Die erste Schwalbe

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Ciconia

Mitglied
Als heute früh die erste Schwalbe flog,
war klar, sie macht noch keinen Sommer.
Doch weil ich mich auch manchmal selbst belog,
pfiff ich das Liedchen "Sommer kommer".

Fasane krächzten laut am Feldesrand,
zwei Hasen liefen um die Wette.
Ein Amselhahn, der sich nach Kräften wand,
gewann den Kampf mit einer fetten Mette.

Ich schlich zurück zu meiner Liegestatt,
nicht gänzlich frei von allen Sorgen.
Doch fühlt ich mich nicht mehr so müd und matt.
Ganz sicher kommt der Sommer morgen.
 

Tula

Mitglied
Hallo Ciconia

sehr schön. Ein Krümel: In Z3 von S1, würde ich "schon öfters" (anstatt - auch mamchmal) vorziehen.

LG
Tula
 

blackout

Mitglied
Sehr schön, Ciconia. Du wohnst nah an der Natur? Du Glückliche. Was den Einwurf von Tula angeht, so finde ich deine Formulierung eindeutiger, weil sie in die Erkenntnis auch das Bedauern einschließt, es ist also schon ein Unterschied.

Ich muss es immer wieder schreiben: Wie von dir gewohnt, sehr sauber geschrieben, der Inhalt hat Hand und Fuß, logisch miteinander verbunden, der Plot ist gelungen. Ich gehe sogar so weit, zu sagen, man könnte das Gedicht auch als eine Metapher lesen. Schön, mal wieder ein Gedicht von dir lesen zu dürfen.

Nur eine Frage noch: Was ist eine Mette?

Gruß, blackout
 

Ciconia

Mitglied
Danke fürs Lob, blackout.

Ja, ich habe den Kleintierzoo quasi vor der Tür, und ich habe dies auch schon in mehreren Gedichten thematisiert. Dabei hatte ich allerdings oft den Eindruck, dass so viel Realitätsbezug gar nicht verstanden wurde.:rolleyes:

Eine Mette ist übrigens die norddeutsche Bezeichnung für einen Regenwurm.

Gruß, Ciconia
 

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