Das Dorf

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Tissop

Mitglied
Liebe Blackout,

wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen; lese ich in deinem neusten Gedicht "Das Dorf" von einem "Mittag" welcher von "zärtlichen Winden hergetragen" wird und einem lyrischen Ich, das sinnt und versinkt, so drängt sich der Verdacht auf, dass vielmehr die Dichterin im Text wabert, ohne eine kritische Distanz zu ihm haben.

Mehr habe ich dazu nicht zu sagen, außer, dass ich hier im Forum schon einmal betonte, dass es eine Typfrage ist, wie man als Kritiker/in vorgeht: Wir können uns aufs Zerreisen fokussieren oder aufs Wertschätzen oder zumindest einen gangbaren Mittelweg finden. Ich gehöre da eher der zweiten Garde an und wenn ich einen Text nicht mag, lasse ich ihn schlichtweg an mir vorbeigehen.

Much love
Tissop
 
Es könnte ja etwas sein, ein kleines Gedicht vom Mittag, nur ausgerechnet der Dame mit dem «zeitweiligen Ausfall des Sehvermögens» (Wikipedia), die unentwegt in theatralischer Hilflosigkeit an der Welt verzweifelt, und wenn die Verzweiflungsreserven kurzfristig aufgebraucht sind, wie die giftige Helga über die dichtende Menschheit herfällt – ihr glaubt man es nicht.
JF
 

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