Bruchstücke III

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Otto Lenk

Foren-Redakteur
Teammitglied
Die Nacht,
in der das Fürchten wohnt,
hat auch die Sterne und den Mond.


...und so sitze ich auf dem Dach
und warte darauf
ein Teil des Mooses zu werden
Bis dahin denke ich
an all die Träume
von denen die Sterne erzählen
Vergleiche
Realität und Traum
Komme zu dem Schluss
dass sich das warten lohnt

...und ich erzähle den Sternen davon
wie es ist so zu sein
und die Bäume ringsherum beginnen bedächtig
zu lauschen
und jetzt schlängeln sich ihre Wurzeln
hinauf zu mir aufs Dach
beginnen mich zu umarmen

...und die Nacht singt ihr Lied dazu
 

Scal

Mitglied
wie es ist so zu sein
und bedächtig zu lauschen ...

Wie ein schöner Baum unterm großen Zelt, dein Gedicht.
Setzt man sich in sein Gezweig, ändert sich das Atmen.
 

John Wein

Mitglied
ref. die Nacht lieber Otto:
Das ist wieder so ein Gedicht in dem du Gefühle ausdrückst, die ich gut nachvollziehen kann und für die ich dein Hiersein im Forum so liebe. Auf deinen 91 Bruchstücke III Seiten sind viel Weisheiten enthalten, Träumereien und Nachdenkliches.
Dazu fällt mir gerade so ein Spruch von Loriot ein, eine frühe Zeichnung mit einer kurzen Erklärung, den ich im Horst Janson Museum (Studienkollege und Zeichner/Maler) in Oldenburg entdeckt habe:
"Lieber Gott: mach doch bitte, dass ich auch so gut malen kann wie Horst Janson oder wenigstens wie Rembrandt."
(Ja, mein Lieber, an dich komme ich nicht ran, dann schon eher an JWvG. ;)
Gruß, John
 

Otto Lenk

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo Isbahan

schön, dass es dir auf meinen Seiten gefällt. Hast ja noch ein paar ;) vor dir. Vielleicht findest du ja dort noch den ein oder anderen Schatz.

LG Otto
 

Otto Lenk

Foren-Redakteur
Teammitglied
...ansonsten geht das Leben seinen Weg und ich begleite es.
Manchmal sind wir gute Freunde, manchmal nicht.
 

Otto Lenk

Foren-Redakteur
Teammitglied
Weit draußen
zwischen Jupiter/Saturn,
stand das Haus.
Auf unsichtbaren Stelzen,
die die Ewigkeit berührten.

Es lauschte dem Klang der Ringe,
dem elegischen Gesang der Jupitermonde.

~Suche den Ort,
wo des Drachen Atem
Kassiopeia berührt~
sangen die Monde.

~Dort sollst du sein.
Nadir,
des fürstlichen Phoenice~

Mit Riesenschritten
durchmaß es Zeit und Raum.
Vernahm der Sternen Stimmen:

~Kepheus, komm nach Haus~
 

Otto Lenk

Foren-Redakteur
Teammitglied
Das Kind
Saß Füße baumelnd
Am Rande der Zerstreuung
Betrachtete seine Welt
Und lächelte still
Vor sich hin
 

Otto Lenk

Foren-Redakteur
Teammitglied
Der Mond steigt groß und silbern über der dunklen Silhouette des Nachbarhauses empor.
Irgendwo dort ficken zwei.
Ihr brunstiges Gestöhne wird vom Zirpen der Grille in unserm Garten untermalt.
Nächtliche Idylle.
Mir bleiben allein die ewig gleichen Sterne,
die einem mit ihrem eiskalten Blinken ihre Gleichgültigkeit beweisen.
Diese unwirkliche Berührung mit der unerfüllten Erfüllung.
Und immer ist da dieses Wissen um das unbestimmte Sein, in dessen Schatten wir tanzen.
[Die Menschen meinen ich sei kompliziert, dabei bin ich nur labyrinthisch]
Zum Höhepunkt erklingt aus dem unsichtbaren Fenster der Liebenden die Klarinette aus Englishman in New York.
Was für ein Abgang.
Ein letzter Blick zu den Sternen.
Vermessen
Unser Glauben
Etwas
Ermessen zu können
In der dunklen Silhouette des Hauses erscheinen die Glutnester zweier Zigaretten.
 

Otto Lenk

Foren-Redakteur
Teammitglied
Steife Brise Nord Nord Ost.
Wind durchkämmt,
aller erhofften Hemdsärmeligkeit zum Trotz,
[dabei hatte ich am Abend zuvor alle
Sternschnuppenfrequenzen auf Sonne gestellt]
das Land. Drei Wetter Taft ist eine Lüge!
Es regiert der sturmgepeitschte Punk.
Haare, Jacke, Hose, Schirmmmmmmmmmmmm!
Punk, Punk, Punk.
Alles auf 15Uhr-15!
Und der Mensch hinterhhhhhheeeerrrr!
Hinter Haare, Jacke, Hose, Schirmmmmmmmmm!
Voran, voran.
Und der Sand auf nackter Haut.
Kratz, Kratz, Kratz.
Und der Mensch trotzdem lacht.
Lacht, lacht.
Weil er spürt, spürt, spürt.
Dass er lebt.
Lebt, lebt!
 

Otto Lenk

Foren-Redakteur
Teammitglied
Was machsten?
Ich wart auf den Zauberer von Oz.
Kann dauern.
Macht nix. Ich hab Zeit.
Und was würdste von ihm wollen wenn er käm?
Weiß nicht!
Du wartest auf den Zauberer von Oz
und weißt nicht was du von ihm wollen tätst.
Genau.
Aber dann iss es doch Quatsch auf ihn zu warten.
Woher willsten das wissen?
Weiß nicht.
Siehste.
Ähm…darf ich dann mit dir auf ihn warten?
Wieso?
Weiß nicht.
Klingt gut.
Denkste?
Ja.
OK.
 

John Wein

Mitglied
Ich tät ja gern mit warten, aber was ist Zeit eigentlich?
Wir teilen sie (die Erdzeit) ein in Stunden, Tage, Jahre und Leben, wir haben sie oder auch nicht. Also was ist Zeit!?
Ich zerbrech' mir den Kopf und erkenne doch nur etwas Fortlaufendes, ein Continuum ohne Anfang und Ende.
Vielleicht komm' ich unterwegs mal drauf, ich erklär's dir dann!
LG, John
 

Otto Lenk

Foren-Redakteur
Teammitglied
Ich freue mich darauf. Und natürlich freue ich mich, von deinen Gedanken unterwegs zu lesen.

Bis dann Otto
 

Otto Lenk

Foren-Redakteur
Teammitglied
lacra

sie sind geister
die in zwischenräumen
leben - von vergangnem,
das nicht aufhört
gegenwart zu sein.
die zuckend zappelnd,
sich katatonisch windend,
stotternd plärrend,
in mein leben schreien.

auf einer ebene,
die weder tag
noch nacht
entspricht,
steht ihre bühne.
dort spielen sie
mein leben,
nach
und nach.

geister,
die nicht aufhören
gegenwart zu sein.
 


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