Der Mann auf dem Deich

Ciconia

Mitglied
Noch wärmen die herbstlichen Strahlen
den traurigen Mann auf dem Deich.
Man ahnt seine inneren Qualen,
dabei schien das Leben mal reich.

Versonnen blickt Klaas in die Fluten,
sein Hund neben ihm tut’s ihm gleich.
Von ferne gemütliches Tuten -
welch kleines beschauliches Reich!

Wie oft saß er hier einst mit Grete,
vor Jahren verschwand sie im Fluss.
Ihm fehlen die Wärme, das Stete,
Verständnis für ihren Entschluss.

Schon längst ist die Pfeife erkaltet,
der Hund schaut ihn aufmunternd an.
Wie‘s Schicksal auch schaltet und waltet,
sie bleiben ein gutes Gespann.

Die Sonne versinkt hinter Weiden,
der Fluss schwimmt in dämmrigem Licht.
Ab morgen wird Klaas den Deich meiden -
oft hilft eine andere Sicht.
 

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