Bitte glaubt mir nicht!

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Penelopeia

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Bitte glaubt mir nicht – oder: Unsere schöne, neue Medienwelt

Schriftsteller wie Thomas Mann, Lion Feuchtwanger oder auch Philip Parker – wer ihn noch nicht kennt: Er ist Autor von 86000 Büchern, jedenfalls bis zum Jahr 2010, da war er 47 Jahre, was bedeutet, dass er, im gleichen Tempo weiterschreibend, eventuell auf das Doppelte kommen könnte! – haben etwas Faszinierendes und zugleich Abschreckendes: Ihr Werk ist riesig, exemplarisch für eine ganze Epoche und – zumindest trifft das für die beiden Erstgenannten zu – in großen Teilen apodiktisch und somit über (fast jeder) Kritik stehend.
Man fühlt sich gehalten – manchmal auch gezwungen –, die Gesamtwerke solcher Giganten des Geistes vollständig zu lesen. Natürlich schafft das keiner, wenn er einem nichtliterarischen Job nachzugehen gezwungen ist, wenn er also tagsüber profane Arbeiten ausführt, als Hausmeister, Hundefänger oder Zuhälter zum Beispiel, und so einen Großteil der wertvollen Studien- und Lesezeit anderweitig investieren muss, in den Austausch tropfender Wasserhähne zum Beispiel, oder in die Betäubung widerspenstiger Köter, oder in – naja, in Frauen, Männer, deren komplizierte monetäre Verflechtungen und den ganzen Rest.
Und wenn sich doch einer aus Angst, ihm könnten wesentliche Lebenserkenntnisse entgehen, des Lesens erwähnter literarischer Perlen befleißigt, sieht man ihm das schon bald an: aus den Augenringen springende Müdigkeit, zitternde Augenlider, durchscheinend blasse Haut, nikotinisierte Finger, vom Rotwein belegte Zunge, Bauchspeck, hängende Schultern, allgemeiner Haltungsverfall, schlechter Atem, miese Laune…
Die Großmeister des Wortes stürzen uns in ein Dilemma: Wir stehen vor der Wahl, die kostbaren Geistesfrüchte auf unserem brachliegenden Denk-Acker zu stapeln in der Hoffnung, sie möchten schon balde lebendigen Samen in den Wüstensand unserer vertrocknenden Synapsen-Krume streuen, aus dem kräftige neue Geist-Triebe sprießen. Oder die Entwicklungshilfe auszuschlagen und sich um die Kultivierung des eigenen Kleingeist-Gemüses zu kümmern.
Die erste Möglichkeit hat den Vorteil, dass wir uns kanonisches Wissen aneignen. Wir können uns damit schmücken, wir können glänzen und uns wichtig geben. Die üble Folge: Wir reden und schreiben wie die Geister, für deren Früchte und Samen wir unser Feld bereitwillig und unkritisch zur Verfügung stellten. Wir wirken unselbständig, eitel und bildungsbeflissen.
Die zweite Möglichkeit hat den Nachteil, dass wir nicht mit ausgemachter Sicherheit zu einer reichen Ernte kommen: Unsere ganz privat gehegten Geist-Pflänzchen können mickern, sie können auch regelrecht marginalisiert, zerdrückt, pulverisiert werden.
Oder man übersieht sie komplett.
Einen Vorteil hat die zweite Variante dennoch: Was da wächst – und sei es noch so kümmerlich – wächst aus uns! Es ist eigene Saat und Ernte!
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Wenn ich mir vorstelle, jeder von uns wäre ein Thomas Mann oder ein Lion Feuchtwanger, befällt mich ein Grausen: Man stelle sich die Zahl der erforderlichen Bücherregale vor! Man denke an die Zeit, die jeder aufbringen müsste, um all die großartigen und unbedingt lesenswerten Werke der anderen zu lesen und zu verstehen! Man male sich die armen Schüler aus, die jene Berge von „Weltliteratur“ zu analysieren hätten, ihre eigenen eingeschlossen! Wer hätte noch Zeit für einen Spaziergang, für ein Bier am Feierabend, für ein Musikantenstadel mit Helene Fischer oder Florian Silbereisen!? Die Welt, sie würde lesend, denkend, analysierend stille stehen und letztlich untergehen…
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Und wenn es doch so wäre, wenn also jeder Mensch kluge Bücher schriebe, geniale Filme drehte, berauschende Musiken komponierte? Ja, dann wäre es – ungefähr so, wie es seit einiger Zeit zu sein scheint: Ein Großteil der klugen Bücher bliebe unbeachtet, die meisten der genialen Filme würden nur einmal oder eher keinmal von Arte oder Sat 3 gezeigt, die berauschenden Kompositionen fänden nur zum geringsten Teil Eingang in die Tinnitus geplagten Ohren unserer Zeitgenossen. Kurz gesagt: Das Gros der genialen Geistesfrüchte würde gar nicht wahrgenommen, folglich

existierte es nicht.
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Die letzte Überlegung führt zu einer weiteren Schlussfolgerung: Es ist nicht entscheidend, wieviele hervorragende, nobelpreisverdächtige Werke und Geistesprodukte die Welt überschwemmen, entscheidend ist, wieviel wir davon wahrnehmen und verstehen

können.

Das Quantum wird bestimmt von unseren rezeptorischen Fähigkeiten! Die sind begrenzt, was auch gut ist. Ich stelle mir einen Strom von Bildern, Tönen, Gerüchen, Druck-, Feuchte- und Temperaturempfindungen vor, der auf unsere Sinnesorgane einprasselt. Die nehmen nicht wahllos alles auf, sondern filtern, und zwar einmal das, was sie brauchen, zum Zweiten in einem Spektrum, für das die Evolution sie hat reifen lassen; zum Dritten in einer Menge, die sie bewältigen können. Wird der Informationsstrom zu groß, zu breit, sind Aufnahme und Verarbeitung nicht mehr möglich. Die Flut versickert anderwärts, zumeist im Nichts. Ist der exogene Datenstrom kleiner als das Aufnahmevermögen unserer Sinnesorgane, entsteht eventuell eine gefühlte innere Leere, ein Vakuum des Geistes und der Empfindungen, wir werden traurig, depressiv. Oder unser Ich entspannt sich und speist über die freien „Kanäle“ verschüttete oder verdrängte Informationen aus unserem halb- oder unterbewussten Bereich ins „Helle“, in die „reflektierte Zone des aktiven Bewusstseins“ ein. Ein Beispiel dafür wäre die Inspiration, die manchen Menschen, die sich in Wüsten aufhalten, zuteil wird: Erst die völlige Ruhe, die Abgeschiedenheit, das Sein an einem Ort, an dem quasi so gut wie nichts mehr geschieht, öffnet ihnen die Augen…
Die These von der Begrenztheit unserer rezeptorischen Fähigkeiten führt wieder zu der bereits geäußerten Behauptung, Kunstwerke und der schöne (Medien-)Rest existierten nur, wenn sie auch rezipiert werden. Jedes Bit und jedes Mammutwerk, und enthalte es die gesicherte Ankündigung des Messias oder die seit Ewigkeiten gesuchte Weltformel, ist nicht existent, wenn die Grenzen unserer Wahrnehmungsfähigkeit überschritten sind. Für Philip Parker trifft das in schmerzhafter Weise zu: Wer kennt eines seiner 86000 Werke, die Titel tragen wie „Der Ein- und Ausfuhrmarkt für Haushalts-Kühlschränke in der Tschechischen Republik“ (104 Dollar), „Das Noonan-Syndrom - eine Bibliographie für Ärzte, Patienten und Erbgut-Forscher“ (28,95 Dollar) oder etwa „Die Aussicht für den weltweiten Eisenerz-Bergbau von 2007 bis 2012“ (795 Dollar). (Zitat: SZ, 2010) Wer ist bereit, in der Fülle von Parkers Büchern nach jenem zu suchen – vorausgesetzt, es wurde geschrieben –, das den Messias ankündigt?
Aus vorstehenden Überlegungen lässt sich die Forderung nach einem sinnvollen und menschgemäßen Umfang des Informationsstromes ableiten: Er sollte eine festgelegte Größe nicht über- und auch nicht dauerhaft unterschreiten. Wird der exogene Informationsstrom größer als das Aufnahme- und Verarbeitungsvermögen unserer Sinnesorgane, läuft er ins Leere und wird überflüssig, wirkungslos oder – falls er uns doch erreicht –, störend, nervend, zersetzend; wird er kleiner, leiden wir an Unterforderung oder füllen ihn, falls die „Substanz“ da ist, selbst auf.
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In den letzten Jahren häufen sich die Behauptungen, die neue Medienwelt führe durch das inflationäre Anwachsen der Informationsmengen zu einer Verwirrung der Menschen, dieweil sie im Wust der unterschiedlichen Meinungen und Darstellungen nicht mehr zwischen Wahrheit und Lüge, zwischen Tatsachen und Fakes unterscheiden könnten.
Diese Behauptung scheint mir ein eigener Fake zu sein, sie widerspricht zum einen der These von der Begrenztheit unserer rezeptorischen Fähigkeiten. Und wüchse die Menge der Informationen auf das Hundert- und Tausend- und Abermillionenfache, und wären diese Informationen allesamt so bedeutsam und wertvoll wie ein Roman von Thomas Mann oder Lion Feuchtwanger: Wir könnten sie nicht rezipieren und somit nicht zu einer Existenz in unserem Bewusstsein verhelfen.
Zum anderen dürfte es niemals eine „reine Wahrheit“ gegeben haben. Oder anders: Die Unterstellung der „Verfälschung von Wahrheit“ unterstellt die Existenz einer „Wahrheit an sich“. Nun dürfte es den meisten langsam dämmern, dass es mit der Wahrheit so eine Sache ist. Seit Menschengedenken werden Informationen von Menschen manipuliert, verfälscht, geschönt, hinterm Berg gehalten oder aufgebauscht, übertrieben, mit Tendenzen ausgestattet. Seit Menschengedenken gehen den verfälschten Infos, verdrehten Wahrheiten, erdichteten Mythen, glänzenden Märchen recht viele, meist allzu viele, auf den Leim. Seit je gibt es nicht „die Wahrheit“, sondern so viele Wahrheiten als da Standpunkte sind von Interessengruppen, Klassen, Völkern, Vätern, Müttern, Kindern… Selbst Katzen haben ihre Wahrheiten, vermute ich.
Was sollte sich geändert haben? Was sollte neu sein an unserer schönen neuen (Medien-)welt? Höchstens doch die Mittel, mit denen Informationsströme in die Welt entlassen und mit denen auf Menschen gezielt wird wie weiland mit primitiven Waffen. Die Mechanismen der Führung, Verführung, Manipulation, Unterwerfung sind im Wesentlichen die gleichen wie vor hundert oder dreitausend Jahren, so wie unsere Ohren, unsere Augen, unsere sonstigen fühlenden oder gefühllosen Körperteile sich nicht von denen unserer Vorfahren unterscheiden. (Einen Abstrich mache ich an dieser Stelle: Die Haltung der Menschen ändert sich seit Einführung von PC’s und Smartphones, sie gehen gekrümmter, das Knochengerüst verfällt und sie werden schneller kurzsichtig.)
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Wenn ich meine Überlegungen einmal in die Praxis übertrage, komme ich zu scheinbar aberwitzigen Schlüssen: Zu viele Filme: sinnlos. Noch mehr Bücher: umsonst. Noch mehr Nachrichten in immer kürzeren Abständen: in den Wind ge… Die meisten Telefongespräche: kann man sich sparen.
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Aktives kritisches Denken ist das einzige Mittel gegen die Verfälschung von Fakten und ein elastischer Airbag gegen Informationsmüll, es ist Filter, Prallwand und Begrenzer zugleich für den unablässigen und dauerhaft anschwellenden Strom überflüssiger Informationen, die uns beeinflussen sollen und wollen. Solches Denken und Wahrnehmen hat zu allen Zeiten existiert und war zu allen Zeiten leider nicht sonders verbreitet: da hat sich nichts geändert.
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Nachdem ich nun alles erklärt habe, hoffe ich inständig, dass meine Meinung auf einem Irrtum beruht, ich mich in Widersprüche verstrickt und die Wahrheit verfälscht habe.
Bitte glaubt mir nicht!
 

wirena

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Hallo Penelopaia – besten Dank für die vielseitigen Infos und Gedankenvermittlung. Deiner Aufforderung gemäss habe ich Dir nur ½ geglaubt und fand im Internet Philip Pakersmethode, wie er (derzeit, Stand Januar 2013 belaufen sich die Buchpublikationen laut Parkers Aussage auf 1.000.050 Bücher) diese Unmengen von Büchern veröffentlichen kann. Wäre interessant zu erfahren, wieviel Umsatz, Reingewinn er daraus erwirtschaftet… Nun, vielleicht wird ja für die kommenden Generationen einen Chip entwickelt, der implantiert werden kann, um diese Informationsflut speichern und verarbeiten zu können. Ob dies der Menschheit dienlich sein wird/ist, ist eine andere Frage, die ich zum Glück nicht beantworten muss und schnell wieder vergessen kann.
 
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hein

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Hallo Penelopeia,

meine rezeptorischen Fähigkeiten reichten gerade bis zur Hälfte deiner Ausführungen. Danach konnte ich es nur noch überfliegen.

Meine Gedanken dazu:

Wenn jeder nur damit beschäftigt wäre, entweder Kunst zu produzieren und/oder zu konsumieren würde doch die Welt nicht lange mitmachen. Wer sollte sich dann um die tropfenden Wasserhähne, die Betäubung widerspenstiger Köter, oder auch um die Frauen kümmern?

Auch kritisches Denken setzt doch eine Basis voraus, von der aus man die anströmenden Informationen einordnen und kanalisieren kann. Die guten Sachen ins Köpfchen, die Fakes in die Gosse.

Früher hing dieses Basiswissen davon ab, ob es eher auf Tagesschau, HEUTE oder SPIEGEL beruhte, oder doch mehr aus den Tiefen der BILD-Zeitung kam.

Heutzutage wird man wohl am ehesten davon beeinflusst in welchen Gruppen in den sozialen Medien man sich bewegt. Die eingebauten Algorithmen passen schon auf, dass von der Gruppentendenz anweichende Informationen gar nicht erst ankommen.

LG
hein
 
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wirena

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Hallo hein

Zitiat:…. Die eingebauten Algorithmen passen schon auf, dass von der Gruppentendenz anweichende Informationen gar nicht erst ankommen.
Dieser „freudsche Verschreiber“ weckt mein Interesse, lässt mich schreiben:

Ich denke du dachtest an abweichende Informationen, die gar nicht erst ankommen. Schön dein Vertrauen in die Algorithmen. Dieses kann ich mit dir teilen. Doch nicht im Sinne, dass Abweichendes gar nicht erst ankommt. Ist der Geschichte nicht abzulesen, dass es erst zu einer realisierten Unmenschlichkeit, Krise, einem Kollaps, Gau, etc. kommen muss, bis aus dieser Erfahrung neue Algorithmen korrigierend eingreifen?

LG
wirena
 
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steyrer

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Hallo Penelopaia!

Für die beschriebene Überforderung gibt es den wunderbaren Ausdruck „Postkutschenblick“. Den ersten Bahnreisenden soll ja bekanntlich speiübel geworden sein, weil sie sich beim Blick aus dem Fenster gewohnheitsmäßig an der nächsten Umgebung orientierten – wie bei einer Postkutsche – und nicht am Horizont.

Die Erwähnung von Philip Parker und seinen automatisch generierten Büchern finde ich interessant. Ich denke, solche Werke werden ausschließlich von anderen Computern gelesen, aber womöglich reicht das auch schon, damit es sich rentiert.

Wer originell und authentisch ist, wird geradezu zwangsläufig marginalisiert. Schließlich haben die Wörter merkwürdig und eigenartig auch nicht die positiven Bedeutungen, die ihnen eigentlich zukämen.

Bei den literarischen Klassikern empfehle ich eine Vorgehensweise, wie sie bei katholischen Heiligen üblich ist: Man suche sich einen aus und vor dem sinke man dann regelmäßig anbetend nieder.

Grüße
steyrer
 
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Penelopeia

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Hallo Wirena, Du beschreibst genau das Problem: Wem nützt eine Produktion von Millionen Büchern, Filmen, Bildern, wenn sie das menschliche Aufnahmevermögen übersteigen? Meine These ist: Nur was wir wahrnehmen können, existiert, zumindest für uns.
Schöne Grüße

P.
 
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Penelopeia

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Hallo Steyrer, das gefällt mir: Bei den literarischen Klassikern empfehle ich eine Vorgehensweise, wie sie bei katholischen Heiligen üblich ist: Man suche sich einen aus und vor dem sinke man dann regelmäßig anbetend nieder.

Grüße P.
 
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Penelopeia

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Hallo Hein,

ich zitiere Dich:

Auch kritisches Denken setzt doch eine Basis voraus, von der aus man die anströmenden Informationen einordnen und kanalisieren kann. Die guten Sachen ins Köpfchen, die Fakes in die Gosse.

...und habe eine Idee: Kritisches Denken beweist auch, wer in der Lage ist, den Aus-Knopf eines Gerätes zu finden :)

LG P.
 
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steyrer

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Ich freue mich, dass dir meine Bemerkung gefällt. : ) Zur Ausblendung: In der alten Leselupe hätte ich diesen Beitrag selbst ausgeblendet, es ist also kein Drama. Ein Drama ist maximal Responsive-Webdesign am PC-Monitor.

Der Text beschreibt einen Überdruss, wie ihn vermutlich bereits jeder erlebt hat. Die pointierte Überspitzung zu Beginn mit Thomas Mann, Lion Feuchtwanger und Philip Parker in einem Satz bringt dieses Thema sofort ein und lässt bis zum Schluss nicht nach. Die Argumentation dazu ist grundsätzlich einfach und gut nachvollziehbar. Allerdings haben wir natürlich viel mehr präsent, als uns je bewusst wird: Man denke nur als die Leistungen von Autisten.
Die Selbstrelativierungen wie „Kleingeist-Gemüse“, oder „Bitte glaubt mir nicht“, nehmen den Beitrag aus der Schusslinie derer, die in der Meinung nicht übereinstimmen. Sie bewirken also eine Beißhemmung. In einem anderen, weniger aufgeschlossenen Umfeld, könnte so was hingegen nach hinten losgehen.

Nebenbei: Ein einheitliches Thema entfernt den Inhalt von der persönlichen Meinungsäußerung weg, hin zum Kleinkunstwerk, wo die Form den Inhalt dominiert. Extremes Beispiel sind Boulevard-Kolumnisten, die ihre Meinung jederzeit, je nach Erfordernis, um 180° drehen können.

Was die Typografie betrifft, fällt mir nichts auf, was nicht ohnehin offensichtlich ist, wie etwa die auseinandergerissenen Sätze.

Grüße
steyer
 

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