das eine

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blackout

Mitglied
Noah-p, ein interessantes Thema. Wenn man nichts mehr unterscheiden kann - wie wäre mir zumute? Die Gegensätze bedingen sich. Wer nicht hassen kann, kann auch nicht lieben, und wer Freund und Feind nicht unterscheiden kann, wird es am eigenen Leibe spüren. Ich glaube nicht, dass es die Frage nach dem Sinn (des Lebens) ist, sondern eine Frage der Reife des oder der Menschen, eben auch eine Frage der Weltsicht, eine des Platzes, von dem aus man auf die Dinge sieht.

blackout
 

noah-p

Mitglied
was ist wenn es nur das eine gibt
und es hätte sich aufgeteilt
in ich und du
in dies und das
in hier und dort

wo bleiben dann
freund und feind
krieg und frieden
hass und liebe
schlechter und besser
arm und reich

wo bleibt die suche
nach einem sinn
 

noah-p

Mitglied
Danke für dein Kommentar liebe blackout.

Das ist richtig.
Der einzige Sinn ist die eigene Position und die Unterscheidung der Dinge.
Und somit letztendlich das Erkennen und Erleben des eigenen Selbst.

LG
Noah
 
Mir gefällt dieser Ansatz. Mir scheint, wir teilen uns ständig auf, in alles was in der aufgespannten Weite von ich/du - dies/das - hier/dort möglich ist. Dies macht die Sinnsuche in der Tat nicht einfacher. Mit dieser kleinen Überlegung finde ich das Gedicht für mich persönlich mit Verlaub recht erheiternd. Es macht folglich einfach Spaß. Von mir ein großes Lob.
 

noah-p

Mitglied
Herzlichen Dank Lukas.
Schön, dass ich dich etwas unterhalten konnte.

In der Tat deuten viele Disziplinen auf einen einzigen Ursprung hin:
Religion, Physik, Biologie.
 
Der einzige genetische Ursprung des heute existierenden Lebens ist in dir Biologie tatsächlich bestechend. Das Wesen des Lebens, wahrscheinlich die bestmögliche Definition des Lebens, ist die Evolution selbst, also die Aufteilung in immer neue Varianten. ... Wie viele nicht erfolgreiche Lebensentstehungen es davor gegeben hat, weiß allerdings niemand. - Tja: Wo bleiben "schlechter und besser"? - Vielleicht nur in den Umständen.

Sie sehen, Ihr Gedicht beschäftigt mich.
 

noah-p

Mitglied
was ist wenn es nur das eine gibt
und es hätte sich aufgeteilt
in ich und du
in dies und das
in hier und dort
in gestern, heute und morgen

wo bleiben dann
freund und feind
krieg und frieden
hass und liebe
schlechter und besser
arm und reich

wo bleibt die suche
nach einem sinn
 

Mondnein

Mitglied
Dieses Stück hier, lieber Noah,

bringt mich zum Seufzen. Es erinnert mich an meine poetischen Untaten, als ich noch klein und philosophisch gestimmt war.

was ist wenn es nur das eine gibt
und es hätte sich aufgeteilt
in ich und du
in dies und das
in hier und dort
in gestern, heute und morgen
Der Indikativ im Bedingungssatz ist vielleicht egal, da eine Bedingung durch den Indikativ auch nicht realer wird.
Nun gut, es teilte sich auf, ist also nicht mehr das zuvor genannte "Eine", sondern eine Gruppe von Polaritäten verschiedener Gewichtung. So ist die Polarität von Ich und Du durchaus unüberbrückbar, unvereinbar, denn keiner kann in das Bewußtsein eines anderen eindringen. Das Dies und Das oder gar das Gestern usw. sind Beliebigkeiten ohne besondere Spannung.

Und es wird im weiteren Verlauf arm und bedeutungslos.

grusz, hansz
 

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