Der feine Herr Gruber

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Artist

Mitglied
Hallo ciconia,
als Erstes möchte ich dir zu der gelungenen, gradlinig und fast schnörkellos erzählten Geschichte aus dem Arbeitsalltag gratulieren.
Wer in deinem Text die „Tragik“ vermisst, übersieht, dass die eigentliche Tragik bei Menschen wie Gruber, in ihrer Unfähigkeit zur Tragik liegt– Leute wie er, werden, zumindest im Berufsleben, immer oben schwimmen, weil sie hemmungslose Oportunisten und Verdrängungsakrobaten sind. Was du ja auch in der Schlussszene im Wartezimmer als ihn bezeichnend beschrieben hast. Die dröhndend verlogene Freundlichkeit des Herrn Huber, die ignorant über die Gefühle anderer Menschen hinwegwalzt, zeigt sehr gut seine emotionale Abwesenheit.
Auch sein subalternes Verhalten gegenüber dem Managment in der Zentrale und sein rücksichtsloses und willkürliches Verhalten gegenüber einer „Untergebenen“ zeigen diesen Menschen als zurechtgestutztes Klischee seiner Chefs und der Arbeitswelt überhaupt Gerade in dieser Art verinnerlichter Devotheit bis in die untersten Reihen, liegt eine kaum mehr wahrgenommene Tragik.
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Artist,

vielen Dank für Deine anerkennenden Worte und die präzise Interpretation gerade der Schlussszene. Besser als mit diesem Satz kann man die Figur Gruber in Kürze nicht beschreiben:
Die dröhnend verlogene Freundlichkeit des Herrn Huber, die ignorant über die Gefühle anderer Menschen hinwegwalzt, zeigt sehr gut seine emotionale Abwesenheit.
Ich freue mich, dass Dir die Geschichte gefallen hat.

Gruß Ciconia
 

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