Carl von Ossietzky (Shakespeare-Sonett)

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blackout

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Carl von Ossietzky
3.10.1889-4.5.1938

Ein kleiner großer Mann – man kennt das Bild.
Gefangen und doch stolz noch unter Schmerzen.
Man ahnt den Schinder, dem der Kamm anschwillt.
Mit dem da darf er es sich nicht verscherzen.

Er druckte, was die anderen verschwiegen.
Das Land am Abgrund – nun, in letzter Stunde,
entlarvte er die Machenschaften, Lügen,
und was er schrieb, war bald in aller Munde.

Sie nannten es Verbrechen, Hochverrat.
Für ihn war's hohe Pflicht des Patrioten.
Und herrisch zeigte ihm sein Vater Staat,
was ihm erlaubt war oder auch verboten.

Sein Leben gab er für das freie Wort.
Was ihm geschah, war ein Signal, war Mord.
 

Mondnein

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Sein Leben gab er für das freie Wort.
Tja, das unterschied ihn von Dir, blackout. Denn Du bist eine bekennende Feindin der Avantgarde. Ein altes Lästermaul. Du würdest einen Celan in den Selbstmord treiben und mit Deinem erwachsenen Söhnchen über griechische, persische oder japanische Versmaße spotten.

Haben wir alles schon gehabt.
 

blackout

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Carl von Ossietzky

Nun lass doch mal das ewige Provozieren, Mondnein. Sieh mal, ich habe von meiner Mutter den Hang zum Sarkasmus und zur Ironie geerbt, da spring ich nicht drüber. Genauso wie du den Hang zum Langweiler geerbt hast. Und dann: Ossietzky ist tot. Ich hab doch kein Gedicht zu Julian Assange geschrieben.

blckout
 

Zirkon

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ein Sonett, gut und flüssig geschrieben, um das freie Wort zu ehren und einen, der dafür starb, ebenso. Gute Intention.
Doch wo ist die These, Antithese und Synthese des Sonetts?
Es ist eher balladen-artig.
Gruß von Zirkon
 

blackout

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Carl von Ossietzky

Zirkon, mit Ballade hat dieses Sonett nun wahrlich nichts zu tun. Bring mal nicht alles, was du jemals gehört und nicht verstanden hast, durcheinander. Und was du suchst, These, Antithese, Synthese - alles vorhanden. Musst nur genau lesen.
Danke fürs Reinsehen.

blackout
 

blackout

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Carl von Ossietzky

Zirkon, geh von Ossietzky, dem antifaschistischen bürgerlichen Publizisten und Kriegsgegner, im KZ aus. Bekanntlich wurde Ossietzky wegen angeblichen Hochverrats (er hatte die verbotene Aufrüstung der Reichswehr in der von ihm geleiteten "Weltbühne" mit einem scharfen publizistischen Beitrag angeprangert) noch in der Weimarer Republik zu Zuchthaus verurteilt und dann nach 1933 reibungslos ins KZ der Nazis übergeführt. Deutsche und internationale Antifaschisten schlugen Ossietzky zum Nobelpreis vor, der ihm nach längerem Zögern auch verliehen wurde. Die Nazis ließen ihn aber nicht nach Stockholm reisen, sondern sahen sich gezwungen, den Todkranken aus dem KZ zu entlassen. Er starb dann auch bald an den Folgen der KZ-Haft. Die These lautet: Wer für die Wahrheit eintritt, wird von den Meinungsführern verleumdet und bestraft.

Antithese: Wer schreibt, muss alles tun, um der Wahrheit zum Recht zu verhelfen. Ossietzky wusste, dass er sich bei einem hochsensiblen Thema mit dem Staat anlegte, aber nicht um ihn zu verleumden, sondern um ihn vor einem Bruch der Verpflichtungen aus dem Versailler Vertrag zu bewahren. Ob er hoffte, das mit einem Beitrag in der "Weltbühne" zu erreichen, wäre wohl nicht glaubhaft, eher ging es ihm offensichtlich darum, die Öffentlichkeit zu informieren, gemäß seinem bürgerlichen Ethos als Publizist, ohne Angst vor Repressionen gegen seine eigene Person.

Synthese: Wer mutig gegen die Mächtigen antritt, muss die Konsequenzen tragen. Ossietzky hatte sich entschieden, im Bewusstsein der Verantwortung für sein Deutschland. Das war übrigens die Haltung vieler bürgerlicher Intellektueller in dieser Zeit. Ossietzky hatte sein Ziel erreicht, auch durch den Prozess war die Öffentlichkeit von der Wiederaufrüstung Deutschlands unter Bruch des Versailler Vertrages informiert worden.

Ich nehme an, dir werden einige geschichtliche Zusammenhänge nicht bekannt sein, sonst würdest du diese Frage nicht gestellt haben, du hättest die Regeln des Sonetts klar eingehalten gefunden. Und ich hoffe, du hast dir auch den Inhalt des Sonetts klargemacht: Wer schreibt, muss Wahrheit schreiben, er muss sich mit seiner ganzen Person für sie einsetzen, und ginge es um das Leben.

blackout















Synthese:
 

Zirkon

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Vielleicht haben wir eine andere Lesart. Man muss Ossietzky nicht kennen, um das Werk zu verstehen. Ich sehe jedoch mehr eine balladige Folgeentwicklung als eine Antithese. Dies man in meiner Lesart liegen.
Gruß Zirkon
 

blackout

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Carl von Ossietzky

Tja, was soll ich dir da antworten? Vielleicht, dass du dich mal informieren solltest, woran man eine Ballade erkennt und woran ein Sonett. Und wenn du der Meinung bist, das ganze Sonett ist Sch ..., dann bring wenigstens den Mut auf, das auch zu schreiben.

blackout
 

Zirkon

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mir gefällt der Ton nicht, in dem hier kommuniziert wird, wenn man mal Kritik anbringt. Was möchtet ihr, du und Ciconia von einem Forum und deren Autoren ( Mitautoren, so sehe ich es, nicht Konkurrenzautoren!).
Ich werde dir nicht den Gefallen tun und dir über meinen literaturwissenschaftlichen Genres-Status Rechenschaft ablegen.
Schreib doch, was du willst.
Gruß Zirkon
 

blackout

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Carl von Ossietzky

Zirkon, dein Hintergrund interessiert mich nicht. Mich interessiert etwas anderes: Es ist eine alte Methode, formale Kriterien der Kritik anzusetzen, wenn man den Inhalt ablehnt.
Deinem ersten Kommentar muss ich entnehmen, dass du das nicht tust. Aber du tust es, trotz des ersten Kommentars. Das ist das Problem.

blackout
 

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