Aus der Spur

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Ciconia

Mitglied
In der Spur blieb er nur, bis die Sonne versank,
denn die Nacht übte Macht auf ihn aus, wenn er trank.

Bald danach dann der Krach, bis sein Ego verschwamm.
Diese Spur, die er fuhr, wurd zum Notfallprogramm.

Er fands nun opportun, erst mal seitwärts zu gehn,
um von dort auch hinfort perspektivisch zu sehn.

Diese Sicht brachte nicht, was der Mann sich versprach.
Er verschwand kurzerhand und sein Dasein zerbrach.
 

Franke

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo Ciconia,

ist das richtig in der Experminentellen Lyrik?
Ansonsten sehr gerne gelesen!

Liebe Grüße
Manfred
 

Ciconia

Mitglied
Danke, Franke!

Ob es hier richtig ist, weiß ich auch nicht. Ich wollte mit diesem eigenwilligen Reimschema einfach mal raus aus dem derzeit sehr unruhigen Gereimten. :rolleyes:

Gruß, Ciconia
 

Ciconia

Mitglied
Was ist denn "koventionellste"?
Wolltest Du "konventionellste" sagen?
Ist konventionell denn ein steigerungsfähiges Adjektiv?
 

Etma

Foren-Redakteur
Teammitglied
Formal würde ich nichts verändern, ich bin sehr zufrieden mit den Binnenreimen. Inhaltlich bin ich der Meinung, dass das Ende noch verstärkt werden kann. Das Verschwinden dieses Mannes könnte noch prägnanter herausgehoben werden. Ja, die beiden letzten Strophen könnten schon ausreichen inhaltlich für dieses Gedicht. Die "Vorgeschichte". wie es dazu kommt, dass der Mann beginnt seitwärts zu gehen und dann verschwindet könnte man meiner Ansicht nach recht gut streichen. Es kommt mir beinahe so vor, als wären die ersten beiden Strophen separat von den letzten beiden Strophen zu betrachten.
 

Ciconia

Mitglied
Da kann ich Dir leider nicht zustimmen, Etma.

Natürlich ist die „Vorgeschichte“, wie Du sie nennst, das Ausschlaggebende - der Beginn einer Trinkerkarriere, die später mit dem Verschwinden des Mannes endet.

So war es jedenfalls gedacht.

Gruß, Ciconia
 

Mondnein

Mitglied
Nun also bitte endlich Antwort auf meine Frage: Warum werden Knittelverse als "eigenwillig" ins "Experimentelle" gestellt?
Die sind ja noch konventioneller als die umarmenden Reime der Sonette.
 

Ciconia

Mitglied
Könnest Du wieder ruhiger schlafen, Mondnein, wenn man diese Verse ins Gereimte verschöbe? Wo sie - unbebildert und unvertont - selbstverständlich sofort untergingen? Wenn Dir damit geholfen werden könnte, bin ich doch gern dazu bereit.
 

Ciconia

Mitglied
Nun ja, er will nicht. Ich bitte trotzdem die/den zuständigen/n Redakteur/in (ich weiß leider nicht, wer das zur Zeit ist) um Verschiebung ins Gereimte. Ich werde die heiligen Hallen des Experimentellen nicht wieder betreten. Versprochen, Mondnein.
 

Mondnein

Mitglied
Diese Hallen sind so heilig wie jedes andere Rattenloch.

Also ich würde an Deiner Stelle mal ein richtig mutiges Sprachexperiment starten. Oder neue Formen entwickeln. Oder moderne Inhalte entdecken. Kurz: Schreib doch ein knackiges Stück, das einen Stein in den Brunnen des sogenannte Experimentellen wirft. Warum nicht?
 
G

Gelöschtes Mitglied 21114

Gast
Der etwas zusammengestoppelten Geschichte hätte ein Caspar David Friedrich (oder ähnlich) gut getan. Oder ein moderner: Munch beispielsweise. Irgendwas Gemaltes, das vom zerbrechenden Dasein erzählt und den dahinstapfenden Text ein bisschen auffängt. Wenn man den laut liest, und hat dann nichts zum Angucken, gerät man ganz schnell ins Dadadadadadadadadadatam.
Gruß JF
 

lapismont

Foren-Redakteur
Teammitglied
M O D E R A T I O N
Private Unterhaltung gelöscht. Bitte nutzt dafür private Medien.

cu
lap
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Joe Fliederstein,

ich meine, jeder Text – egal ob Lyrik oder Prosa – sollte allein aufgrund seiner Sprache, ohne unterstützende Bilder, überzeugen können. Dafür ist auch beim Leser Konzentration und Phantasie gefragt.

„Schreiben ist Malen mit Worten“ hat man mir hier gleich zu Beginn eingebläut. Und das gelingt einem eben mal mehr oder mal weniger.

Gruß, Ciconia
 
G

Gelöschtes Mitglied 21114

Gast
Verehrte Ciconia,
mach dir keine weiteren Gedanken, du wirst es nicht verstehen. Was man dir da eingebläut hat – wenn du mit Worten malen willst, dann male, warum nicht.
JF
 

Ciconia

Mitglied
Was werde ich nicht verstehen? Warum ein mit (Nackt-)Bildern unterlegtes Gedicht besser ist?

Denk immer dran: Wer gern auf dem hohen Ross sitzt, sollte die größere Fallhöhe bedenken.

Bisher hat sich niemand daran gestört, dass hier auch einfache alte Frauen ihrem Hobby nachgehen. Wer gibt Dir das Recht, Dich darüber lustig zu machen?
 

Mondnein

Mitglied
ein moderner: Munch beispielsweise
... nach hundert Jahre noch modern, ist wohl ein Zenmeister.

Mag sein, das "Schreiben Malen mit Worten ist".
"Singen mit Worten" wäre Dichtung.

"Schreiben mit Farben" - das wäre vielleicht Messiaens Musik, oder Debussys, Mahlers, Ligetis sinfonische Sonatenhaupt- und Nebensätze.

"Singen mit Worten", ja, das sind Gedichte ("Lieder").
 

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