Beunruhigende Entwarnung

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Beunruhigende Entwarnung

Die Entwarnungssirene klang in den Luftschutzkellern damals trostlos und vermittelte doch ein wenig Hoffnung auf das Leben nach dem Krieg. Vereinfacht gedeutet, handelte es sich bei den Bombennächten um die Bezahlung von Schulden, welche das Nazi-Regime unbeirrbar auf die deutsche Nation mit deren überwiegender Zustimmung ablud,

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Es geht hier und heute nicht um eine beliebige Meinung zu einem längst vergangenen Thema. Es geht um den Sozialcharakter der Leichtgläubigkeit, komme auch, was da kommen wolle. Der Anlass wird in der täglichen Nachrichtenlage von den Medien als mittelschwer, von der Regierung als Vorgang bewertet, der die Verordnung einer Beruhigungspille erforderlich macht.

„Man spricht wieder deutsch in Europa!“ Diese dümmliche Arroganz scheint nur den nachgeordneten Chargen erlaubt zu sein. Denn die Kanzlerin und ihr heutiger Finanzminister betreiben das Kerngeschäft mit den Schulden auf eine bemerkenswert nüchterne Weise. Sie fühlen sich so gut wie der Schuldner und eifrige Sparer, der in absehbarer Zeit keine neuen Schulden mehr machen muss. Die aktuellen Einkommenszuflüsse, ganz gleich auf wessen Kosten, erlauben ja einen beruhigenden Umgang mit dem allgemein geltenden Schuldensystem, auf dem unser aller Leben beruht.

Nun ist aber der sogenannte Sparer eine schillernde Figur, dem von politischer Seite ein gesundes Misstrauen entgegen gebracht wird. Zugleich ist dieses depressive Wesen auch Wähler, der vielleicht im Verborgenen Misstrauen gegen Misstrauen setzt, unberechenbare Verhaltensweisen einübt.

Unmittelbar nach dem „europäischen“ Zypern-Beschluss, den Sparer der griechisch-türkisch geteilten Mittelmeer-Insel, soweit er unter dem Zugriff der griechisch-europäischen Staatlichkeit lebt, um einen einmaligen Betrag zu enteignen, beobachten wir am Bildschirm die empörten Reaktionen der Zyprioten. Der Run auf die Geldautomaten der geschlossenen Banken, deren international organisierte Eigentumsverhältnisse (Rolle der russischen Oligarchen im Bündnis mit dem Kreml?) zumindest undurchsichtig sind, wurde von öffentlichen Protesten und parlamentarischen Gegenbewegungen begleitet. Die Führungselite Zyperns ist vor den Eurofightern in Moskau. Der Widerschein der deutschen Sprache auf Zypern hieß eindeutig NEIN ! Man wird noch sehen, welche Wellen der kleine Stolperstein im Meer der internationalen Schuldenmalaise schlägt.

Vorsorglich haben gutgläubige Journalisten, und die Regierung natürlich selbst, für den „deutschen Sparer“ Entwarnung signalisiert. So beruhigend das auch empfunden wird, Tatsache ist zugleich die offen geäußerte „Besorgnis“ in der Politik, dass es zu „Vertrauenseinbrüchen“ im Bankensektor und bei den Bürgern kommt.

Als 2008 die Kanzlerin mit ihrem damaligen Finanzminister vor laufenden Kameras ein Garantieversprechen für den „deutschen Sparer“ abgab, war nicht abzusehen, dass dieses Versprechen heute abgelaufen ist. Denn die Regierung ließ durch ihren Sprecher eine erneuerte Garantie mit diesem merkwürdigen Satz verkünden: „Es ist das Merkmal einer Garantie, dass sie gilt.“ Wir können da nur die Regel des Kleingedruckten hinzufügen: Eine Garantie gilt nicht, wenn die Bedingungen ihrer Geltung entfallen – andere Notbehelfe an ihre Stelle treten.
 
Beunruhigende Entwarnung

Die Entwarnungssirene klang in den Luftschutzkellern damals trostlos und vermittelte doch ein wenig Hoffnung auf das Leben nach dem Krieg. Vereinfacht gedeutet, handelte es sich bei den Bombennächten um die Bezahlung von Schulden, welche das Nazi-Regime unbeirrbar auf die deutsche Nation abwälzte - mit deren überwiegender Zustimmung,

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Es geht hier und heute nicht um eine beliebige Meinung zu einem längst vergangenen Thema. Es geht um den Sozialcharakter der Leichtgläubigkeit, komme, was da kommen wolle. Der Anlass wird in der täglichen Nachrichtenlage von den Medien als mittelschwer, von der Regierung als Vorgang bewertet, der die Verordnung einer Beruhigungspille erforderlich macht.

„Man spricht wieder deutsch in Europa!“ Diese dümmliche Arroganz scheint nur den nachgeordneten Chargen erlaubt zu sein. Denn die Kanzlerin und ihr heutiger Finanzminister betreiben das Kerngeschäft mit den Schulden auf eine bemerkenswert nüchterne Weise. Sie fühlen sich so gut wie der Schuldner und eifrige Sparer, der in absehbarer Zeit keine neuen Schulden mehr machen muss. Die aktuellen Einkommenszuflüsse, ganz gleich auf wessen Kosten, erlauben ja einen beruhigenden Umgang mit dem allgemein geltenden Schuldensystem, auf dem unser aller Leben beruht.

Nun ist aber der sogenannte Sparer eine schillernde Figur, dem von politischer Seite ein gesundes Misstrauen entgegen gebracht wird. Zugleich ist dieses depressive Wesen auch Wähler, der vielleicht im Verborgenen Misstrauen gegen Misstrauen setzt, unberechenbare Verhaltensweisen einübt.

Unmittelbar nach dem „europäischen“ Zypern-Beschluss, den Sparer der griechisch-türkisch geteilten Mittelmeer-Insel, soweit er unter dem Zugriff der griechisch-europäischen Staatlichkeit lebt, um einen einmaligen Betrag zu enteignen, beobachten wir am Bildschirm die empörten Reaktionen der Zyprioten. Der Run auf die Geldautomaten der geschlossenen Banken, deren international organisierte Eigentumsverhältnisse (Rolle der russischen Oligarchen im Bündnis mit dem Kreml?) zumindest undurchsichtig sind, wurde von öffentlichen Protesten und parlamentarischen Gegenbewegungen begleitet. Die Führungselite Zyperns ist vor den Eurofightern in Moskau. Der Widerschein der deutschen Sprache auf Zypern hieß eindeutig NEIN! Man wird noch sehen, welche Wellen der kleine Stolperstein im Meer der internationalen Schuldenmalaise schlägt.

Vorsorglich haben gutgläubige Journalisten, und die Regierung natürlich selbst, für den „deutschen Sparer“ Entwarnung signalisiert. So beruhigend das auch empfunden wird, Tatsache ist zugleich die offen geäußerte „Besorgnis“ in der Politik, dass es zu „Vertrauenseinbrüchen“ im Bankensektor und bei den Bürgern kommt.

Als 2008 die Kanzlerin mit ihrem damaligen Finanzminister vor laufenden Kameras ein Garantieversprechen für den „deutschen Sparer“ abgab, war nicht abzusehen, dass dieses Versprechen heute abgelaufen ist. Denn die Regierung ließ durch ihren Sprecher eine erneuerte Garantie mit diesem merkwürdigen Satz verkünden: „Es ist das Merkmal einer Garantie, dass sie gilt.“ Wir können da nur die Regel des Kleingedruckten hinzufügen: Eine Garantie gilt nicht, wenn die Bedingungen ihrer Geltung entfallen – andere Notbehelfe an ihre Stelle treten. Und die stets risikoreicheren Notbehelfe beunruhigen nicht nur die Südeuropäer.
 
Beunruhigende Entwarnung

Die Entwarnungssirene klang in den Luftschutzkellern damals trostlos und vermittelte doch ein wenig Hoffnung auf das Leben nach dem Krieg. Vereinfacht gedeutet, handelte es sich bei den Bombennächten um die Bezahlung von Schulden, welche das Nazi-Regime unbeirrbar auf die deutsche Nation abwälzte - mit deren überwiegender Zustimmung,

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Es geht hier und heute nicht um eine beliebige Meinung zu einem längst vergangenen Thema. Es geht um den Sozialcharakter der Leichtgläubigkeit, komme, was da kommen wolle. Der Anlass wird in der täglichen Nachrichtenlage von den Medien als mittelschwer, von der Regierung als Vorgang bewertet, der die Verordnung einer Beruhigungspille erforderlich macht.

„Man spricht wieder deutsch in Europa!“ Diese dümmliche Arroganz scheint nur den nachgeordneten Chargen erlaubt zu sein. Denn die Kanzlerin und ihr heutiger Finanzminister betreiben das Kerngeschäft mit den Schulden auf eine bemerkenswert nüchterne Weise. Sie fühlen sich so gut wie der Schuldner und eifrige Sparer, der in absehbarer Zeit keine neuen Schulden mehr machen muss. Die aktuellen Einkommenszuflüsse, ganz gleich auf wessen Kosten, erlauben ja einen beruhigenden Umgang mit dem allgemein geltenden Schuldensystem, auf dem unser aller Leben beruht.

Nun ist aber der sogenannte Sparer eine schillernde Figur, dem von politischer Seite ein gesundes Misstrauen entgegen gebracht wird. Zugleich ist dieses depressive Wesen auch Wähler, der vielleicht im Verborgenen Misstrauen gegen Misstrauen setzt, unberechenbare Verhaltensweisen einübt.

Unmittelbar nach dem „europäischen“ Zypern-Beschluss, den Sparer der griechisch-türkisch geteilten Mittelmeer-Insel, soweit er unter dem Zugriff der griechisch-europäischen Staatlichkeit lebt, um einen einmaligen Betrag zu enteignen, beobachten wir am Bildschirm die empörten Reaktionen der Zyprioten. Der Run auf die Geldautomaten der geschlossenen Banken, deren international organisierte Eigentumsverhältnisse (Rolle der russischen Oligarchen im Bündnis mit dem Kreml?) zumindest undurchsichtig sind, wurde von öffentlichen Protesten und parlamentarischen Gegenbewegungen begleitet. Die Führungselite Zyperns ist vor den Eurofightern in Moskau. Der Widerschein der deutschen Sprache auf Zypern hieß eindeutig NEIN! Man wird noch sehen, welche Wellen der kleine Stolperstein im Meer der internationalen Schuldenmalaise schlägt.

Vorsorglich haben gutgläubige Journalisten, und die Regierung natürlich selbst, für den „deutschen Sparer“ Entwarnung signalisiert. So beruhigend das auch empfunden wird, Tatsache ist zugleich die offen geäußerte „Besorgnis“ in der Politik, dass es zu „Vertrauenseinbrüchen“ im Bankensektor und bei den Bürgern kommt.

Als 2008 die Kanzlerin mit ihrem damaligen Finanzminister vor laufenden Kameras ein Garantieversprechen für den „deutschen Sparer“ abgab, war nicht abzusehen, dass dieses Versprechen heute abläuft. Denn die Regierung lässt durch ihren Sprecher eine erneuerte Garantie mit diesem merkwürdigen Satz verkünden: „Es ist das Merkmal einer Garantie, dass sie gilt.“ Wir können da nur die Regel des Kleingedruckten hinzufügen: Eine Garantie gilt nicht, wenn die Bedingungen ihrer Geltung entfallen – andere Notbehelfe an ihre Stelle treten. Die stets risikoreicher werdenden Notbehelfe beunruhigen inzwischen nicht nur die Südeuropäer.
 
Beunruhigende Entwarnung

Die Entwarnungssirene klang in den Luftschutzkellern damals trostlos und vermittelte doch ein wenig Hoffnung auf das Leben nach dem Krieg. Vereinfacht gedeutet, handelte es sich bei den Bombennächten um die Bezahlung von Schulden, welche das Nazi-Regime unbeirrbar auf die deutsche Nation abwälzte - mit deren überwiegender Zustimmung,

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Es geht hier und heute nicht um eine beliebige Meinung zu einem längst vergangenen Thema. Es geht um den Sozialcharakter der Leichtgläubigkeit, komme, was da kommen wolle. Der Anlass wird in der täglichen Nachrichtenlage von den Medien als mittelschwer, von der Regierung als Vorgang bewertet, der die Verordnung einer Beruhigungspille erforderlich macht.

„Man spricht wieder deutsch in Europa!“ Diese dümmliche Arroganz scheint nur den nachgeordneten Chargen erlaubt zu sein. Denn die Kanzlerin und ihr heutiger Finanzminister betreiben das Kerngeschäft mit den Schulden auf eine bemerkenswert nüchterne Weise. Sie fühlen sich so gut wie der Schuldner und eifrige Sparer, der in absehbarer Zeit keine neuen Schulden mehr machen muss. Zusätzlich stärkt sie die Gläubigerrolle. Beide Geschäftssphären behindern die aktuellen Einkommenszuflüsse noch nicht, ganz gleich, auf wessen Kosten gespart oder Kredit gegeben wird. So ist ein beruhigender Umgang mit dem allgemein geltenden Schuldensystem möglich. Auf ihm beruht unser aller Leben.

Nun ist aber der sogenannte Sparer eine schillernde Figur, der von politischer Seite ein gesundes Misstrauen entgegen gebracht wird. Zugleich ist dieses depressive Wesen auch Wähler, der vielleicht im Verborgenen Misstrauen gegen Misstrauen setzt, unberechenbare Verhaltensweisen einübt.

Unmittelbar nach dem „europäischen“ Zypern-Beschluss, den Sparer der griechisch-türkisch geteilten Mittelmeer-Insel, soweit er unter dem Zugriff der griechisch-europäischen Staatlichkeit lebt, um einen einmaligen Betrag zu enteignen, beobachten wir am Bildschirm die empörten Reaktionen der Zyprioten. Der Run auf die Geldautomaten der geschlossenen Banken, deren international organisierte Eigentumsverhältnisse (Rolle der russischen Oligarchen im Bündnis mit dem Kreml?) zumindest undurchsichtig sind, wurde von öffentlichen Protesten und parlamentarischen Gegenbewegungen begleitet. Die Führungselite Zyperns ist vor den Eurofightern in Moskau. Der Widerschein der deutschen Sprache auf Zypern hieß eindeutig NEIN! Man wird noch sehen, welche Wellen der kleine Stolperstein im Meer der internationalen Schuldenmalaise schlägt. Es könnte in einer höchst brisanten politischen Pokerpartie münden.

Vorsorglich haben gutgläubige Journalisten, und die Regierung natürlich selbst, für den „deutschen Sparer“ Entwarnung signalisiert. So beruhigend das auch empfunden wird, Tatsache ist zugleich die offen geäußerte „Besorgnis“ in der Politik, dass es zu „Vertrauenseinbrüchen“ im Bankensektor und bei den Bürgern kommt.

Als 2008 die Kanzlerin mit ihrem damaligen Finanzminister vor laufenden Kameras ein Garantieversprechen für den „deutschen Sparer“ abgab, war nicht abzusehen, dass dieses Versprechen heute abläuft. Denn die Regierung lässt durch ihren Sprecher eine erneuerte Garantie mit diesem merkwürdigen Satz verkünden: „Es ist das Merkmal einer Garantie, dass sie gilt.“ Wir können da nur die Regel des Kleingedruckten hinzufügen: Eine Garantie gilt nicht, wenn die Bedingungen ihrer Geltung entfallen – andere Notbehelfe an ihre Stelle treten. Die stets risikoreicher werdenden Notbehelfe beunruhigen inzwischen nicht nur die Südeuropäer.
 
Beunruhigende Entwarnung

Die Entwarnungssirene klang in den Luftschutzkellern damals trostlos und vermittelte doch ein wenig Hoffnung auf das Leben nach dem Krieg. Vereinfacht gedeutet, handelte es sich bei den Bombennächten um die Bezahlung von Schulden, welche das Nazi-Regime unbeirrbar auf die deutsche Nation abwälzte - mit deren überwiegender Zustimmung,

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Es geht hier und heute nicht um eine beliebige Meinung zu einem längst vergangenen Thema. Es geht um den Sozialcharakter der Leichtgläubigkeit, komme, was da kommen wolle. Der Anlass wird in der täglichen Nachrichtenlage von den Medien als mittelschwer, von der Regierung als Vorgang bewertet, der die Verordnung einer Beruhigungspille erforderlich macht.

„Man spricht wieder deutsch in Europa!“ Diese dümmliche Arroganz scheint nur den nachgeordneten Chargen erlaubt zu sein. Denn die Kanzlerin und ihr heutiger Finanzminister betreiben das Kerngeschäft mit den Schulden auf eine bemerkenswert nüchterne Weise. Sie fühlen sich so gut wie der Schuldner und eifrige Sparer, der in absehbarer Zeit keine neuen Schulden mehr machen muss. Zusätzlich stärkt sie die Gläubigerrolle. Beide Geschäftssphären behindern die aktuellen Einkommenszuflüsse noch nicht, ganz gleich, auf wessen Kosten gespart oder Kredit gegeben wird. So ist ein beruhigender Umgang mit dem allgemein geltenden Schuldensystem möglich. Auf ihm beruht unser aller Leben.

Nun ist aber der sogenannte Sparer eine schillernde Figur, der von politischer Seite ein gesundes Misstrauen entgegen gebracht wird. Zugleich ist dieses depressive Wesen auch Wähler, der vielleicht im Verborgenen Misstrauen gegen Misstrauen setzt, unberechenbare Verhaltensweisen einübt. Irgendwie scheint das Vertrauen verloren zu gehen, das in zuverlässigen Handlungszusammenhängen da sein muss. Stattdessen überwiegt das Gefühl, dass man Opfer undurchschaubarer Pokerpartien werden kann.

Unmittelbar nach dem Zypern-Beschluss der Euro Krisenmanager, den Sparer der griechisch-türkisch geteilten Mittelmeer-Insel, soweit er unter EU - europäischem Zugriff lebt, gegen gegebene Garantie um einen einmaligen Betrag seiner Spareinlagen zu enteignen, beobachten wir am Bildschirm die empörten Reaktionen der betroffenen Zyprioten. Der Run auf die Geldautomaten der geschlossenen Banken, deren international organisierte Eigentumsverhältnisse (Rolle der russischen Oligarchen im Bündnis mit dem Kreml?) zumindest undurchsichtig sind, wurde von öffentlichen Protesten und parlamentarischen Gegenbewegungen begleitet. Die Führungselite Zyperns ist vor den Eurofightern in Moskau. Der Widerschein der deutschen Sprache auf Zypern hieß eindeutig NEIN! Man wird noch sehen, welche Wellen der kleine Stolperstein im Meer der internationalen Schuldenmalaise schlägt. Es könnte in einer höchst brisanten politischen Pokerpartie münden.

Vorsorglich haben gutgläubige Journalisten, und die Regierung natürlich selbst, für den „deutschen Sparer“ Entwarnung signalisiert. So beruhigend das auch empfunden wird, Tatsache ist zugleich die offen geäußerte „Besorgnis“ in der Politik, dass es zu „Vertrauenseinbrüchen“ im Bankensektor und bei den Bürgern kommt.

Als 2008 die Kanzlerin mit ihrem damaligen Finanzminister vor laufenden Kameras ein Garantieversprechen für den „deutschen Sparer“ abgab, war nicht abzusehen, dass dieses Versprechen heute abläuft. Denn die Regierung lässt durch ihren Sprecher eine erneuerte Garantie mit diesem merkwürdigen Satz verkünden: „Es ist das Merkmal einer Garantie, dass sie gilt.“ Wir können da nur die Regel des Kleingedruckten hinzufügen: Eine Garantie gilt nicht, wenn die Bedingungen ihrer Geltung entfallen – andere Notbehelfe an ihre Stelle treten. Die stets risikoreicher werdenden Notbehelfe beunruhigen inzwischen nicht nur die Südeuropäer.
 
Beunruhigende Entwarnung im zypriotischen Poker

Die Entwarnungssirene klang in den Luftschutzkellern damals trostlos und vermittelte doch ein wenig Hoffnung auf das Leben nach dem Krieg. Vereinfacht gedeutet, handelte es sich bei den Bombennächten um die Bezahlung von Schulden, welche das Nazi-Regime unbeirrbar auf Deutschland abwälzte - stets überwiegende Zustimmung der zwiespältigen Art im totalitär angesetzten "Führerstaat" erwartend.

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Es geht hier und heute nicht um eine beliebige Meinung zu einem längst vergangenen Thema. Es geht um den Sozialcharakter der Leichtgläubigkeit. Der tritt auf, komme, was da kommen wolle. Der Anlass wird in der täglichen Nachrichtenlage von den Medien als mittelschwer, von der Regierung als Vorgang bewertet, der die Verordnung einer Beruhigungspille erforderlich macht.

„Man spricht wieder deutsch in Europa!“ Diese dümmliche Arroganz scheint nur den nachgeordneten Chargen erlaubt zu sein. Denn die Kanzlerin und ihr heutiger Finanzminister betreiben das Kerngeschäft mit den Schulden auf eine bemerkenswert nüchterne Weise. Sie fühlen sich so gut wie der Schuldner und eifrige Sparer, der in absehbarer Zeit keine neuen Schulden mehr machen muss. Zusätzlich stärkt sie die Gläubigerrolle. Beide Geschäftssphären behindern die aktuellen Geld- und Einkommensflüsse noch nicht, ganz gleich, auf wessen Kosten gespart oder Kredit gegeben wird. So ist ein beruhigender Umgang mit dem allgemein geltenden Schuldensystem möglich. Auf ihm beruht unser aller Leben.

Nun ist aber der sogenannte Sparer eine schillernde Figur, der von politischer Seite ein gesundes Misstrauen entgegen gebracht wird. Zugleich ist dieses depressive Wesen auch Wähler, der vielleicht im Verborgenen Misstrauen gegen Misstrauen setzt, unberechenbare Verhaltensweisen einübt. Irgendwie scheint das Vertrauen verloren zu gehen, das in zuverlässigen Handlungszusammenhängen da sein muss. Stattdessen überwiegt das Gefühl, dass man jederzeit Opfer undurchschaubarer Pokerpartien werden kann.

Unmittelbar nach dem Zypern-Beschluss der Euro Krisenmanager, den Sparer der griechisch-türkisch geteilten Mittelmeer-Insel, soweit er unter EU - europäischem Zugriff lebt, gegen gegebene Garantie um einen einmaligen Betrag seiner Spareinlagen zu enteignen, beobachten wir am Bildschirm die empörten Reaktionen der betroffenen Zyprioten. Der Run auf die Geldautomaten der geschlossenen Banken, deren international organisierte Eigentumsverhältnisse (Rolle der russischen Oligarchen im Bündnis mit dem Kreml?) zumindest undurchsichtig sind, wurde von öffentlichen Protesten und parlamentarischen Gegenbewegungen begleitet. Die Führungselite Zyperns ist vor den Eurofightern in Moskau. Der Widerschein der deutschen Sprache auf Zypern hieß eindeutig NEIN! Man wird noch sehen, welche Wellen der kleine Stolperstein im Meer der internationalen Schuldenmalaise schlägt. Es könnte in einer höchst brisanten politischen Pokerpartie münden.

Vorsorglich haben gutgläubige Journalisten, und die Regierung natürlich selbst, für den „deutschen Sparer“ Entwarnung signalisiert. So beruhigend das auch empfunden wird, Tatsache ist zugleich die offen geäußerte „Besorgnis“ in der Politik, dass es zu „Vertrauenseinbrüchen“ im Bankensektor und bei den Bürgern kommt.

Als 2008 die Kanzlerin mit ihrem damaligen Finanzminister vor laufenden Kameras ein Garantieversprechen für den „deutschen Sparer“ abgab, war nicht abzusehen, dass dieses Versprechen heute abläuft. Denn die Regierung lässt durch ihren Sprecher eine erneuerte Garantie mit diesem merkwürdigen Satz verkünden: „Es ist das Merkmal einer Garantie, dass sie gilt.“ Wir können da nur die Regel des Kleingedruckten hinzufügen: Eine Garantie gilt nicht, wenn die Bedingungen ihrer Geltung entfallen – andere Notbehelfe an ihre Stelle treten. Die stets risikoreicher werdenden Notbehelfe beunruhigen inzwischen nicht nur die Südeuropäer.
 

Sigurt Funk

Mitglied
Teilweise: Unverständnis

Lieber Herbert Schmelz,
mir sind einige Dinge im Text unklar und so will ich Dir ein paar dieser Unklarheiten nicht vorenthalten: (Es ist vielleicht nicht ganz überflüssig zu bemerken, dass diese Unklarheiten auch an meinem Leseverständnis liegen können. Wenn dem so ist, sei bitte nicht böse, sondern widme mir ein paar Zeilen der Aufklärung.)

1. Du wirst Deine Gründe haben, warum Du diesen ersten Absatz als Einführung gewählt hast. Mir sind sie ehrlich gesagt nicht ganz klar geworden, abgesehen davon, dass natürlich auch ich die Transparente mit Merkels Hitlerbärtchen in den Medien gesehen habe.

2. Du führst eingangs aus, dass es um "Leichtgläubigkeit" geht. Dann folgen eigentlich nur Passagen, die das Gegenteil dessen aussagen. 4. Absatz: Der Sparer ist misstrauisch, die Politiker sind misstrauisch...alle sind misstrauisch, warum also geht es um "Leichtgläubigkeit"?

Darüber hinaus konkret:
Vereinfacht gedeutet, handelte es sich bei den Bombennächten um die Bezahlung von Schulden, welche das Nazi-Regime unbeirrbar auf Deutschland abwälzte - stets überwiegende Zustimmung der zwiespältigen Art im totalitär angesetzten "Führerstaat" erwartend.
Du meinst, dass die Bomben auf die deutschen Städte im 2. Weltkrieg die "Bezahlung der Schuld" für die deutschen Angriffe darstellen (?)...da liege ich glaube ich noch richtig. Aber dann bin ich mir nicht mehr so sicher, was gemeint ist.
Vor allem das "Auseinanderdividieren" des "Nazi-Regimes" und des "deutschen Volkes" scheint mir problematisch, auch wenn ich kein Anhänger von "Kollektivschuld" bin, aber das man das so einfach trennen kann (hie Naziregime - da unschuldige Bevölkerung)glaube ich auch wieder nicht.

Und dann eine Passage, die ich leider nicht mehr ganz verstehe:

stets überwiegende Zustimmung der zwiespältigen Art im totalitär angesetzten "Führerstaat" erwartend.
Wieso hat das Naziregime überwiegende Zustimmung der zwiespältigen Art e r w a r t e t?
Die Zustimmung war höchstwahrscheinlich zwiespältiger Art, aber dass sie vom Regime erwartet wurde?

Auf eine Kleinigkeit darf ich vielleicht noch hinweisen.

[red]heutiger[/red] Finanzminister
würde ich vielleicht in [blue]"amtierender"[/blue] oder ähnlich ändern. (Heutiger würde vielleicht vermuten lassen, dass sie täglich einen anderen FM hat. (.-)))

Mit besten Grüßen
S.F.
 
Beunruhigende Entwarnung im zypriotischen Poker

Die Entwarnungssirene klang in den Luftschutzkellern damals trostlos und vermittelte doch ein wenig Hoffnung auf das Leben nach dem Krieg. Vereinfacht gedeutet, handelte es sich bei den Bombennächten um die Bezahlung eines Teils unfassbarer Schulden, welche das Nazi-Regime unbeirrbar auf Deutschland abwälzte - stets überwiegende Zustimmung der zwiespältigen Art im totalitär angesetzten "Führerstaat" erwartend.

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Es geht hier und heute nicht um eine beliebige Meinung zu einem längst vergangenen Thema. Es geht um den Sozialcharakter der Leichtgläubigkeit. Der beschäftigt uns als schwer berechenbares Objekt des Euro - Krisenmanagements. Der Anlass wird in der täglichen Nachrichtenlage von den Medien als mittelschwer, von der Regierung als Vorgang bewertet, der die Verordnung einer Beruhigungspille erforderlich macht.

„Man spricht wieder deutsch in Europa!“ Diese dümmliche Arroganz scheint nur den nachgeordneten Chargen erlaubt zu sein. Denn die Kanzlerin und ihr amtierender Finanzminister betreiben das Kerngeschäft mit den Schulden auf eine bemerkenswert nüchterne Weise. Sie fühlen sich so gut wie der Schuldner und eifrige Sparer, der in absehbarer Zeit keine neuen Schulden mehr machen muss. Zusätzlich stärkt sie die Gläubigerrolle. Beide Geschäftssphären behindern die aktuellen Geld- und Einkommensflüsse noch nicht, ganz gleich, auf wessen Kosten gespart oder Kredit gegeben wird. So ist ein beruhigender Umgang mit dem allgemein geltenden Schuldensystem möglich. Auf ihm beruht unser aller Leben.

Nun ist aber der sogenannte Sparer eine schillernde Figur, der von politischer Seite ein gesundes Misstrauen entgegen gebracht wird. Zugleich ist dieses depressive Wesen auch Wähler, der vielleicht im Verborgenen Misstrauen gegen Misstrauen setzt, unberechenbare Verhaltensweisen einübt. Irgendwie scheint das Vertrauen als gehobene Form der Leichtgläubigkeit verloren zu gehen, das in zuverlässigen Handlungszusammenhängen da sein muss. Stattdessen überwiegt das Gefühl, dass man jederzeit Opfer undurchschaubarer Pokerpartien werden kann. Daher das teils aufgeregte Bemühen der Politik, "verlorenes Vetrauen" wiederherstellen zu wollen.

Unmittelbar nach dem Zypern-Beschluss der Euro Krisenmanager, den Sparer der griechisch-türkisch geteilten Mittelmeer-Insel, soweit er unter EU - europäischem Zugriff lebt, gegen gegebene Garantie um einen einmaligen Betrag seiner Spareinlagen zu enteignen, beobachten wir am Bildschirm die empörten Reaktionen der betroffenen Zyprioten. Der Run auf die Geldautomaten der geschlossenen Banken, deren international organisierte Eigentumsverhältnisse (Rolle der russischen Oligarchen im Bündnis mit dem Kreml?) zumindest undurchsichtig sind, wurde von öffentlichen Protesten und parlamentarischen Gegenbewegungen begleitet. Die Führungselite Zyperns ist vor den Eurofightern in Moskau. Der Widerschein der deutschen Sprache auf Zypern hieß eindeutig NEIN! Man wird noch sehen, welche Wellen der kleine Stolperstein im Meer der internationalen Schuldenmalaise schlägt. Es könnte in einer höchst brisanten politischen Pokerpartie münden.

Vorsorglich haben gutgläubige Journalisten, und die Regierung natürlich selbst, für den „deutschen Sparer“ Entwarnung signalisiert. So beruhigend das auch empfunden wird, Tatsache ist zugleich die offen geäußerte „Besorgnis“ in der Politik, dass es zu „Vertrauenseinbrüchen“ im Bankensektor und bei den Bürgern kommt.

Als 2008 die Kanzlerin mit ihrem damaligen Finanzminister vor laufenden Kameras ein Garantieversprechen für den „deutschen Sparer“ abgab, war nicht abzusehen, dass dieses Versprechen heute abläuft. Denn die Regierung lässt durch ihren Sprecher eine erneuerte Garantie mit diesem merkwürdigen Satz verkünden: „Es ist das Merkmal einer Garantie, dass sie gilt.“ Wir können da nur die Regel des Kleingedruckten hinzufügen: Eine Garantie gilt nicht, wenn die Bedingungen ihrer Geltung entfallen – andere Notbehelfe an ihre Stelle treten. Die stets risikoreicher werdenden Notbehelfe beunruhigen inzwischen nicht nur die Südeuropäer.
 
Beunruhigende Entwarnung im zypriotischen Poker

Die Entwarnungssirene klang in den Luftschutzkellern damals trostlos und vermittelte doch ein wenig Hoffnung auf das Leben nach dem Krieg. Vereinfacht gedeutet, handelte es sich bei den Bombennächten um die Bezahlung eines Teils unfassbarer Schulden, welche das Nazi-Regime unbeirrbar auf Deutschland abwälzte - stets überwiegende Zustimmung der zwiespältigen Art im totalitär angesetzten "Führerstaat" erwartend.

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Es geht hier und heute nicht um eine beliebige Meinung zu einem längst vergangenen Thema. Es geht um den Sozialcharakter der Leichtgläubigkeit. Der beschäftigt uns als schwer berechenbares Objekt des Euro - Krisenmanagements. Der Anlass wird in der täglichen Nachrichtenlage von den Medien als mittelschwer, von der Regierung als Vorgang bewertet, der die Verordnung einer Beruhigungspille erforderlich macht.

„Man spricht wieder deutsch in Europa!“ Diese dümmliche Arroganz scheint nur den nachgeordneten Chargen erlaubt zu sein. Denn die Kanzlerin und ihr amtierender Finanzminister betreiben das Kerngeschäft mit den Schulden auf eine bemerkenswert nüchterne Weise. Sie fühlen sich so gut wie der Schuldner und eifrige Sparer, der in absehbarer Zeit keine neuen Schulden mehr machen muss. Zusätzlich stärkt sie die Gläubigerrolle. Beide Geschäftssphären behindern die aktuellen Geld- und Einkommensflüsse noch nicht, ganz gleich, auf wessen Kosten gespart oder Kredit gegeben wird. So ist ein beruhigender Umgang mit dem allgemein geltenden Schuldensystem möglich. Auf ihm beruht unser aller Leben.

Nun ist aber der sogenannte Sparer eine schillernde Figur, der von politischer Seite ein gesundes Misstrauen entgegen gebracht wird. Zugleich ist dieses depressive Wesen auch Wähler, der vielleicht im Verborgenen Misstrauen gegen Misstrauen setzt, unberechenbare Verhaltensweisen einübt. Irgendwie scheint das Vertrauen als gehobene Form der Leichtgläubigkeit verloren zu gehen, das in zuverlässigen Handlungszusammenhängen da sein muss. Stattdessen überwiegt das Gefühl, dass man jederzeit Opfer undurchschaubarer Pokerpartien werden kann. Daher das teils aufgeregte Bemühen der Politik, "verlorenes Vetrauen" wiederherstellen zu wollen.

Unmittelbar nach dem Zypern-Beschluss der Euro Krisenmanager, den Sparer der griechisch-türkisch geteilten Mittelmeer-Insel, soweit er unter EU - europäischem Zugriff lebt, gegen gegebene Garantie um einen einmaligen Betrag seiner Spareinlagen zu enteignen, beobachten wir am Bildschirm die empörten Reaktionen der betroffenen Zyprioten. Der Run auf die Geldautomaten der geschlossenen Banken, deren international organisierte Eigentumsverhältnisse (Rolle der russischen Oligarchen im Bündnis mit dem Kreml?) zumindest undurchsichtig sind, wurde von öffentlichen Protesten und parlamentarischen Gegenbewegungen begleitet.

Die Führungselite Zyperns ist vor den Eurofightern in Moskau. Der Widerschein der deutschen Sprache auf Zypern heißt eindeutig NEIN! Auch reagieren die eingschüchterten, wie in Griechenland, demonstrativ mit der historischen Symbolfigur des deutschen Terrorismus. Man wird noch sehen, welche Wellen der kleine Stolperstein im Meer der internationalen Schuldenmalaise schlägt. Es könnte in einer höchst brisanten politischen Pokerpartie münden.

Vorsorglich haben gutgläubige Journalisten, und die Regierung natürlich selbst, für den „deutschen Sparer“ Entwarnung signalisiert. So beruhigend das auch empfunden wird, Tatsache ist zugleich die offen geäußerte „Besorgnis“ in der Politik, dass es zu „Vertrauenseinbrüchen“ im Bankensektor und bei den Bürgern kommt.

Als 2008 die Kanzlerin mit ihrem damaligen Finanzminister vor laufenden Kameras ein Garantieversprechen für den „deutschen Sparer“ abgab, war nicht abzusehen, dass dieses Versprechen heute abläuft. Denn die Regierung lässt durch ihren Sprecher eine erneuerte Garantie mit diesem merkwürdigen Satz verkünden: „Es ist das Merkmal einer Garantie, dass sie gilt.“ Wir können da nur die Regel des Kleingedruckten hinzufügen: Eine Garantie gilt nicht, wenn die Bedingungen ihrer Geltung entfallen – andere Notbehelfe an ihre Stelle treten. Die stets risikoreicher werdenden Notbehelfe beunruhigen inzwischen nicht nur die Südeuropäer.
 

Sigurt Funk

Mitglied
Berichtigung

Hab mir meinen Kommentar noch einmal angesehen und dabei zwei gravierende Fehler gefunden, die ich nicht mehr ausbessern konnte - also tue ich es jetzt.
1.
....Kollektivschuld" bin, aber [red]das[/red] man das
...sollte natürlich [blue]"dass"[/blue] heißen

2. Die Bewertung ist mir irrtümlich um eine Stufe zu niedrig ausgefallen!
"Der Text hat was, aber Du wirst sicher noch mehr herausholen!"

Tut mir leid!
Mit besten Grüßen
S.F.
 
Lieber Sigurt Funk,

danke für die hilfreichen Hinweise und Fragen zu: Beunruhigende Entwarnung im zypriotischen Poker

Grundsätzliche, historische, aktuelle Erwägungen motivierten mich zu diesem Kommentar.
Zypern hat ja eine ziemlich heikle Verbindung zu den nahöstlichen Kriegsaussichten. Was die Rolle Deutschlands und der EU in diesem noch friedlichen Pokerspiel betrifft, kommt man m.E. um ein Wort zum ständig gesteigerten Risiko in unsrem Kapital geleiteten Schuldensystem nicht drum herum. Trotzdem verbietet uns die differenzierte Analyse der globalen Verhältnisse, das gegenwärtige Euro-Krisenmanagement umstandslos mit der amoralischen Blutzollpolitik der Nazis, die trotzdem meist unsichtbar im Boot sitzen, zu identifizieren. Die politische Seite des Schuldenproblems ist komplex.

Deine Frage zu den deutschen BOMBENNÄCHTEN - als „Bezahlung der Schuld“ für die deutschen Angriffe. Sicher, aber das ist nur ein Teil der Wahrheit. Bezieht man den Krieg und seinen Raubzugcharakter, sein Kredit finanziertes Vorspiel (Aufrüstung und ‚Friedenspolitik‘) ein, dann muss man auch die Verwandlung Deutschlands in ein Gefängnis, einen totalitären Überwachungsstaat, seinen brutalen Eingriff in Spanien, der Tschechoslowakei, Österreich etc. bis zum Beginn des eigentlichen Schlachtens, das die Verhinderung der deutschen Staatspleite zum Ziel hatte, berücksichtigen. Die faschistische Form der Schuldenabwälzung hat sich im Unterschied zum sogenannten ersten Weltkrieg nach meiner Kenntnis in einer nur mäßigen „Kriegsbegeisterung“ und viel schlechtem „Gewissen“ niedergeschlagen. Trotz des unverschämt hohen Preises, den die Nazis einforderten, kam es in Deutschland nicht zu breitem Widerstand und nur zu wenigen Attentaten. Befreiung war nur von außen möglich.

„Wieso hat das Naziregime überwiegend Zustimmung der zwiespältigen Art e r w a r t e t?“
Weil sie die humanitär begründete Moral für einen lächerlichen Treppenwitz hielten, Technikverehrung und Zweckrationalität, von der Aufklärung vererbt, zum Maßstab allen Handelns machten. Sie wussten vom Seelenleben der Menschen nicht wenig. Die aus den Raub- und Mordzügen resultierende Beute, welche die Nazis als Erlösung aus den elenden Verhältnissen anboten, traf auf geteilte Zustimmung. Das wusste und erwartete die Nazi-Partei. Auf dem Gebiet der >Euthanasie< gestattete die Führung „rückständigen“ Gruppen sogar eine Rettung des „lebensunwerten Lebens“, das bereits auf dem Weg in die Gaskammern war.
 
Beunruhigende Entwarnung im zypriotischen Poker

Die Entwarnungssirene klang in den Luftschutzkellern damals trostlos und vermittelte doch ein wenig Hoffnung auf das Leben nach dem Krieg. Vereinfacht gedeutet, handelte es sich bei den Bombennächten um die Bezahlung eines Teils unfassbarer Schulden, welche das Nazi-Regime unbeirrbar auf Deutschland abwälzte - stets überwiegende Zustimmung der zwiespältigen Art im totalitär angesetzten "Führerstaat" erwartend.

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Es geht hier und heute nicht um eine beliebige Meinung zu einem längst vergangenen Thema. Es geht um den Sozialcharakter der Leichtgläubigkeit. Der beschäftigt uns als schwer berechenbares Objekt des Euro - Krisenmanagements. Der Anlass wird in der täglichen Nachrichtenlage von den Medien als mittelschwer, von der Regierung als Vorgang bewertet, der die Verordnung einer Beruhigungspille erforderlich macht.

„Man spricht wieder deutsch in Europa!“ Diese dümmliche Arroganz scheint nur den nachgeordneten Chargen erlaubt zu sein. Denn die Kanzlerin und ihr amtierender Finanzminister betreiben das Kerngeschäft mit den Schulden auf eine bemerkenswert nüchterne Weise. Sie fühlen sich so gut wie der Schuldner und eifrige Sparer, der in absehbarer Zeit keine neuen Schulden mehr machen muss. Zusätzlich stärkt sie die Gläubigerrolle. Beide Geschäftssphären behindern die aktuellen Geld- und Einkommensflüsse bei uns in Deutschland noch nicht, ganz gleich, auf wessen Kosten gespart oder Kredit gegeben wird. So ist ein beruhigender Umgang mit dem allgemein geltenden Schuldensystem möglich. Auf ihm beruht unser aller Leben.

Nun ist aber der sogenannte Sparer eine schillernde Figur, der von politischer Seite ein gesundes Misstrauen entgegen gebracht wird. Zugleich ist dieses depressive Wesen auch Wähler, der vielleicht im Verborgenen Misstrauen gegen Misstrauen setzt, unberechenbare Verhaltensweisen einübt. Irgendwie scheint das Vertrauen als gehobene Form der Leichtgläubigkeit verloren zu gehen, das in zuverlässigen Handlungszusammenhängen da sein muss. Stattdessen überwiegt das Gefühl, dass man jederzeit Opfer undurchschaubarer Pokerpartien werden kann. Daher das teils aufgeregte Bemühen der Politik, "verlorenes Vetrauen" wiederherstellen zu wollen.

Unmittelbar nach dem Zypern-Beschluss der Euro Krisenmanager, den Sparer der griechisch-türkisch geteilten Mittelmeer-Insel, soweit er unter EU - europäischem Zugriff lebt, gegen gegebene Garantie um einen einmaligen Betrag seiner Spareinlagen zu enteignen, beobachten wir am Bildschirm die empörten Reaktionen der betroffenen Zyprioten. Der Run auf die Geldautomaten der geschlossenen Banken, deren international organisierte Eigentumsverhältnisse (Rolle der russischen Oligarchen im Bündnis mit dem Kreml?) zumindest undurchsichtig sind, wurde von öffentlichen Protesten und parlamentarischen Gegenbewegungen begleitet.

Die Führungselite Zyperns ist vor den Eurofightern in Moskau. Der Widerschein der deutschen Sprache auf Zypern heißt eindeutig NEIN! Auch reagieren die eingschüchterten, wie in Griechenland, demonstrativ mit der historischen Symbolfigur des deutschen Terrorismus. Man wird noch sehen, welche Wellen der kleine Stolperstein im Meer der internationalen Schuldenmalaise schlägt. Es könnte in einer höchst brisanten politischen Pokerpartie münden.

Vorsorglich haben gutgläubige Journalisten, und die Regierung natürlich selbst, für den „deutschen Sparer“ Entwarnung signalisiert. So beruhigend das auch empfunden wird, Tatsache ist zugleich die offen geäußerte „Besorgnis“ in der Politik, dass es zu „Vertrauenseinbrüchen“ im Bankensektor und bei den Bürgern kommt.

Als 2008 die Kanzlerin mit ihrem damaligen Finanzminister vor laufenden Kameras ein Garantieversprechen für den „deutschen Sparer“ abgab, war nicht abzusehen, dass dieses Versprechen heute abläuft. Denn die Regierung lässt durch ihren Sprecher eine erneuerte Garantie mit diesem merkwürdigen Satz verkünden: „Es ist das Merkmal einer Garantie, dass sie gilt.“ Wir können da nur die Regel des Kleingedruckten hinzufügen: Eine Garantie gilt nicht, wenn die Bedingungen ihrer Geltung entfallen – andere Notbehelfe an ihre Stelle treten. Die stets risikoreicher werdenden Notbehelfe beunruhigen inzwischen nicht nur die Südeuropäer.
 

Sigurt Funk

Mitglied
Klarstellung

Lieber Herbert Schmelz, danke für die Ausführungen, die mir nun einiges in einem klareren Licht erscheinen lassen. Obwohl mir die starke Bezugnahme auf das NS-Regime im Zusammenhang mit der Zypern-Krise zumindest aus meiner Perspektive (für meinen "Geschmack") etwas "überproportioniert" erscheint. (Es ist aber eben nur meine subjektive Perspektive.)
Es ergeben sich - aber das ist naturgemäß das unausweichliche Ergebnis ernsthafter Auseinandersetzungen - aus jeder Klarstellung wieder andere Unklarheiten. (.-))

Mit herzlichem Dank für Deine Mühe
und besten Grüßen
S.F.
 
Beunruhigende Entwarnung im zypriotischen Poker

Die Entwarnungssirene klang in den Luftschutzkellern damals trostlos und vermittelte doch ein wenig Hoffnung auf das Leben nach dem Krieg. Vereinfacht gedeutet, handelte es sich bei den Bombennächten um die Bezahlung eines Teils unfassbarer Schulden, welche das Nazi-Regime unbeirrbar auf Deutschland abwälzte - stets überwiegende Zustimmung der zwiespältigen Art im totalitär angesetzten "Führerstaat" erwartend.

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Es geht hier und heute nicht um eine beliebige Meinung zu einem längst vergangenen Thema. Es geht um den Sozialcharakter der Leichtgläubigkeit. Diese beschäftigt uns als schwer berechenbarer Faktor im Verlauf des im >trial and error< Modus suchenden Euro - Krisenmanagements. Der Anlass wird in der täglichen Nachrichtenlage von den Medien als mittelschwer, von der Regierung als Vorgang bewertet, der die Verordnung einer Beruhigungspille erforderlich macht.

„Man spricht wieder deutsch in Europa!“ Diese dümmliche Arroganz scheint nur den nachgeordneten Chargen erlaubt zu sein. Denn die Kanzlerin und ihr amtierender Finanzminister betreiben das Kerngeschäft mit den Schulden auf eine bemerkenswert nüchterne Weise. Sie fühlen sich so gut wie der Schuldner und eifrige Sparer, der in absehbarer Zeit keine neuen Schulden mehr machen muss. Zusätzlich stärkt sie die Gläubigerrolle. Beide Geschäftssphären behindern die aktuellen Geld- und Einkommensflüsse bei uns in Deutschland noch nicht, ganz gleich, auf wessen Kosten gespart oder Kredit gegeben wird. So ist ein beruhigender Umgang mit dem allgemein geltenden Schuldensystem möglich. Auf ihm beruht unser aller Leben.

Nun ist aber der sogenannte Sparer eine schillernde Figur, der von politischer Seite ein gesundes Misstrauen entgegen gebracht wird. Zugleich ist dieses depressive Wesen auch Wähler, der vielleicht im Verborgenen Misstrauen gegen Misstrauen setzt, unberechenbare Verhaltensweisen einübt. Irgendwie scheint das Vertrauen als gehobene Form der Leichtgläubigkeit verloren zu gehen, das in zuverlässigen Handlungszusammenhängen da sein muss. Stattdessen überwiegt das Gefühl, dass man jederzeit Opfer undurchschaubarer Pokerpartien werden kann. Daher das teils aufgeregte Bemühen der Politik, "verlorenes Vetrauen" wiederherstellen zu wollen.

Unmittelbar nach dem Zypern-Beschluss der Euro Krisenmanager, den Sparer der griechisch-türkisch geteilten Mittelmeer-Insel, soweit er unter EU - europäischem Zugriff lebt, gegen gegebene Garantie um einen einmaligen Betrag seiner Spareinlagen zu enteignen, beobachten wir am Bildschirm die empörten Reaktionen der betroffenen Zyprioten. Der Run auf die Geldautomaten der geschlossenen Banken, deren international organisierte Eigentumsverhältnisse (Rolle der russischen Oligarchen im Bündnis mit dem Kreml?) zumindest undurchsichtig sind, wurde von öffentlichen Protesten und parlamentarischen Gegenbewegungen begleitet.

Die Führungselite Zyperns ist vor den Eurofightern in Moskau. Der Widerschein der deutschen Sprache auf Zypern heißt eindeutig NEIN! Auch reagieren die eingschüchterten, wie in Griechenland, demonstrativ mit der historischen Symbolfigur des deutschen Terrorismus. Man wird noch sehen, welche Wellen der kleine Stolperstein im Meer der internationalen Schuldenmalaise schlägt. Es könnte in einer höchst brisanten politischen Pokerpartie münden.

Vorsorglich haben gutgläubige Journalisten, und die Regierung natürlich selbst, für den „deutschen Sparer“ Entwarnung signalisiert. So beruhigend das auch empfunden wird, Tatsache ist zugleich die offen geäußerte „Besorgnis“ in der Politik, dass es zu „Vertrauenseinbrüchen“ im Bankensektor und bei den Bürgern kommt.

Als 2008 die Kanzlerin mit ihrem damaligen Finanzminister vor laufenden Kameras ein Garantieversprechen für den „deutschen Sparer“ abgab, war nicht abzusehen, dass dieses Versprechen heute abläuft. Die Regierung lässt durch ihren Sprecher eine erneuerte Garantie mit diesem merkwürdigen Satz verkünden: „Es ist das Merkmal einer Garantie, dass sie gilt.“ Wir können da nur die Regel des Kleingedruckten hinzufügen: Eine Garantie gilt nicht, wenn die Bedingungen ihrer Geltung entfallen – andere Notbehelfe an ihre Stelle treten. Die stets risikoreicher werdenden Notbehelfe beunruhigen inzwischen nicht nur die Südeuropäer.
 
Beunruhigende Entwarnung im zypriotischen Poker

Die Entwarnungssirene klang in den Luftschutzkellern damals trostlos und vermittelte doch ein wenig Hoffnung auf das Leben nach dem Krieg. Vereinfacht gedeutet, handelte es sich bei den Bombennächten um die Bezahlung eines Teils unfassbarer Schulden, welche das Nazi-Regime unbeirrbar auf Deutschland abwälzte - stets überwiegende Zustimmung der zwiespältigen Art im totalitär angesetzten "Führerstaat" erwartend.

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Es geht hier und heute nicht um eine beliebige Meinung zu einem längst vergangenen Thema. Es geht um den Sozialcharakter der Leichtgläubigkeit. Diese beschäftigt uns als schwer berechenbarer Faktor im Verlauf des im >trial and error< Modus suchenden Euro - Krisenmanagements. Der Anlass wird in der täglichen Nachrichtenlage von den Medien als mittelschwer, von der Regierung als Vorgang bewertet, der die Verordnung einer Beruhigungspille erforderlich macht.

„Man spricht wieder deutsch in Europa!“ Diese dümmliche Arroganz scheint nur den nachgeordneten Chargen erlaubt zu sein. Denn die Kanzlerin und ihr amtierender Finanzminister betreiben das Kerngeschäft mit den Schulden auf eine bemerkenswert nüchterne Weise. Sie fühlen sich so gut wie der Schuldner und eifrige Sparer, der in absehbarer Zeit keine neuen Schulden mehr machen muss. Zusätzlich stärkt sie die Gläubigerrolle. Beide Geschäftssphären behindern die aktuellen Geld- und Einkommensflüsse bei uns in Deutschland noch nicht, ganz gleich, auf wessen Kosten gespart oder Kredit gegeben wird. So ist ein beruhigender Umgang mit dem allgemein geltenden Schuldensystem möglich. Auf ihm beruht unser aller Leben.

Nun ist aber der sogenannte Sparer eine schillernde Figur, der von politischer Seite ein gesundes Misstrauen entgegen gebracht wird. Zugleich ist dieses depressive Wesen auch Wähler, der vielleicht im Verborgenen Misstrauen gegen Misstrauen setzt, unberechenbare Verhaltensweisen einübt. Irgendwie scheint das Vertrauen als gehobene Form der Leichtgläubigkeit verloren zu gehen, das in zuverlässigen Handlungszusammenhängen da sein muss. Stattdessen überwiegt das Gefühl, dass man jederzeit Opfer undurchschaubarer Pokerpartien werden kann. Daher das teils aufgeregte Bemühen der Politik, "verlorenes Vetrauen" wiederherstellen zu wollen.

Unmittelbar nach dem Zypern-Beschluss der Euro Krisenmanager, den Sparer der griechisch-türkisch geteilten Mittelmeer-Insel, soweit er unter EU - europäischem Zugriff lebt, gegen gegebene Garantie um einen einmaligen Betrag seiner Spareinlagen zu enteignen, beobachten wir am Bildschirm die empörten Reaktionen der betroffenen Zyprioten. Der Run auf die Geldautomaten der geschlossenen Banken, deren international organisierte Eigentumsverhältnisse (Rolle der russischen Oligarchen im Bündnis mit dem Kreml?) zumindest undurchsichtig sind, wurde von öffentlichen Protesten und parlamentarischen Gegenbewegungen begleitet.

Die Führungselite Zyperns ist vor den Eurofightern in Moskau. Der Widerschein der deutschen Sprache auf Zypern heißt eindeutig NEIN! Auch reagieren die eingschüchterten, wie in Griechenland, demonstrativ mit der historischen Symbolfigur des deutschen Terrorismus. Man wird noch sehen, welche Wellen der kleine Stolperstein im Meer der internationalen Schuldenmalaise schlägt. Es könnte in einer höchst brisanten politischen Pokerpartie münden. Spekulationen auf den üppigen Reichtum, den das Erdgasfeld Aphrodite verströmen soll, kontrastieren mit dem Pleitegeier der Kreml Oligarchen, die auf Zypern ihr Paradies suchen.

Vorsorglich haben gutgläubige Journalisten, und die Regierung natürlich selbst, für den „deutschen Sparer“ Entwarnung signalisiert. So beruhigend das auch empfunden wird, Tatsache ist zugleich die offen geäußerte „Besorgnis“ in der Politik, dass es zu „Vertrauenseinbrüchen“ im Bankensektor und bei den Bürgern kommt.

Als 2008 die Kanzlerin mit ihrem damaligen Finanzminister vor laufenden Kameras ein Garantieversprechen für den „deutschen Sparer“ abgab, war nicht abzusehen, dass dieses Versprechen heute abläuft. Die Regierung lässt durch ihren Sprecher eine erneuerte Garantie mit diesem merkwürdigen Satz verkünden: „Es ist das Merkmal einer Garantie, dass sie gilt.“ Wir können da nur die Regel des Kleingedruckten hinzufügen: Eine Garantie gilt nicht, wenn die Bedingungen ihrer Geltung entfallen – andere Notbehelfe an ihre Stelle treten. Die stets risikoreicher werdenden Notbehelfe beunruhigen inzwischen nicht nur die Südeuropäer.
 
D

Dominik Klama

Gast
Der Kommentar ist von der Art, wie es sie zur Zeit zu Hunderten in den Medien gibt. Das besagt natürlich auf eine Weise, dass er gar nicht schlecht geschrieben ist. Denn auch er könnte in einem ganz normalen, bezahlten Medium, einer Tageszeitung beispielsweise, stehen.

Seit Jahren höre ich ziemlich oft die täglichen drei Kommentare im Deutschlandfunk kurz nach 19 Uhr. Und dann auch meist noch die Zusammenfassungen von "Pressestimmen" im selben Sender entweder kurz vor 9 Uhr oder kurz vor 24 Uhr. Mit der Zeit ist mir aufgegangen, dass absolut nichts geschehen kann, zu welchem ein versierter Journalist nicht in zwei Stunden einen "nachdenklichen" Kommentar dichten kann, der sich liest oder anhört, als hätte er was zu sagen. Heute Nachmittag könnte ein riesiger Flammenengel auf dem Kyffhäuser erscheinen und für morgen 14 Uhr die Explosion des Erdballs ankündigen, auf jeden Fall bekämen wir um 19 Uhr und morgen um 9 Uhr noch einige sehr nachdenkliche Kommentare dazu zu hören. Es ist das besondere Talent mancher diese Leute, schön über etwas nachdenken zu können, was sie gar nicht verstehen. Man muss eine Materie ja nicht verstehen, um sie einordnen, erwägen, relativieren zu können.

Ich möchte mal einige Stellen aus dem Text zitieren, die zeigen sollen, dass hier literarisch schön verfahren wurde. Es liest sich gut. Aber was sagt es eigentlich aus? Und auf Grund welcher Sachkenntnis tut es das?

... die Kanzlerin und ihr amtierender Finanzminister betreiben das Kerngeschäft mit den Schulden auf eine bemerkenswert nüchterne Weise. ...
Zusätzlich stärkt sie die Gläubigerrolle. Beide Geschäftssphären behindern die aktuellen Geld- und Einkommensflüsse bei uns in Deutschland noch nicht...
So ist ein beruhigender Umgang mit dem allgemein geltenden Schuldensystem möglich.
... Zugleich ist dieses depressive Wesen auch Wähler, der vielleicht im Verborgenen Misstrauen gegen Misstrauen setzt, unberechenbare Verhaltensweisen einübt. ...
Stattdessen überwiegt das Gefühl, dass man jederzeit Opfer undurchschaubarer Pokerpartien werden kann. Daher das teils aufgeregte Bemühen der Politik, "verlorenes Vetrauen" wiederherstellen zu wollen.
... beobachten wir am Bildschirm die empörten Reaktionen der betroffenen Zyprioten. Der Run auf die Geldautomaten der geschlossenen Banken, deren international organisierte Eigentumsverhältnisse ... zumindest undurchsichtig sind, wurde von öffentlichen Protesten und parlamentarischen Gegenbewegungen begleitet.
... Der Widerschein der deutschen Sprache auf Zypern heißt eindeutig NEIN! ... Man wird noch sehen, welche Wellen der kleine Stolperstein im Meer der internationalen Schuldenmalaise schlägt. Es könnte in einer höchst brisanten politischen Pokerpartie münden. ...
Vorsorglich haben gutgläubige Journalisten, und die Regierung natürlich selbst, für den „deutschen Sparer“ Entwarnung signalisiert. ... Tatsache ist zugleich die offen geäußerte „Besorgnis“ in der Politik, dass es zu „Vertrauenseinbrüchen“ im Bankensektor und bei den Bürgern kommt.
Als 2008 die Kanzlerin mit ihrem damaligen Finanzminister vor laufenden Kameras ein Garantieversprechen für den „deutschen Sparer“ abgab, war nicht abzusehen, dass dieses Versprechen heute abläuft. ...
Wir können da nur die Regel des Kleingedruckten hinzufügen: Eine Garantie gilt nicht, wenn die Bedingungen ihrer Geltung entfallen...
Die stets risikoreicher werdenden Notbehelfe beunruhigen inzwischen nicht nur die Südeuropäer.
Damit es zu einem Finanzzusammenbruch kommt, wenn ein großer Teil der Sparer und Girokontenbesitzer in einem kurzen Zeitraum zur Bank gehen und ihr Geld verlangen, weil sie aus irgendwelchen Grüden zum Eindruck gekommen sind, dass sie am Ende der kommenden sechs Monate noch über mehr Vermögen verfügen werden, wenn sie das Geld in Form von Banknoten zu Hause im Schukarton aufbewahren statt in der Form elektronischer Daten auf Bankkonten, dazu ist eine Wirtschaftskrise überhaupt nicht erforderlich. Das System würde bei jedem massiven Bank Run sofort kollabieren, denn es gibt keine einzige Bank, die auch nur etwas mehr als einen Bruchteil der ihrerseits Sparern und Kapitalanlegern geschuldeten Beträge "im Haus" hätte. Nirgendwo auf der Welt. Es gibt auch in keinem Land der Erde nur annähernd so viele Geldscheine, wie es "Vermögen" auf Konten gibt. Allein schon darum könnte man, wenn morgen alle ihre Konten ausgezahlt bekommen wollten, dies nicht leisten: Weil längst nicht so viel Papiergeld existiert, wie man dazu bräuchte.

Weiterhin ist uns aber auch klar, dass der einzelne Geldschein absolut nichts wert ist. Es ist nur ein Stück bedrucktes Papier, insofern von einem Blatt Hakle Toilettenpapier nicht grundverschieden. Es ist ein Versprechen. Das Versprechen besagt: "Wenn du uns dieses Papier vorlegst, zahlen wir dir dafür einen Vermögenswert." Nämlich: Wir buchen elektronische Ziffen (also letztlich auch das blanke Nichts) auf dein Konto und du kannst dann dafür Ware bei amazon bestellen, die dir tatsächlich geschickt wird. Somit wird dann bewiesen, dass das Versprechen gegolten hat.

In dem Moment aber, wenn alle die ihnen gegeben Versprechen zugleich einlösen wollen, oder nur die Hälfte von allen, oder auch nur ein Drittel von allen, ist sofort der Zeitpunkt erreicht, wenn diese Versprechen verfallen müssen, da ihre Einlösung komplett unmöglich ist. Das System funktioniert so lange, wie die Masse der Wirtschaftsteilnehmer daran glaubt, dass es funktioniert - und deswegen eben aktuell nicht darauf besteht, "echtes Geld" zu sehen.

Es gibt kein echtes Geld mehr. Früher gab es das noch, als es Goldreserven gab, deren Wert dem der ausgegebenen Geldscheine entsprach. Die deutsche Regierung hat noch einige Goldreserven, die aber längst nicht dem umlaufenden Geld entsprechen - und sie liegen in Tresoren in USA. Ob wir da je drankommen im Fall eines weltweiten wirtschaftlichen Zusammenbruchs, erscheint fraglich. Auch die USA haben Goldreserven zur Deckung umlaufender Dollars. Aber auch dieses Gold ist viel, viel weniger wert als die Dollars, die umlaufen.

An dieser Stelle glauben immer viele Leute, wenn die Wirtschaft kriselt, dann druckt der Staat mehr Geldscheine, das gibt dann Inflation, dann wird der einzelne Schein immer wertloser und der Laib Brot immer teuerer. Tatsächlich ist es für die übergroße Mehrheit der geschaffenen Geldmenge aber nicht so. Nicht der Staat erschafft das Geld, die privaten Banken tun es. Daher dürften auch niemals sämtliche Schulden zurückgezahlt werden, das Bankensystem würde sonst zerbrechen.

Interesse der Banken ist es, Schuldner zu finden. Denen wird Geld gegeben, indem man es ihnen per EDV aufs Konto schreibt, die können dann irgendwas damit kaufen gehen. Das Geld, was die Bank da gutschreibt, hat sie selber gar nicht. Sie erzeugt es aus Nichts. Sie erfindet es. Und so, nicht per Anwerfen der staatlichen Notenpresse, wird das meiste Geld auf der Welt erzeugt. Der besondere Kniff dabei ist, dass in dem Moment, wo die Bank dem Kunden A sein Darlehen gutschreibt, sie die Berechtigung erwirbt, einer anderen Bank XYZ Kapital leihen zu dürfen. Denn, bei üblichem Gang der Dinge, wird ja Kunde A seinen Kredit von nun an abstottern, der Bank also Geld einbringen, ein Plus zahlen, die Zinsen zahlen. Im Grunde ist bei Abschluss des Kreditgeschäfts praktisch sicher, dass die Bank am Ende einen nicht unbeträchlichen Gewinn gemacht haben wird. Und diesen kann sie bereits dann gegen weitere Zinsen weiterverleihen, wenn das Geld bei ihr noch gar nicht eingegangen ist.

Auf diese Art entsteht ein weltumspannender Schneeballeffekt, bei dem letztlich ungefähr einem irgendwann irgendwo mal real existenten Euro zehntausend Fiat-Euros (fiat = lateinisch, "es werde!", "Es werde Geld!", siehe Gott, der Herr: "Es werde Licht!") entsprechen.

Deshalb ist der im obigen Kommentar erweckte Eindruck, der Sparer würde mit seinen Einlagen die Wirtschaft am Laufen erhalten, nicht richtig, sondern falsch. (Tatsächlich wird die Wirtschaft am Laufen erhalten von den Leuten, die Güter und Dienstleistungen herstellen, verkaufen und von denen, die sie einkaufen, den Konsumenten. Dazu zunehmend vom internationalen Geldverkauf, den Kapitalmärkten, leider. Die Wirtschaft wird vernachlässigenswert wenig von Sparern am Leben erhalten!) Es gibt zwar Sparer, die privates Vermögen besitzen, welches sie dann irgendwie anlegen, was irgendwo meistens bei Banken oder Versicherungen landet und dann können diese diese Anlagen in ihre Kapitaltransfers einspeisen. Aber was da an Ersparnissen von real existierenden Einzelmenschen einfließt, ist nur noch ein Klacks, ein willkommenes, kleines Zubrot.

Man erinnere sich kurz mal an den erst vor zwei Wochen veröffentlichten Vermögensverteilungsbericht der Bundesregierung. Danach ist es jetzt regierungsamtlich: In Deutschland besitzen 10 Prozent der Bevölkerung 50 Prozent aller Vermögenswerte. 50 Prozent aller Menschen besitzen 1 Prozent aller Werte. Logischerweise bleibt dann noch die sogenannte Mittelschicht über, jene 40 Prozent der Bevölkerung, welche 49 Prozent aller Vermögenswerte besitzen.

Man stellt oft fest, dass Leute sich persönlich angesprochen fühlen, wenn Politiker von Mittelschicht sprechen. Leute, die faktisch dieser gar nicht angehören. Das möge sich jeder hier selbst beantworten, ob er glaubt, so viel zu besitzen, dass er nicht den unteren 50 Prozent des Volkes angehört, sondern eben dieser Mittelschicht. Es werden schon einige unter den LL-Mitglieder sein. Aber so sehr viele nicht, davon bin ich überzeugt. Ich jedenfalls gehöre todsicher zu den 50 Prozent, die nicht mehr als 1 Prozent besitzen.

Sparer, die mit ihren Anlagen, halbwegs eine Rolle für die Banken spielen können, können nur aus der Mittelschicht sein. Es kann sich natürlich nicht um die Hälfte des Volks handeln, die mehr oder weniger gar nichts besitzt. Ein Prozent des Nationalvermögens, das spielt für die Kapitalflüsse nicht die geringste Rolle.

Aber wir wittern allmählich, dass auch die 40 Prozent Mittelschicht nicht mehr so die Rolle spielen. Wer wirklich die goldene Gans ist, die es zu rupfen gilt, das sind die reichsten 10 Prozent, denen die Hälfte von allem gehört. (Und davon schreibt hier in der LL bestimmt kein einziger, darauf verwette ich meine linke Hand.) Was diese 10 Prozent da zum Anlegen haben, sind auch keine realen Euros, die irgendwann mal von Hand zu Hand gegangen sind, sondern es sind elektronische Zahlen auf Konten, die um die Welt herum transferiert werden. Auch können wir davon ausgehen, dass die Leute, die in Russland 50 Prozent von allem besitzen, noch etwas weniger Bevölkerungsanteil ausmachen als diese 10 Prozent, die es bei uns sind.

Sie sind es, die das soeben geplatzte Zypernmodell ausgemacht haben.

Plus Kapitalflüchtlinge aus Griechenland. Plus Kapitalflüchtlinge aus Portugal. Plus Kapitalflüchtlinge aus Spanien. Plus Kapitalflfüchtlingen aus Italien. Plus Kapitalflüchtlinge aus Irland. Denn wo immer eine Volkswirtschaft ernsthaft in die Bredouille gerät und wo immer dann die Rotstiftkommissare aus Brüssel auftauchen und die Steuereinnahmen, Zinsen, Renten, Gehälter usw. zusammenstreichen, da wird immer in den Köpfen dieser kleinen Superreichenschicht die Idee aufkommen, dass das alles bald mal platzen und ihr Vermögen dann weg sein könnte. Dann werden die das irgendwohin verlagern. Wer in letzter Zeit so dumm gewesen ist, es nach Zypern zu verlagern, der macht jetzt gerade ein ziemlich langes Gesicht.

Zurück zum Text des Werkes:
Meiner Ansicht nach sagen die oben von mir zitierten Passagen aus:
"Es ist was los in der Finanzwelt und das, was los ist, scheint nicht gut zu sein. Die Leute machen sich Sorgen. Die Leute verlieren Vertrauen."

Da frage ich mich dann immer bei solchen Kommentaren, wie man sie - ich wiederhole mich - auch jeden Tag in der Zeitung lesen, im Fernsehen hören kann, was sie dem Leser/Zuschauer eigentlich sagen möchten?
Dass das, was er fühlt, auch vom Schreiber gefühlt wird.
Und was haben wir davon, dies zu erfahren?

Die Steinbrück-/Merkel-Garantie von 2008 (nach den Wall-Street-Pleiten) war schon in derselben Sekunde, als sie gegeben wurde, nichts anderes als blanke Fiktion. Es konnte so eine Garantie niemals geben. Das wurde nur gemacht, damit die Leute nicht alle zur Bank rennen und ihr Geld kündigen. Denn dann wäre sofort alles zusammengebrochen. Niemand und schon gar nicht die hoch verschuldete Bundesregierung hätte damals den Sparern ihr Geld auszahlen können.
Und sie könnte das auch heute nicht.
Und sie wird das auch morgen oder übermorgen auf keinen Fall tun können. Was immer sie dazu noch sagen mag.

Aber überlegt euch mal, Leute, was ihr davon hättet, wenn ihr euch eure Konten auszahlen ließet und dann zu Haus im Schuhkarton hättet, täglich die ganzen Scheinchen betrachten könntet! Wenn es jemals wirklich hart auf hart käme, wäre das ganze Geld der gesamten Volkswirtschaft praktisch nichts mehr wert. Und so auch diese Scheine, die ihr dann daheim habt.
Was es euch nur bringen könnte, dieses, euer Vermögen den Banken wieder wegzunehmen und selber aufzuheben, ist, dass, falls jemals bei uns auch 6 oder 10 oder 30 Prozent von den Bankeinlagen einfach weg-gesteuert werden, ihr immer noch 100 Prozent zu Hause habt. Aber da kann man dann ja auch Vorschriften erlassen, dass jedes Mal, wenn jemand etwas erwirbt, was über 50.000 Euro kostet, und jedes Mal, wenn jemand irgendwo was einzahlt oder anlegt, was über 50.000 Euro beträgt, davon automatisch eine 30-prozentige Zwangsabgabe an die Solidargemeinschaft abgeführt wird.
 
Beunruhigende Entwarnung im zypriotischen Poker

Die Entwarnungssirene klang in den Luftschutzkellern damals trostlos und vermittelte doch ein wenig Hoffnung auf das Leben nach dem Krieg. Vereinfacht gedeutet, handelte es sich bei den Bombennächten um die Bezahlung eines Teils unfassbarer Schulden, welche das Nazi-Regime unbeirrbar auf Deutschland abwälzte - stets überwiegende Zustimmung der zwiespältigen Art im totalitär angesetzten "Führerstaat" erwartend.

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Es geht hier und heute nicht um eine beliebige Meinung zu einem längst vergangenen Thema. Wir erleben gerade den komplexen Krisensabbat in seinen wirtschaftskriegerischen Schachzügen, die den fruchtbaren Schoß, aus dem damals die geplanten Todesraten krochen, noch notdürftig verschleiern. Damals wie heute macht eine scheinbare Petitesse uns alle zu Mitwirkenden wider Willen, der Sozialcharakter der Leichtgläubigkeit. Diese beschäftigt uns als schwer berechenbarer Faktor des im >trial and error< Modus prozessierenden Euro - Krisenmanagements. Der Anlass wird in der täglichen Nachrichtenlage von den Medien als mittelschwer, von der Regierung als Vorgang bewertet, der die Verordnung einer Beruhigungspille erforderlich macht.

„Man spricht wieder deutsch in Europa!“ Diese dümmliche Arroganz scheint nur den nachgeordneten Chargen erlaubt zu sein. Denn die Kanzlerin und ihr amtierender Finanzminister betreiben das Kerngeschäft mit den Schulden auf eine bemerkenswert nüchterne Weise. Sie fühlen sich so gut wie der Schuldner und eifrige Sparer im zivilen Leben, der in absehbarer Zeit keine neuen Schulden mehr machen muss. So viel zum "Gefühl", das weiß, der in die Billionen verschuldete Staat muss eines Tages mit den ebenso großen Reichtümern der "Privaten" kollidieren. Stark fühlen sie sich noch in der Gläubigerrolle. Beide Geschäftssphären behindern die aktuellen Geld- und Einkommensflüsse bei uns in Deutschland noch nicht, ganz gleich, auf wessen Kosten gespart oder Kredit gegeben wird. Pleiten in den verschiedenen Wirtschaftssektoren scheinen sich in Grenzen zu halten und werden durch manipulierte Enteignungen reguliert. So ist ein beruhigender Umgang mit dem allgemein geltenden Schuldensystem möglich. Auf ihm beruht unser aller Leben.

Nun ist aber der sogenannte Sparer eine schillernde Figur, der von politischer Seite ein gesundes Misstrauen entgegen gebracht wird. Zugleich ist dieses depressive Wesen auch Wähler, der vielleicht im Verborgenen Misstrauen gegen Misstrauen setzt, unberechenbare Verhaltensweisen einübt. Irgendwie scheint das Vertrauen als gehobene Form der Leichtgläubigkeit verloren zu gehen, das in zuverlässigen Handlungszusammenhängen da sein muss. Stattdessen überwiegt das Gefühl, dass man jederzeit Opfer undurchschaubarer Pokerpartien werden kann. Daher das teils aufgeregte Bemühen der Politik, "verlorenes Vetrauen" wiederherstellen zu wollen.

Unmittelbar nach dem Zypern-Beschluss der Euro Krisenmanager, den Sparer der griechisch-türkisch geteilten Mittelmeer-Insel, soweit er unter EU - europäischem Zugriff lebt, gegen gegebene Garantie um einen einmaligen Betrag seiner Spareinlagen zu enteignen, beobachten wir am Bildschirm die empörten Reaktionen der betroffenen Zyprioten. Der Run auf die Geldautomaten der geschlossenen Banken, deren international organisierte Eigentumsverhältnisse (Rolle der russischen Oligarchen im Bündnis mit dem Kreml?) zumindest undurchsichtig sind, wurde von öffentlichen Protesten und parlamentarischen Gegenbewegungen begleitet.

Die Führungselite Zyperns ist vor den Eurofightern in Moskau. Der Widerschein der deutschen Sprache auf Zypern heißt eindeutig NEIN! Auch reagieren die eingschüchterten, wie in Griechenland, demonstrativ mit der historischen Symbolfigur des deutschen Terrorismus. Man wird noch sehen, welche Wellen der kleine Stolperstein im Meer der internationalen Schuldenmalaise schlägt. Es könnte in einer höchst brisanten politischen Pokerpartie münden. Spekulationen auf den üppigen Reichtum, den das Erdgasfeld Aphrodite verströmen soll, kontrastieren mit dem Pleitegeier der Kreml Oligarchen, die auf Zypern ihr Paradies suchen.

Vorsorglich haben gutgläubige Journalisten, und die Regierung natürlich selbst, für den „deutschen Sparer“ Entwarnung signalisiert. So beruhigend das auch empfunden wird, Tatsache ist zugleich die offen geäußerte „Besorgnis“ in der Politik, dass es zu „Vertrauenseinbrüchen“ im Bankensektor und bei den Bürgern kommt.

Als 2008 die Kanzlerin mit ihrem damaligen Finanzminister vor laufenden Kameras ein Garantieversprechen für den „deutschen Sparer“ abgab, war nicht abzusehen, dass dieses Versprechen heute abläuft. Die Regierung lässt durch ihren Sprecher eine erneuerte Garantie mit diesem merkwürdigen Satz verkünden: „Es ist das Merkmal einer Garantie, dass sie gilt.“ Wir können da nur die Regel des Kleingedruckten hinzufügen: Eine Garantie gilt nicht, wenn die Bedingungen ihrer Geltung entfallen – andere Notbehelfe an ihre Stelle treten. Die stets risikoreicher werdenden Notbehelfe beunruhigen inzwischen nicht nur die Südeuropäer.
 
Beunruhigende Entwarnung im zypriotischen Poker

Geschichtliches im Heute
Die Entwarnungssirene klang in den Luftschutzkellern damals trostlos und vermittelte doch ein wenig Hoffnung auf das Leben nach dem Krieg. Vereinfacht gedeutet, handelte es sich bei den Bombennächten um die Bezahlung eines Teils unfassbarer Schulden, welche das Nazi-Regime unbeirrbar auf Deutschland abwälzte - stets überwiegende Zustimmung der zwiespältigen Art im totalitär angesetzten "Führerstaat" erwartend.

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Es geht hier und heute nicht um eine beliebige Meinung zu einem längst vergangenen Thema. Wir erleben gerade den komplexen Krisensabbat in seinen wirtschaftskriegerischen Schachzügen, die den fruchtbaren Schoß, aus dem damals die geplanten Todesraten krochen, noch notdürftig verschleiern. Damals wie heute macht eine scheinbare Petitesse uns alle zu Mitwirkenden wider Willen, der Sozialcharakter der Leichtgläubigkeit. Diese beschäftigt uns als schwer berechenbarer Faktor des im >trial and error< Modus prozessierenden Euro - Krisenmanagements. Der Anlass wird in der täglichen Nachrichtenlage von den Medien als mittelschwer, von der Regierung als Vorgang bewertet, der die Verordnung einer Beruhigungspille erforderlich macht.

„Man spricht wieder deutsch in Europa!“ Diese dümmliche Arroganz scheint nur den nachgeordneten Chargen erlaubt zu sein. Denn die Kanzlerin und ihr amtierender Finanzminister betreiben das Kerngeschäft mit den Schulden auf eine bemerkenswert nüchterne Weise. Sie fühlen sich so gut wie der Schuldner und eifrige Sparer im zivilen Leben, der in absehbarer Zeit keine neuen Schulden mehr machen muss. So viel zum "Gefühl", das weiß, der in die Billionen verschuldete Staat muss eines Tages mit den ebenso großen Reichtümern der "Privaten" kollidieren. Stark fühlen sie sich noch in der Gläubigerrolle. Beide Geschäftssphären behindern die aktuellen Geld- und Einkommensflüsse bei uns in Deutschland noch nicht, ganz gleich, auf wessen Kosten gespart oder Kredit gegeben wird. Pleiten in den verschiedenen Wirtschaftssektoren scheinen sich in Grenzen zu halten und werden durch manipulierte Enteignungen reguliert. So ist ein beruhigender Umgang mit dem allgemein geltenden Schuldensystem möglich. Auf ihm beruht unser aller Leben.

Kapital ernährt sich von Arbeit, Kredit speist die Hoffnung, der "Sparer" ist passiver Wahlkämpfer
Der Kredit verlängert das ungezähmte Leben des Kapitalsystems, das auf der realen Einheit von bezahlter und nicht bezahlter Arbeit von Menschen basiert. Es ist richtig, dass im Zuge der Entwicklung die romantisch verklärte und schillernde Figur des "Sparers" als von den Banken umworbener Inhaber von Kapitalwerten einen schwerwiegenden Gewichtsverlust hat hinnehmen müssen. Deswegen und trotzdem hält die Politik an diesem mit Illusionen befrachteten gesellschaftlichen Rollenspieler fest, nicht ohne ihm zu misstrauen und zu schmeicheln. Dieses depressive Wesen ist nämlich zugleich Wähler, will, wie wir seit dem Ausbau der Demoskopie wissen, in seinen Ansichten ernst genommen und bestätigt werden. Die bewusst wahrheitswidrigen Versprechen in den Wahlkämpfen, die methodische Irreführung und die zynische Verantwortungslosigkeit sind zugeschnitten auf den Wähler und seine Leichtgläubigkeit.

Vertrauenspoker
Irgendwie scheint das Vertrauen als gehobene Form der Leichtgläubigkeit immer mehr verloren zu gehen, das in zuverlässigen Handlungszusammenhängen da sein muss. Stattdessen überwiegt das Gefühl, dass man jederzeit Opfer undurchschaubarer Pokerpartien werden kann. Daher das teils aufgeregte Bemühen der Politik, "verlorenes Vetrauen" wiederherstellen zu wollen.

Lehren aus dem EU-Krisenmanagement der Schuldenmalaise?
Unmittelbar nach dem Zypern-Beschluss der Euro Krisenmanager, den "Sparer" der griechisch-türkisch geteilten Mittelmeer-Insel, soweit er unter EU - europäischem Zugriff lebt und arbeitet, gegen gegebene Garantie um einen einmaligen Betrag zu enteignen, beobachten wir am Bildschirm die empörten Reaktionen der betroffenen Zyprioten. Der Run auf die Geldautomaten der geschlossenen Banken, deren international organisierte Eigentumsverhältnisse (Rolle der russischen Oligarchen im Bündnis mit dem Kreml?) zumindest undurchsichtig sind, wurde von öffentlichen Protesten und parlamentarischen Gegenbewegungen begleitet.

Das zypriotische "Geschäftsmodell" sei gescheitert und keineswegs "übertragbar". Das ist ein wirklich schönes Argument. Danach würde es einleuchten, wenn an den hochdramatischen Wochenenden hinter dem Rücken des zypriotischen Publikums bei geschlossenen Bankschaltern das frei flottierende Kapital neue Häfen angesteuert hätte. Ebenso leuchtete ein, wenn die Pensionskassen für brandenburgische Beamte durch weitsichtige Entscheidungen einer "linken" Landesregierung, Anlage in zyprischen Schuldverschreibungen suchend, ebenso entwertet würden wie die Vermögen der Pennerfraktion aus dem russischen Haus der Oligarchen (Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!)

Die Führungselite Zyperns ist vor den Eurofightern in Moskau. Der Widerschein der deutschen Sprache auf Zypern heißt eindeutig NEIN! Auch reagieren die eingschüchterten, wie in Griechenland, demonstrativ mit der historischen Symbolfigur des deutschen Terrorismus. Man wird noch sehen, welche Wellen der kleine Stolperstein im Meer der internationalen Schuldenmalaise schlägt. Es könnte in einer höchst brisanten politischen Pokerpartie münden. Spekulationen auf den üppigen Reichtum, den das Erdgasfeld Aphrodite verströmen soll, kontrastieren mit dem Pleitegeier der Kreml Oligarchen, die auf Zypern ihr Paradies suchen.

Vorsorglich haben gutgläubige Journalisten, und die Regierung natürlich selbst, für den „deutschen Sparer“ Entwarnung signalisiert. So beruhigend das auch empfunden wird, Tatsache ist zugleich die offen geäußerte „Besorgnis“ in der Politik, dass es zu „Vertrauenseinbrüchen“ im Bankensektor und bei den Bürgern kommt.

Als 2008 die Kanzlerin mit ihrem damaligen Finanzminister vor laufenden Kameras ein Garantieversprechen für den „deutschen Sparer“ abgab, war nicht abzusehen, dass dieses Versprechen gerade heute abläuft, obwohl es schon damals nur Wert als Irreführung hatte. Die Regierung lässt durch ihren Sprecher eine erneuerte Garantie mit diesem merkwürdigen Satz verkünden: „Es ist das Merkmal einer Garantie, dass sie gilt.“ Wir können da nur die Regel des Kleingedruckten hinzufügen: Eine Garantie gilt nicht, wenn die Bedingungen ihrer Geltung entfallen – andere Notbehelfe an ihre Stelle treten. Die stets risikoreicher werdenden Notbehelfe (Schutzschirmpolitik) beunruhigen inzwischen nicht nur die Südeuropäer. Man darf gespannt sein als Beobachter der politischen Lernfähigkeit des deutschen Wählers, inwieweit er zur Auflockerung unsrer erstarrenden Demokratie beizutragen fähig ist.
 
Dominik Klama,
danke für den kritischen Einwurf, in meinem Kommentar verdecke Ästhetik inhaltliche Unklarheiten. Da ist was dran und ich habe sogleich an einigen Stellen hoffentlich nicht nur schön rumgefeilt.
An einem Punkt kann ich allerdings nicht verstehen: Dass das Kartenhaus Weltfinanzsystem sozusagen ungestört und unabhängig von Wirtschaftskrise im Sinne einer permanenten Krise des zugrunde liegenden Produktionssystems existieren kann. Das halte ich für unmöglich.
Ich bin noch für einen Tipp dankbar, in welcher Zeitung, welchem Medium ich meine implizite These finden kann, dass der Zypern-Poker -wie alle randständigen Staatsschuldenkrisen im Euro-Raum- nur das relativ friedliche Vorspiel darstellt zu einer atoritären oder gar faschistischen Abwälzung der Staatsschuld, wie wir sie im sogenannten 2. WK erlebten. Bedingung dafür, dass dies hoffentlich nicht eintritt, wäre ein kritischer Lernprozess, welcher der Leichtgläubigkeit, d.h. auch der Nähe zur autoritären Gewalt, dem alternativlosen Denken und Handeln entgegenwirken kann.
Ich habe die Nase voll und auch ein bischen Angst davor, dass wir mal schneller als uns lieb ist im liberalistisch reglementierten Abgrund landen. Da wären Freiheit und Verantwortung tatsächlich nur elektronische Ziffern.
 
D

Dominik Klama

Gast
Hm... Weiß auch nicht.
Ich bin natürlich leider auch kein Volkswirtschaftler und noch nicht mal ein per Die-Linke-Anhänglichkeit supergut vorbereiteter Wirtschaftskrisen-Erklärer und Rettungswege-Aufzeiger. Ich war mal Deutschlehrer, später Werbetexter, bin seit Jahren arbeitslos. Das heißt, ich bin eigentlich auch ein Bücher-, Literatur- und Texte-Mensch, ein Ästhet und habe mich freiwillig in meiner Freizeit meist mit solchen Themen beschäftigt. Erst in den letzten Jahren in Folge Hartz-IV-Betroffensein angefangen, das eine oder andere Buch über Wirtschaft zu lesen. Man hat dann als Laie sofort das Problem, einschätzen zu können, wessen Lagebeurteilung man vertrauen will, denn die differieren doch sehr und sowieso ist die gängige Wirtschaftswissenschaft in der gesamten westlichen Welt seit Jahrzehnten bis in die tiefste Wolle hinein mit Neoliberalismus imprägniert. Aber bloß, weil jemand gegen Neoliberalismus anschreibt, muss ja auch nicht stimmen, was er sagt.

Auffällig ist immerhin, dass dieser Professor Max Otto, der vor 2008 schon vor dem Crash gewarnt hatte, oder dass Leute wie Matthias Weik und Marc Friedrich ("Der größte Raubzug der Geschichte"), welche eigentlich ja nur dahinter her sind, dass Vermögende zu ihnen kommen, um "einigermaßen sichere Anlagetipps" zu erhalten, dass also Leute, die mit Linke und attac und Neoliberalismus-Beschimpfern wirklich nicht das Geringste zu tun haben, nach wie vor ganz ernsthaft die Möglickheit erörtern, dass mittelfristig die gesamte Weltwirtschaft, inklusive China und natürlich sowieso USA, zusammenbrechen könnte, unsere Währungen quasi über Nacht wertlos werden und unsere Vermögensanlagen (inklusive Immobilien!) von den Regierungen in Geiselhaft genommen werden.

Es scheint mir nicht wirklich mit der Vorgeschichte des 2. Weltkriegs vergleichbar zu sein, denn damals war, nicht unbedingt fürs Volk, wohl aber für seine Führung, vom ersten Tag der NSDAP-Herrschaft an klar und abgemacht, dass es zu einem Krieg kommen müsse, mit dem der Ausgang des 1. Weltkriegs zu revidieren sei. Es wurden dann kriegsvorbereitende Investitionen wie Aufrüstung und Autobahnbau betrieben, welche beim Volk als Überwindung der Weltwirtschaftskrise ankamen, als Segen erlebt wurden, welche aber auf Pump finanziert waren und immer davon ausgingen, dass die Rechnungen mit dem bezahlt werden würden, was man aus den im Krieg eroberten Gebieten herauspressen könnte.

Ich glaube nicht, dass das gegenwärtige Wirtschaftssystem den kommenden Krieg tatsächlich anstrebt und längst einkalkuliert hat, wie damals die Nazis es taten. Allerdings gibt es Leute, die behaupten, dem heute herrschenden Weltfinanzsystem sei die Notwendigkeit eines großen, sehr viel zerstörenden Krieges aus innerster Natur heraus eingeschrieben. (Dazu vielleicht mal nach YouTube gehen und einen Professor Wolfgang Berger suchen.)

Dies nämlich gemäß der These, dass das Zinseszinssystem der Kapitalmärkte eine Art Schneeballsystem ist, welches nur solange funktioniert, wie alle Beteiligten annehmen, dass die Gewinne nicht konstant, stetig ansteigen, sondern exponentiell, das heißt in einer nach oben immer mehr gebogenen Kurve. Eine solche Wachstumsannahme entspricht aber nicht dem Charakter der realen Welt, denn sowohl die Ressourcen wie die Konsumgütermärkte der Welt haben irgendwo eine Grenze, über die es nicht hinausgehen kann. Damit dann das Schneeballsystem nicht platzt, sagt Berger, braucht es einen großen Krieg, der sehr viel kaputt macht, hinterher kann es dann wieder steiles Wachstum geben - wie nach dem Zweiten Weltkrieg.

Diese verhängnisvolle Entkoppelung zwischen den Werten, die angeblich am Finanzmarkt existieren (obwohl das in Wahrheit ja gar keine sind, das sind nur elektronische Ziffern, das ist nichts, was irgendwer in die Hand nehmen kann) und den real auf der Welt vorhandenen Werten von Gütern und Leistungen, Effekte also wie, dass der südzypriotische Bankensektor das Achtfache im Jahr an Werten umsetzt von dem, was die Realwirtschaft des Landes tatsächlich leistet, die haben angefangen, als das Bretton-Woods-System aufgehoben wurde, welches in der ganzen Welt seit Kriegsende geherrscht hatte. Das war in den USA und zu Beginn der Siebziger und ist gemacht worden, um die Ausgaben für den Vietnamkrieg schultern zu können. Ab da gab es keine festen Wechselkurse zwischen den Währungen mehr, keine Geldwertdeckung durch Goldreserven, keine Kontrollen der Kapitalmärkte. Und so richtig explodiert ist das Ganze dann ab den Neunzigern, nicht zuletzt in Folge der Unterstützung seitens neoliberaler Regierungen wie denen von George Bush Junior, Tony Blair und Gerhard Schröder.

Das Problem ist ursprünglich keines der Gemeinschaftswährung Euro und der nicht eingehaltenen Standards zu deren Absicherung. Obwohl es das alles nicht einfacher gemacht hat.

Aber es ist natürlich klar, dass die Schulden längst überall so hoch sind, dass sie niemals alle wirklich zurückgezahlt werden können. Was aber heißt: Es muss irgendwann jemand was weggenommen werden - und zwar viel. Was momentan unter "Euro-Rettung" läuft, ist ja im Wesentlichen, dass man es dem gemeinen Volk der Mittelmeerländer wegnimmt, um die Kredite der Banken und also der Finanzmärkte und also der Welt-Superreichenschicht bedienen zu können. Eine andere Möglichkeit wäre, die Staatsschulden der Südländer zu wesentlichen Teilen einfach für gegenstandslos zu erklären. (Und von da an müssten sie gemäß den Euro-Kriterien haushalten.) Dann bekämen wir den Zusammenbruch der angeblich "systemrelevanten" Banken. Die aber ja weltweit alle verflochten sind. Und es würde zu einem gigantischen internationalen Versuch der Superreichen führen, wenigstens das Gros ihrer Anlagen irgendwie noch zu retten. Das heißt, es würden immer mehr Banken zusammenbrechen, es würden immer weniger Leute an das Steinbrück-Merkel-Versprechen glauben, es würde Geld zurückverlangt, das niemand mehr zahlen kann.

Somit würde es zu einer gigantischen Geldentwertung und zu einer sofortigen großen Wirtschaftskrise kommen. Und dies würde selbstverständlich mit diktatorischen, totalitären Maßnahmen beantwortet werden. Da werden dann Staatskräfte aufs eigene Volk schießen, anders geht das gar nicht. Das heißt aber natürlich nicht, dass es vorher eine Verschwörung der Neoliberalen gegeben hätte, eine Wirtschaftsdiktatur zu errichten.

Das Problem liegt darin, dass wir sofort andere Leute wählen müssten als die, die wir bisher gewählt haben. Wir alle können diese Poltiker nicht mehr wählen, die es so weit haben kommen lassen. Bloß, wo ist die Alternative? Wen sollen wir denn dann wählen? Ob wir FDP, CDU, SPD oder Grüne wählen, wir bekommen letztlich immer wieder dieselbe Politik. Das sehen wir ja auch immer daran, wie eilfertig alle diese alles abnicken, was da in Brüssel oder im Merkel-Kabinett angeordnet wurde, ob nun Euro-Rettungsschirm, Solidarpakt, Zypern-Rettung, Griechenlandhilfen oder was auch immer. Das wird uns von diesen Herrschaften doch ständig als alternativlos präsentiert. Was ja heißt: Eine Wahl habt ihr leider wieder nicht, liebes Volk, es muss einmal so gemacht werden, es geht nicht anders. Und das soll dann noch Demokratie sein, wenn man sich andauernd NICHT zwischen Alternativen entscheiden kann.

Diese ganzen Typen kann man nicht mehr wählen. Aber ansonsten kann man ja nur noch die Linken wählen, denn sonst kommt doch niemand rein in den Reichstag. Und da verstehe ich dann schon auch, dass sehr viele Leute eben meinen, die Linken können sie ebenfalls nicht wählen. Also geht gar nichts mehr.

Heute Morgen im Deutschland-Funk gehört von einem "Sachkundigen", den sie interviewten:
"Die Entscheidung, die jetzt bald einmal kommen wird, wird sein: Demokratie oder Kapitalismus."

Ich gebe das nur wieder, ich sage nichts mehr dazu.
 

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