Bilder eines Mannes (gelöscht)

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
A

aligaga

Gast
Ein hübsches Stimmungsbild, das du uns hier zeichnest, Ciconia.

Ein paar Sachen sollte man dir vielleicht trotzdem vorschlagen:

Man hat [blue](habe?)[/blue] Richard T. übel mitgespielt, lese ich in der Zeitung und erschrecke beim Anblick seines Fotos. Ich erkenne ihn sofort wieder, auch nach fast vierzig Jahren.

Sein schmales Gesicht ist faltig geworden. Breite [blue](tiefe?)[/blue]Stirnfurchen, trotzig zusammengekniffene Lippen und heruntergezogene Mundwinkel verleihen ihm eine tiefe Traurigkeit [blue](lassen ihn verbittert aussehen?)[/blue], zeugen von Resignation. Das Sakko scheint viel zu weit für seinen hageren Körper. Er wirkt wesentlich älter als ich [blue](kein guter Vergleich; das klingt ein wenig arg eitel!)[/blue], dabei sind wir doch vom selben Jahrgang [blue](es genügte, zu sagen: "Er sieht bereits aus wie ein Greis")[/blue]. Ein schmerzhafter Eindruck. Einzig die vollen dunklen Haare, nur von wenigen grauen Fäden durchzogen [blue](auf einem Zeitungsbild erkannt man das ganz bestimmt nicht. Vielleicht nur das Haar voll sein lassen und die Farbe vernachlässigen?)[/blue] , bewahren ihm einen winzigen Rest Jugendlichkeit.

Das Bild verschwimmt, ich erinnere mich an den Richard von damals. Vor meinem inneren Auge zeichnen sich ganz sacht die Konturen eines fröhlichen jungen Burschen ab, mit dem ich unbeschwerte Zeiten erlebte, zu dem ich begeistert aufblickte. Ich meine immer noch sein melodisches Lachen zu hören, seine zärtliche Umarmung in der Wärme jenes Sommers zu spüren. Als habe [blue](hätte - es muss hier Konjunktiv II sein!)[/blue] ich mich eben erst aus ihr gelöst.

Den niedergeschlagenen alten Mann auf dem Foto will ich nicht kennen.
 
C

cellllo

Gast
Gerne gelesen.
Auch aligagas kleine Verbesserungen finde ich sehr brauchbar.
Allerdings lese ich lieber "Traurigkeit" als "verbittert",
denn gegen Verbitterung ist kaum ein Kraut gewachsen....
Wenn an Stelle des harten allerletzten Satzes das "Ich" stattdessen die spontane Idee hätte, dass es den Jugendfreund vielleicht mal aufzusuchen könnte, dann würde der Leser mit einem kleinen konjunktiven Lichtblick entlassen.....
cellllo
 
A

aligaga

Gast
Breite Stirnfurchen, trotzig zusammengekniffene Lippen und heruntergezogene Mundwinkel verleihen ihm eine tiefe Traurigkeit
ist leider ganz schlechtes Deutsch. Falten und Mundwinkel machen oder verleihen nicht tiefe Traurigkeit, sondern signalisieren oder zeigen sie. Sie könnten ihm bestenfalls eine trauriges Gesicht machen oder verleihen.

Traurigkeit ist ein innerer Zustand, kein äußeres Merkmal.

Gruß

aligaga
 

Ciconia

Mitglied
Hallo aligaga,

vielen Dank für Deine Verbesserungsvorschläge.

Mit den beiden Konjunktiven habe ich diesmal sehr gekämpft, und ich bin nach wie vor nicht ganz sicher, was richtig ist. Im ersten Fall tendiere ich weiterhin zu meiner Version, denn dass man Richard T. übel mitgespielt hat, ist eine Tatsache und keine Vermutung. Im zweiten Fall hast Du wohl Recht. Ich glaube, ich werde es ändern.
Er wirkt wesentlich älter als ich (kein guter Vergleich; das klingt ein wenig arg eitel!),
Ein wenig Eitelkeit darf ruhig sein, denn haben wir uns nicht alle schon einmal mit Gleichaltrigen verglichen, auf Klassentreffen oder ähnlichen Veranstaltungen? Oder ist dieses Verhalten nur bei Frauen besonders ausgeprägt?
(es genügte, zu sagen: "Er sieht bereits aus wie ein Greis").
Der Ausdruck „Greis“ scheint mir zu hart, sooo alt sollte er nun auch wieder nicht aussehen.
auf einem Zeitungsbild erkannt man das ganz bestimmt nicht. Vielleicht nur das Haar voll sein lassen und die Farbe vernachlässigen
Ich denke, es kommt auf die Größe des Fotos an. Wenn’s nun eine online-Zeitung wäre, womöglich in Farbe? Wäre doch kein Problem, oder? Aber wenn’s nicht überzeugend klingt, bin ich gern bereit, den Zusatz wegzulassen.
ist leider ganz schlechtes Deutsch. Falten und Mundwinkel machen oder verleihen nicht tiefe Traurigkeit, sondern signalisieren oder zeigen sie. Sie könnten ihm bestenfalls eine trauriges Gesicht machen oder verleihen.
Ach komm, aligaga, unter schlechtem Deutsch verstehe ich etwas anderes. Besser so?:
Sein schmales Gesicht ist faltig geworden. Breite Stirnfurchen, trotzig zusammengekniffene Lippen und heruntergezogene Mundwinkel verleihen ihm [blue](dem Gesicht)[/blue] einen Ausdruck tiefer Traurigkeit.
Gruß Ciconia
 

Ciconia

Mitglied
Hallo cellllo,

danke für Deinen Kommentar.
Wenn an Stelle des harten allerletzten Satzes das "Ich" stattdessen die spontane Idee hätte, dass es den Jugendfreund vielleicht mal aufzusuchen könnte, dann würde der Leser mit einem kleinen konjunktiven Lichtblick entlassen.....
Ach nein, bloß nicht! Die (verklärten) Erinnerungen sind doch oft schöner als die bittere Realität …

Gruß Ciconia
 
K

kal

Gast
hallo ciconia,
ich finde den text gut wie er ist.

er ist sehr realitätsnah. denn wer hat nicht schon den einen oder anderen von früher wiedergetroffen und war zu tode erschrocken wie der mensch von damals sich verändert hat.
ging mir schon oft so.
auch, dass mancher älter wirkte als man selbst .. ich finde, es hat nichts mit eitelkeit zu tun, sondern mit dem überraschungseffekt.

besonders wenn mann/frau ein lieblich von vor 20/30 jahren wiedertrifft ... diese schauer momente ... bbrrrr!!

ich bin froh über deinen text. endlich weiß ich: es geht nicht nur mir so :D


gute nacht und lg
kal
 
D

Die Dohle

Gast
Hallo Ciconia,
schade, aus welchem Grund verweigert Ich dem Betrachteten, jegliche Würde. Diese Umstand nimmt Ich ebenfalls den Respekt. Ist das Absicht? Weshalb?

lg
die dohle
 

Ciconia

Mitglied
Moin Dohle,

ich bin bestürzt: Woraus schließt Du, dass das Ich dem Betrachteten die Würde verweigert? Das war keinesfalls beabsichtigt! Ich schrieb
Ich erschrecke
Ein schmerzhafter Eindruck
und beschreibe den Moment des Erkennens, dass der Betrachtete ganz und gar nicht mehr dem (vielleicht auch verklärten) Bild von früher entspricht – nicht mehr und nicht weniger.

Gruß Ciconia
 
D

Die Dohle

Gast
Hallo Ciconia,
die Bestürzung ist nicht notwendig. Aber vielleicht kann Dir meine Lesart Deines Textes eine Anregung liefern, jedenfalls hoffe ich das.

Soweit ich verstehe, ist es Deine Absicht, darzustellen, wie ein verklärtes in der fernen Vergangenheit stecken gebliebenes Bild mit der Realität jetzt kollidiert. Der Schrecken, die Bestürzung, die das auslöst ...

Meine Fragen ergeben sich einzig aus dem allerletzten Satz, da der die beiden Bilder, Einst und Jetzt, in der Art vermittelt, dass das Jetzt aus meiner Sicht nicht Bestürzung dokumentiert, sondern: So, wie du jetzt daherkommst, will ich dich nicht sehen. Ich kenne dich nicht. Ich will dich nicht kennen. Hau ab!

Ich weist den Gegenüber mit Haut und Haaren anlässlich der romantisch-zementierten Jugendbilder ab. Dies bedeutet, Ich verweigert, den nun fremd gewordenen neu kennen zu lernen.

Soweit der Text dies zu dokumentieren beabsichtigt, ist alles gut. Geht gut, ist gut.
Soweit jedoch die empathische Bestürzung des Ich dokumentiert werden sollte, wie ich aus deiner Antwort lese, müsste der letzte Satz aus meiner Sicht anders gesetzt werden. Es sollte eine erschrockene Neugier, sag ich mal, sichtbar werden. Jetzt lese ich eine bedingungslose Abweisung.

... hoff, Du kannst mit diesen Gedanken zu deinem Text etwas anfangen.

lg
die dohle
 
C

cellllo

Gast
DANKE liebe Dohle !
Haltung und Denken der heute munter Schreibenden
ändert sich vielleicht dann, wenn ihre Kinder und Enkel evtl.
eines Tages "erschrecken" und sich in fatal verwandter Art abwenden,
"leider keine Zeit haben" usw....
"Wer Wind sät......"
cellllo
 

Ciconia

Mitglied
Danke, liebe Dohle, für Deine Erklärungen, und doch: ich bin immer noch bestürzt.
Jetzt lese ich eine bedingungslose Abweisung.
Warum diese Härte? Warum sollte das Ich einen Mann, den es vor etwa vierzig (!) Jahren gekannt und vielleicht sogar geliebt hat, noch einmal neu kennen lernen? Zumal er vielleicht sonstwo auf der Welt lebt und die zwei Leben nach all der Zeit überhaupt nichts mehr miteinander gemeinsam haben?
Ich meine immer noch sein melodisches Lachen zu hören, seine zärtliche Umarmung in der Wärme jenes Sommers zu spüren. Als hätte ich mich eben erst aus ihr gelöst.
Das Ich möchte sich unter diesen Umständen das Bild des Mannes von damals bewahren und durch nichts trüben lassen. Es legt deshalb die Zeitung ganz schnell aus der Hand. Das ist keine Abweisung, das ist nicht würdelos – das ist für mich eine nachvollziehbare menschliche Reaktion, die sich in keiner Weise gegen den Betrachteten richtet.
Schade, dass Du (und wohl auch cellllo) das nicht so siehst.

Gruß Ciconia
 
D

Die Dohle

Gast
Hm, hallo Ciconia,
ich verstehe und respektiere Deine Absicht. Und, ich sehe, du scheinst Worte anders zu benützen, als ich das tue. Für Dich drückt dieser letzte Satz präzise Deine Absicht aus. Ich hingegen lese diesen Satz, wie oben beschrieben.

Wie ebenfalls gezeigt, ergeben beide Lesarten Sinn und Gehalt. So lange dieser Umstand als unbefriedigend aufzufassen wäre, müssten wir zwei nun unseren Sprachgebrauch aufdröseln und sehen, ob da Konsens herzustellen möglich wäre mit dem Ziel, einen für beide bzgl. Deiner Absicht entsprechend gültigen Satz zu finden.

Persönlich empfinde ich es jedoch nicht als Mangel, dass der Text derart kontroverse Lesarten zutage fördert. Im Gegenteil, Du hast mich gelehrt, dass meine Art Worte aufzunehmen, nicht die alleingültige sein kann, zumal Deine Lesart wertschätzenden Zuspruch erfährt. Einander fremde Universen streifen sich und legen Fragen nahe: Die grundlegende Essenz der Schreiberei.

Eine schöne Sache, die vielleicht schönste überhaupt.

Ich hirne mal, vielleicht kann ich Dir einen Vorschlag machen aus meiner Sicht, ist nicht unbedingt simpel, sehe ich ...

einstweilen lg
die dohle
 
D

Die Dohle

Gast
Nachtrag, hallo Ciconia,

na siehste, da liegt die Ursache für die unterschiedliche Lesart:

Du schreibst:

#

Warum diese Härte? Warum sollte das Ich einen Mann, den es vor etwa vierzig (!) Jahren gekannt und vielleicht sogar geliebt hat, noch einmal neu kennen lernen? Zumal er vielleicht sonstwo auf der Welt lebt und die zwei Leben nach all der Zeit überhaupt nichts mehr miteinander gemeinsam haben?

#

Ich hingegen bin etwa so gewickelt:

Vor etwa 3 Jahren starb die Frau, mit der ich zum ersten mal amtlich geknutscht habe. Zwar gab es bis dahin hin und wieder Kontakt, der jedoch über allgemeine Oberflächlichkeiten nicht hinauskam, soll heißen, ich wusste nichts darüber, was diese Frau seit den alten Tagen umtreibt und bewegt. Anlässlich der Totenfeier, die ehemalige Klicke reiste geschlossen an, geschah exakt, was du beschreibst. Meine in der Vergangenheit stecken gebliebenen Bilder prallten für mich ungewöhnlich schmerzhaft mit der Toten im offenen Sarg zusammen.
Mit dem feinen Unterschied, ich stellte fest: Ich will wissen wer diese Frau heute ist. Ist sie glücklich gewesen? Was ist aus ihr geworden? Mich interessiert das.
Leider war unter den Umständen nicht mehr ohne weiteres möglich, Antwort auf meine Fragen zu bekommen. Der vielleicht größte Schmerz.

Soll heißen, ich lese Deinen Text nicht irgendwie, -als abstrakt aufzufassendes Kunstwerk vielleicht, sondern als eine, mich persönlich anrührende Botschaft. Derart mir nahestehende Menschen, wie Du beschreibst, deren Schicksal wird mich interessieren, so lange ich lebe, schließlich haben sie wesentlich Leben mit mir geteilt. Egal ob sie heute strahlende Sieger sind oder Gestrandete unter einer Brücke. Ich selbst werd ja auch nicht unbedingt schöner ... ;-)

Evtl. wird nun verständlich, weshalb ich an diesem letzten Satz Deines Textes wie beschrieben hängen geblieben bin.
Dies als beispielhafte Darlegung, was es mit dem geschriebenen und gelesenen Wort hinsichtlich Autorenabsicht und Leserrezeption auf sich haben kann. Keinesfalls möchte ich in der Art verstanden werden, als dass Du Deinen Text meinen Befindlichkeiten zu unterwerfen hast. Eher ein Lehrstück vielleicht, der Faden in dieser Hinsicht ...

lg
die dohle
 
A

aligaga

Gast
Eigentlich wollte ich mich nicht mehr einmischen, denn alles, was es m. E. zu "verbessern" gegeben hätte, habe ich schon gesagt. Jetzt möchte ich aber doch noch zweierlei anbringen:

1. Zu den Konjunktiven:

Die indirekte Rede (ich habe gelesen, er sei wohlhabend; ich hörte, er habe kein Geld mehr) steht im besseren Deutsch immer im Konjunktiv I oder II.

Ist eine Behauptung offensichtlich unglaubwürdig, dann Konjunktiv II ("Irrealis"): Aligaga behauptet doch glatt, er könnte perfekt Deutsch.

2. Zum Vorwurf der Soziopathie:

Dass die Protagonistin des Stückerls mit dem offenbar gestrandeten Typen 40 Jahre nach dem letzten Beieinandersein nichts mehr zu tun haben will, ist nicht nur nachvollziehbar, sondern in jedem Falle auch ihr gutes Recht. Dohle übersieht bei ihrem Vorhalt seelischer Grausamkeit, dass die Prota dem Schiffbrüchigen ja gar nicht begegnet ist, sondern ihn nur aus der größten Ferne betrachtet, die's überhaupt geben kann: sie guckt ein Foto und findet ihn schrecklich geworden.

Es ist durchaus legitim, einen Mann oder eine Frau 40 Jahre "danach" nicht mehr begehrenswert zu finden (etwas anderes sagt die Prota ja gar nicht). Es gibt Legionen von Ehefrauen, die ihrer Ehemänner schon weit, weit vor dem 40. Hochzeitstag überdrüssig sind und sie in die Wüste schicken (Scheidung!). Nur die ganz Harten im Garten tun ihnen "Rohr frei" ins Bier.

Unsere Prota darf also durchaus frösteln, wenn sie das Knittermännchen in der Zeitung erkennt; sie darf das Journal bedenkenlos und rasch zumachen und muss sich daraus ganz bestimmt kein Gewissen machen.

Persönliche Schicksale, nota bene völlig anders gelagerte, bei der Kritik am Text (Text!!) Dritter als "Beweis" für Behauptungen heranzuziehen, hilft niemandem weiter. Was hätte solches mit Textarbeit oder inhaltlicher Kritik zu tun?

Grüße

Aligaga
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Dohle,

ich finde es durchaus legitim, dass ein Text unterschiedliche Assoziationen erwecken kann – abhängig vom jeweiligen Gemütszustand des Lesers, seiner Lebenserfahrung und was weiß ich sonst noch. Unterschiedliche Lesarten sprechen doch nur für den Text, dafür, dass er nicht ganz flach daher erzählt ist.
Allerdings – und das hast Du ganz richtig erkannt – kann kein Text den Befindlichkeiten eines Lesers untergeordnet werden.
Und, ich sehe, du scheinst Worte anders zu benützen, als ich das tue. Für Dich drückt dieser letzte Satz präzise Deine Absicht aus.
Ich bin hier versucht zu antworten: Ja, was denn sonst? Ein präziser Satz – eine präzise Absicht. Das ist meine Art zu schreiben, und es mag damit zu tun haben, dass ich mich jahrzehntelang ausschließlich mit kaufmännischem Schriftverkehr herumgeschlagen habe, bevor ich vor erst zwei Jahren mit dem Schreiben von Prosa (und sogar vereinzelt Lyrik) begann. Und es mag ferner der Grund dafür sein, dass ich beim Lesen vieler Lyrik-Texte Verständnisschwierigkeiten habe. Nicht, dass mir die Phantasie fehlte – aber sie sind mir oft nicht klar und eindeutig genug, und das macht mich ein wenig hilflos. Aber ich lerne.

Noch eines hast Du klar erkannt:
Ich selbst werd ja auch nicht unbedingt schöner
Vielleicht zögert man auch deshalb, sehr alte Bekannte nach vielen Jahren noch einmal wiederzutreffen …

Danke für Deine Ausführungen, ich fand sie sehr interessant und lehrreich.

Gruß Ciconia
 

Ciconia

Mitglied
Hallo aligaga,

danke für Deine nochmaligen Ausführungen.

Meines Erachtens gehst Du ein wenig zu hart mit der Prota um – sie hat ihn nicht als „gestrandeten Typen“, „Schiffbrüchigen“ oder „Knittermännchen“ bezeichnet, sondern sieht ihn als einen frühzeitig gealterten Menschen, dem „übel mitgespielt“ wurde, in welcher Hinsicht auch immer. Vielleicht ein einmaliges Ereignis, das es bis zu einer Zeitungssnotiz gebracht hat.
Er tut ihr leid, das drückt sie ganz eindeutig aus. Auch dass sie nichts mehr "mit ihm zu tun haben will“, ist nicht ganz richtig gedeutet. Offensichtlich erinnert sie sich ja sehr gern an ihn, aber die Zeiten und die Umstände haben sich halt in vierzig Jahren komplett geändert, das akzeptiert sie, und das ist gut so.

Gruß Ciconia
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Oben Unten