Danke, Blödmann!

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Isbahan

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Die wichtigsten Lektionen im Leben werden uns oft von denen erteilt, die uns nicht immer gut gesonnen sind. Ausgerechnet jene, die uns unrecht tun, unfair behandeln, über uns lachen, unsere Leistungen nicht wertschätzen, uns abwerten, der Lächerlichkeit preisgeben … ausgerechnet solche Widersacher können uns mit ihren Gemeinheiten einen großen Gefallen tun: Sie lassen uns über uns selbst hinauswachsen. Über unser falsches Selbst, das wir aufgebaut haben, um anderen zu gefallen.
Solange wir Kinder sind können wir uns nicht aussuchen, wer uns beeinflusst und beurteilt. Bis wir die Pubertät erreicht haben, gibt es eine Unzahl von Menschen, die uns sagen, was wir zu tun haben, wie wir zu sein haben, welche Leistungen wir zu erbringen und welchen Preis wir dafür zu zahlen haben.
Doch später, wenn wir erwachsen sind, können wir wählen, welchen Stimmen wir Glauben schenken und welchen nicht.

Im Laufe meines Lebens habe ich einiges getan, was ich nicht mochte, einiges gelernt, was mich nicht interessierte und zu viel Zeit mit Menschen verbracht, die mir wenig bedeutet haben. Manchmal musste ich so tun, als wäre ich jemand, der ich nicht war. Vor allem beruflich.
Nicht bewusst, aber unterbewusst habe ich geglaubt, das sei normal. Weil alle es so machten. Keiner, den ich kannte, war wirklich authentisch oder lebte seinen Traum vom Leben. Viele waren tendenziell unzufrieden, unehrlich sich selbst und anderen gegenüber. Das nannte man "normal".
Wie die meisten konnte ich oftmals nicht einfach tun, was mir, meinem Wesen und meinen Talenten entsprach. Lange Zeit hätte ich nicht einmal sagen können, wer ich war. Ich war, wie mich andere haben wollten. Ich war, wie ich glaubte, sein zu müssen, damit ich gemocht, anerkannt und geliebt wurde.
Und die ganze Zeit über dachte ich, das sei meine Persönlichkeit. Doch es war nur eine Persona, eine soziale, berufliche, freundschaftliche Maske, die anderen suggerieren sollte: Ich bin liebenswert. Ich bin klug. Ich bin erfolgreich. Ich bin …

Ein erstes, ernsthaftes Infragestellen dieses Weges geschah während meiner ersten Berufsausbildung, die sich für mich als mäßig interessant und nur wenig befriedigend erwies. Doch das wollte ich mir lange nicht eingestehen, denn ich hatte einiges: Soziale Anerkennung, gute Bezahlung – doch musste ich dafür ein wenig wertschätzendes Arbeitsklima in Kauf nehmen. Ich musste ohne den Sonnenschein der Ermutigung klarkommen. In der Praxis, in der ich eine Lehre zur Zahnarzthelferin machte, war ich die Jüngste und mein Chef und seine Familie behandelten mich so freundlich, wie man eine Dienstbotin behandelt. Mein Chef war kriegsversehrt und beinamputiert, ein zutiefst unsicherer Mann, der seine Kriegstraumen hinter einer perfektionistischen Maske verbarg. Nach dem Krieg konnte er ohne Abitur Zahnarzt werden - seitdem fühlte er sich, wie ich vermutete, Kollegen gegenüber, die einen Doktortitel hatten, unterlegen und wegen seiner Beinamputation gehandicapt oder minderwertig. In seiner Praxis durften niemals Fehler passieren. Er verlangte von sich Perfektion und auch von seine Angestellten. Für mich, als Lehrling, galt die Devise: Nur sehr gute Noten in der Berufsschule werden anerkannt. Nur hervorragende Arbeitsleistungen werden wahrgenommen.

Als ich im zweiten Lehrjahr wieder mein Berufsschulzeugnis zur Unterschrift vorlegte, kam es zum Eklat. Ich war stolz auf zwei Einser, zufrieden mit den Zweiern in anderen Fächern und, na, ja, die eine Drei in Fachkunde …
Mein Chef nahm sein Brille und studierte schweigend meine Noten. Und zeigte zunächst keinerlei Reaktion. Er schwieg weiterhin verbissen. Das bedeutete nichts Gutes. Je länger sein Schweigen währte, um so unsicherer wurde ich.
Nach einer Weile schüttelte er unwillig den Kopf, musterte mich streng über den Rand seiner Brille und sagte: “Das ist ja nicht gerade eine Glanzleistung!“, und tippte dabei auf die Drei, die ich in Fachkunde hatte. Offensichtlich war er enttäuscht. Von mir. Von meinen Leistungen.
Ich schluckte. In seinen Worten lag eine Abwertung, die mir nicht neu war, wenn er mich so von oben herab beurteilte: Du bist nicht gut genug.
Mit dieser Haltung und nonverbalen Aussage unterhöhlte er nach und nach mein ohnehin noch schwach entwickeltes Selbstvertrauen. Nie schien ihm etwas gut genug zu sein. Und diese Haltung kannte ich nur zu gut: Von meinen Lehrern, meiner Familie, meinem sozialen Umfeld … es schien, als ob niemand zufrieden war mit dem, was ich tat. Statt meiner Persönlichkeit schienen nur meine schulischen und beruflichen Leistungen zu zählen - und ob ich so "funktionierte", wie man es von mir erwartete.
Seit ich in der Ausbildung war und arbeitete, lernte ich neue Scham. Über meine Unzulänglichkeit als Lehrling. Über meine Unerfahrenheit. Über Fehler, die mir unterliefen. Mit meinen sechzehn Jahren fühlte ich mich den Ansprüchen meines Chefs und der Erwachsenenwelt gegenüber klein, abhängig und minderwertig. Und mein Traum, beruflichen Erfolg zu haben, schien sich in dieser Praxis in einen Alptraum zu verwandeln.
Mein Chef wirkte nicht nur enttäuscht, sondern auch angriffslustig: „Du musst dich einfach mehr anstrengen, Mädchen!“
Das Schlimmste war nicht, von ihm wie ein Schulmädchen behandelt und getadelt zu werden. Viel mehr traf mich, dass es möglicherweise wahr sein könnte, was er sagte.
Womöglich bin ich nicht gut genug. Ich kann sehr wenig und das, was ich kann, kann ich nicht richtig, schoss es mir durch den Kopf – und vergessen waren meine zwei Einsen und alle anderen guten Noten. Das Lob, das ich lange ersehnte, stand mir womöglich gar nicht zu: Solange ich den Anforderungen und Ansprüchen anderer nicht genügte. So lange war ich ein Nichts. Eine Nichtskönnerin. Eine, die nicht perfekt war. Andere setzten den Maßstab und hielten die Messlatten hoch, an denen ich gemessen – und für nicht gut genug befunden wurde. Und das würde sich wohl niemals ändern.

Während ich mit aufkommenden Tränen kämpfte, versuchte ich, mich aus Wut und Verzweiflung, zu verteidigen, um meine Verletzung zu verbergen:
“Und was ist mit den zwei Einsen?“
Jetzt wurde mein Chef richtig sauer. „Ach was“, verächtlich klatschte er mein Zeugnis auf den Schreibtisch.“ Zwei Einsen - aber nur in den Laberfächern! In Fachkunde hätte es eine Eins sein sollen!“
Mein Herz begann wie wild zu schlagen. Mit seiner rigorosen Abwertung der von mir so geschätzten und geliebten Fächer hatte ich nicht gerechnet. Wie konnte er … einfach alles in den Dreck ziehen, wofür ich mich angestrengt und sehr gute Leistungen erbracht hatte!
Immer mehr Wut kochte in mir hoch hoch – wie in einem Kessel, der lange unter Druck gestanden hatte. Meine Hand ballte sich in meiner Kitteltasche zur Faust, als ich mit aufgewühlter, zittriger Stimme sagte: “Wieso „Laberfächer“? Psychologie und Sozialkunde sind wichtig – und die einzigen Fächer, für die ich mich wirklich interessiere!“
Ich erschrak. In meiner Wut war mir das einfach herausgerutscht. Und es stimmte.
Blöd nur, dass ich gerade eine Ausbildung als zahnärztliche Assistentin machte.
Statt das Abitur. Das hatte ich mir nicht zugetraut. Nachdem ich ab der dritten Klasse meine Mutter immer wieder kopfschüttelnd sagen hörte: „Du hast ja sonst gute Noten, Kind - aber eben nicht in Mathe. Wir Frauen sind einfach zu blöd für höhere Mathematik. Mit einer vier schaffst du es niemals aufs Gymnasium. Vergiss es. Mach lieber eine Lehre. Damit fährst du auf der sicheren Seite …!“

Mein Chef und ich sahen uns an. Zum ersten Mal offen feindselig.
„Psy-cho-lo-gie …“, verächtlich dehnte er das Wort wie ein ABC-Schüler, dabei grinste er verächtlich und spuckte mir das Wort förmlich vor die Füße.
„Wozu ihr diesen Quatsch lernt, ist mir ein Rätsel. Und So-zi-al-kunde: Braucht kein Mensch. Möchte mal wissen, was das mit Zahnheilkunde zu tun haben soll! Wie auch immer: Du musst dich mehr anstrengen - damit dich Fachkunde ebenso interessiert!“

Das war der Moment, in dem sich bei mir zum ersten Mal bewusst ein Schalter umgelegt hat: Wenn meine Anstrengungen, etwas zu lernen, was mich offensichtlich interessierte, nicht anerkannt wurden und keine Leistung gut genug war, um dem Anforderungs- und Leistungsprofil eines Vorgesetzten zu entsprechen - dann wollte ich in Zukunft lieber gar nicht mehr bei ihm arbeiten.
Von diesem Tag an war für mich klar: Ich würde meine Ausbildung beenden – meiner Mutter zuliebe, die nicht akzeptieren konnte, dass ich eigene Pläne und Wünsche für mein Leben hatte. Doch sobald ich das Examen in der Tasche hatte, würde ich kündigen. Und mein Abi nachholen: An der Abendschule.

Damals hatte ich niemanden, der mir beigestanden hat. Weder bei den erniedrigenden, unangenehmen Gesprächen mit meinem Vorgesetzten, noch bei meiner Kündigung. Für meine Mutter brach eine Welt zusammen: “Du kannst doch deine dreijährige Berufsausbildung nicht einfach so wegwerfen! Eines Tages wirst du das bitter bereuen! Mit so einer Einstellung landest du noch unter der Brücke oder als Sozialfall …!“ Dem konnte ich nur entkommen, indem ich, sobald ich achtzehn war, auszog.
Zum ersten Mal erlebte ich bewusst, wie soziale Ausgrenzung und Ablehnung funktioniert – obwohl ich mich jahrelang angestrengt und versucht hatte, es allen recht zu machen. Zum ersten Mal wurde mir deutlich, dass ausgerechnet jene, die immer vorgegeben hatten, mich zu „lieben“, nicht damit fertig wurden, dass ich mein Leben leben wollte, statt nur ihres nachzuahmen.
Meine erste Kündigung wurde von ihnen als Scheitern und Vergehen geahndet. Der Vorwurf, der mir gemacht wurde: Wie kannst du es wagen …!
„Was ist denn so Schreckliches daran“, habe ich zurück gefragt: „wenn man seine Talente und Fähigkeiten entwickeln möchte?“
Mein ehemaliger Chef hat mir damals – und erst nach mehrmaliger Aufforderung - ein Arbeitszeugnis ausgestellt. In dem der Satz stand: „... hat sich stets bemüht ...“
Dieser Satz negierte völlig drei Jahre Lehrzeit, abgeschlossen mit guten Zeugnissen und einem guten Examen – und sollte mir jeden weiteren beruflichen Werdegang vergällen.
Das hat er nicht geschafft. Ich habe dieses Arbeitszeugnis - das ein Armutszeugnis seiner Souveränität war - eines Tages einfach geschreddert. Ich hatte ohnehin nicht mehr vor, jemals wieder als Zahnarzthelferin zu arbeiten. Für das, was ich vorhatte, genügte mein Examens-Zeugnis.
An der Abendschule habe ich meinen Horizont erweitert und mein Abitur gemacht – und später Psychologie und Soziologie studiert …
Womit ich nicht behaupten möchte, damit allein habe sich schon alles zum Guten gewandelt. Es wurde nur anders.
Andere Menschen kamen - mit anderen Messlatten - und stellten andere Anforderungen an mich. Dozenten und Vorgesetzte wechselten - und alle hatten unterschiedliche Erwartungen, die ich erfüllen sollte.
Oftmals stiegen weder mein Selbstbewusstsein noch mein Selbstwertgefühl automatisch proportional zu weiteren Abschlüssen, Examen, Berufsbezeichnungen ... Wie oft habe ich mich beruflich und privat angestrengt, um es anderen recht zu machen, um "gemocht" oder "geliebt" zu werden.
Immer, wenn mir das bewusst wurde, habe ich daran gedacht:
Auch wenn wir wenig unterstützt oder gefördert werden: Unsere Stärken rufen uns gewissermaßen. Sie können zu unserer Be-RUF-ung werden. Unsere Stärken zeigen uns den Weg zu unserer Leidenschaft. Das, was wir gerne tun, gelingt. Dafür nehmen wir aus Interesse und Leidenschaft alle Mühen und Anstrengungen in Kauf.
Wenn jemand sagt, du schaffst das nicht … Denke daran: Das sind seine Grenzen, nicht deine.
Es spielt keine Rolle, was andere dir über dich selbst sagen.
Nur, was du tust, nachdem sie es gesagt haben.
 
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Isbahan

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Oh. Danke für das Lob @klauskuckuck und Deinen Sternenregen. Das Funkeln und Glitzern wecke ich ein - und wenn wieder so ein Blödmann kommt, der mir einreden will "nicht gut genug" zu sein, lasse ich alles aus dem Glas ... ;)
 
@Isbahan: ... im Job steckt man öfter in einem Hamsterrad... der eine kann das besser ab, der andere schlechter... besonders in den jungen Jahren ist es wichtig, die "Kündigungsschritte" zu wagen... das tut gut auf dem Weg zur Realisierung sich selbst als Persönlichkeit...
... spätestens nach dem 5. Mal würde ich empfehlen, die Fehler bei sich selbst zu suchen :)
Gut gemacht!

Liebe Grüße, Liselotte
 
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Isbahan

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Liebe @Liselotte Kranich, von Ausbilder*innen verlange ich nur eines: Loben und unterstützen!
Verunsichern und miesmachen kann jeder Depp.
Was meine Trennungskompetenzen betrifft: Sehr gut. Mit Sternchen. Wuharr, harrr... ;)
 
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John Wein

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Hi Isbahan,
Hier ist jemand durch die Lebensschule gegangen und hat seinen Charakter ausgebildet. Ich sehe den Sisyphus, der den Stein den Berg hinaufrollt und nicht müde wird, ihn nach jedem Herunterpurzeln unter Mühe neuen Anlauf nimmt und dabei nie den Stein endgültig in Stellung bringt. Ist das nicht eigentlich auch der wahre Sinn unseres Lebens, nicht das Endgültige sondern, das Immer und Immerwieder aufs Neue. Ein Leben voller Versuche um zu lernen und das Dasein zu meistern und das bis zum Schuss.
LG John
 
Hallo Isbahan,

so ist es richtig. Nach jedem Rückschlag wieder aufstehen, anstatt den Sand in den Kopf zu stecken und aufzugeben. Nur Du selbst weißt, was Du wirklich kannst und was Du willst. Der Weg ist das Ziel, die Steine (also die Blödmänner) kickst Du einfach beiseite, denn sie können Dich nicht aufhalten.

Liebe Grüße,
Rainer Zufall
 

Isbahan

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Lieber @John Wein: Genau so sehe ich das auch. Wenn ich zurückblicke, sehe ich meinen Lebensfluss mäandern, inzwischen weiß ich, dass nichts endgültig oder statisch ist, jedenfalls nicht in meinem Leben. Im Augenblick stehe ich wieder auf einem Berg, den ich mühsam alleine hochgekraxelt bin und schaue übers Tal ... und etwas flüstert mir ins Ohr: "Du, sollen wir nicht auswandern ...?"
Und etwas in mir schreit: Oh Mann, bloß nicht schon wieder was Neues!"
;)
 

Isbahan

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Ich glaube auch @Rainer Zufall, dass wir ALLE brauchen: Die Liebemachmänner UND die Blödmänner. Beide brauchen wir, um zu wachsen und über unsere Schwächen hinauszuwachsen. Für Euch Jungs gibt es sicher auch Liebemachfrauen und Blödfrauen, die Euch kleingemacht haben - oder ist das ein Frauenproblem?
 
Liebe Isbahan,

sicher gibt es auch Frauen, heute mehr, als vor 50 Jahren, die sich so benehmen, wie die Männer es evulotionsbedingt von Anfang an getan haben, nämlich Machtausübung gegen alle, die sich fügen oder steuern lassen. Heute haben auch die Männer gelernt, sich unterzuordnen, haben ihr Machogehabe ein wenig abgelegt, weil sie damit keinen mehr für dumm verkaufen können.
Klar es gibt sie alle, unabhängig vom Geschlecht, und es wird sie immer geben. Ich würde sagen, das ist eine Erziehungs- und Charakterfrage, hat etwas mit gegenseitigem Respekt zu tun.

Liebe Grüße,
Rainer Zufall
 

Isbahan

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@Rainer Zufall: Dominanzgebaren oder die Unfähigkeit, zu loben, habe ich häufiger bei männlichen Vorgesetzten, Kollegen und im privaten Bereich erlebt - vermutlich, weil ich mich dem widersetze und es offen anspreche. Für mich geht das meistens so aus, dass ich diejenige bin, die irgendwann die Diskussionen leid ist und "aus dem Feld" geht. Bis heute ist es mir ein Rätsel, warum man(n) permanent gegeneinander konkurrieren muss, statt zu kooperieren.
Ich kenne auch Frauen, die darauf stehen (nach männlichem Muster) subtil oder offen andere zu dominieren.
Augenhöhe ist nach meiner Erfahrung nur möglich, wenn kein Spannungsfeld aus "Dominanz-Unterordnung" besteht - doch zu meinem Erstaunen gibt es kaum einen Bereich, in dem Menschen nicht gegeneinander konkurrieren oder versuchen, einander zu dominieren.
Vielleicht liegt es auch an mir, ich bin von Natur aus nicht devot - und stehe weder beruflich noch privat auf Dominanz/Unterwerfungsspielchen ;)
 
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Hallo Isbahan,

das steckt dem Menschen in den Genen. Dem einen mehr, dem anderen weniger. Ich bin auch keiner, der da gerne mitspielt. Ich gehe da lieber den Weg des geringsten Widerstandes, wenn es für mich passt, ziehe mich zurück und denke mir meinen Teil. Ich bin in solchen Fällen aber auch nicht nachtragend, fahre keine Retourkutsche. Ist einfach nicht mein Ding.

Liebe Grüße,
Rainer Zufall
 

Isbahan

Mitglied
@John Wein und @ Rainer Zufall: Ich suche Mitstreiter für eine Senioren-WG. Habt Ihr Lust?
Ich bin ja auch nicht mehr die Jüngste, doch immer noch bereit, das Wagnis einzugehen, mich neu zu erfinden. Jedenfalls möchte ich nicht in einem Single-Appartement verelenden oder in einem dieser Alten-Ghettos, die so tot sind wie Friedhöfe und voraltern, resignieren und aufs "Essen auf Rädern" warten.
Falls einer der Herren noch ein Campingmobil hätte: Ich habe momentan so von Deutscheland die Nase voll, ich würde gerne auswandern, durch Europa touren ... aber keinesfalls: Den Sand in den Kopf stecken und aufgeben, wuharr, harrr!
 
Hallo Isbahan,

Senionen-WG? Also, ich weiß nicht, was meine Frau dazu sagen würde ... ;)
Na ja, ich hab noch zehn Jahre bis zur Rente. Und ja, so ein Alten-Ghetto, wie Du es nennst, wäre mir auch ein Graus.
Auswandern? Ich glaube, dafür bin ich zu bodenständig.
Heißt es nicht 'den Kopf in den Sand stecken'? ;) Ach ... :D Das hab ich ja selbst verdreht. :D

Liebe Grüße,
Rainer Zufall
 
Hallo Isbahan,



schlimm, wenn man einen Weg gehen muss, der vom Kern her völlig danebenliegt, Aber woher kommt die Hilfe? Wenn man bis zu diesem Tag, seine Bestimmung nicht erkennt, aber der Bauch ruft, das ist nicht dein Weg.

Und, und, und so weiter.
 

Isbahan

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@Rainer Zufall: Für Ehepaare stellt sich die Frage, wie man seinen Lebensabend verbringen möchte, vermutlich nicht so dringend wie für die meisten Singles 60plus. Und doch: Leben ist nicht planbar. Was, wenn dem Partner etwas zustößt und man dann erst im Alter das Alleinsein lernen muss? Ich finde: In der Gemeinschaft ist manches im Alter leichter.



@Gedankenspringer, meine Erfahrung: Deine Begabungen werden dich immer rufen. Daher heißt es auch Be-rufung, wenn deine innere Stimme dir sagt: Geh weiter, probiere dies, mach jenes ... nur hören wir oft nicht auf diese innere Stimme, sondern auf sogenannte "Autoritäten", die uns sagen, was gut für uns ist.
 

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