Barlach

4,30 Stern(e) 3 Bewertungen

blackout

Mitglied
Gesprochen hat er.
Mit dem Stein, den vielfachen
Sedimenten der Erde.

Die Sprache des Steins.
Und der Nachdenkliche verstand, formte
Skulpturen von menschlicher Größe,
das eigne Herz schlug im Stein.

In den Rauch der
Schattenjahre sank die Hand, Jahre ohne
Gesicht. Und kein Lebender
sprach das Wort.

Der Engel flog davon. Ihm
blieb der Gedanke. Wege ging er, Wege
bis ans Ende des Irdischen.
 
Hallo Blackout!

Deine Verse über den Bildhauer und Dichter Ernst Barlach als Mahnender in unmenschlichen Zeiten finde ich sehr beeindruckend und gelungen.

Bin zwar kein Kenner seiner Kunst, aber beispielsweise “Der lesende Klosterschüler“ (u.a.auch von Andersch beschrieben) und “Der Engel“ haben eine ungeheure Aussagekraft und es ist gut, wie du darüber schreibst.

An anderer Stelle habe ich geschrieben, dass Titel nicht gleich alles sagen sollten, aber das ist sicher Ansichtssache. Außerdem ist dir hier ja auch an einer Würdigung des Künstlers gelegen.

Gruß,
Artbeck
 

blackout

Mitglied
Artbeck, hab vielen Dank, dass du reingesehen hast. Ich habe das Gedicht geschrieben, nachdem ich Franz Fühmanns Barlach-Novelle gelesen hatte. Erst durch Fühmann habe ich den ganzen Barlach verstanden und konnte dieses Gedicht schreiben. Natürlich war er mir auch schon vorher bekannt, und ich kannte auch die Geschichte des Engels mit dem Kollwitz-Gesicht.

Was die Titelgebung anbelangt: Bei so prominenten Künstler-Persönlichkeiten wie Barlach ist es nicht unbedingt nötig, mehr als den Namen zu schreiben. Der Name Barlach sagt alles über seine Kunst. Da würde ein noch so treffender Titel verblassen, denke ich.

blackout
 

Oben Unten