Das Missgeschick

Terminator

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Das Missgeschick




Mit einem lauten Plopp knallte Iris den Kofferraumdeckel zu, griff nach ihren drei Einkaufstüten und hielt plötzlich – erstarrt wie Lots Weib – in ihrer Bewegung inne. Die Wagenschlüssel! Und wo in aller Welt hatte sie ihr Handtäschchen mit den Wohnungsschlüsseln gelassen? Iris kriegte vor lauter Aufregung einen Schluckauf.

Im Kofferraum lagen die blöden Dinger, und sie stand nun da in der eiskalten Garage, verlassen, hilflos und ein ganz klein bisschen mit den Tränen kämpfend.

„Die Polizei! Na, klar, die Polizei muss helfen“, dachte sie. „Die werden doch hoffentlich imstande sein, ein lächerliches Kofferraumschloss aufzuknacken!“

Iris, die erst vor drei Wochen in das große Mietshaus eingezogen war, kannte noch keinen der

Mitbewohner. Also klingelte sie aufs Geradewohl bei Jens Seiffert. Parterre, links.

„Ich muss dringend mit der Polizei telefonieren“, erklärte sie dem jungen Mann, der in Jeans und langem Schlabberpullover die Tür geöffnet hatte. „Wieso? Ist ein Unglück passiert?“ fragte er ganz aufgeregt.

„Das kann man wohl sagen“, Iris holte tief Luft, und dann erzählte sie die ganze Arie von den

Autoschlüsseln, die sie im Kofferraum ihres Wagens vergessen hatte.

„Polizei?“ fragte Jens. „Da brauchen Sie doch keine Polizei, das kann ich Ihnen doch ruck, zuck machen.“

„Wieso? Sind Sie Autoknacker? Einbrecher? Oder sonst so was Schreckliches? Ne, ne, ich geh doch lieber...“, Iris machte mit bangem Herzen ein paar Schritte zurück.

Jens lachte laut. „Ach was, ich bin beim Schlüssel-Notdienst angestellt. Wie sagt mein Chef immer: Wir helfen sofort! Rund um die Uhr! Zu Festpreisen! Wer uns wählt, wählt richtig! Denn wir sind Profis in Sachen Sicherheit!“

„Es reicht!“ lachte Iris. „Aber kriegen Sie auch ein Autoschloss auf?“

„Vater betreibt `ne kleine Autowerkstatt. Also was Schlösser betrifft, da bin ich wirklich mit allen Wassern gewaschen!“

„Dann können Sie jetzt und auf der Stelle helfen?“ Iris sagte es ganz atemlos, so erleichtert war sie.

Sie gingen zusammen in die Garage, wo Iris kleiner Wagen stand, und – so Jens – es war wirklich ein Kinderspiel, das Schloss zu knacken, ohne dass das Auto auch nur ein Schrämmchen abkriegte. „Sie sind wirklich ein Profi“, Iris sagte es voller Bewunderung. „Was bin ich Ihnen nun schuldig?“

„Tja, jetzt beginnt´s schwierig zu werden!“ Jens griente und kratzte sich ein bisschen hinterm

Ohr.

„Wenn ich Sie zu einem Glas Glühwein einladen würde, könnte das die hohen Kosten etwas

mildern?“ Iris sprach sehr leise.

„Hm“, Jens griff jetzt einfach nach der Hand des Mädchens. „Und was gibt´s dazu?“

„Ich hätte noch ein tolles Früchtebrot anzubieten...“

„Mit Butter und Honig?“ Jens seufzte vor Wohlbehagen. „Das würde ich übernehmen. Ich kann das nämlich ganz toll: erst mit Butter, dann mit Honig und schließlich wird das Ganze noch mit ganz viel Liebe beschmiert...“



Sie aßen beide mit einem Riesenappetit. Und schließlich meinte Jens: „So viel Liebe, wie wir

nun zusammen mit dem Früchtebrot verschmaust haben, müsste eigentlich irgendwann mal seine Wirkung zeigen.“

„Du meinst...?“ Iris Lippen waren schon ganz nah an Jens Mund. Der junge Mann nickte.

„Oder wusstest du nicht, dass Küsse noch süßer schmecken als Honig?“

„Beweis es mir“. Iris wisperte nur noch.

Und Jens bewies es ihr. Hundert – und hundertmal. Waren die Küsse erst süß, so wurden sie später immer leidenschaftlicher, immer länger – so, als wollten die beiden nie mehr voneinander lassen. Es war morgens gegen 5 Uhr, als Jens schließlich in seine Wohnung schlich. Schlafen konnte er nicht. Immer noch puckerte ganz laut sein Herz – so stürmisch, dass er befürchtete, Iris würde es bis in den zweiten Stock hören. „Um 8.05 Uhr muss ich aus dem Haus“, hatte das Mädchen beim allerletzten Abschiedskuss gesagt. Für Jens Grund genug, um 7.58 Uhr wieder bei Iris zu klingeln.

„Da!“ sagte er fröhlich und streckte dem Mädchen seinen Wohnungsschlüssel entgegen, der an einem langen Kettchen baumelte. „Häng´s dir um den Hals!“

„Warum?“ In Iris Augen lag noch die ganze Zärtlichkeit einer seligen Nacht.

„Weil...“, Jens schluckte ein bisschen vor Aufregung, „weil die Wohnung parterre, links bei Seiffert dein zweites Zuhause werden soll...“
 

Vagant

Mitglied
Hallo,
ist der Text irgendwo in eine Küchenmaschine geraten? Das ist derart geschreddert, da fällt es schon kaum noch auf, dass es sogar mitten im Satz noch Absätze gibt.
Vagant.
 
G

Gelöschtes Mitglied 21684

Gast
Amer Terminator. Erst kriegt er Schelte, weil er keine Absätze macht, jetzt, weil er zu viele macht. Aber Vagant hat insofern recht, als tatsächlich paar Absatzformatierungen mitten in die Sätze geraten sind. Und hin und wieder rutscht auch ein Komma ans Ende einer wörtlichen Rede, wo keins hingehört:

„Das kann man wohl sagen“, Iris holte tief Luft, und dann erzählte sie die ganze Arie von den …"
Das ist keine Inquit-Formel, sondern ein neuer Satz, der nach der wörtlichen Rede folgt.


Hier wiederum gehört nach neuem Duden allerdings eins hin, auch wenn ich's persönlich so überflüssig halte wie'n Kropf. Aber Lektoren und Korrektoren legen leider Wert drauf.

„Wieso? Ist ein Unglück passiert?“ (Komma) fragte er ganz aufgeregt.
Insgesamt hat mich die Geschichte jetzt nicht überzeugt. Das geht alles zu schnell. Aber so denken Männer halt mal, und so wünschen sie es sich: Das dankbare Weiblein fällt ihnen gleich um den Hals und steigen mit ihm ins Bett. Welches Frauenbild steckt da wohl dahinter?. Und der Kerl meint es tatsächlich ernst und nicht nur bis zum Frühstück. Da kann Terminator noch dran feilen. Dabei soll's von mir erst mal bleiben.
 

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