Aron Manfeld: Goldfisch Sonett

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AbrakadabrA

Mitglied
Mein Fisch aus Gold orangenrot im Rund
Des Glases schwimmst von links nach rechts umher
Von rechts nach links und glaubst es wäre Meer
Verblubberst Bläschen aus dem Schmollemund

Was magst Du Blender denken frag ich mich
An Geld Sex Weibchen Aron Manfeld Mord
An unbezahlte Rechnungen kein Wort
Entglitscht Dir Schweiger aber sicherlich

Vergisst Du stets am Ende Deiner Bahn
Vergangenheit sonst könntest Du nicht gleich
Erfreut den alten dummen Weg zurück

Ertragen stolz im immer selben Tran
Gefangen ewig sorglos Wasserreich
Wie neid ich Dir gedankenloses Glück
 
Zuletzt bearbeitet:

wüstenrose

Mitglied
Beginne mal mit mir.
Habe kaum jemals ein Sonett verfasst. Ein hier an anderer Stelle von mir eingestelltes versuche ich gerade (mal wieder) zu überarbeiten, aber ich habe das Gefühl, ich komme aus nichtssagender Mittelmäßigkeit nicht heraus.
Es klingt altbacken. Es nervt mich nur.
Hiervon ausgehend, habe ich das Gefühl, deinem Sonett gelingt der Spagat zwischen alter Form und interessantem Inhalt. Die "alte Form" wird hier nicht zum Ballast und nicht zur Bürde, sie scheint für das Gesagte ganz okay zu sein. Die Worte wirken hier eher "locker hingestreut", das bricht die strenge Form teilweise auf, nimmt ihr das Zwanghafte.
Gefällt mir sehr gut.
Bei Schmolllemund darfst du noch ein l streichen.
Gibst du bewusst "entglitscht" den Vorzug vor "entschlüpft"?
 

Mimi

Mitglied
Hallo Aron,
mir gefällt der interessante Inhalt Deines Sonetts... ja, es ist sehr locker geschrieben ‐ trotz der ( strengen) Form.
Ich habe Dein Sonett gerne gelesen...

Un saludo
Mimi
 

AbrakadabrA

Mitglied
Liebe Mimi, lieber Horst,

ob entflutscht oder entglitscht - das Goldfisch Sonett wird überleben, auch wenn mich ausser Euch beiden wohl kaum jemand mag.

Der Sommer kommt!
 

AbrakadabrA

Mitglied
Liebe Rose, lieber William,

aus verletzter Eitelkeit drücke ich gern auf die Tränendrüse, da meine Werke in den Foren kaum Beachtung finden.


Dafür möchte ich mich hier entschuldigen.


Aron
 

wüstenrose

Mitglied
Die letzten Monate (in denen ich auch von der Lupe nichts wissen wollte) habe ich mich viel mit Familiengeschichtlichem befasst: Spurensuche. Die Großeltern. Die Eltern. Die Traumata des Krieges bzw. die Erschütterungen bei und nach Kriegsende. Alles Abgründe, die kaum kommuniziert wurden, als die kleine wüstenrose so langsam heranwuchs. Die Welt um mich herum war da gerade einmal so stumm als wie - - - dein Goldfisch.

Der nichts weiß von gestern und morgen. Der gleichmütig seine Bahnen zieht. Der die existentiellen Fragen (woher? wohin? wer bin ich?) nicht hört, nicht zu hören braucht, weil ihm der aktuelle Radius, die gegenwärtige Bahn von Glases Rand zu Rand Erfüllung genug ist. Beschenkter des Augenblicks.

Lieber Aron, bei mir ist es „diese Geschichte“, an die deine Zeilen rühren. Bei anderen sind es andere Geschichten oder Gedanken.

Deine Zeilen sprechen. Sie dringen durch. Sie kommen an.

Die von dir eröffneten Nebenschauplätze (Kommentare) ziehen die Aufmerksamkeit manchmal eher ab von deinem Gedicht, anstatt ihm Raum zu geben.



Für meine LeLu-Zukunft nehme ich mir vor, in meinen Kommentar-Äußerungen weniger ironisch zu sein. Ironie finde ich herrlich, aber im virtuellen Kontext kommt es schnell zu Missverständnissen.

lg wüstenrose
 

AbrakadabrA

Mitglied
Liebste Rose,

da ich mich in den Foren ständig am Entschuldigen bin, möchte ich an dieser Stelle darauf verzichten.

Mir ist aufgefallen, dass Du Dich unheimlich gut in fremde Texte hereinfühlst, dabei stets wertschätzend und aufbauend bist - ich wünschte, auch diese Kraft und Geduld zu besitzen.

Die Nebenschauplätze rühren vermutlich daher, das Forum mit meinen Beiträgen überfrachtet zu haben, was ich natürlich auch selber weiss.

Dostojewski schrieb einmal in den Aufzeichnungen aus dem Kellerloch, er habe stets gedacht, anders als die anderen zu sein, woraus man ersehen könne, wie kindlich er einst war.

Muchas Gracias por todo.
 

Walther

Mitglied
Liebste Rose,

da ich mich in den Foren ständig am Entschuldigen bin, möchte ich an dieser Stelle darauf verzichten.

Mir ist aufgefallen, dass Du Dich unheimlich gut in fremde Texte hereinfühlst, dabei stets wertschätzend und aufbauend bist - ich wünschte, auch diese Kraft und Geduld zu besitzen.

Die Nebenschauplätze rühren vermutlich daher, das Forum mit meinen Beiträgen überfrachtet zu haben, was ich natürlich auch selber weiss.

Dostojewski schrieb einmal in den Aufzeichnungen aus dem Kellerloch, er habe stets gedacht, anders als die anderen zu sein, woraus man ersehen könne, wie kindlich er einst war.

Muchas Gracias por todo.
Aron, mon cher,
du bist kein kind.
allerdings hat wüstenrose, ein "er" übrigens, recht, wenn er anmahnt, dass die texte das wichtigste sind. daran muss ich mich immer wieder erinnern.
lg W.
 

AbrakadabrA

Mitglied
Mein Grosser,

erfahrungsgemäß treten meine Sonette stets in Konkurrenz mit Shakespeare.

Plötzlich tauchen Sonettkränze auf, etc. 18 Sonett etc.

Ich wünschte, Könner wie Du würden zeitgenössische Dichter wie mich mehr unterstützen.


Dein Aron
 

Walther

Mitglied
Mein Grosser,

erfahrungsgemäß treten meine Sonette stets in Konkurrenz mit Shakespeare.

Plötzlich tauchen Sonettkränze auf, etc. 18 Sonett etc.

Ich wünschte, Könner wie Du würden zeitgenössische Dichter wie mich mehr unterstützen.


Dein Aron
Hi Aron,
es sind 15. an den 211 arbeite ich noch.
wer sagt denn, dass ich zeitgenössige dichtung nicht unterstütze. einfach www.zugetextet.com anklicken. und staunen.
lg W.
 

Scal

Mitglied
Hallo Aron,

ich bin gerne durch dein Sonett hin- und hergeschwommen. Hinterlasse hier die Spuren von dem, was ich mir dabei so dachte:

.....
.....
von rechts nach links und glaubst ans große Meer

.....
An Geld und Weibchen Aron Manfeld Mord
Von unbezahlten Rechnungen kein Wort
Entglitscht Dir Schweiger denk ich sicherlich

.....
.....
Erfreut den alten dumpfen (stumpfen, öden) Weg zurück

.....
Gefangen äugig sorglos wasserreich
Wie neid ich Dir gedankenfreies Glück

Aber das ist vielleicht ein anderer Goldfisch. Oder gibt's nur den einen im Aquarium?

Gruß
Scal
 
Hallo Aron,

Wir sind doch wie Goldfische auf unserer Erdkugel und glauben in unserer eingeschränkten Wahrnehmung die Wirklichkeit zu erkennen, dabei sind es doch nur verschwommene Schlieren - oder lediglich die Schatten des Realen an den Wänden unserer Höhle. In deinem Text kann man jedenfalls auch Bezüge zum Höhlengleichnis lesen.

Gruß,
Artbeck
 

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