Bis zum nächsten Frühling, vielleicht

4,00 Stern(e) 7 Bewertungen

Ciconia

Mitglied
ich möchte ja kein "Spielverderber" sein
Och, Andreas, da kenne ich schlimmere … :D

Ich brauche gar nicht lange nachzudenken: auf der Bank ist besser, da hast Du Recht.
Für das horten fiel mir noch verwahren ein. Wie wär’s damit? Ich warte erst einmal mit dem Ausbessern.

Danke für Deine Vorschläge!

Gruß Ciconia
 

Ciconia

Mitglied
Ich glaube, ich belasse es wirklich beim „Horten“, auch wenn der Begriff heute eine leicht abwertende Bedeutung erlangt hat. Wikipedia schreibt dazu:

Horten ... bedeutet, Gegenstände oder Sachen wegen ihrer Kostbarkeit oder Knappheit zu sammeln und über den Eigenbedarf (bis zur möglichen Wiederbeschaffung) hinausgehend als Vorrat anzulegen.

Das ist genau das, was ich ausdrücken möchte.

Ich danke noch einmal allen Beteiligten für die Unterstützung!

Gruß Ciconia
 

Ciconia

Mitglied
Sanft schaukelt gelber Sonnenhut
im milden Septemberwind.
Sonnenblumen mit schweren Köpfen
verneigen sich vor dem großen Sommer
der noch nicht gehen mag.

Silbern glänzende Libellen
durchschwirren
ihren eigenen Sommertraum.

Die schlummernde alte Frau
auf der Bank am Gartenteich
hortet letzte Sonnenstrahlen.
Bis zum nächsten Frühling, so Gott will.
Vielleicht auch für immer.​
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Marie-Luise,

sammeln hat für mich vorrangig die Bedeutung des Zusammentragens, aber nicht des längerfristigen Aufbewahrens, wie es in der Wiki-Erklärung ausgeführt wird.

Gruß Ciconia
 

Ciconia

Mitglied
Das mag sein, Marie-Luise, aber ich habe mich entschieden, weil horten nach meinem Sprachgefühl der treffendste Begriff ist.

Gruß Ciconia
 

Perry

Mitglied
Hallo Ciociona,

ich mag das "horten" auch, weil es neben aufbewahren auch den Hort als Ort der Geborgenheit in sich trägt.
Lyrisch konstruktiv würde ich auf einige Wortwiederholungen (Sonnen, Sommer), Adjektive und Bildredundanzen verzichten, aber das ist hauptsächlich Stil- und Geschmackssache.
LG
Manfred

PS: Als Anregung eine verdichtete Version:

Gelbe Igelköpfchen schaukeln
im Septemberwind.
Sonnenblumen mit schweren Körben
verneigen sich vor dem Sommer
der noch nicht gehen mag.

Silberne Libellen durchschwirren
ihren eigenen Tagtraum.

Die schlummernde alte Frau
auf der Bank am Gartenteich
hortet letzte Sonnenstrahlen.
Bis zum nächsten Frühling,
so Gott will.
 

Ciconia

Mitglied
Moin Perry,

den Bezug auf den Hort hatte ich gar nicht bedacht, mir schien der Begriff horten nur gefühlsmäßig passend. Jetzt gefällt er mir noch besser.

Du hast Recht, ich war wohl ein wenig zu sommer-sonnen-trunken bei diesem Gedicht. Allerdings müssen die Sonnenhüte (siehe vorangegangene Diskussionen!) unbedingt bleiben. Aber den Libellen habe ich nun Tagträume verpasst.

Danke, dass Du Dir Zeit für dieses Gedicht genommen hast.

Gruß Ciconia
 

Ciconia

Mitglied
Sanft schaukelt gelber Sonnenhut
im milden Septemberwind.
Sonnenblumen mit schweren Köpfen
verneigen sich vor dem großen Sommer
der noch nicht gehen mag.

Silbern glänzende Libellen
durchschwirren
ihre eigenen Tagträume.

Die schlummernde alte Frau
auf der Bank am Gartenteich
hortet letzte Sonnenstrahlen.
Bis zum nächsten Frühling, so Gott will.
Vielleicht auch für immer.​
 

Ciconia

Mitglied
Moin rogathe,

ich finde, diesen Zeitenwechsel verträgt das Gedicht nicht. Ich würde das Bild gern im Präsens beibehalten.
Danke trotzdem für Deine Idee.

Gruß Ciconia
 

Oben Unten