Berlin, Scheunenviertel

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blackout

Mitglied
Scheunenviertel, so nannte man etwas verächtlich und nennt man noch heute das ehemals proletarische jüdische Viertel in Berlin, in der Gegend um die Münzstraße, die Mulackstraße, die Rosenstraße und viele andere rund um den Alexanderplatz.

blackout
 

Cellist

Mitglied
Ich mag Orte mit Vergangenheit. Dieser hier hat leider eine ganz besonders düstere, die durch diesen Kurztext sehr intensiv bei mir als Leser ankommt. Ein paar Schritte bin ich mitgegangen: Auch wenn es nur Lesen ist, sie fallen unfassbar schwer...
 
G

Gelöschtes Mitglied 20312

Gast
Sehr schöne Formulierungen, die das Schreckliche beschreiben. Man fühlt die ambivalente Situation. Den wahren, gegenwärtigen Zustand und die furchtbare Vergangenheit als Schatten auf der Leinwand des Jetzt.
Ich habe allergrößten Respekt vor dem, was du damals erleben musstest, liebe blackout. Und das wird auch für immer so bleiben.
Liebe Grüße
Noah
 

blackout

Mitglied
Nein, Noah, das hast du vielleicht nicht ganz verstanden, ich war nur eine Besucherin des Scheunenviertels, erlebt habe ich es erst bei einem Stadtspaziergang vor einiger Zeit. Ich ging durch die Straßen des Scheunenviertels, und plötzlich stand mir alles vor Augen: Wie die Menschen aus den Häusern geholt wurden und auf offene LKWs steigen mussten, die unverhüllte Offenheit, mit der sie abtransportiert wurden, und die Zustimmung so manches Deutschen, der 1945 dann zu denen gehörte, "die von allem nichts gewusst haben".

Ich wünsch dir schöne ruhige Feiertage, blackout
 

revilo

Mitglied
Ich dachte, dass so etwas nie wieder passiert.....und dann kam dier grauenvolle Anschlag in Halle.....solche Texte sind sind so wichtig....
 

blackout

Mitglied
Nein, Revilo, so etwas darf nie wieder geschehen. Ich habe das Gedicht wegen des Überfalls in Halle geschrieben, aber nicht nur, ich ahne, wenn es so weitergeht, wird es noch so einige Halles geben. Dank fürs Reinsehen

und geruhsame Festtage wünsche ich dir, blackout
 

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