Der Letzte

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blackout

Mitglied
Du findest es ganz angenehm,
dass du nicht mehr der Jüngste bist.
Du lebst, und gar nicht unbequem,
auch wenn du schon mal was vergisst.

Das Lebensschiff ist abgewrackt.
Herumgekommen in der Welt,
liegt's nun bis auf die Planken nackt
in irgendeinem fernen Belt.

Es geht bergab und nicht hinan.
Die Freunde waren, sind schon weg.
Der Letzte bist du, alter Mann,
der Letzte auf dem Achterdeck.

Du fragst dich: Hat es sich gelohnt,
das lange Leben, wie es war und ist?
Und du blickst auf zu Bruder Mond:
Was meinst du, alter Optimist?
 

ThomasQu

Mitglied
Hallo blackout,

das lange Leben, wie es war und ist?

Das ist doch ein richtiger Stolpersatz, oder?

Heiter, sehr heiter

Thomas
 

ThomasQu

Mitglied
Tja, Frau blackout, damit meinte ich lediglich, dass in dieser Zeile mein Lesefluss ins Stolpern geriet.

Quietschvergnügt …

Thomas
 
Ich interpretiere ThomasQu so: Wenn du das «lange» vor «Leben» streichst, folgt die Zeile eleganter dem Rhythmus, und die Aussage gewinnt sogar an Objektivität. Ansonsten: «Heiter, sehr heiter», vor allem, weil du die letzten beiden Zeilen so mühelos an die Dunkelheiten davor angehängt hast. Es grüßt JF
 

blackout

Mitglied
O Scheiß, Fehler gefunden. Danke, Joe. Na klar, das "lange" stört, die fünfte Hebung, ich brauche doch bloß vier. Danke, Joe. Dumm nur, dass ich genau das mit dem "langen" Leben ausdrücken wollte, wenn nämlich der sehr alte Mensch allein in der Welt steht und zum Spielball seiner Umwelt wird. Dabei sehnt sich jeder von uns nach einem langen Leben. Ich wüsste aber nicht, wie das zu ändern wäre, außer ich nehme da "lange" raus. Die Aussage wird dadurch eine andere. Es ist eben doof. Einmal vermasselt, immer vermasselt.

Dank auch an dich, Thomas. Mit deinem Hinweis konnte ich aber nichts anfangen. Dass du quietschvergnügt bist, das erklärt mir nichts. Du hättest schon konkreter äußern müssen, was dich stört.

Gruß, blackout
 
Zuletzt bearbeitet:

anbas

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Hm, ich finde allerdings, dass an der Stelle die Abweichung von der Metrik nicht stört (normalerweise bin ich in dem Punkt ja schon etwas pingelig ;)).

Liebe Grüße

Andreas
 

blackout

Mitglied
Anbas, ging mir auch so, ich habe es weder beim Schreiben noch beim Lesen gemerkt, dass da was nicht stimmt. Aber ist eben nicht in Ordnung. Ärgerlich.

Gruß, blackout
 

blackout

Mitglied
Nein, Otto Lenk, bei einem durchgehend vierhebigen Gedicht sollte man nicht in einem Vers ausbrechen. Das ist eben die Kunst, nicht wahr? Das kann man aber machen, nämlich dann, wenn es sowieso eine unterschiedliche Anzahl der Hebungen in durchgehend jedem Vers gibt. Das ist hier nicht der Fall. Ich nehme "alte" raus, und dann ist gut.
Vielen Dank fürs Reinsehen.

Gruß, blackout
 

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