Der Vogel

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CB90

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Als J. eines Sommermorgens erwachte, saß neben seinem Bett ein vogelähnliches Tierchen. Der Schnabel war ungewöhnlich länglich und spitz, die Farbe des Gefieders war Pechschwarz, fiel das Licht durch einen Spalt der Jalousien, dann wechselte die Farbe ins Gräuliche. J. dachte, wie schön Rollläden wären. Das Tierchen zog und pickte an der Bettdecke, aber es gab dabei keinen Laut von sich. J. hatte den Verdacht, dass er Es kennt, dass er Es schon einmal begegnet wäre. J stand auf, ging auf die Toilette, spülte ab, wusch sich sehr gründlich die Hände, dabei hatte er Es nicht anfassen können, bei jeder Handbewegung rückte Es ein winziges Stück zurück, er konnte es einfach nicht erreichen. Es muss durch die Tür bekommen sein, seine Klauen hatten dunkle Abdrücke auf dem kurzen Weg zwischen Haustür und Schlafzimmer hinterlassen, dabei wurde die Haustür doch jeden Abend von J. verschlossen. Das Heimliche hatte sich ins Unheimliche verwandelt. Ging er in die Küche, verfolgte ihn Es, ging er ins Wohnzimmer verfolgte Es ihn nahm er sein Frühstück zu sich dann saß Es dabei und beobachte J. mit seinen grauenhaft langen Schnabel. Spannte Es seine Flügel, dann kam es zu einem unerträglichen Gestank. J. ließ Wasser in die Badewanne, Es verfolgte J. und sprang in das heiße Badewasser. Anstatt zu baden, trank Es die Hälfte des Badewassers auf, Es durchpflügte förmlich mit seinem Schnabel die Wanne, die Spitze des Schnabels kratzte auf dem Boden der Wanne und erzeugte ein Geräusch, das nicht auszuhalten war. Mit seinem aufgeblähten Bauch hüpfte es aus der Wanne, ging einige Schritte in Richtung der Badezimmertür und spie das gesamte Wasser in einem Schwall aus, winzige Würmer verteilten sich auf dem Boden und wimmelten sich in ihren Todeskampf. Ein Grauen hatte sich in seine Wohnung eingenistet, ein unaufhörlicher Ekel menschlichen Erschreckens hatte J. Geist erfasst. Er öffnete alle Fenster und hoffe, dass Es verschwinden würde, dass Es weggehen würde, aber Es blieb da und verfolgte J. ständig. Verließ J. die Wohnung, um Würmer zu kaufen, dann blieb Es in der Wohnung und veränderte die Anordnung der drei Küchenstühle oder stellte den Fernseher an. Kam J abends müde von seiner Arbeit, dann schien es, dass Es dieses Mal an der gleichen Stelle stand und J. beobachtete. An einem Sonntag der schlimmste Tag der Woche erwachte J. der Vogel war verschwunden. Auf dem Küchentische lag ein Zettel mit einer kindlich unbeholfenen Schrift „ich habe gewartet, dass wir gemeinsam fliegen“
 
Zuletzt bearbeitet:

Franke

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo CB90,

schön, dass du zu uns auf die Leselupe gefunden hast. Wir freuen uns auf einen konstruktiven Austausch und deine weiteren Texte.
Herzlich willkommen!

Liebe Grüße
Manfred
 

juliawa

Mitglied
Hallo CB90,

ein schönes Geschichte. Einige Formulierungen finde ich komisch. Ich habe die Stellen, die ich ändern würde, fett markiert.

Als J. eines Sommermorgens erwachte, saß neben seinem Bett ein vogelähnliches Tierchen. Der Schnabel war ungewöhnlich länglich und spitz, die Farbe des Gefieders war Pechschwarz. Fiel das Licht durch einen Spalt der Jalousien, dann wechselte die Farbe ins Gräuliche. J. dachte, es wäre schön, Rolläden zu haben. Das Tierchen zog und pickte an der Bettdecke, aber gab dabei keinen Laut von sich. (das es nach aber, kann man weglassen)
J. hatte den Verdacht, dass er Es kennt, dass er Es schon einmal begegnet wäre.
Er stand auf, ging auf die Toilette, spülte ab und wusch sich sehr gründlich die Hände. (mehr Punkte setzen)
Dabei hatte er Es nicht anfassen können, bei jeder Handbewegung war Es ein winziges Stück zurückgewichen. (die Zeiten waren hier falsch)
Er hatte es nicht erreichen können. (wieder Zeiten)
Es musste durch die Tür bekommen sein, seine Klauen hatten dunkle Abdrücke auf dem kurzen Weg zwischen Haustür und Schlafzimmer hinterlassen, dabei wurde die Haustür doch jeden Abend von J. verschlossen.
Das Heimliche hatte sich ins Unheimliche verwandelt. Ging er in die Küche oder ins Wohnzimmer verfolgte Es ihn, nahm er sein Frühstück zu sich dann saß Es dabei und beobachte J. mit seinem grauenhaft langen Schnabel.
Spannte Es seine Flügel, dann kam es zu einem unerträglichen Gestank.
J. ließ Wasser in die Badewanne. (Punkt) Es verfolgte ihn und sprang ins heiße Badewasser.
Anstatt zu baden, trank Es die Hälfte des Badewassers auf und durchpflügte förmlich mit seinem Schnabel die Wanne. (Punkt)
Die Spitze des Schnabels kratzte auf dem Boden der Wanne und erzeugte ein Geräusch, das nicht auszuhalten war. Mit seinem aufgeblähten Bauch hüpfte es (warum hier klein geschrieben?) aus der Wanne, ging einige Schritte in Richtung der Badezimmertür und spie das gesamte Wasser in einem Schwall aus. (Punkt)
Winzige Würmer verteilten sich auf dem Boden und wimmelten sich in ihrem Todeskampf.
Ein Grauen hatte sich in seine Wohnung eingenistet, ein unaufhörlicher Ekel menschlichen Erschreckens hatte seinen Geist erfasst. (Ekel menschlichen Erschreckens ist eine komische Formulierung. Verstehe ich nicht)
Er öffnete alle Fenster und hoffe, dass Es verschwinden würde (weggehen und verschwinden ist doppelt)
Aber Es blieb da und verfolgte J. ständig. Verließ J. die Wohnung, um Würmer zu kaufen, dann blieb Es in der Wohnung und veränderte die Anordnung der drei Küchenstühle oder stellte den Fernseher an. Kam J abends müde von seiner Arbeit, dann schien es, dass Es dieses Mal (meinst du nicht jedes Mal ?)an der gleichen Stelle stand und J. beobachtete.
An einem Sonntag, dem schlimmsten Tag der Woche, erwachte J. (Punkt)
Der Vogel war verschwunden. Auf dem Küchentisch lag ein Zettel mit einer kindlich unbeholfenen Schrift „ich habe gewartet, dass wir gemeinsam fliegen“


Liebe Grüße,
juliawa
 

juliawa

Mitglied
Gerne.
Ganz allgemein würde ich deutlich mehr Punkte setzen, damit die Sätze nicht so endlos lang werden.
Ich würde auch viel mehr Zeilenumbrüche setzen, dann ist es viel flüssiger zu lesen.
Das gilt übrigens auch für deinen Beitrag in "Kurzgeschichten"

Liebe Grüße
juliawa
 

CB90

Mitglied
Gerne.
Ganz allgemein würde ich deutlich mehr Punkte setzen, damit die Sätze nicht so endlos lang werden.
Ich würde auch viel mehr Zeilenumbrüche setzen, dann ist es viel flüssiger zu lesen.
Das gilt übrigens auch für deinen Beitrag in "Kurzgeschichten"

Liebe Grüße
juliawa
Hallo juliawa,

danke dir!

Grüße
Cb90
 

CB90

Mitglied
Gerne.
Ganz allgemein würde ich deutlich mehr Punkte setzen, damit die Sätze nicht so endlos lang werden.
Ich würde auch viel mehr Zeilenumbrüche setzen, dann ist es viel flüssiger zu lesen.
Das gilt übrigens auch für deinen Beitrag in "Kurzgeschichten"

Liebe Grüße
juliawa
Hallo juliawa,

danke dir. Sehr konstruktiv deine Kritik, das gefällt mir

Grüße
Cb90
 

Franke

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo CB90,

ein kafkaeske Kurzprosa.

Ist dir wahrscheinlich beim Schreiben durchgerutscht, aber du solltest die Großschreibung von Es durchgehend einhalten.

er konnte es einfach nicht erreichen.
Mit seinem aufgeblähten Bauch hüpfte es aus der Wanne
Hier würde ich die Satzstellung anpassen:

verfolgte ihn Es, ging er ins Wohnzimmer verfolgte Es ihn
Zu den Zeilenumbrüchen hat luliawa schon etwas gesagt. Die wären beim Lesen wirklich hilfreich.
Gerne gelesen!

Liebe Grüße
Manfred
 

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