-Situation'. Für Felix ein unverhoffter Schritt in die schillernde Welt des Fernsehens, für den WDR die Verpflichtung eines Riesentalents auf dem Gebiet der Moderation und für das Fernsehpublikum ein neuer, unverbrauchter Moderator mit großem Charisma. Dieses Leistungsbild war ausschlaggebend dafür, dass Felix Kappelt im Laufe der nächsten Jahre zu einer festen Größe in der Medienlandschaft des Sports wurde. Seine Art zu moderieren und sein ihm eigener Stil als Interviewer bescherten dem Sender andauernd hohe Einschaltquoten. So war es nicht weiter verwunderlich, dass die Chefredakteure und die Intendanten der ARD dieses Talent einige Jahre später für die Moderation einer neu geplanten Samstagsabend-Show ausersehen hatten. Felix hatte es als Mittdreißiger geschafft, in ungeahnte Höhen seines Metiers aufzusteigen und eine große Anerkennung in der Öffentlichkeit zu erreichen. Das alles gelang ihm ohne eine vom Ehrgeiz getriebene Zielsetzung. Sein innerer Kompass hatte ihn auch diesmal unverkrampft durchs Leben geführt.

Kurz vor der Sommerpause des darauffolgenden Sendejahres war die Aufzeichnung der neuen Show produziert. Zu solch einem Zeitpunkt schicken die Verantwortlichen eines Senders gerne den oder die Hauptakteure im Rahmen einer Promotion-Tour durch die Studios der einschlägigen Talkshows. An einem Freitagabend war Felix einer der Gäste in der Talkshow des Senders Radio Bremen. Als ein weiterer Gast nahm das international sowie auch in Deutschland sehr bekannte Model Pina Porfiado teil, eine aufregende, exotische Schönheit kolumbianisch-deutscher Herkunft, ausgestattet mit einer alles überstrahlender Aura; das betraf nicht nur die äußere Erscheinung. Felix hatte bislang keinen Mangel an attraktiven Frauen an seiner Seite gehabt, eine längere feste Bindung war er aber nie eingegangen. In diese Frau verliebte er sich augenblicklich. In der späteren After-Show-Party kamen die beiden sich näher. Pipo, so wurde Senorita Porfiado in der Welt der Schönen und Reichen genannt, fühlte sich ihrerseits zu dem attraktiven Fernsehmoderator stark hingezogen. Dieser Abend wurde der Beginn einer leidenschaftlichen Liebesbeziehung. Es folgte eine Zeit des näheren Kennenlernens. Sie kamen beide zum Entschluss, den weiteren Lebensweg gemeinsam gehen zu wollen. Für diese Entscheidung würde es jedoch unabdingbar sein, einen gemeinsamen Lebensmittelpunkt zu haben. Pina bediente ihre zahlreichen Auftritte und sonstigen Verpflichtungen von ihrem derzeitigen Wohnsitz in Barcelona aus. Felix ging seiner Tätigkeit beim Sender in Köln praktischerweise in dessen näheren Umgebung nach, mit guter Anbindung an seine Heimat in Herne. Die Nähe zum 'Kohlenpott' war ihm wichtig. Das Paar beschloss, zunächst einmal eine Fernbeziehung zu pflegen.

An dem Freitag vor der Erstausstrahlung der groß angekündigten Unterhaltungs-Show wollte Felix seine Partnerin vom Flughafen Düsseldorf abholen, um sich seine erste große Performance gemeinsam mit den Eltern in Herne im Fernsehen anzusehen. Aus Richtung Herne kommend fuhr er mit seinem Tesla 3 über die Bundesstraße 226 zur nahen Anschlussstelle der Autobahn A40 in Richtung Düsseldorf. An diesem Punkt, kurz vor der Autobahnauffahrt, wurde er zu einem abrupten Ausweichmanöver gezwungen, um einem kreuzenden Fahrradfahrer auszuweichen. Er geriet bei diesem Versuch auf die Gegenfahrbahn und prallte frontal mit einem Schwerlaster zusammen. Der Fahrer des LKW kam mit leichten Verletzungen und einem Schock davon. Felix jedoch musste von den Unfallhelfern mühsam aus dem Fahrzeug befreit werden. Keiner der Unfallzeugen hätte geglaubt, dass jemand diesen Unfall überlebt haben könnte. Felix Kappelt wurde für den Rest seines Lebens zum Pflegefall. Er verbrachte die Jahre bis an sein Lebensende in einer staatlichen Pflegeeinrichtung in Recklinghausen, kaum weiter als einen guten Steinwurf entfernt vom Epizentrum seiner Jugendzeit in Herne, auf der gegenüberliegenden Uferseite des Rhein-Herne-Kanals.
 



 
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