Der falsche Ort (Dezime)

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Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Nichts ist, wie es (oftmals) scheint.
Das ist der glossierte Text. Es ist der Zielpunkt des Gedichtes. Der Text in den zehn Zeilen der Dezime steuert darauf zu.

In letzter Zeit wird "Nichts ist, wie es scheint" oft auch in Zusammenhang mit Verschwörungstheorien verwendet. Nicht so im Gedicht.
Es ist das eigene Leben (des lyrischen Ichs), das beleuchtet wird und verallgemeinert.
 

blackout

Mitglied
Hallo Bernd,

danke fürs Reinsehen und Kommentar. Natürlich steht am Ende das Resümee und ein gutes Gedicht wird auf den letzten Vers zu geschrieben. Das verlangt auch die Dezimé. Aber genauso wichtig sind die anderen Verse. Und warum hast du "oftmals" in Klammern gesetzt? Erstens wird die Dezime durchgängig mit vier Hebungen geschrieben, und zweitens bin ich mir bewusst, dass der Schein die Wirklichkeit widerspiegeln kann, nämlich dann, wenn etwas wahr und echt ist. Das "oftmals" ist also nicht überflüssig.

Gruß, blackout
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Und warum hast du "oftmals" in Klammern gesetzt?
Das eigentliche Zitat in der Dezime ist: Nichts ist, wie es scheint.

Die leichte Abwandlung macht aber nichts. Entscheidender ist, dass die glossierte Stelle erkennbar und vorhanden ist.

In Klammer habe ich "oftmals" geschrieben, weil es in Deinem Gedicht vorkommt.
 

blackout

Mitglied
Bernd, ich bin da nicht informiert - Zitat? Von wem stammt es? Ich hielt es für eine Redewendung.

Gruß, blackout
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
https://de.wikipedia.org/wiki/Dezime_
Bevorzugte Gedichtform war wie auch schon in der spanischen Dichtung die Glosse. Diese geht von einem meist von fremder Quelle entlehnten Vierzeiler aus, dessen Einzelverse dann nacheinander immer den Schlussvers aller vier Strophen bilden. (Verslehre)
Nun ist der Schlussvers der einzige glossierte Vers, kommt aber sonst im Gedicht nicht vor.

Einj Buch mit dem Titel "Nichts ist, wie es scheint" stammt von Michael Butter,

Es gibt noch mehr quellen, ich weiß nicht, wer der ursprüngliche Autor war.

Da die Dezimen sehr selten sind, kann ich nicht genau sagen, wie sie sich weiterentwickelt haben.
 

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