Begegnung bei Nacht

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Ciconia

Mitglied
Im Mondenschein über den silbrigen Wogen
kam nächtens ein riesiger Adler geflogen,
gesellte sich zu mir und gab sich sehr zahm.
Mich schauderte, als ich sein Flüstern vernahm.

Man hat nur ein Leben, dir bleibt nicht mehr viel,
setz niemals den Rest deiner Jahre aufs Spiel.
Du solltest das Leid und das Böse vergessen,
nur immer zu klagen scheint unangemessen.


Ich saß auf der Düne im mondweißen Sand,
verwirrt und auch grübelnd, weil ich nicht verstand,
was dieser gefiederte Fremdling wohl wollte
vor rauschender Brandung, die hin zum Strand rollte.

Am Morgen erwacht ich, saß nicht mehr am Meer,
im Haus war es still und das andre Bett leer.
Noch völlig berauscht vom Geschehen der Nacht
fand ich überraschend ein Frühstück gemacht.


.
 
Hübsch hüpfend, balladesken Singsang im Ohr -
Ich fand erfreulich gereimte Strophen hier vor.
Es schien, als sei irgendwas schrecklich gefährdet,
doch der nächtliche Adler wird zum Frühstück geerdet.

Haben mir wirklich Spaß gemacht, Deine Verse!

MfG, Binsenbrecher
 

Ciconia

Mitglied
Danke für diesen flott gereimten Kommentar, Binsenbrecher! So etwas bekommt man nicht alle Tage. :)

Gruß, Ciconia
 
G

Gelöschtes Mitglied 21884

Gast
Mir hat das Lesen des Gedichts auch Freude gemacht. Gut gemacht!

Béla
 

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