Die Abstinenten

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blackout

Mitglied
Wir sind von einer ganz speziellen Sorte:
Wir sind die Treuesten im ganzen Lande.
Wir machen keine großen Widerworte.
Die Politik? Verläuft bei uns im Sande.

Uns ist egal, was die da oben treiben,
die machen alles doch zu unsrem Wohl.
Wir und der Straße uns verschreiben?
Nein, danke. Politik ist uns zu hohl.

Uns kann doch keiner, wir sind streng loyal.
Wir opponieren nicht, wir flüstern nur.
Von uns ist jeder so was von neutral!
Und Renitenz? Bei uns hier? Keine Spur!

Wir lieben unsre Kinder, unsre Frauen.
Das wird vielleicht doch noch gestattet sein!
Wir lassen uns von niemand was versauen!
Wir sind die Kleinen, unser Herz ist rein.

Natürlich sind wir treue Demokraten!
Wir schlagen nirgends Krach, wir bleiben stumm.
Von uns wird keiner jemals hochverraten!
Nur Esel nennen uns: So’n bissel dumm.



28.4.
 

Tula

Mitglied
Moin blackout
Statt 'flüstern' (klingt wie 'heimlich, still aber doch in Opposition'), vielleicht 'plappern' (gedankenlos) oder gar 'mailen/chatten' o.ä., immerhin technologisch fort-geschritten.

LG
Tula
 

James Blond

Mitglied
Wenn schon nicht "flüstern", dann wohl besser "schweigen", weil (später) ja auch"stumm", schließlich ist dies der 1001. Gesang auf die schweigende Mehrheit, die man hier mittels "wir" zu Wort kommen lässt: Brav gereimt, erwartbar, langweilig, überflüssig. (Die Autorin scheint übrigens ein Faible für stellvertretende Personalpronomina zu haben.)

Einzige Überraschung in der verunglückten Pointe: "So’n bissel ", weil Ironie in einer Selbstauskunft nicht funktioniert.
Ebenfalls verunglückt ist die vorletzte Zeile: "hochverraten" ist als Verb zwar originell, doch bleibt hier unklar, ob mit "wird" Futur oder Passiv konstruiert wird, es überwiegt jedoch der Passiv-Eindruck, da ein Objektbezug fehlt. Sinngemäß wäre hier jedoch Futur. Nun ja: Immerhin fünf Strophen zu je vier kreuzgereimten Versen ist ja auch schon mal was. ;)

Grüße
JB
 

blackout

Mitglied
Danke, Tula, fürs Reinsehen. Ich habe mich für "flüstern" entschieden, denn man flüstert und plappert nicht, wenn es keiner hören soll.

Auch dir, James Blond, meinen besten Dank fürs Reinsehen. Hauptsache, du verstehst selber, was du geschrieben hast.

Und auch dir meinen besten Dank fürs Reinsehen, Oscarchen. Da steht man doch drüber!

Ja, es schmerzt, ich sehe es ja ein. In welchen MIsthaufen bin ich denn mit diesem Gedicht getrampelt? Wer fühlt sich denn angesprochen?

Gruß, blackout
 
Zuletzt bearbeitet:

James Blond

Mitglied
Liebes blackout,

wenn du dich für die Kommentare nicht nur bedanken, sondern sie auch lesen würdest, dann wüsstest du, dass hier - leider - niemanden etwas geschmerzt hat, weil ein Autor in Misthaufen getrampelt ist. :)

Gruß
JB
 

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