Aufs Land reisen

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blackout

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Wer will nicht gerne in die Ferne reisen,
wo nah man sieht, was Städtern unbekannt.
Du hockst zu Haus, und die Gedanken kreisen
um eines nur: Zwei Wochen raus, aufs Land!

Dann sitzt du in der Bahn mit großen Augen.
Das gibt’s ja nicht, was man da sehen kann!
Du denkst dir was, wozu wohl Rüben taugen,
und hinten, ganz versteckt, ein kleiner Tann.

Bei jedem Schienenstoß spürst du die Gleise,
die Landschaft scheint ein grünes Spiegelei.
Noch lange nicht zu Ende ist die Reise,
ein kleiner Bahnhof fliegt wie nichts vorbei.

Ganz plötzlich hält der Zug, und du willst wissen,
wo du denn bist: Aha, ein unscheinbares Haus,
ein Rotbemützter kreist herum beflissen.
Wie traurig, denkst du, keiner steigt hier aus.

Und weiter geht’s, und die Gedanken rollen.
Was in dir denkt, hältst du dann langsam an.
Auf einmal fühlst du dich wie fern verschollen.
Dein erstes Heimweh. Ist wohl schuld daran.
 

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