Auf der Kreuzfahrt 3.Teil

Hier ist nun der letzte Teil der Geschichte und ich hoffe auf baldige Kritik von euch. Viel Spaß beim Lesen.


Als ich erwache, höre ich Wasser rauschen. Langsam öffne ich die Augen und das Tageslicht blendet mich. Ganz allmählich gewöhne ich mich daran und berühre die Bettseite auf der Umberto gelegen hat. Sie ist noch warm und lässt mich lächelnd an die Nacht denken.
Umberto kommt aus dem Bad und ich sehe ihn zum ersten Mal nackt bei Tageslicht. Wow, was für ein Mann, ich kann es kaum glauben, dass ich ihm so nah war. Der bräunliche Teint ist perfekt und passt gut zu ihm. Die Augen strahlen Geborgenheit und Ruhe aus. „Guten Morgen, wilde Wüstenprinzessin, hast du gut geschlafen?“ „Ja, an deiner Seite besonders gut“. Umberto kommt zu mir und küsst mich auf den Mund. „Mmh, der Duft unserer Leidenschaft, haftet immer noch an dir und er riecht gut. Ich muss noch einmal weg, bevor wir frühstücken können, lass dir also Zeit für die Morgentoilette, ich hole dich in einer Stunde ab, oder lasse dich abholen“. Umberto kleidet sich an und verabschiedet sich mit einem Luftkuss von mir, schon klappt die Tür zu.
Ich lasse mich aufs Bett zurückfallen und breite mich vollkommen darauf aus. Mit geschlossenen Augen, denke ich an die letzten Stunden und ich fühle mich endlich frei, frei vom Ballast der letzten Monate. Fröhlich pfeifend, mache ich mich für den Tag frisch und suche mir etwas passendes für den Vormittag aus. Im Spiegel sehe ich eine veränderte Frau.
Umberto ist im Gespräch mit dem Steward und handelt einen Preis aus. Zufrieden nickt er und versichert ihm, dass in einer Stunde, am Anleger, alles bereit sein wird.
Es klopft und mit Freude öffne ich. „Umberto, das ging aber schnell“. „Hast du schon Hunger, ich kann es gerade noch aushalten, komm“. Er nimmt meine Hand und ich habe das Gefühl, dass eine Überraschung auf mich wartet. Wie immer ist es sonnig und warm, die Felsen am Ufer sind in ein rötliches Licht getaucht. Wir gehen ein kleines Stück entlang des Nils und dann sehe ich das große, weiße Segel, welches einer Feluke gehört. Mit *„Sabah el-cher“, begrüßt uns der Bootsführer und hilft mir beim Einsteigen. Umberto folgt mir und nimmt neben mir Platz. Er öffnet einen großen Picknickkorb und stellt das Geschirr und all die Köstlichkeiten auf einen ausklappbaren Tisch. Ich bewundere sein organisatorisches Talent und in meinem Herzen tobt die wilde Leidenschaft und Liebe, die sich dort ein Heim gesucht hat. „Möchtest du lieber Tee oder Kaffee, meine Wüstenprinzessin?“ „Tee, bitte. Wie kommst du nur immer auf so tolle Ideen, du überrascht mich sehr und machst mich unheimlich glücklich“. Wir legen ab und der Wind, der das Segel streift, treibt uns langsam voran. Auf der anderen Seite des Flusses schwimmen ein paar Wasserbüffel. Ich träume ein wenig, bis mir Umberto den Tee reicht, er selbst wählt den Kaffee. „Liebes, du hast ein langschlummerndes Gefühl, welches ich verloren glaubte, in mir geweckt und durch dich fange ich an, meine Trauer abzulegen. Als ich dich im Flugzeug sah, hatte ich das Gefühl, ich müsste mich an deine Fersen heften, du hattest eine so unausweichliche Anziehungskraft, ich konnte dieser einfach nicht wiederstehen. Vielleicht klingt das merkwürdig, aber ich konnte dir ansehen, dass du mit irgendetwas zu kämpfen hattest und ich musste herausfinden was es war. Du bist eine leidenschaftliche Frau und sehr begehrenswert, ich musste dich einfach erobern“.
Den ganzen Vormittag verbrachten wir auf dem Wasser und führten viele Gespräche. Nach und nach sprudelte der ganze Kummer aus Umberto heraus. Endlich fasste er Vertrauen. So erfuhr ich, dass seine Frau und seine zwei, damals noch kleinen Kinder, bei einem Autounfall, ums Leben kamen. Das ist jetzt knapp zwei Jahre her und durch mich hat er neuen Mut geschöpft, was mich ehrt. Auch ich erzählte ihm, dass ich an der Scheidung, fast zerbrochen wäre, doch hoffte ich, durch die Reise, alles zu vergessen.
*Guten Morgen
Wir genossen die Fahrt und legten gegen Mittag wieder an. „Was hältst du davon, wenn wir in die Stadt fahren und Wasserpfeife rauchen, hast du es schon Mal probiert?“ „Nein, Umberto, aber es wäre ein Versuch wert“. In einer Gasse finden wir das Cafe „Universum des Orients“, der Name lädt, zum Bleiben, ein. Wir nehmen draußen Platz und bestellen eine *“Schischa“. Die Entscheidung fällt schwer, denn es gibt neunzehn verschiedene Tabaksorten von Pfirsich über Pfefferminz, Kirsche, Cola, Mango und Honig. Ich nehme Kirsche und Umberto Honig. Gespannt darauf, schaue ich mich noch ein wenig um. Aus dem einfach möblierten Innenraum weht beißender, weißer Rauch vom Kohlefeuer herüber und der Geruch erinnert an Kaugummi. Hier und da sitzen Einheimische verteilt an den wenigen Tischen. Einige unterhalten sich angeregt, andere lesen Zeitung oder spielen Backgammon. Der Cafebesitzer bringt uns zwei Schischa und wir lassen uns von ihm das Prinzip erklären. Die Luft, die vom Mundstück angesaugt wird, führt durch den vom Holzkohleerwärmten Tabak und gelangt in einen Behälter mit Wasser. Beim Einsaugen der Luft, hört man ein Blubbern und es bringt uns zum Lachen. In den Wolken der Schischa, spüre ich die Ewigkeit des Müßigganges. Ein paar Zauberer und Geschichtenerzähler vertreiben uns die Zeit. Bis zum Abend ist es noch hin, erst dann geht es mit der Gruppe zum großen Tempel Ramses des II. Umberto und ich schlendern noch durch die Gassen, bis mir einfällt, dass ich noch nie, auf einem Wüstentaxi, geritten bin. Am Stadtrand finden wir einen Kamelbesitzer, der einen Ausritt, für wenige ägyptische Pfund, anbietet. Mit Geschick schwinge ich mich auf den orientalischen Sattel und schon geht es los. Ein wenig holprig und durchgeschüttelt versuche ich Halt zu finden. Nach wenigen Schritten des Tieres, fühle ich mich sicher und es macht Spaß. Umberto geht es ähnlich und unterwegs lächelt er mir immer wieder zu. Es ist so schön mit ihm zusammen zu sein, er gibt mir das Gefühl, zeitlos dahin zuschweben, als wäre mein Weg, mit Wattebäuschen, gepflastert. Im Tal kommen wir, an bizarren Formationen aus weißem Kalkstein, geschliffen vom Wüstenwind, vorbei. Die heiße Luft flimmert und gaukelt eine Fatahmorgana vor. Der Nachmittag ist schnell vorüber und so treten wir den Rückweg, zur Rhapsody, an. Immer wieder suche ich Umbertos Nähe und ermuntere ihn, mich zu berühren, wie zwei frisch Verliebte.
Das große Finale der Reise ist Abu Simbel. In mitten der nubischen Wüste liegt der große Felstempel des Ramses II.
Wieder reisen wir mit der Gruppe im klimatisierten Bus an und die vier Kolossalstatuen, die etwa zwanzig Meter hoch, vor der Fassade des Tempels ragen, erregen meine Aufmerksamkeit. Wir sammeln uns vor dem Tempel und die Reiseleiterin beginnt die Geschichte des Monuments zu erzählen.
Eine Reihe von Pavianen begrüßen den Aufgang der Sonne, die über der Tempelfassade angebracht sind. Über dem Eingang ist eine Statue des falkenköpfigen RaHarachte zu sehen, der Tempel ist ihm gewidmet. Beherrscht wird die Fassade von der Selbstdarstellung Ramses II. Sitzend blicken sie ins Tal. Dreiundsechzig Meter weit führt die Anlage erst in eine Halle. Die Wände geschmückt mit der Schlacht von Kadesch. Im Anschluss daran betritt man das Sanktuar, dort sind an der Rückseite vier Gottheiten im Fels eingearbeitet. Amun, RaHarachte, Ptah und Ramses II selbst. Ein kleiner Tempel ist der Göttin Hathor geweiht und ehrt die königliche Gemahlin Nefertari. Sie trägt den Kopfschmuck der Göttin Hathor (Kuhgehörn mit Sonnenscheibe).
Umberto und ich sind beeindruckt von der Größe des Tempels. Besonders lange verharre ich in der großen Halle, um mir genauer die Schlacht um Kadesch, anzusehen. In Büchern habe ich darüber gelesen, doch einmal hier zu stehen und das Original zu betrachten, hätte ich mir nie erträumt. Umberto nimmt meine Hand und ich sehe in seinen Augen, Zufriedenheit aufblitzen. Unbeobachtet fühlend, berühren sich wieder unsere Lippen. Ein Kuss, zart und samtig, wie der erste Flaum eines Kükens. Für einen Moment scheint die Zeit still zu stehen
*Wasserpfeife
und habe das Gefühl in einer anderen Epoche zu sein. Leider werden wir, durch das Stimmengewirr der anderen, unterbrochen. Immer mehr verstricken sich unsere Gefühle miteinander und das Vertrauen, welches wächst, umschließt mein Herz.
Nach und nach verlässt die Gruppe den Tempel und es ist mir gar nicht bewusst geworden, das es später Nachmittag ist. Es kehrt ein wenig Ruhe vor dem Tempel ein und die Sonne versinkt stimmungsvoll über der Westküste. Der Höhepunkt scheint noch nicht erreicht zu sein, denn erst bei Dunkelheit ist die Magie der vier mächtigen Kolosse zu spüren. Die Beleuchtungen der Tempelanlage wird eingeschaltet und lässt Ramses II mächtig und bizarr erscheinen. Eng an Umberto gekuschelt schaue ich mir das Schauspiel an und ich bin überwältigt von der Stimmung. Ich glaube es ist der schönste Tag in meinem Leben.
Auf der Rückfahrt im Bus, döse ich, wie gewöhnlich ein und versuche die Ereignisse des Tages zu verarbeiten.
An Bord trennen sich Umbertos und meine Wege, bis zum Abendprogramm. Sehnsüchtig schaue ich ihm nach, lächelnd verabschiedet er sich von mir. Etwas erschöpft ziehe ich meine Schuhe aus und lege mich, mit ausgebreiteten Armen und Beinen, auf das Bett. Der Tag war so voller Leben und unverhoffter Überraschungen, dass ich gespannt bin, wie der Abend verläuft. Bis dahin habe ich noch Zeit und ich entscheide mich für ein kleines Nickerchen.
Eine Stunde später schrecke ich aus dem Schlaf und schaue in Panik auf die Uhr. Puh, nicht verschlafen, es bleibt noch Zeit, um sich frisch zu machen und die geeignete Abendgarderobe auszusuchen. Ich hatte das Gefühl für Stunden versunken gewesen zu sein, merkwürdig. Passend zum Dinner kleide ich mich an und im Spiegel sehe ich, dass die Sonne ihre Spuren hinterlassen hat, einen ebenmäßigen, bräunlichen Teint. Lächelnd verlasse ich meine Kabine und betrete schwungvoll und gut gelaunt den Speiseraum. Umberto winkt mir bereits zu, als er mich sieht. „Hallo Lorena, konntest du ein wenig schlafen, du sahst im Bus erschöpft aus“. „Ja, danke der Nachfrage, ich war wirklich geschafft vom Fußmarsch durch die Tempel, jetzt bin ich aber ausgeruht“. „Gut dann kann dem nächsten Abenteuer nichts mehr im Wege stehen“, verschmitzt lächelt er. Er hat doch wieder etwas im Sinn, das Lächeln kenne ich bereits.
Das Essen wird gebracht und wie immer trinken wir den passenden Wein dazu. Im Hintergrund spielt leise orientalische Musik, die mich an die Hathordancers erinnert. Wir bleiben lange im Speiseraum und unterhalten uns. Die Themen sind vielfältig, doch als es um Gefühle und persönliche Geflogenheiten im Alltag geht, stelle ich immer mehr fest, dass wir uns ähnlich sind.
„Lorena, vertraust du mir“? Verdutzt über den ernsten Ton und der Frage, beantworte ich sie mit „Ja“. „Gut dann gib mir deine Hand und komme mit an Deck“. Gespannt reiche ich Umberto meine Hand und wir gehen gemeinsam auf das Deck. Aus seiner linken Hosentasche holt er ein sandfarbenes Halstuch. Umberto legt mir das Tuch über die Augen und befestigt es vorsichtig an meinem Kopf, mit einem Knoten. „Bitte habe keine Angst, lass dich einfach führen“. Es geht los, unbeholfen setze ich einen Fuß vor den anderen. Fast lautlos, nur das Klappern meiner Absätze ist zu hören, bin ich der Dunkelheit und Umberto ausgeliefert. Ein wenig Angst bedrängt mich doch, aber die Aufregung siegt, so dass ich kein Spielverderber bin. Wo bringst du mich nur hin?
Nach einer Weile spüre ich, dass der Grund, unter meinen Füssen, nachlässt und es zwischen meinen Zehen kribbelt. Ein wenig bewege ich sie und es fühlt sich rau an. Woran erinnert mich das nur, jetzt fällt es mir wieder ein, Sand. Immer mehr versinke ich in ihm und ich scheine nicht mehr vorwärts zu kommen. Umberto bemerkt es, denn er hilft mir beim Ausziehen der Schuhe. Kühl rinnt der Sand zwischen meine Zehen. Das verborgene Geheimnis lässt mein Herz schneller schlagen und ich kann es kaum abwarten, das Halstuch von meinen Augen zu nehmen. „Ein kleines Stück müssen wir noch gehen, dann hast du es geschafft“. Wieder nimmt er meine Hand und führt mich weiter ins Ungewisse. Die kühle Luft lässt mich frösteln und ich werde etwas ungeduldig. „So, kleine Wüstenprinzessin, wir sind angekommen, du kannst deine Augen wieder öffnen“. Umberto entfernt das Tuch und blinzelnd schaue ich mich um. Ich stehe auf einer hohen Düne und vor mir liegt eine Oase, dort brennt ein Feuer und wie ich erkennen kann steht dort ein Baldachin. Um es genauer erkennen zu können, müssen wir nur noch vom Dünenkamm herunterlaufen. Überwältigt stehe ich stocksteif, vor dem mir nun nicht mehr verborgenen Geheimnis, nichts geht mehr. Ich schaue in den Himmel und die Leuchtkraft der Sterne wird nur noch vom Licht des Mondes überdeckt. Umberto nimmt mich in den Arm und küsst mich zärtlich auf den Mund. Ich fühle mich immer noch wie betäubt. Mit einem Schwung hebt er mich hoch und trägt mich auf seinen starken Armen zur Oase. Ich schlage meine Arme um seinen Hals und lehne meinen Kopf an seine Brust, genieße den Augenblick des Glücks.
Unter dem aufgebauten Baldachin setzt mich Umberto vorsichtig ab. Weich sitze ich auf den vielen Kissen und auf einem kleinen Tisch stehen Obst und Datteln. Typisch westlich sind die Getränke in einer Kühlbox untergebracht, das ist aber zu verzeihen. „Und, was sagst du“? „Umberto ich finde keine Worte für all das hier, ich bin wirklich überrascht“. „Möchtest du die Nacht mit mir unter den Sternen verbringen“? Als ich etwas sagen will, komme ich nicht mehr zu Wort, denn er entführt mich bereits mit seinen Lippen und bringt meine Leidenschaft wieder zum Brennen, wie das Feuer, welches uns knisternd Wärme schenkt. Seine Küsse fesseln mich, so dass ich kaum Luft bekomme.
Langsam lösen wir uns voneinander und ich streichle zärtlich durch seinen lockigen Haarschopf. Seine Blicke sind begierig und ungeduldig lauernd, wie ein Raubtier, welches den richtigen Moment in der Deckung abwartet, um der Beute keinen Ausweg zur Flucht zu lassen. An meinem Nacken spüre ich die schlanken Finger von Umberto. Mit Geschick öffnet er den Reißverschluss des Kleides und lässt die Träger über meine Schultern fallen. Meine Wäsche ist auch nicht mehr lange an seinen Platz. Er fährt mit seinen Blicken über meinen Körper und hält dann mit geschlossenen Augen, ein wenig inne. „Du bist so wunderschön, kleine Wüstenprinzessin. Ich bin froh, dass ich es bin, der dein Herz erobern durfte, beweg dich nicht, bleib einfach so liegen“. Umberto steht auf und stellt sich in nicht allzu weiter Entfernung vor mir auf. Langsam entkleidet er sich. Er lässt die Jacke über seine breiten Schultern rutschen. Jeden Knopf seines Hemdes knöpft er langsam und mit bedacht auf und wirft es auf die Kissen neben mir. Die Gürtelschnalle lässt er geräuschvoll aufschnellen und der Knopf und der Reißverschluss folgen. Das Beinkleid rutscht an seinen wohlgeformten Schenkeln herunter und schüttelt es ab, wie einen Regentropfen. Der Leckerbissen lauert schon, aber ist noch gefangen im Unterschlupf. Fasziniert verfolge ich die Show und die Hitze in meinem Schoß, lässt mich erbeben. Ganz langsam, quälend langsam, kommt er zum Vorschein und kann seine Vorfreude nicht verbergen. Ungeduldig winke ich Umberto mit einem Finger heran. Am Feuer wärmen wir uns und als ich seinen Körper spüre, entlockt es mir einen tiefen Seufzer. Wir berühren uns so vorsichtig, als wären wir wertvolle Relikte, die unentbehrlich sind, für die Welt. Jede Unebenheit wird untersucht und Umberto verharrt besonders lange an den sensiblen Körperstellen. Geschmeidig wie eine Raubkatze, gleitet er mit seinen Lippen über die weite Ebene zum Tal. Er taucht ein, in das erst gerade wiederentdeckte Heiligtum. Unendlich zart erkundet er das Areal und hinterlässt Spuren von seidigem Glanz. Wundervolle Gefühle durchfluten mich und tragen mich auf einem Regenbogen zu den Sternen. Immer lustvoller stillt er seine Leidenschaft, beflügelt vom Duft der Frucht, die sich ihm bereitwillig entgegenstreckt. Zitternd und fast verloren wirkend, halte ich mich an seinem Kopf fest, dirigiere ihn, um endlich im Schatten der Oase meine Erfüllung zu finden. Er hält meine Frucht quälend zwischen seinen Lippen und ich bin in seiner Willkür gefangen. Nach und nach lässt er mir wieder mehr Spielraum, so dass ich mich nicht mehr unter Kontrolle habe. Übermächtig werde ich mitgerissen und vom Schatten der Oase eingeholt. Wimmernd und fast schreiend, lass ich ihn teilhaben an der Reise in die Unendlichkeit, die fast keine Ende finden will. Tränen strömen über mein Gesicht, in ihnen die neuentdeckten Gefühle, die ich für Umberto empfinde.
Zärtlich nimmt er mich in den Arm und streichelt meine Brüste. Liebevoll küsst er meine Tränen fort und ich halte mich, wie eine ertrinkende, in seinen Armen fest, immer noch aufgelöst von den Gefühlen. Doch spüre ich bereits neuaufkeimende Gier. Meine Hand lege ich auf seine pulsierende Kraft und löse mich aus Umbertos Umarmung. Küssend und liebkosend, umspiele ich seinen sensiblen Punkt, bis er meinen Mund ganz ausfüllt. Stöhnend genießt er mein Spiel, er ist fast nicht zu bändigen. Unsere Lust steigert sich von Minute zu Minute und ich kann es kaum mehr aushalten ihn in mir spüren zu wollen.
Als hätte Umberto meine Gedanken gelesen, bekomme ich auch schon, was so in mir lodert. Eng umschlungen liegen wir in der Missionarsstellung und die erste Berührung seiner Lust, verfängt mich in einem Netz aus süßem Schmerz. Wie ein wildes Rudel, was seine Beute verteidigt, fallen wir übereinander her. Der Rhythmus seiner Lenden verführt mich ins Uferlose und hat etwas animalisches an sich. Immer wieder verfangen sich unsere Zungen und spielen wild miteinander. Der Wüstenwind streift unsere nackten Körper, kann uns aber nichts anhaben, denn wir spüren nur Wärme, Wärme die uns verbindet. Ganz weit entfernt vernehme ich das Knistern des Feuers, welches sich mit unserem stöhnen vermischt. Mit meinen Beinen umklammere ich Umbertos Oberschenkel und meine Hände sind fest auf seinem Po platziert, so dass seine Lust spürbar durch meine Finger gleitet. Immer mehr verschmelzen wir miteinander und treten bald erschöpft, aber seicht über die Grenze, um zufrieden in der vom Mondlicht getauchten Oase zu landen. Tränen tropfen auf die Kissen und ich kann ein Schluchzen nicht unterdrücken, überwältigt von starken Gefühlen, liege ich immer noch verträumt, eng umschlungen mit Umberto, unter dem Baldachin.
Nach und nach nehme ich alles um mich herum wieder war und löse mich mit zittrigen Beinen von ihm. Entspannt liegen wir nebeneinander und ich fühle mich, als wäre ich eine Figur aus einer orientalischen Erzählung, die ihr Glück gefunden hat. Sanft streichle ich über seine Brustbehaarung und spiele mit den einzelnen Haaren. Mir kommt es vor, als wären wir die einzigen auf der Welt, es ist sehr still hier und die Sterne sind uns ein Dach. Das Feuer ist fast heruntergebrannt, nur noch ein schwaches glühen ist zu sehen. „Meine Wüstenprinzessin, ich kann dir gar nicht sagen, wie glücklich ich bin, ich liebe dich, du bist vollkommen“, könnten wir doch für immer hier bleiben“. Umberto streichelt mich. „Ich liebe dich auch, und du hast mir heute Nacht ein wunderbares Geschenk gemacht, das hat noch niemand für mich getan“. Umberto steht auf und holt aus der Kühlbox zwei Flaschen Wasser und das Obst. Schweigend stillen wir unseren Durst, einige Trauben nimmt er vom Teller und füttert mich liebevoll. Wir machen ein Spiel daraus und nach und nach tollen wir ausgelassen, wie die kleinen Kinder um das heruntergebrannte Feuer.
„Ich glaube es ist besser, wenn ich das Feuer neu entzünde, denn sonst bekommen wir noch nächtlichen Besuch“.
Bald legen wir uns zum Schlafen unter dem Baldachin, eng aneinander gekuschelt geben wir der Müdigkeit nach. Ich hätte nie gedacht, dass die Reise, eine unvergessliche werden würde und wer weiß, was mir noch alles wiederfährt.
 
B

BeautifulExperience

Gast
Hi Martina!

Ein sehr schöner und erotischer Text! War interessant für mich zu lesen, wie gefühlvoll du sexuelle Interaktion beschreibst :).

Lieber Gruß!
 
Hallo BeautifulExperience,

danke für dein Lob. Ich lege immer sehr viel Wert auf Romantik und versuche mein ganzes Herz mit einzubringen. Vielleicht hat man auch herausgehört, dass ich total auf Ägypten abfahre, ich verschlinge jedes erdenkliche Material.

Liebe Grüße Martina
 
B

BeautifulExperience

Gast
:)))

Ja, hab ich herausgehört :). Die ägyptische ist ja auch eine sehr faszinierende, überaus geheimnisvolle Kultur, die auch so moderne Musiker wie Prince bis heute beeinflußt.

Mehr noch als deine Schilderungen des Ambientes hat mich jedoch interessiert, wie du mit erotischen Schilderungen umgehst, und das hat mich schon beeindruckt!

LG!
 

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