Bescheidenheit

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Monochrom

Mitglied
Hi,

bitte nicht als Retourkutsche verstehen...

Ich finde, der Jambus in diesen langen Versen entwickelt einen sehr unpassenden, pochenden Rhythmus.

Das passiert häufig, wenn Trochäus oder Jambus als Metrik in langen Versen verwendet werden.

Ich würde ggf. versuchen, andere Stilmittel, in etwa Stabreime zu verwenden, oder die Enjambements ändern.

Auch die Ausarbeitung der Metrik wirkt auf mich sehr künstlich und unsicher...

Ein Vorschlag,, auf die Schnelle:

Wer möchte nicht
als sehr bescheiden gelten?
so kommt man schlicht
passabel durch das Leben (ungehindert ist lyrisch fragwürdig)
kann munter leicht
in allen Dingen schweben
...
...

Grüße,
M.
 

blackout

Mitglied
Vielen Dank, Monochrom, für die Beschäftigung mit diesen vier Verslein zum Thema falsche Bescheidenheit. Sie gehören zu einer Sammlung von Beobachtungen des menschlichen Verhaltens, und ich möchte ungern eines der Gedichte aus der Reihe tanzen lassen. Also lassen wir es mal bei den fünfhebigen Jamben.

Zunächst: Metrum ist nicht gleich Rhythmus. Deine Bemerkung zum "pochenden Rhythmus" fünfhebiger Jamben lässt mich leicht schmunzeln. Ich habe auch nicht die Metrik angewandt, sondern das Metrum. Auch ein Enjambement wirst du in diesen vier Versen nicht finden.

Ich habe deinen geänderten Vorschlag gelesen und muss leider feststellen, dass du übersehen hast, dass ich unter allen Dingen schweben geschrieben habe und nicht in allen Dingen schweben. Kommst du hinter den Grund?

Aber macht nichts. Irgendwann wirst du den Unterschied zwischen Metrum und Metrik verstehen, weißt, was ein Enjambement ist, und verwechselst nicht mehr Metrum mit Rhythmus. Du weißt doch, die Hoffnung stirbt immer zuletzt.

blackout
 

Monochrom

Mitglied
Hi.

Alles gut.

Zu deiner Beruhigung...

Ich kenne diese Begriffe.

Und ich weiß in welchen Bereichen der Lyrik ich etwas kann.

Ich weiß nicht warum du so borniert bist.

Auf deinen Texten sollte diese auffällige Eigenschaft besser nicht Gründen.

Da du eine wohlmeinende konstruktive Kritik nicht annehmen kannst, bleibt mir nur zu sagen dass dieser Text mir nicht gefällt weil er handwerklich schlecht ist.

Besonders schlimm da er ein Teil einer Reihe ist. Ich hoffe dass du diese nicht auch hier postest...

Ich wünsche dir noch viel Freude mit deinen Werken...

Und ziehe es vor, diese nicht mehr zu kommentieren.

Kopfschüttelnd,
M.
 

blackout

Mitglied
Monochrom, ich habe überlegt, warum schreibt er denn was von Retourkutsche, aber jetzt verstehe ich es. Es gefällt dir auch nicht, wenn ich dich auf einen sachlich-unkorrekten Kommentar hinweise. Nun gut, ich kann das verstehen. Aber nun sei nicht eingeschnappt, sondern kümmere dich mal um die Enjambements und dank mir, dass ich ein paar deiner Irrtümer berichtigt habe.

blackout
 

Tula

Mitglied
Hallo blackout

Mir gefällt hier z.B. Z3, der Rest leider auch nicht besonders. Du stellst mit der letzten Zeile sogar sicher, dass es auch wirklich jeder verstanden hat.

'unspezifische Genauigkeit' nannte es Hilde Domin mal. Oder 'spezifische Ungenauigkeit' :) - Lyrik sollte jedenfalls nicht 'spezifisch genau' sein, wirkt dann schnell aufdringlich und belehrend.

LG
Tula
 

blackout

Mitglied
Tula, wenn du den letzten Vers liest, was liest du da? Den erhobenen Zeigefinger? Oder dass ich noch mal erkläre, was ich oben schon geschrieben habe? Das wäre von dir am Text vorbeigerappelt.

Nein, im letzten Vers wird auf einen Einwand geantwortet. Er beginnt mit "O nein!" wie in einem Zwiegespräch mit dem Leser. Hast du sicher überlesen.

Um ein Gedicht wirklich zu erfassen, darf man nicht als erstes Fehler suchen, sondern muss zweimal lesen: Das erste Mal, um sich einen Überblick zu verschaffen, das Gedicht zu verstehen versuchen, beim zweiten Mal dann in Details gehen. Erst dann sollte man zum Kommentar ansetzen. Entschuldige, das dürfte bekannt sein, aber eine Wiederholung kann bekanntermaßen auch nicht schaden.

blackout
 

Tula

Mitglied
Ich habe den Versuch der Ironie sehr wohl verstanden. Vielleicht solltest du dich mal von der Vorstellung lösen, dass du mit den Lesern hier irgendwelche Mittelklassenschüler vor dir hast. Könnte dir vielleicht weiter helfen.

Tula
 
Kurz und knackig, gefällt mir, das Textlein.

Einzig über das "sehr" stolpere ich - weniger metrisch, eher inhaltlich.

Selbst Goethe sagt "Nur die Lumpe sind bescheiden ..." und er sagt nicht: sind "sehr bescheiden"

Klingt jetzt zwar bescheidener, aber ich hätte geschrieben:

"Wer möcht' nicht gerne als bescheiden gelten"

Nachtrag: "ungehindert" finde ich schon in Ordnung, "passabel" ist für mich hier nicht mal passabel. Und ich weiß schon, dass mein Vorschlag metrisch Mist ist.

Nochn Nachtrag: Wie wärs denn mit "recht bescheiden"?
 

blackout

Mitglied
Danke, Binsenbrecher, das "recht" nehme ich. Habe ich übersehen beim Kampf mit der Reimerei. Nu ja, Goethe. Der war und ist eben Goethe. Keiner kann das besser als er - frei nach Curt Goetz.

blackout
 

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