Die alte Nummer

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Charlotte R.

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Seit dem Streit vor der Apotheke waren knapp fünf Jahre vergangen, in denen sie nichts mehr voneinander gehört hatten. Er war einfach gegangen, während sie sich einen Test besorgte, mit dem sie ihn bereits den ganzen Tag genervt hatte. Schließlich wusste sie, dass er kein Kind haben wollte, schon gar nicht zum damaligen Zeitpunkt, kurz vor einem Karrieresprung in einer anderen Stadt. Er fühlte sich damals durchaus unsicher, ob er die Erwartungen, die der neue Job mit sich brachte, überhaupt würde erfüllen können.

Neulich sortierte er mal wieder Telefonnummern aus, im Smartphone und auch in seinem kleinen Notizbuch, das er sicherheitshalber zusätzlich führte. Dort stand noch immer der Eintrag von Julia Wiedenkamp. Eine plötzliche Neugier überfiel ihn. Wie ferngesteuert wählte er die alte Nummer.
Eine aufgeregte Kinderstimme meldete sich. „Hier ist Jonas Wiedenkamp, willst du meine Mama sprechen?“
Ihm fehlten die Worte. Wiedenkamp, also hatte sie wahrscheinlich nicht geheiratet.
„Was willst du denn, warum sagst du nichts?“, piepste es.

Er legte auf. Hastig zog er seine Laufschuhe an und joggte los, doppelt so weit wie sonst.
 
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Charlotte R.

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Danke für deine Einschätzung, SilberneDelfine.
Wenn ich das Ende noch weiter ausgebaut hätte, wär’s vielleicht zu lang geworden?

LG, Charlotte R.
 

Ofterdingen

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Ich würde den Schluss offener lassen, z.B. so:

Er legte auf, zog hastig seine Laufschuhe an und joggte los, doppelt so weit wie sonst.
 

Charlotte R.

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Danke, Kristian Berger, Sandra Z. und Kai Kernberg, für eure Meinung.

Danke auch, Silberne Delfine, für dein nochmaliges Reinschauen.
 

Charlotte R.

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Ofterdingen, ich glaube, du hast Recht. In der ersten Fassung hatte ich es auch genauso stehen und habe erst im letzten Moment den letzten Satz drangehängt. Ich nehme ihn jetzt wieder raus. Danke!
 



 
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