bürofenster

4,10 Stern(e) 11 Bewertungen

noah-p

Mitglied
regen
monoton tropft der tag dahin
hinterlässt seine spuren
am kleinen bürofenster
ich tippe im takt der schauer
der chef tippt mir auf die schulter
ein fragender blick
ist nur ein kleines gedicht, sage ich
so für zwischendurch
ich weiß, die pause ist längst vorbei
aber die monotonie erregt mich
immer das gleiche rhythmische pochen
wer weiß was am ende rauskommt
eine wasserfontäne vielleicht
schwemmt den horrorclown
endlich aus der kanalisation
oder die toten steigen aus den gräbern
flüchten vor dem ertrinken
da ist noch dieser narbenmann
mit rasierklingen an den fingern
rammt seine hand genüsslich
in den leib eines überraschten
um die konsistenz der leber zu prüfen
während er singing in the rain grölt
mann, was für eine vorstellung
wie kam ich jetzt zu diesen gedanken
ach ja, das bürofenster
regen



regen
monoton tropft der tag dahin
hinterlässt seine spuren
am kleinen bürofenster
ich tippe im takt der schauer
der chef tippt mir auf die schulter
ein fragender blick
ist nur ein kleines gedicht, sage ich
so für zwischendurch
ich weiß, die pause ist längst vorbei
aber die monotonie erregt mich
immer das gleiche rhythmische pochen
wer weiß was am ende rauskommt
eine wasserfontäne vielleicht
schwämmt den horrorclown
endlich aus der kanalisation
oder die toten steigen aus den gräbern
flüchten vor dem ertrinken
mann, was für eine vorstellung
wie kam ich jetzt zu diesen gedanken
ach ja, das bürofenster
regen
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Tula

Mitglied
Hallo noah

Du hast einen geduldigen Chef :)

Die Stimmung kann ich gut nachvollziehen, oder WERDE das noch NACH dem Ende des Urlaubs.

Es ginge noch einen kleinen Schuß skurriler. Meine Lieblingsstelle gehört dem Horrorclown. Die Wiederholung von 'tippte' ließe sich leicht vermeiden.

LG
Tula
 

Perry

Mitglied
Hallo noha.

ja so ein monotoner Bürotag kann einen schon auf abstruse Gedanken bringen. :)
Statt "schwämmt" würde ich schwemmt bevorzugen und Tote haben in der Regel keine Angst vorm Ertrinken, aber vielleicht vorm Weggeschwemmt werden.
LG
Manfred
 

noah-p

Mitglied
regen
monoton tropft der tag dahin
hinterlässt seine spuren
am kleinen bürofenster
ich tippe im takt der schauer
der chef tippt mir auf die schulter
ein fragender blick
ist nur ein kleines gedicht, sage ich
so für zwischendurch
ich weiß, die pause ist längst vorbei
aber die monotonie erregt mich
immer das gleiche rhythmische pochen
wer weiß was am ende rauskommt
eine wasserfontäne vielleicht
schwemmt den horrorclown
endlich aus der kanalisation
oder die toten steigen aus den gräbern
flüchten vor dem ertrinken
mann, was für eine vorstellung
wie kam ich jetzt zu diesen gedanken
ach ja, das bürofenster
regen
 

blackout

Mitglied
Noah-p in den Spuren des "(pseudo)neuen Realismus" aus den USA von Brinkmann und Co. Alles, was man sieht, ist gleichviel wert, aufgeschrieben zu werden, ohne allerdings, dass der Autor sich zu einer Reflexion durchringt, so erkennen gebend, dass er sich in völligem Einverständnis mit den Gegebenheiten befindet. Das ist Sechziger-Jahre-Stil, über den die Lyrik seit einem halben Jahrhundert zu Recht spurenlos hinweggegangen ist. Dass du das aber wieder ausgräbst, hat entweder damit zu tun, dass dir die Hintergründe dieser Auffassung von Lyrik nicht bewusst sind, oder aber, dass die Zeit den ganzen Müll der beginnenden sechziger Jahre (vor den Studentenunruhen) benötigt, weil sie sich zurückentwickelt hat. Nun weiß ich nicht, ob dir diese Hintergründe bekannt sind. Ich denke aber, es kann nichts schaden, das zu wissen. Zu deinem Text enthalte ich mich aus diesem Grunde jeden Kommentars, werde das aber im Auge behalten.

blackout
 

Tula

Mitglied
Dümmer geht nümmer

Habe ja schon einige Trolle hier erlebt, aber dieser ist besonders originell :D

Mit welchen Autoren der Gegenwart wohl SEINE Gedichte zu tun haben, würde ich gern wissen. Die Frankfurter Bibliothek hat ja Tausende :D

LG
Tula
 

Ciconia

Mitglied
Hallo noah-p,

unsortierte Gedanken im monotonen Büroalltag sind für mich noch keine Lyrik. Mir ist das zu inhaltsleer.

Aber vielleicht versteh ich einfach nicht genug davon.

Gruß Ciconia
 

noah-p

Mitglied
regen
monoton tropft der tag dahin
hinterlässt seine spuren
am kleinen bürofenster
ich tippe im takt der schauer
der chef tippt mir auf die schulter
ein fragender blick
ist nur ein kleines gedicht, sage ich
so für zwischendurch
ich weiß, die pause ist längst vorbei
aber die monotonie erregt mich
immer das gleiche rhythmische pochen
wer weiß was am ende rauskommt
eine wasserfontäne vielleicht
schwemmt den horrorclown
endlich aus der kanalisation
oder die toten steigen aus den gräbern
flüchten vor dem ertrinken
da ist noch dieser narbenmann
mit rasierklingen an den fingern
rammt seine hand genüsslich
in den leib eines überraschten
um die konsistenz der leber zu prüfen
während er singing in the rain grölt
mann, was für eine vorstellung
wie kam ich jetzt zu diesen gedanken
ach ja, das bürofenster
regen
 

noah-p

Mitglied
Hallo Ihr Lieben,

besten Dank für das Lesen meiner irrigen Gedanken.
Mein Chef hängt noch am Geduldsfaden.

Das Tippen ist absichtlich wiederholt. Aber ist vielleicht auch Geschmacksache?

Das mit den Toten könnte durchaus noch eine lebhafte Diskussion werden. Die Särge lassen zwar keine Erde durch, sind aber nicht wasserdicht. Und wenn noch mehr Wasser hinein fließt als herauskommt…
Aber vielleicht sind sie schon längst morsch und fast zerfallen. Die feuchte Erde umschmeichelt die Verwesung und will sie jetzt doch wegschwEmmen (danke für das E)….:)

Ich bin Jahrgang 70. Habe nur am Rande die Nachwehen der Sechziger gesehen, als irgendwelche Hippies auf den Parkbänken sich die Zungen herausknutschten. Meine Mutter zwickte mich, ich solle meinen Blick auf sittlichere Dinge richten….

Nein, das Werk pellte sich aus einer unschuldigen Ruhe und ich versuchte es zu fixieren….

PS: Ich habe noch etwas Irrsinn hinzugepackt.

LG
Noah
 

Cellist

Mitglied
noah-p, nicht schlecht. Mit deinem Irrsinn machst du mir immer wieder eine Freude. Brave Lyrik gibt es genug hier.

Muss ja nicht jedem gefallen ... ;-)

LG
Cellist

@tula,
p.s. blackout ist kein Troll, sondern eine alte Häsin hier, die man an ihrer charmanten Art recht schnell erkennt. Wenn ich mich nicht ganz arg täusche ;-)
 

noah-p

Mitglied
Vielen Dank Cellist.
Schön, dass ich dir etwas Freude machen konnte.
Aber bitte lass dich vom Irrsinn nicht anstecken.
Bei Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie es bitte nicht erneut durch oder fragen Sie den Autor.
LG
Noah
 

revilo

Mitglied
Lyrik ist heute so oft zu verquast und zu Ich-bezogen......je unverständlicher, desto besser......das hier kommt sehr frisch und spontan daher und beschreibt witzig und ironisch eine Büroträumerei....sicherlich nicht perfekt, aber das ist vermutlich auch nicht gewollt......natürlich kann man das auch anders sehen........LG.....
 

noah-p

Mitglied
Ja, die Spontanität scheint mir äußerst wichtig zu sein…

Man schreibt die ersten Zeilen und hat nicht die geringste Ahnung, wie das enden wird.

Erst wenn der Verstand mit seinen immer wieder durchgekauten Alltagsgedanken für eine Millisekunde still wird, kommt aus der Tiefe etwas Neues hervor, etwas Frisches, etwas Überraschendes.

Und manchmal der blanke Wahnsinn…

LG
Noah
 

Oben Unten