aquatinta

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Mimi

Mitglied
aquatinta

ich schreibe deinen namen im dunklen
damit ich mich dabei nicht sehe
schreibe und schreibe

ich
ätze ihn
kratze ihn
ritze ihn
steche ihn
so tief dass er durchdruckt

dein name​

tränke das zittern der finger
in die feuer zwischen meinen hüften
bis das zischen zu hören ist
und male dir mit meiner lust ein bild

am rand erhebt sich als schraffierung​
eine pforte
und ich weiß nicht ob
sie ins eden oder
in die gehenna führt
 
Zuletzt bearbeitet:
G

Gelöschtes Mitglied 21884

Gast
Ein Liebesgedicht, ohne Zweifel. Und eine Masturbationsfantasie!

zwischen meinen hüften ist allerdings zu wenig, will nur 'zwischen meinen schenkeln' verhindern; beim Lesen fiel mir Feuerreifen ein, das Thema Hölle spielt in solchen Zusammenhängen immer eine Rolle, wenn auch in völlig unterschiedlichen Bild- und Empfindungsstufen.

Den Textsatz optisch zu segmentieren, trägt, glaube ich, kaum zur Verständnisverbesserung bei, doch stört es auch nicht.

Oben schreibe und schreibe: Hätte man nicht gleich mit ritzen/kratzen beginnen können, um dann, versetzt, aquatinta sozusagen lustvoll fortzusetzen?

Mir hat's gefallen.


Béla
 

Mimi

Mitglied
Nun, das Verb " schreibe" im Doppel ist so eine Art Klimax, in Anlehnung an eine Steigerung von einem schwachen Ausdruck, zu aneinandergereihten ( oder untereinander), stärkeren Ausdrücken.

Das " zwischen meinen Hüften " ist nicht zufällig , sondern durchaus gewollt...
es will auch nicht " zwischen meinen schenkeln " verhindern, sondern ist vielmehr die weibliche Perspektive dieser Darbietung, die eben mehr ist als "nur" dieses "zwischen meinen schenkeln" und den daraus abgeleiteten "üblichen" Assoziationen...
wird hier doch eine sexuelle Szene nicht umschrieben, sondern gerade durch ihre Vergegenwärtigung künstlerisch herausgearbeitet ... dabei ist das Gedicht aus meiner Sicht weniger Phantasie, sondern das Fazit der Erregung... also mehr Äquivalent

Komisch, ich lese hier weniger Liebesgedicht...
und auch weniger "Masturbationsfantasie"
... natürlich geht es auch um den Ausdruck eines religös fundierten Erotismus im poetischen Kontext .

Danke für deine Ausführungen zu meinem Text und für's Bewerten.

Grüße
Mimi
 

Tula

Mitglied
Hallo mimi

Bei 'schreibe, schreibe' denke ich auch an 'reibe, reibe' und insgesamt, ja natürlich, ist es ein sehr schönes besinnlich-sinnliches Gedicht.
LG
Tula
 

Mimi

Mitglied
Dankeschön, Tula, fürs Lesen und Bewerten!

Besinnliche Grüße
und bleib gesund und coronafrei, im südlichen Europa wird es leider immer schlimmer...

Mimi
 

Tula

Mitglied
Hallo Mimi
Mach ich, wobei ... ich hatte das bereits ...
Gute Frage nach dem 'warum' der schnelleren Ausbreitung der Pandemie hier im Süden. Könnte sein wir sind leichtsinniger und stets in der Cafetaria, oder besuchen öfters die Alten (?) Wie dem auch sei

LG
Tula
 


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