Das letzte Wort

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blackout

Mitglied
Ach, neulich abends an der Haltestelle,
da standst du plötzlich vor mir wie ein Geist.
In mir stieg’s hoch wie eine heiße Welle,
ich fühlte mich beinahe eingekreist.

Was soll man sagen denn in dieser Lage?
Ich sah, du wurdest schon ein bisschen dick.
„Dir geht es gut?“, war meine dumme Frage.
"Noch immer dieser aufgestylte Schick?"

Um eine Antwort warst du nie verlegen.
Ich wollte keine Lüge, und du schwiegst,
du konntest dich zu keinem Wort bewegen,
du überlegtest nur, womit du siegst.

So standen wir geschlagen drei Minuten.
Zu lang, der Bus kam wieder mal zu spät,
und ich besah am Haus mir die Voluten
und hoffte nur, dass es nicht lang so geht.

Da kam der Bus, und du bist eingestiegen.
Erlöst, nahm ich den nächsten, der dann kam.
Wie Fremde haben wir uns angeschwiegen.
Das letzte Wort in unserm Melodram.
 
G

Gelöschtes Mitglied 20370

Gast
- eingekreist von einer Person
- miserable Syntax und hoffte nur, dass es nicht lang so geht.
- Interpunktionsschwäche Erlöst, nahm ich den nächsten
- es gibt ein letztes Wort, obgleich geschwiegen wurde
- und Höhepunkt der ganzen Tiefpunkte hier, dass es sich um ein Melodram handeln soll!

Gott sei Dank nur drei Minuten, länger ist solch nichtssagendes Zeug auch nicht auszuhalten!
 

blackout

Mitglied
DOSchreiber, darf ich deinen Kommentar als Retourkutsche auf meinen Kommentar zu deiner bescheidenen Hutgeschichte werten?

Aber zu den einzelnen, von dir monierten "Fehlern" in meinem Gedicht:

1. Du bemängelst, dass sich das LI eingekreist fühlt von einer Person. Das ist richtig, normalerweise braucht man mindestens zwei Personen, die einen anderen einkreisen können. Aber ich rede von einem Gefühl.

2. Du bist der Ansicht, dass diese Stelle "und ich besah am Haus mir die Voluten und hoffte nur, dass es nicht lang so geht" nicht der Syntax der Hochlyrik entspricht. Das leuchtet mir ein, denn du bist ein Spezialist der Hochlyrik und gibst dich mit solch popligem Zeug wie Alltagslyrik überhaupt nicht ab. Daran erkennt man den wahren Meister.

3. Und nun wird es kraus. Du bescheinigst mir eine Interpunktionsschwäche, weil ich hinter "erlöst" ein Komma gesetzt habe. Nun ist das "erlöst" in diesem Fall nur eine Kurzform des deutschen Gerundiums und müsste eigentlich komplett heißen: "erlöst seiend". Aber das betrifft leider schon die höhere Grammatik, und damit hast du offensichtlich nicht viel im Sinn. Das ist verzeihlich.

4. Höhepunkt deiner Erkenntnis aus meinem Gedicht: Die haben ja gar nichts gesagt, das kann doch kein "letztes Wort" sein. Ach nee. Und Melodram, was für'n Melodram? Dass da eine Vorgeschichte dranhängt, kannst du dir vermutlich gar nicht vorstellen.

Ich verkneif mir jede weitere Wertung deines Kommentars.
Ernst nehmen kann ich mich nach diesem Kommentar nun leider nicht mehr.

blackout
 

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