Die Freien Demokraten

Selbst verschuldete Unmündigkeit macht sie unfrei

Die Augenblicksaufnahme vom Zustand der FDP am Freitag den 16. Dezember 2011 rührt das liberale Gewissen über den engen Parteihorizont hinweg. Aus Ermangelung eigener Konzepte zur Bewältigung von Wirtschaftskrisen übte die FDP-Führung schon lange den Schulterschluss mit den politisch führenden Unionsparteien. Dass diese mit ihrer Strategie auch höchst unsicher und schwankend in der heutigen Welt sich bewegen und den in der SPD erfundenen Blödsinn von der >Alternativlosigkeit< bestimmter Auffassungen nur nachplappern, steht sicher auf einem anderen Blatt des gleichen Buches.

Der langjährige Vorsitzende der FDP erlag den Verlockungen der Macht und vordergründigen Wahlerfolgen. Spätestens seit seinem Versuch, als Sozialpolitiker sich einprägen zu sollen, er aber nur die unpassende Worthülse von der >spätrömischen Dekadenz< hinterließ, war dieser Ofen aus. Er verstand angesichts einer sich rasant verändernden Realität nicht mehr, was er tat und sagte – wurde also vorsichtig aus der Parteiführung herausgeschoben, darf aber hobbymäßig weiter deutsche Außenpolitik betreiben. Opportunistische Orientierungslosigkeit und mangelnde politische Phantasie in der FDP ist kaum von seinem Nachfolger im Vorsitz bewirkt, der eher eine Personifizierung jener Inkompetenzen darstellt.

Daher ist es kein Wunder, dass eine innerparteiliche Strömung nationalliberaler Ausprägung gegen den Vorstand front macht. Sie glauben ein Rezept gegen die Erfolglosigkeit und vor allem die Tatsache zu haben, dass in der Gesellschaft kaum ein spürbares Interesse an einem Dialog mit den Freien Demokraten besteht. Journalisten, so war jetzt in sonntäglicher Phönix-Runde zu vernehmen, wollen die unproduktiven, kindisch wirkenden Machenschaften von Parteirepräsentanten >nicht mehr hören< . Desinteresse und Ignorieren im gesellschaftlichen Umfeld, das ist die Höchststrafe, die schlimmer ist als das Totengedenken mit seiner verborgenen Hoffnung auf Weiterleben.

In den vergangenen Wochen waren 64500 Parteimitglieder aufgerufen, in der Frage des >Rettungsschirms< für den Euro zu votieren. Für die Vorstandslinie oder die >Rebellen<, die jegliche Haftung von Staaten für die Schulden anderer Staaten strikt ablehnen. Wie kleinmütig ist aber der Anspruch an bürgerlich-liberales Engagement in dieser Partei, wenn nur eins von drei Mitgliedern sich melden und votieren braucht, um dem Ergebnis das Gewicht eines Parteitagsbeschlusses zu verleihen? Ohne Schaden können zwei von drei Parteimitgliedern das gravierende Entscheidungsproblem ihrer Führung komplett ignorieren. Noch schlimmer ist die mangelnde Objektivität des Verfahrens, sodass ein Mann wie Burkhard Hirsch öffentlich zweifelt: >Ich bin nicht sicher, ob die Auszählung korrekt war<. 21500 >Wahlbriefe< hätten in der Parteizentrale eingehen müssen.

Der Vorsitzende Rösler macht es am besagten Dezembertag vor versammelten Journalisten so kurz und lieblos wie möglich: >Eingegangene Wahlbriefe – 20364<. Für die >Euro-Rettung< hätten 54,4 Prozent gestimmt. >Die bisherige Linie der FDP ist einmal mehr bestätigt<. Er soll dann gleich in seinen Gremien verschwunden sein. Ohne ein versöhnliches Wort zum gerade resigniert und überraschend abgetretenen Generalsekretärs Lindner zu äußern. Und vor allem ohne eine überzeugende Erklärung, warum er etwa 2400 Wahlbriefe nicht mitgezählt hat, obwohl sie eingegangen waren.

Der politische Literat kann nur mit Bedauern feststellen: Wie die Dinge in letzter Zeit gelaufen sind, musste die parteiinterne Abstimmung verfälscht werden, um die ohnehin vergessenen Ziele eines lebendigen Liberalismus zu ersetzen durch gedankenloses Geschwätz über >Dynamik< einer opportunistischen Vorstandsclique und interessierter Amtsinhaber.
 
Selbst verschuldete Unmündigkeit macht sie unfrei

Die Augenblicksaufnahme vom Zustand der FDP am Freitag den 16. Dezember 2011 rührt das liberale Gewissen über den engen Parteihorizont hinweg. Aus Ermangelung eigener Konzepte zur Bewältigung von Wirtschaftskrisen übte die FDP-Führung schon lange den Schulterschluss mit den politisch führenden Unionsparteien. Dass diese mit ihrer Strategie auch höchst unsicher und schwankend in der heutigen Welt sich bewegen und den in der SPD erfundenen Blödsinn von der >Alternativlosigkeit< bestimmter Auffassungen nur nachplappern, steht sicher auf einem anderen Blatt des gleichen Buches.

Der langjährige Vorsitzende der FDP erlag den Verlockungen der Macht und vordergründigen Wahlerfolgen. Spätestens seit seinem Versuch, als Sozialpolitiker sich einprägen zu sollen, er aber nur die unpassende Worthülse von der >spätrömischen Dekadenz< hinterließ, war dieser Ofen aus. Er verstand angesichts einer sich rasant verändernden Realität nicht mehr, was er tat und sagte – wurde also vorsichtig aus der Parteiführung herausgeschoben, darf aber hobbymäßig weiter deutsche Außenpolitik betreiben. Opportunistische Orientierungslosigkeit und mangelnde politische Phantasie in der FDP ist kaum von seinem Nachfolger im Vorsitz bewirkt, der eher eine Personifizierung jener Inkompetenzen darstellt.

Daher ist es kein Wunder, dass eine innerparteiliche Strömung nationalliberaler Ausprägung gegen den Vorstand front macht. Sie glauben ein Rezept gegen die Erfolglosigkeit und vor allem die Tatsache zu haben, dass in der Gesellschaft kaum ein spürbares Interesse an einem Dialog mit den Freien Demokraten besteht. Journalisten, so war jetzt in sonntäglicher Phönix-Runde zu vernehmen, wollen die unproduktiven, kindisch wirkenden Machenschaften von Parteirepräsentanten >nicht mehr hören< . Desinteresse und Ignorieren im gesellschaftlichen Umfeld, das ist die Höchststrafe, die schlimmer ist als das Totengedenken mit seiner verborgenen Hoffnung auf Weiterleben.

In den vergangenen Wochen waren 64500 Parteimitglieder aufgerufen, in der Frage des >Rettungsschirms< für den Euro zu votieren. Für die Vorstandslinie oder die >Rebellen<, die jegliche Haftung von Staaten für die Schulden anderer Staaten strikt ablehnen. Wie kleinmütig ist aber der Anspruch an bürgerlich-liberales Engagement in dieser Partei, wenn nur eins von drei Mitgliedern sich melden und votieren braucht, um dem Ergebnis das Gewicht eines Parteitagsbeschlusses zu verleihen? Ohne Schaden können zwei von drei Parteimitgliedern das gravierende Entscheidungsproblem ihrer Führung komplett ignorieren. Noch schlimmer ist die mangelnde Objektivität des Verfahrens, sodass ein Mann wie Burkhard Hirsch öffentlich zweifelt: >Ich bin nicht sicher, ob die Auszählung korrekt war<. 21500 >Wahlbriefe< hätten in der Parteizentrale eingehen müssen.

Der Vorsitzende Rösler macht es am besagten Dezembertag vor versammelten Journalisten so kurz und lieblos wie möglich: >Eingegangene Wahlbriefe – 20364<. Für die >Euro-Rettung< hätten 54,4 Prozent gestimmt. >Die bisherige Linie der FDP ist einmal mehr bestätigt<. Er soll dann gleich in seinen Gremien verschwunden sein. Ohne ein versöhnliches Wort zum gerade resigniert und überraschend abgetretenen Generalsekretär Lindner zu äußern. Und vor allem ohne eine überzeugende Erklärung, warum er etwa 2400 Wahlbriefe nicht mitgezählt hat, obwohl sie eingegangen waren.

Der politische Literat kann nur mit Bedauern feststellen: Wie die Dinge in letzter Zeit gelaufen sind, musste die parteiinterne Abstimmung verfälscht werden, um die ohnehin vergessenen Ziele eines lebendigen Liberalismus zu ersetzen durch gedankenloses Geschwätz über >Dynamik< einer opportunistischen Vorstandsclique und interessierter Amtsinhaber.
 
Selbst verschuldete Unmündigkeit macht sie unfrei

Die Augenblicksaufnahme vom Zustand der FDP am Freitag den 16. Dezember 2011 rührt das liberale Gewissen über den engen Parteihorizont hinweg. Aus Ermangelung eigener Konzepte zur Bewältigung von Wirtschaftskrisen übte die FDP-Führung schon lange den Schulterschluss mit den politisch führenden Unionsparteien. Dass diese mit ihrer Strategie auch höchst unsicher und schwankend in der heutigen Welt sich bewegen und den in der SPD erfundenen Blödsinn von der >Alternativlosigkeit< bestimmter Auffassungen nur nachplappern, steht sicher auf einem anderen Blatt des gleichen Buches.

Der langjährige Vorsitzende der FDP erlag den Verlockungen der Macht und vordergründigen Wahlerfolgen. Spätestens seit seinem Versuch, als Sozialpolitiker sich einprägen zu sollen, er aber nur die unpassende Worthülse von der >spätrömischen Dekadenz< hinterließ, war dieser Ofen aus. Er verstand angesichts einer sich rasant verändernden Realität nicht mehr, was er tat und sagte – wurde also vorsichtig aus der Parteiführung herausgeschoben, darf aber hobbymäßig weiter deutsche Außenpolitik betreiben. Opportunistische Orientierungslosigkeit und mangelnde politische Phantasie in der FDP ist kaum von seinem Nachfolger im Vorsitz bewirkt, der eher eine Personifizierung jener Inkompetenzen darstellt.

Daher ist es kein Wunder, dass eine innerparteiliche Strömung nationalliberaler Ausprägung gegen den Vorstand front macht. Sie glauben ein Rezept gegen die Erfolglosigkeit und vor allem die Tatsache zu haben, dass in der Gesellschaft kaum ein spürbares Interesse an einem Dialog mit den Freien Demokraten besteht. Journalisten, so war jetzt in sonntäglicher Phönix-Runde zu vernehmen, wollen die unproduktiven, kindisch wirkenden Machenschaften von Parteirepräsentanten >nicht mehr hören< . Desinteresse und Ignorieren im gesellschaftlichen Umfeld, das ist die Höchststrafe, die schlimmer ist als das Totengedenken mit seiner verborgenen Hoffnung auf Weiterleben.

In den vergangenen Wochen waren 64500 Parteimitglieder aufgerufen, in der Frage des >Rettungsschirms< für den Euro zu votieren. Für die Vorstandslinie oder die >Rebellen<, die jegliche Haftung von Staaten für die Schulden anderer Staaten strikt ablehnen. Wie kleinmütig ist aber der Anspruch an bürgerlich-liberales Engagement in dieser Partei, wenn nur eins von drei Mitgliedern sich melden und votieren braucht, um dem Ergebnis das Gewicht eines Parteitagsbeschlusses zu verleihen? Ohne Schaden können zwei von drei Parteimitgliedern das gravierende Entscheidungsproblem ihrer Führung komplett ignorieren. Noch schlimmer ist die mangelnde Objektivität des Verfahrens, sodass ein Mann wie Burkhard Hirsch öffentlich zweifelt: >Ich bin nicht sicher, ob die Auszählung korrekt war<. 21500 >Wahlbriefe< hätten in der Parteizentrale eingehen müssen.

Der Vorsitzende Rösler macht es am besagten Dezembertag vor versammelten Journalisten so kurz und lieblos wie möglich: >Eingegangene Wahlbriefe – 20364<. Für die >Euro-Rettung< hätten 54,4 Prozent gestimmt. >Die bisherige Linie der FDP ist einmal mehr bestätigt<. Er soll dann gleich in seinen Gremien verschwunden sein. Ohne ein versöhnliches Wort zum gerade resigniert und überraschend abgetretenen Generalsekretär Lindner zu äußern. Und vor allem ohne eine überzeugende Erklärung, warum er etwa 2400 Wahlbriefe nicht mitgezählt hat, obwohl sie eingegangen waren.

Der politische Literat kann nur mit Bedauern feststellen: Wie die Dinge in letzter Zeit gelaufen sind, musste die parteiinterne Abstimmung verfälscht werden, um die ohnehin vergessenen Ziele eines lebendigen Liberalismus zu ersetzen durch gedankenloses Geschwätz über >Dynamik< einer opportunistischen Vorstandsclique und interessierter Amtsinhaber. So wird verständlich spekuliert, ob sich Rösler noch als Vorsitzender wird halten können. Zusammen mit dem Affären geplagten Bundespräsidenten Wulf verdichtet sich die FDP-Personalie aber auf die für uns Deutsche nicht unwesentliche Frage, wie wir regiert werden. Und da hören alle Spekulationen auf, denn Kanzlerin Merkel will weiter Kurs halten.
 
Selbst verschuldete Unmündigkeit macht sie unfrei

Die Augenblicksaufnahme vom Zustand der FDP am Freitag den 16.Dezember 2011 berührt das liberale Gewissen über den engen Parteihorizont hinweg. Aus Ermangelung eigener Konzepte zur Bewältigung von Wirtschaftskrisen übte die FDP-Führung schon lange den Schulterschluss mit den politisch führenden Unionsparteien. Dass diese mit ihrer Strategie auch höchst unsicher und schwankend in der heutigen Welt sich bewegen und den in der SPD erfundenen Blödsinn von der >Alternativlosigkeit< bestimmter Auffassungen nur nachplappern, steht sicher auf einem anderen Blatt des gleichen Buches.

Der langjährige Vorsitzende der FDP erlag den Verlockungen der Macht und vordergründigen Wahlerfolgen. Seit seinem Versuch, den Sozialpolitiker zu spielen, er aber nur die unpassende Worthülse von der >spätrömischen Dekadenz< hinterließ, war der Ofen aus. Doch glühte die Formel als Hetze gegen Sozialhilfeempfänger weiter, fanden rassistisch gestimmte, autoritäre Argumente in Ämtern und Literatur ihr Betätigungsfeld. Die >spätrömische Dekadenz< und der >anstrengungslose Wohlstand< sind ihrem politischen Willen nach menschenfeindlich und tyrannisch - das Gegenteil von liberal.

Er verstand angesichts einer sich rasant verändernden Realität nicht mehr, was er tat und sagte. Nicht wegen seiner Inkompetenz, seiner formelhaften und phantasielosen Sprache wurde er aus der Parteiführung gedrängt. Er darf hobbymäßig weiter deutsche Außenpolitik betreiben. Opportunistische Orientierungslosigkeit, mangelnde politische Phantasie in der Partei sind kaum von seinem Nachfolger bewirkt, der eher eine pennälerhafte Personifizierung jener Inkompetenzen darstellt.

Daher ist es kein Wunder, dass eine innerparteiliche Strömung nationalliberaler Ausprägung gegen den Vorstand Front macht. Sie glauben ein Rezept gegen die Erfolglosigkeit und vor allem die Tatsache zu haben, dass in der Gesellschaft kaum ein spürbares Interesse an einem Dialog mit den Freien Demokraten besteht. Journalisten, so war jetzt in sonntäglicher Phönix-Runde zu vernehmen, wollen die unproduktiven, kindisch wirkenden Machenschaften von Parteirepräsentanten >nicht mehr hören<. Desinteresse und Ignorieren im gesellschaftlichen Umfeld, das ist die Höchststrafe, die schlimmer ist als das Totengedenken mit seiner verborgenen Hoffnung auf Weiterleben.

In den vergangenen Wochen waren 64500 Parteimitglieder aufgerufen, in der Frage des >Rettungsschirms< für den Euro zu votieren. Für die Vorstandslinie oder die >Rebellen<, die jegliche Haftung von Staaten für die Schulden anderer Staaten strikt ablehnen. Wie kleinmütig ist aber der Anspruch an bürgerlich-liberales Engagement in dieser Partei, wenn nur eins von drei Mitgliedern sich melden und votieren braucht, um dem Ergebnis das Gewicht eines Parteitagsbeschlusses zu verleihen? Ohne Schaden können zwei von drei Parteimitgliedern das gravierende Entscheidungsproblem ihrer Führung komplett ignorieren. Noch schlimmer ist die mangelnde Objektivität des Verfahrens, sodass ein Mann wie Burkhard Hirsch öffentlich zweifelt: >Ich bin nicht sicher, ob die Auszählung korrekt war<. 21500 >Wahlbriefe< hätten in der Parteizentrale eingehen müssen.

Der Vorsitzende Rösler macht es am besagten Dezembertag vor versammelten Journalisten so kurz und lieblos wie möglich: >Eingegangene Wahlbriefe – 20364<. Für die >Euro-Rettung< hätten 54,4 Prozent gestimmt. >Die bisherige Linie der FDP ist einmal mehr bestätigt<. Er soll dann gleich in seinen Gremien verschwunden sein. Ohne ein versöhnliches Wort zum gerade resigniert und überraschend abgetretenen Generalsekretär Lindner zu äußern. Und vor allem ohne eine überzeugende Erklärung, warum er etwa 2400 Wahlbriefe nicht mitgezählt hat, obwohl sie eingegangen waren.

Der politische Literat kann nur mit Bedauern feststellen: Wie die Dinge in letzter Zeit gelaufen sind, musste die parteiinterne Abstimmung verfälscht werden, um die ohnehin vergessenen Ziele eines lebendigen Liberalismus zu ersetzen durch gedankenloses Geschwätz über >Dynamik< einer opportunistischen Vorstandsclique und interessierter Amtsinhaber. So wird verständlich spekuliert, ob sich Rösler noch als Vorsitzender wird halten können. Zusammen mit dem Affären geplagten Bundespräsidenten Wulff verdichtet sich die FDP-Personalie aber zur Frage, wie wir regiert werden. Und da hören alle Spekulationen auf, denn Kanzlerin Merkel will weiter Kurs halten - wie stets optimistisch, alternativlos, erfolgreich.
 
Selbst verschuldete Unmündigkeit macht sie unfrei

Die Augenblicksaufnahme vom Zustand der FDP am Freitag den 16.Dezember 2011 berührt das liberale Gewissen - über den engen Parteihorizont hinweg. Aus Ermangelung eigener Konzepte, wie komplexe Wirtschaftskrisen zu bewältigen seien, übte die FDP-Führung schon lange den Schulterschluss mit den politisch führenden Unionsparteien und griff gedankenlos in die Mottenkiste des Neoliberalismus. Dass die Union mit ihrer Strategie auch unsicher und schwankend in der heutigen Welt sich bewegen und den in der SPD erfundenen Blödsinn von der >Alternativlosigkeit< bestimmter Auffassungen nur nachplappern konnte, steht sicher auf einem anderen Blatt des gleichen Buches.

Der langjährige Vorsitzende der FDP erlag den Verlockungen der Macht und vordergründigen Analysen der >Wahlerfolge<. Seit seinem Versuch, den Sozialpolitiker zu spielen, er aber nur die gefährliche Worthülse von der >spätrömischen Dekadenz< hervorbrachte, verbreitete sich wieder einmal der Gedanke, dass die FDP nicht mehr benötigt werde. Doch glühte die Formel als Hetze gegen Sozialhilfeempfänger weiter, fanden rassistisch gestimmte, autoritäre Argumente in Ämtern und Literatur ihr Betätigungsfeld. Die >spätrömische Dekadenz< und der >anstrengungslose Wohlstand< sind ihrem politischen Willen nach agitatorisch, tyrannisch, menschenfeindlich - das Gegenteil von liberal.

Er verstand angesichts einer sich rasant verändernden Realität nicht mehr, was er tat und sagte. Nicht wegen seiner Inkompetenz, seiner formelhaften und phantasielosen Sprache wurde er aus der Parteiführung gedrängt. Er darf hobbymäßig weiter deutsche Außenpolitik betreiben. Opportunistische Orientierungslosigkeit, mangelnde politische Phantasie in der Partei sind kaum von seinem Nachfolger bewirkt, der eher eine pennälerhafte Personifizierung jener Inkompetenzen darstellt.

Daher ist es kein Wunder, dass jetzt eine starke innerparteiliche Strömung nationalliberaler Ausprägung gegen den Vorstand Front macht. Sie glauben ein Rezept gegen die Erfolglosigkeit und vor allem die Tatsache zu haben, dass in der Gesellschaft kaum ein spürbares Interesse an einem Dialog mit den Freien Demokraten besteht. Journalisten, so war jetzt in sonntäglicher Phönix-Runde zu vernehmen, wollen die unproduktiven, kindisch wirkenden Machenschaften von Parteirepräsentanten >nicht mehr hören<. Desinteresse und Ignorieren im gesellschaftlichen Umfeld, das ist die Höchststrafe, die schlimmer ist als das allenthalben vernehmbare Totengedenken mit seiner verborgenen Hoffnung auf Weiterleben.

In den vergangenen Wochen waren 64500 Parteimitglieder aufgerufen, in der Frage des >Rettungsschirms< für den Euro zu votieren. Für die Vorstandslinie oder die >Rebellen<, die jegliche Haftung von Staaten für die Schulden anderer Staaten strikt ablehnen. Ihre Position ist in allen Lebensbereichen gnadenlos ökonomistisch. Wie kleinmütig aber ist der Anspruch an bürgerlich-liberales Engagement in dieser Partei, wenn nur eins von drei Mitgliedern sich melden und votieren braucht, um dem Ergebnis das Gewicht eines Parteitagsbeschlusses zu verleihen? Ohne Schaden können zwei von drei Parteimitgliedern das gravierende Entscheidungsproblem ihrer Führung komplett ignorieren. Noch schlimmer ist die mangelnde Objektivität des Verfahrens, sodass ein Mann wie Burkhard Hirsch öffentlich zweifelt: >Ich bin nicht sicher, ob die Auszählung korrekt war<. 21500 >Wahlbriefe< hätten in der Parteizentrale eingehen müssen.

Der Vorsitzende Rösler macht es am besagten Dezembertag 2011 vor versammelten Journalisten so kurz und lieblos wie möglich: >Eingegangene Wahlbriefe – 20364<. Für die >Euro-Rettung< hätten 54,4 Prozent gestimmt. >Die bisherige Linie der FDP ist einmal mehr bestätigt<. Er soll dann gleich in seinen Gremien verschwunden sein. Ohne ein versöhnliches Wort zum gerade resigniert und überraschend abgetretenen Generalsekretär Lindner zu äußern. Und vor allem ohne eine überzeugende Erklärung, warum er etwa 2400 Wahlbriefe nicht mitgezählt hat, obwohl sie eingegangen waren.

Der politische Literat kann nur mit Bedauern festhalten: Wie die Dinge liegen und laufen, musste die parteiinterne Abstimmung verfälscht werden, um die ohnehin vergessenen Ziele eines lebendigen Liberalismus zu ersetzen durch gedankenloses Geschwätz über >Dynamik< einer opportunistischen Vorstandsclique und interessierter Amtsinhaber. So wird verständlicherweise öffentlich spekuliert, ob sich Rösler noch als Vorsitzender wird halten können. Zusammen mit dem Affären geplagten Bundespräsidenten Wulff von der >Union< verdichtet sich die FDP-Personalie aber zur Frage, wie wir regiert werden. Und da hören alle Spekulationen auf, denn Kanzlerin Merkel will weiter Kurs halten - wie stets optimistisch, alternativlos, erfolgreich. Wer kann schon voraussagen, wann die Realitätswahrnehmung in Deutschland auf den Boden der Tatsachen zurückkehrt?
 

 
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