Blümchens Reise

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Ciconia

Mitglied
Ein Blümchen träumt am Wegesrand
von Abendrot und weißem Strand:
Auf höchster Düne möcht‘ es stehen,
ins endlos weite Blaue sehen.

Bald kommt ein fescher Mann daher.
Das Blümchen seufzt, sein Herz wird schwer.
Denn dieser Herr wirkt wohlerzogen,
er scheint dem Blümchen gar gewogen.

Der Herr pflückt sanft das Blümelein
und steckt es ans Revers ganz fein.
Danach fährt er zur Promenade,
bestellt sich Rum mit Schokolade.

Viel später dann zur Abendstund
am Dünenstrand mit Blick zum Sund
versinkt die Sonne. Blümchen zittert –
es ist am Ziel, wenn auch verwittert.

Und die Moral von dem Gedicht:
Oft sieht man erst im Abendlicht,
ob sich’s wohl lohnt, das große Glück –
denn schlimmstenfalls gibt’s kein Zurück!
 

JoteS

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo Ciconia,

tut mir leid, Dir das sagen zu müssen aber bereits die Metaphorik der ersten Strophe ist leider völlig unbrauchbar.

Das "Blaue" ist tagsüber... Abendrot ist Abendrot... da ist fertig blau. Dass das Blümchen auch noch vom Blick aufs blaue, weite Meer träumt mag ja sein, hat hier aber nichts verloren.

In V2 geht die schlechte Bildsprache weiter. Wieso wird dem Blümchen das Herz schwer? Weil der Kerl so nett ist? Da müsste dem Blümchen doch eher leicht ums Herz werden?!
Ahhhh - leicht reimt sich nicht auf "daher"... ach so. ;)

Das "fein" ist mir auch zuviel, das gleitet Richtung Kitsch ab.

Ansonsten stimmt die Story aber eben die sachlichen Details....

Gruss

Jürgen
 

Ciconia

Mitglied
Lieber Jürgen,

ich weiß nicht, an welchen exotischen Meeren Du zuhause bist – in unseren nördlichen Gefilden bleibt das Meer jedenfalls auch bei leichtem Abendrot noch eine ganze Weile blau. Darüber hinaus könnte man „das Blaue“ auch für etwas Vages, Weites sehen, wie bei „ins Blaue hinein“. Wenn man wollte und nicht gleich mit dem Holzhammer käme.

Das Herz wird dem Blümchen schwer, weil es einsam ist und noch nicht gleich weiß, dass der fesche Mann Interesse an ihm zeigen wird. Ich habe das „denn“ in ein „doch“ abgeändert – so wird es vielleicht verständlicher.

Eine gewisse Portion Kitsch ist übrigens durchaus beabsichtigt. Oder kann man Blümchengedichte ohne Kitsch schreiben?

Gruß Ciconia
 

Ciconia

Mitglied
Ein Blümchen träumt am Wegesrand
von Abendrot und weißem Strand:
Auf höchster Düne möcht‘ es stehen,
ins endlos weite Blaue sehen.

Bald kommt ein fescher Mann daher.
Das Blümchen seufzt, sein Herz wird schwer.
Doch dieser Herr wirkt wohlerzogen,
er scheint dem Blümchen gar gewogen.

Der Herr pflückt sanft das Blümelein
und steckt es ans Revers ganz fein.
Danach fährt er zur Promenade,
bestellt sich Rum mit Schokolade.

Viel später dann zur Abendstund
am Dünenstrand mit Blick zum Sund
versinkt die Sonne. Blümchen zittert –
es ist am Ziel, wenn auch verwittert.

Und die Moral von dem Gedicht:
Oft sieht man erst im Abendlicht,
ob sich’s wohl lohnt, das große Glück –
denn schlimmstenfalls gibt’s kein Zurück!
 

JoteS

Foren-Redakteur
Teammitglied
Ein Blümchen träumt am Wegesrand
von Abendrot und weißem Strand:
Im Meer die Sonne untergeh'n
will einmal es im Leben seh'n.

Bald kommt ein eitler Herr vorbei,
dem eine Frau nicht einerlei.
Im Blazer im Marine-Stil,
fasst er das Blümchen fest am Stiel.

Und wenn er auch das Blümchen bricht,
betrübt das dieses Blümchen nicht,
im Knopfloch, nah der Abendstund
geht's an den Strand mit Blick zum Sund

Das Blümchen welkt, das Watt, es stinkt
und also die Sonne dann versinkt
mit einem trüben, blassen Rot,
da ist das Blümchen längst schon tot.


Und die Moral von dem Gedicht:
Ein Schnösel, der ein Blümchen bricht,
ist selten ganz besonders fein,
drum lass das Steh'n am Randstein sein!
 

Ciconia

Mitglied
Ein Blümchen träumt am Wegesrand
von Abendrot und weißem Strand:
Auf höchster Düne möcht‘ es stehen,
ins endlos weite Blaue sehen.

Bald kommt ein fescher Mann vorbei
und sagt zu ihm: "Ich bin so frei!"
Denn dieser Mensch scheint wohlerzogen,
dem Blümchen offenbar gewogen.

Der Herr pflückt sanft das Blümelein
und steckt sich's ans Revers, wie fein!
Danach fährt er zur Promenade,
bestellt sich Rum mit Schokolade.

Viel später dann zur Abendstund
am Dünenstrand mit Blick zum Sund
versinkt die Sonne. Blümchen zittert –
es ist am Ziel, wenn auch verwittert.

Und die Moral von dem Gedicht:
Oft sieht man erst im Abendlicht,
ob sich’s wohl lohnt, das große Glück –
denn schlimmstenfalls gibt’s kein Zurück!
 

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