Bierdosenblues

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blackout

Mitglied
Das hattest du dir schön
gedacht, Sven, alter Kumpel: mit dem
Betrieb verheiratet, beim Meister
gut angeschrieben, die Welt braucht
Bierdosen, dir friert nichts ein,
das kann bis zur Rente so gehen.

Das einzige, das letzte Wort
kam vom Herrn der Chefetage,
und das hieß Auslagerung.
Schwer zu begreifen für einen, der
immer loyal und arbeitsam
seine Schicht schob

und dachte, der Betrieb ist seiner,
den kann ihm keiner nehmen,
das geht für alle Zeiten so, durch alle
Krisen und Koalitionen. Was für ein
gutes, sicheres Leben! Glaubte er.
Bis er begreifen musste,

dass nichts bleibt, wie es ist,
dass er ein Rädchen im Getriebe war,
ohne das sehr vieles gehen konnte,
als der große Chef beschloss,
seine ihm zustehende Rendite
ohne unseren Sven zu machen.

Das Auto nicht abbezahlt,
Urlaub, das war einmal, und die Uni
für die Jungs bloß noch Absicht.
Sven begreift die Welt nicht mehr.
Was, verdammt, hatte er nur
falsch gemacht?
 

revilo

Mitglied
oh je, oh je........die achtziger Jahre sind zurück.....da gab es solche Texte zu hauf......der böse, böse Unternehmer in der Chefetage und der arme, arme Arbeiter.... was für ein antiquiertes Weltbild....erinnert mich irgendwie an Text des Liedes "Mononpoli" von Klaus Lage..... ein schöner Text...passte in die damalige Zeit...

aber heute kommt so etwas sehr altbacken daher.....da hab ich schon wesentlich bessere Sachen von dir gelesen.......



Ja, Vater, du bist noch vom ganz alten Schlag,
Seit vierzig Jahren pünktlich ? jeden Tag.
Du warst nie krank und bist noch drauf stolz.
Na und, was soll's?
Wann hast du jemals richtig Urlaub gemacht?
Dein ganzes Leben für'n Betrieb mitgedacht.
Deinen Job macht jetzt ein Stück Silikon.
Wen juckt das schon?
Wen juckt das schon?
Monopoli, Monopoli,
Wir sind nur die Randfiguren
In einem schlechten Spiel.
Monopoli, Monopoli,
Und die Herrn der Schloßallee
Verlangen viel zu viel.
Mama hebt Kaffeegläser auf für'n Gelee.
Du bist schon ewig in der IG Chemie,
Doch darauf warst do echt nicht gefaßt -
So kalt geschaßt.
do warst als Kind für mich der stärkste Mann,
Einer, der irgendwie alles lösen kann.
Doch das hier ist keine Modelleisenbahn.
Was fängst du an?
Fängst du…
 

blackout

Mitglied
Revilo, ich denke, dass der Text immer noch aktuell ist wie in den siebziger Jahren, denn besser und sozialer ist der Kapitalismus inzwischen nicht geworden. Im Gegenteil, dadurch, dass der sozialistische deutsche Staat verschwunden ist, lässt der Kapitalismus alle Hemmungen, die ihm durch ihn entstanden sind, fallen und zeigt sein Raubtiergesicht. Im Gegensatz zu deinem Text, den du mir als leuchtendes Beispiel für einen vorgeblich besseren Text eingestellt hast, zeigt er die Ursachen auf, während dein Text lediglich auf Unerklärlichkeiten abhebt und letztlich unausgesprochen ausdrückt, dass man da nichts machen kann. Verheerend. Aber das hat eben sehr viel mit deinem Unverständnis damit zu tun, dass die Welt erkennbar und veränderbar ist. Und wem genau das passiert ist, was ich in meinem Gedicht zum Thema gemacht habe, der wird mir sagen: Genauso war es. Und wenn es hoch kommt, hat er es inzwischen begriffen, was ihm da passiert ist.

Aber danke fürs Reinsehen. Und lass bitte das Einstellen von eigenen Gedichten sein. Das ist unter der Unprofessionalität.

blackout
 

revilo

Mitglied
Aber danke fürs Reinsehen. Und lass bitte das Einstellen von eigenen Gedichten sein. Das ist unter der Unprofessionalität.

blackoutwie meinen? welches eigene Gedicht ? wieso Unprofessionalität?
 

Monochrom

Mitglied
Mir gefällt es unter dem Gesichtspunkt eines versuchs, lyrik einer breiteren Leserschaft zugänglich zu machen.

Der Text ist nicht hermetisch, nicht verkopft und ufert kaum in schwafelei.

Ich hätte mir das ganze etwas böser und kälter gewünscht.

Man merkt die emphatie des Verfassers.

Das Thema ist nicht zu überwinden und da ist leider das Manko des Textes. Es ist wirklich keine lyrische Innovation dabei. Lediglich das obsolete ausheben von unzählig bereits zu findenden äußerungen.

Ich könnte mir bei so einem Text einmal eine surreale Ausbreitung oder bitterböse Ironie vorstellen...

Oder eine Groteske über den Armen grossindustriellen...

Jedoch stört mich wieder mal Blackouts Gegenangriff auf Kritik, sie wird jedesmal persönlich...

Schade.
M.
 

Kaetzchen

Mitglied
Hi blackout
Ich finde das Thema nach wie vor aktuell und auch wichtig sich dazu zu äußern. Ich würde den Text allerdings mehr verdichten. Mit der ersten und zweiten Strohe hast du eigentlich den Sachverhalt schon
klar dargestellt. Dann würde ich mich für mehr Bissigkeit oder deutlichere Empathie entscheiden.
Die Idee von lapsinont, das Thema aus der Sicht des Chefs ironisch darzustellen, finde ich reizvoll.
Viele Grüße
Kaetzchen
 

blackout

Mitglied
Monochrom, ich breche mal mein Vorhaben, dich wegen deiner unterirdischen persönlichen Angriffe gegen mich zu schneiden, weil mir deine Gedichte wegen ihrer Dekadenz nicht zusagen, und antworte mal auf deinen Kommentar, der einiges Bedenkenswerte und einiges Absurde enthält.

Ich bin der Ansicht, dass das Thema gerade im Hinblick auf die dräuende Krise in nächster Zeit noch sehr aktuell werden kann. Im Moment sind die Konzerne noch bei Kurzarbeit. Aber was nicht ist, kann noch werden. Und das wird es.

Ich danke dir für die Erkenntnis, dass ich bewusst eine einfache (nicht primitive), verständliche Sprache eingesetzt habe, die meiner Ansicht nach auch von "bildungsfernen" Menschen verstanden wird. Sie wollen keine verschwurbelten, "literarischen", sondern vor allem verständliche Aussagen, die ihren Standpunkt vertreten.

Absurd finde ich allerdings, an dieses Thema mit Ironie heranzugehen. Du schlägst weiterhin vor, das Thema aus der Sicht des Unternehmers zu behandeln. Kann man machen, ist zu überlegen. Vielleicht mach ich das noch, allerdings nicht ironisch, sondern entlarvend.

Ich danke dir für den sachlichen Teil deines Kommentars.

blackout

P.S. Wenn du nicht willst, dass ich deine Kommentare abschmettere, dann schreib sachlich und nicht bösartig wie bisher. Das ist der erste Kommentar, der versucht (bei allen Abschweifungen) irgendwas Konkretes und Akzeptables zu beinhalten.
 

blackout

Mitglied
Kätzchen, verdichten kann ich hier nichts, das Nötige muss schließlich dastehen. Und was dasteht, ist nötig. Vielen Dank fürs Reinsehen.

blackout
 

Monochrom

Mitglied
Genau das ist es.

Kätzchen schreibt, Du solltest verdichten


Und Sie hat Recht, aber Du gehst überhaupt nicht darauf ein.

Dein Text ist absolut nicht zeitgemäß.

Der sprachliche Aufbau, allein die Satzstellungen, entsprechen nicht der heutigen Lesart.

Zusatz:
Es ist ebenso mit dem Zynismus und Ironie.

Schau dich um, sowas verstehen Erwachsene sofort.

Die restlichen Äusserungen von deinen Antworten klammere ich besser aus, des Friedens Willens.

Grüsse
Monochrom
 

lapismont

Foren-Redakteur
Teammitglied
M O D E R A T I O N

Hallo blackout,

bitte unterlass persönliche Angriffe. Wenn Du Dich nicht an die Forenregeln halten willst, solltest du die Lupe endgültig verlassen.

lap
 

Mondnein

Mitglied
Die Uni für die Jungs bloß noch Absicht
Das setzt voraus, daß der Papi zuviel Geld verdient hat, sonst bekämen seine Sprößlinge Bafög.

Wie war das noch: Texte dürften nicht unehrlich sein, das sei das wichtigste Kriterium?

Dieser ist nicht ehrlich. Verlogen wie all die Propaganda aus dieser zersplissenen Feder.
 

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