Balladen und Moritaten Wettstreit

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James Blond

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Ob Goethe‘s Zauberlehrling oder Erlkönig, ob Schiller‘s Kraniche des Ibykus oder der Handschuh, Fontane‘s John Maynard und viele andere: Wer erinnert sich nicht an seine Schulzeit und die Balladen der großen deutschen Klassiker? Sicherlich verlor sie im 20. Jahrhundert an Bedeutung. Nichtsdestotrotz schrieben andere, nicht weniger bedeutende Meister weiterhin Balladen: Bertolt Brecht und Erich Kästner stehen da in erster Linie für die moderne Epoche und eine ganze Reihe zeitkritischer oder gar politischer Werke.

Mit der Moritat als Schauerballade verhält es sich ähnlich. Sie hat, wie die klassische Ballade, in der volkstümlichen Dichtung und Liedern ihren Ursprung. Einst war sie auf den Jahrmärkten und Plätzen der Städte zu Hause, wurde von Bänkel- bzw. Moritatensängern vorgetragen und mit Harfe, Violine, Gitarre und anderen Instrumenten musikalisch begleitet. Dabei ging es nicht nur spaßeshalber um Mord und Totschlag: oft auf geschichtliche Ereignisse zurückgreifend, wurden mit der Moritat gern die Obrigkeiten der Zeit karikaturistisch aufs Korn genommen. Bis in die dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts war der Drehorgelmann noch in mancher Stadt anzutreffen, wobei die besungene Gräueltat auch danach in vielfältiger Form weiterlebte: jeder kennt Brechts Moritat von Mackie Messer, und noch heute werden Moritaten und Bänkellieder auf Volksfesten und in Kleintheatern aufgeführt.

Der Wettstreit
Wir glauben fest daran, dass Ballade und Moritat weiterhin ihre künstlerische Berechtigung haben, und möchten hiermit einen Wettstreit ins Leben rufen. Dabei legen wir einerseits Wert auf die Berücksichtigung der grundsätzlichen Merkmale und Besonderheiten beider Kunstformen. Andererseits möchten wir gern Ballade und Moritat als durchaus zeitgenössische Formen der Dichtkunst bestätigt finden, insbesondere was die inhaltliche Gestaltung anbelangt. Bedenkt bitte, dass heutzutage keine Räuber mehr im Walde hausen, und kein Kind verliert sich mit iPhone und Google Maps im Moor. Seid kreativ und sucht aktuelle Themen, die den Leser der Gegenwart wirklich ansprechen. Ihr habt bis zum 15.09.2020 dazu Zeit.

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