Ausgangssperrenelegie

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blackout

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Richtig, auch die Hunde. Auch sie sind dressiert, genau wie wir. Nicht nur, auch die Bienen. Ich habe meine Blumenkästen auf dem Balkon mit wunderschönen Blütenpflanzen bestückt und warte jetzt auf die Bienen. Aber bisher kamen nur undisziplinierte, ordinäre Fliegen. Das war mächtig enttäuschend.
 
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blackout

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Richtig beobachtet, Franke. Das ist der Kernsatz, es geht um das Gängelband, an dem wir geführt werden. Dass wir es aber nicht tun, es eben nicht beseitigen wollen, das ist die Aussage. Wir lassen uns brav Maßnahmen wie im Kriegszustand gefallen, befolgen alle Anordnungen. Und wir sind noch stolz darauf! Wir sind "anständige, disziplinierte deutsche Bürger". Und weil wir das sind, sind wir auch stolz auf die Obrigkeit, die uns die Gelegenheit bietet, unsere Ergebenheit zu beweisen. Und die Obrigkeit kriegt eine Ahnung, dass das noch längst nicht alles ist, was sie von uns verlangen kann, ohne dass wir aufmucken. Danke fürs Reinsehen und den Kommentar.

Gruß, blackout
 

Perry

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Hallo blackout,
ja schöne Bilder sind geduldig wie Bürger, die überwiegend gut zwischen Notwendigkeit und Freiheit unterscheiden können.
Jetzt politische Ränkereien ins Spiel zu bringen ist verständlich, angesichts der machtpolitischen Verhältnisse in diktatorisch geführten Ländern,
aber auch dafür wird die Zeit wieder kommen. ;)
LG
Manfred
 

Tula

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Nein Manfred, gerade die Politisierung des Themas ist unerträglich. Immerhin geht es darum, Gesundheit VOR unmittelbare wirtschaftliche Interessen zu stellen, im Gegensatz zu einigen Konsorten, die in anderen Ländern versucht haben, diese Maßnahmen hinauszuzögern und nun ihre Quittung bekommen. Hätten die deutschen Behörden das gleiche Verhalten an den Tag gelegt, ginge die Argumentation jener, die eben immer und alles GEGEN-ktitisieren genau in die andere Richtung. Hauptsache ist: die Regierung wird kritisiert. Wofür, ist eigentlich Nebensache. Bedenklich und bedauerlich dabei ist, wenn die Kritiker bei diesem Thema selbst zur größten Risiko-Gruppe gehören, die hier geschützt werden soll.

Zum Gedicht selbst: die leichte Ironie kommt glaubhaft durch. Ich sehe hier dennoch eher den typischen Prosa-verkappten Text, als ein Gedicht im eigentlichen Sinne. Das rettet auch der Titel nicht.

LG
Tula
 

blackout

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Ich weiß zwar nicht, wie du das meinst mit den diktatorischen Ländern, aber hab vielen Dank fürs Reinsehen und den Kommentar.

Gruß, backout
 

Tula

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Ich meinte in erster Linie: Trump, Boris und Bolsonaro, die Theorie der Herden-Imunität, die an sich stimmt, aber im Kontext nicht akzeptabel ist. Bolsonaro wehrt sich noch immer, aber auch in Brasilien kann glücklicherweise der President nicht alles allein entscheiden.

Was Diktaturen angeht, die spielen in der Regel die Statistiken herunter. Schau mal in die Seiten der iranischen Opposition. Sehr interessant.

Tula
 

Perry

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Hallo Blackout,
ich meine damit Parteidiktaturen oder Herrscher, die jede demokratische Oposition mit undemokratischen Mitteln unterdrücken.
War das wirklich eine Rückfrage wert?
LG
Manfred

Hallo Tula,
ich befürworte die Politisierung der Pandemie nicht, verstehe aber, dass man sich über den politischen Missbrauch Gedanken macht.
LG
Manfred
 

blackout

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Danke, Tula, fürs Reinsehen und Kommentieren. Was deinen Kommentar angeht, da habe ich andere Ansichten als du. Ich nehme an, du hältst den Text für kein Gedicht, sondern für einen "verkappten Prosatext", weil ich mich sämtlicher Schnörkelei enthalten habe, die sich als lyrisch ausgibt. Ich will mein Gedicht ja nicht selber loben, aber gerade das halte ich für das Beste am Gedicht.
 

blackout

Mitglied
Ach weißt du, Perry, ich will ganz gern verstehen, was du geschrieben hast. Jetzt habe ich es verstanden. Danke.

Gruß, blackout
 

Tula

Mitglied
Wenn jemand lyrische Sprache mit "Schnörkelei" verwechselt, dann hätte er mit dieser Auffassung sicher recht. Ich halte Lyrik dennoch für den kunstvollen Umgang mit Sprache, was nicht bedeutet, dass man mit wilden Metaphern herumwerfen sollte.

Es sind das "Unsagte", nicht direkt Benannte, die indirekten Bezüge und lyrische Sprachmittel schlechthin, die Poesie aufregend machen. Insbesondere ungereimte Lyrik, weil sie ohne einige hilfreiche Stilmittel gereimter Formen auskommen muss. Umgekehrt hat es die gereimte Poesie schwerer, weil sie ein Korsett trägt und die Einbindung origeneller sprachlicher Konstrukte somit erschwert wird. Das Ergebnis sind nicht selten Gedichte, die dann auch nach "verreimter Prosa" schmecken.

Wie auch immer, beide Ansätze leben von lyrischer Sprache. Da reicht mitunter eine Zeile, die den ganzen Unterschied macht. Ein anderer Autor-Leser hat uns davon heute ein hervorragendes Beispiel geliefert.

LG
Tula
 
G

Gelöschtes Mitglied 21263

Gast
Der Tag war schön,
und Sonntag war's wie jeden Tag in diesen Tagen.

Jetzt weiß ich endlich, wie man blitzsaubere Elegien schreibt. Über das monströse Kompositum im Titel, das offensichtlich zum Monsterhaften einer Elegie passen soll, braucht man dann nicht weiter nachdenken!

F.
 

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