Das Futteral (Teil 3)

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Susi M. Paul

Mitglied
Das Futteral (Teil 3)


Ab da gehörten die Samstagnachmittage meiner Banknachbarin. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass sie mich am liebsten exklusiv für sich und ihrer Luffi gepachtet hätte, aber das ging natürlich nicht. Ich musste schließlich noch andere Anforderungen erfüllen. Gleich am Sonntag, zum Beispiel, kamen die beiden Gören, die mich an meinem Geburtstag vor dem Großen Verwaltungsgebäude betatscht hatten. Sie hatten gerade ihre Grundausbildung abgeschlossen und waren darauf erpicht, die frisch erworbenen Fertigkeiten anzuwenden.
Ich ließ sie ausprobieren, was sie wollten, ohne mich lange zu stäuben. Etwas anderes hätte ich sowieso nicht machen können. Allerdings erlaubte ich mir, dagegenzuhalten, sobald sie auf mir rumhüpften. Das ging dann ganz schön tief rein in sie. Abgestöhnt haben sie trotzdem, aber ob es ihnen wirklich gefallen hat, weiß ich nicht. Die eine von ihnen besuchte mich jedenfalls nie wieder, und die andere erst nach langer Zeit.
Wer mich dagegen ziemlich häufig in Beschlag nahm, war Irmi. Immer etwas hektisch und schnell. Vor allem, wenn sie mich in der Schule für einen flotten Abstöhner ins Mädchenklo zerrte. Etwas intensiver, wenn sie mich an irgendeinem Werktagabend anrief, ob ich nicht für ein Stündchen bei ihr vorbeischauen könne. Da schwang dann das Versprechen mit, dass sie mich auch zum Zug kommen lassen würde. Was sie auch immer brav tat. Ich hatte allerdings den Eindruck, sie und ein paar andere aus meiner Klasse wollten es so heimlich wie möglich mit mir treiben, um Sabrina nicht zu vergrätzen.
Im Grunde war ich glücklich darüber, weil das im Gegenzug hieß, dass meine Sabrina über mich wachte. Seit dem Samstagabend war ich ihr nämlich nicht nur mit Haut und Haaren verfallen, ich war ihr ausgeliefert. Die dezente Art und Weise, wie sich Irmi und die anderen an mir zu schaffen machten, gaben mir sogar Hoffnung, dass meine Traumfrau sich tatsächlich zu mir und nicht nur zu meinem Druggel hingezogen fühlte. Und so war es letztlich gar keine wirklich große Überraschung für mich, dass sie mich beim Abschlussball ganz offiziell fragte, ob ich ihr Lebensabschnittspartner werden möchte. Ich zerfloss fast vor Freude, während mein Futteral regelrecht in die Höhe sprang und sich den versammelten Applaus des ganzen Jahrgangs redlich verdiente.

Pünktlich zum Beginn meiner Lehre und ihres Studiums zogen wir in eine kleine Wohnung, die meine Mutter finanzierte. Für unseren Lebensunterhalt reichten locker meine Ausbildungsvergütung und das, was Sabrinas Mutter und vor allem ihre Tante ihr zusteckten. Viele Ansprüche hatten wir damals ja noch nicht. Was den Bewohner meines Futterals anging, so wurde es für den allerdings schon reichlich anspruchsvoll und anstrengend. Sabrina forderte mich fast jeden Tag, wenn auch selbstverständlich nicht immer bis zum Sprinkeln. Ein, zweimal abzustöhnen, das reichte ihr oft. Außer natürlich am Samstag, das war weiterhin unser langer Ruffelnachmittag.
Mir blieben also während der Woche noch Kapazitäten, auf die, wie gehabt, Irmi ganz gerne zugriff. Für die routinemäßige Betreuung ihrer Sluffi hatte sie sich aber zuhause inzwischen einen wirklich netten und anständigen Typen zugelegt. Was die Futteralgröße anging, ließ er zwar etwas zu wünschen übrig, aber ansonsten versorgte er sie umfassend. Und so reichten ihr die gelegentlichen Abwechslungsfriddler, die sie sich bei mir abholte. Mehr brauchte sie nicht.
Auch der Chefin meines Betriebs, meiner Ausbilderin und der Leiterin der Buchhaltung entging nicht, dass mein Futteral sich auffallend gerne Richtung aufrechte Stellung hochbewegte. Zunehmend häufiger meldeten sie deshalb in den Mittagspausen ihr dringendes Bedürfnis nach dem jungen und leicht zugänglichen Schrummel ihres Untergebenen an. Manchmal gab es mir da schon einen Stich in der Brust, wenn ich wieder mal die Busen von einer von den dreien kneten und besabbern musste, während sie sich auf mich draufsteckten und in Fahrt hechelten. Was hätte ich darum gegeben, meinen Roddel ganz allein für Sabrina bereitzuhalten. Aber solch eine egoistische Abschottung wäre ihr nie in den Sinn gekommen und sie hätte es niemals gutgeheißen, wenn ich es ihr vorgeschlagen hätte. Das wäre ja auch gegen alle Regeln gewesen.
Erstaunlicherweise schrummelten sich die drei aus meinem Betrieb übrigens fast immer bis zum feuchten Ende auf mir durch. Meinem feuchten Ende wohlgemerkt. Ohne dass ich sie gleich danach hätte säubern müssen. Lange Zeit verstand ich nicht, warum sie das taten. Es kam sogar vor, dass sie sich nach zwei oder drei Abstöhnern nur deshalb nochmal über mich stülpten, um meinen sterilen Kleister mitzunehmen, und das, obwohl sie ganz augenscheinlich kein besonders großes Interesse daran hatten.
Irgendwann kapierte ich es. Denn auch meine Sabrina saß ja in der Uni nicht nur in trockenen Vorlesungen und schwitzte in der Bibliothek über Büchern. Was sie dazwischen dort trieb, brauchte sie mir gar nicht erst zu erzählen, das konnte ich mir locker zusammenreimen, ich wusch ja schließlich ihre Schlüpfer. Und genau das war es, was ich lange nicht kapiert hatte, obwohl es doch eigentlich ganz logisch ist. Natürlich bringen die Frauen ihren Partnern die vollgesabberte Unterwäsche nach Hause, um ihnen zu sagen: „Schau her, wie toll ich bin. Ich kann jederzeit alles aus jedem x-beliebigen Mann herausholen. Daran siehst du mal, wie gut du es mit mir getroffen hast!“

So ging die Zeit dahin. Nach zwei Jahren machte ich meinen Abschluss, blieb in meinem Ausbildungsbetrieb und verdiente vergleichsweise ganz gut. Gut genug jedenfalls, dass wir uns jetzt öfter mal Kino, Konzerte, Ausflüge leisten konnten. Knapp zwei Jahre später, kurz vor ihrem Examen, rückte Sabrina dann mit dem heraus, was ich so erhofft und gleichzeitig so sehr befürchtet hatte.
„Ich möchte, dass du mir mein Kind machst“, erklärte sie mir feierlich in einem Nobelrestaurant, nach einem grandiosen Essen, das ihre Tante spendiert hatte. „In zwei Monaten fange ich in der Kanzlei an. Mit dem, was ich dort verdiene, kommen wir nach der Geburt locker zu dritt über die Runden. Ich finde, wir sollten es angehen.“
Natürlich war ich überglücklich. Dass sie mich als Bespringer akzeptierte, davon hatte ich immer schon geträumt. Gleichzeitig hieß es ja auch, dass sie mich mindestens noch zwei weitere Jahre als Lebensabschnittspartner behalten wollte: die Bespringzeit, die Schwangerschaft und das gesetzliche erste Jahr zusammengenommen. Aber es waren die Statistiken, die meine Freude trübten. Erst zwei Wochen vorher hatte ich wieder eine gelesen: „78% aller Partnerschaften enden in den ersten beiden Jahren nach einer Geburt, 57% sogar direkt nach dem Babyjahr.“ Würde ich zu den 22% gehören, denen es vergönnt ist, länger bei dem Kind und der Partnerin zu bleiben? Ich hoffte es so sehr, aber ich hatte meine leichten Zweifel.
Gleich am Montag ging sie mit mir in das Große Verwaltungsgebäude, wo sie mir die Fruchtbarkeitsspritze geben und meinen Chip umstellen ließ. Wir mussten es gleich dort ausprobieren. Und tatsächlich, als sie sich auf mich setzte und ihre Schluffi sich meinem Sack näherte, löste der Chip in ihrem rechten Wulst den Alarm aus: „Achtung, Sie fritteln gerade einen Mann, der zeugungsbereit ist“, verkündete ihr Infosyst lauthals. „Sollten Sie nicht befruchtet werden wollen, unterbrechen Sie sofort den Akt oder legen Sie dem Rumpler einen entsprechenden Schutz an.“
Weder unterbrach sie, noch zog sie mir einen Gummi über. Im Gegenteil, sie ritt mich so lange, bis ich mich leergesprinkelt hatte. Obwohl die Fruchtbarkeitsspritze natürlich erst in ein paar Tagen wirken würde, aber das war ihr völlig gleichgültig. Traditionell werden die ganze Bespringzeit über die Karten anders gemischt, und sie beherzigte das von der ersten Minute an.
Zum ersten Mal hörte ich nun von einem Spruch, den jede Frau in ihrer Grundausbildung bis zum Abwinken hört: nämlich dass die Form des Frizzelns der Funktion folgt. In normalen Zeiten stecken sie sich auf den Noggel, wie es ihnen am besten passt, um ein Maximum an Vergnügen für sich herauszuholen. In der Bespringzeit lautet dagegen ihre Devise, ein Maximum von unserem fruchtbaren Kleister in sich reinzubringen. Da müssen sie dann eben auch mal auf ein paar eigene Abstöhner verzichten, um uns Männern alles so einzurichten, dass wir optimal zum Sprinkeln kommen. Dynamisch fortentwickeltes Bespringenlassen hieß das anscheinend ganz offiziell.
Sabrina legte auf einmal eine Variationsbreite an den Tag und ließ Positionen zu, die ich immer für ein absolutes Tabu gehalten hatte. Von hinten, von der Seite, von oben und von unten, sie probierte alles aus und erlaubte alles. Und zeigte Geduld, unglaubliche Geduld. Jetzt musste ich ihn nicht wie üblich rausziehen, sobald sie anfing zu röcheln, sondern durfte sogar die heftigen Verkrampfungen ihrer Pressi ausnutzen, um mich selber aufzustacheln.
Drei Monate lang war es wie im Märchen. Unsere Ausgleichenden Geschlechtsbegegnungen waren jetzt tatsächlich ausgeglichen, was Wonnen und Genüsse anging. So, wie ich es sonst nur, und auch da selten genug, mit den Frauen aus meiner Firma und mit Irmi erlebt hatte. Mit Sabrina eigentlich nicht mehr wirklich, seit ich die Lehre fertiggemacht hatte. Ab da waren unsere Samstage immer weniger geworden. Aber das ist ja sattsam bekannt, dass eine Partnerschaft ganz automatisch solch einen Gewöhnungseffekt mit sich bringt.
Wie dem auch sei: Alle Herrlichkeit ist endlich. Nach drei Monaten ungestümen und ungehemmten Bespringens zeigte der Teststreifen Erfolg an. Ich musste mir wieder den Fertilitätshemmer in den Arm jagen lassen und den Chip umstellen. Unsere ach so Ausgleichenden Geschlechtsbegegnungen wurden so ungleichgewichtig wie vorher. Trotzdem freute ich mich wie ein Schneekönig darüber, dass ihr Bauch wuchs und wuchs. Am Tag der Geburt durfte ich ihr unsere Marie an die Brust legen, und die vier Säugungswochen lang kümmerte ich mich um die beiden, als wären sie alle zwei meine Babys.

Meine Marie, mein Engel, mein ein und alles. Was hätte ich darum gegeben, über das rechtlich vorgeschriebene Mindestjahr hinaus bei ihr bleiben zu dürfen. Ich tat alles, damit Sabrina nicht diesem verdammten ungeschriebenen Gesetz folgen würde. Wie hoffte ich, dass unser Mädchen ihre alte Verbundenheit zu mir festigen würde! Doch schon nach drei oder vier Monaten zeichnete sich ab, dass auch sie diese idiotische Tradition des Partnerwechsels nach der Geburt eines Kindes mitmachen würde. Variation um der Variation willen, ein notwendiger Erneuerungsprozess, sagen die Alten. Und die Jungen glauben es, als wäre es ein unverrückbares Naturgesetz. Es ist so zum Kotzen.
Plötzlich interessierte sie sich für Literatur, ging in die Oper, ins Theater. Lauter Sachen, die sie früher als großbürgerlichen Unfug bezeichnet hatte. Und wie ihre Schlüpfer danach aussahen! Wenn ich beim Waschen nicht jedesmal geheult hätte wie ein Schoßhund, es hätte mich fast geekelt. Dabei heulte ich gar nicht einmal so sehr über das absehbare Ende unserer Partnerschaft, sondern darüber, dass ich meine allerliebste Marie nur noch einmal im Monat für ein Wochenende sehen würde.
Fünfzehn Monate nach Maries Geburt war es soweit. Der Hort hatte Platz. Ich war überflüssig und wurde rausgeschmissen wie ein räudiger Hund. Mein Ersatz zog ein. Gut, es traf mich nicht so hart wie so viele andere. Meine Mutter nahm mich auf, so dass ich nicht auf der Straße stand. Meine Gefälligkeiten in der Firma hatte ich natürlich auch während der Vaterzeit weitergeführt, so dass alle drei, die Chefin, die ehemalige Ausbilderin, jetzt Abteilungsleiterin, und die Leiterin der Buchhaltung, ein gesteigertes Interesse daran hatten, dass ich mit meinem gut gefüllten Futteral wieder den Weg zu ihnen fand. Außerdem lenkte die Arbeit mich ab.
 

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