Die kleine Hummel Hudula und das Frühlingsfest

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Ciconia

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Die pummelige kleine Hummel Hudula saß traurig und ohne jeden Appetit auf einem knallgelben Krokus. Seitdem sie mittags ein kurzes Nickerchen gemacht hatte, waren ihre Freundinnen verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt. Hudula war eine Weile laut summend durch den Garten geflogen und hatte alle Ecken abgesucht, aber niemanden gefunden.
Während sie noch überlegte, was passiert sein könnte, hörte sie plötzlich ein unbekanntes, sehr tiefes Brummeln.
„Bist du Hudula?“ fragte eine fremde dicke Hummel und setzte sich mit einem Plumps neben sie.
Hudula nickte schüchtern. Sie kannte diese Fremde nicht und wäre am liebsten weggeflogen, doch sie wollte nicht unhöflich sein.
„Du brauchst keine Angst zu haben, Hudula“, sagte die Fremde, die einen breiten roten Gürtel um ihren Bauch trug und damit sehr wichtig aussah, „ich heiße Brumi und bin die Aufpasserin auf der Krokuswiese am Schloss.“
Hudula konnte sich vorstellen, was eine Krokuswiese war, aber von einem Schloss hatte sie noch nie gehört.
„Was ist ein Schloss?“
„Das werde ich dir gleich zeigen, wenn du mit mir kommst. Deine Freundinnen sind nämlich schon alle beim Frühlingsfest auf der Wiese, sie haben mich gebeten, nach dir zu sehen und dich mitzubringen, wenn du möchtest.“
Hudula war erleichtert, aber auch ein wenig sauer. Nun wusste sie wenigstens, wo ihre Freundinnen steckten, auch wenn diese sie allein gelassen hatten. Aber wahrscheinlich hatte sie einfach zu fest geschlafen und ihr Rufen nicht gehört.

Natürlich wollte Hudula mitkommen. Sie war nämlich eine neugierige kleine Hummel und wollte auch mal etwas anderes sehen als diesen kleinen Garten.
Sie flogen eine sehr lange Strecke, und Hudula musste alle ihre Kraft zusammennehmen,um nicht schlappzumachen. Da tauchte vor ihnen zwischen hohen Bäumen ein riesiges weißes Haus auf, so groß wie sie noch nie eines gesehen hatte.
„Was ist das?“, fragte Hudula ganz außer Atem.
„Das ist das Schloss, von dem ich gesprochen habe. In einem Schloss wohnten früher Könige und Königinnen und Prinzessinnen …“
Hudula konnte mit all diesen Namen nichts anfangen. Es war ihr eigentlich auch egal, wer darin wohnte. Das Haus schien ihr so wunderschön, da musste sie erst einmal eine Pause in einem Forsythienstrauch machen und schauen. Brumi, die ein Stückchen vorausgeflogen war, kehrte wieder um und setzte sich zu ihr.
„Da staunst du, was? Aber die eigentliche Überraschung kommt noch“, summte sie geheimnisvoll.
Da fiel es Hudula gar nicht schwer, weiterzufliegen. Brumi schlug für die letzte Strecke ein kleines Spiel vor.
„Du fliegst jetzt rechts um das Schloss herum und ich links. Wer zuerst an der großen Treppe auf der Rückseite ist, darf sich etwas wünschen.“
Und so machten sie es. Hudula strengte sich kräftig an, Erste zu werden und überlegte sich unterwegs, was sie sich wünschen könnte. Bevor ihr etwas einfiel, sah sie schon die große Treppe. Sie setzte sich auf die oberste Stufe, doch von Brumi war nichts zu sehen. Die kam gerade erst gemütlich um die Ecke gebrummelt und lobte Hudula, dass sie schneller gewesen war.
„Na, was sagst du?“, fragte Brumi und deutete mit einem Flügel in die Weite.
Hudula wollte kaum glauben, was da vor ihr lag. Die ganze riesengroße Wiese, so groß, dass Hudula gar nicht bis an ihr Ende schauen konnte, war mit lila Krokussen bedeckt. Hudula wusste vor Staunen gar nicht, was sie zuerst machen sollte. Aber da sie nach dem langen Flug hungrig geworden war, stürzte sie sich sofort auf den süßen Nektar, den all diese Krokusse bereithielten.

Es dauerte nicht lange, bis Brumi auch alle ihre Freundinnen eingesammelt und mit Hudula zusammengebracht hatte. Was für ein Gesumme und Gebrumme! Ein richtiges Frühlingsfest, wie es sich Hudula nicht schöner hätte vorstellen können. So viele Hummeln hatte sie noch nie auf einmal gesehen. Von allen Seiten strömten die Besucherinnen auf die Wiese. Hudula spielte hier und da mit einigen von ihnen Fangen, aber meistens saß sie einfach nur da und genoss den köstlichen Nektar aus diesen herrlichen Krokussen, bis sie pappsatt war. Was für ein Nachmittag!

Irgendwann fiel Hudula ein, dass sie gar keinen Wunsch geäußert hatte. Brumi war nämlich irgendwo auf diesem endlos weiten Krokusteppich verschwunden. Wahrscheinlich kümmerte sie sich schon um eine andere Gruppe, die ihre Hilfe brauchte. Doch das machte nichts, Hudula war ihr nicht böse. Der Nachmittag auch so aufregend genug gewesen.

Erst als hinter dem Schloss ganz langsam die Sonne unterging, machten sich Hudula und ihre Freundinnen auf den Weg zurück in ihren Garten. Alleine hätte sie den Heimweg bestimmt nicht gefunden. Die größeren Freundinnen nahmen Hudula in die Mitte und brachten die Kleine noch vor dem Dunkelwerden sicher nach Hause. Sie war inzwischen so müde, dass sie sofort einschlief.

In der Nacht träumte sie von riesigen Krokusfeldern. Und ihr fiel ein, was sie sich hätte wünschen können: Noch einmal auf einem großen Frühlingsfest mit vielen anderen Hummeln herumzuschwirren und so viel Nektar zu naschen, bis nichts mehr in sie hineinpasste. Ein bisschen Bauchweh würde sie dafür gern in Kauf nehmen.


Zum Vorlesen für Kinder ab 2-3 Jahren
 

molly

Mitglied
Liebe Ciconia,

ich freue mich, Dich auf dieser Seite zu sehen. Dein Text liest sich flüsssig. Zu nächst dachte ich allerdings, die kleine Hummel wird entführt. Vielleicht wäre es gut, wenn die zu nächst scheue Hudula die große Hummel als Helferin genau erkennen kann. Z. B, dass die Kleine wußte, nur die Helferinnen haben einen roten Ring um den Bauch.

Kleiner Tipp:

dass Hudula [blue]gar nicht[/blue] bis an ihr Ende schauen konnte, war mit lila Krokussen bedeckt. Hudula wusste vor Staunen[blue] gar nicht,[/blue] was sie...
Vorschlag für den 2. Satz:
Hudula staunte so sehr, dass sie nicht wusste, was sie zuerst machen sollte.

Ich habe Deine Geschichte gerne gelesen.

Viele Grüße

molly
 

Ciconia

Mitglied
Die pummelige kleine Hummel Hudula saß traurig und ohne jeden Appetit auf einem knallgelben Krokus. Seitdem sie mittags ein kurzes Nickerchen gemacht hatte, waren ihre Freundinnen verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt. Hudula war eine Weile laut summend durch den Garten geflogen und hatte alle Ecken abgesucht, aber niemanden gefunden.
Während sie noch überlegte, was passiert sein könnte, hörte sie plötzlich ein unbekanntes, sehr tiefes Brummeln.
„Bist du Hudula?“ fragte eine fremde dicke Hummel und setzte sich mit einem Plumps neben sie.
Hudula nickte schüchtern. Sie kannte diese Fremde nicht und wäre am liebsten weggeflogen, doch sie wollte nicht unhöflich sein.
„Du brauchst keine Angst zu haben, Hudula“, sagte die Fremde, die einen breiten roten Gürtel um ihren Bauch trug und damit sehr wichtig aussah, „ich heiße Brumi und bin die Aufpasserin auf der Krokuswiese am Schloss.“
Hudula konnte sich vorstellen, was eine Krokuswiese war, aber von einem Schloss hatte sie noch nie gehört.
„Was ist ein Schloss?“
„Das werde ich dir gleich zeigen, wenn du mit mir kommst. Deine Freundinnen sind nämlich schon alle beim Frühlingsfest auf der Wiese, sie haben mich gebeten, nach dir zu sehen und dich mitzubringen, wenn du möchtest.“
Jetzt fiel Hudula ein, wo sie so einen roten Gürtel schon einmal gesehen hatte: Die Aufpasserin in ihrer Minihummelgruppe hatte auch so einen getragen.
Hudula war erleichtert, aber auch ein wenig sauer. Nun wusste sie wenigstens, wo ihre Freundinnen steckten, auch wenn diese sie allein gelassen hatten. Aber wahrscheinlich hatte sie einfach zu fest geschlafen und ihr Rufen nicht gehört.

Natürlich wollte Hudula mitkommen. Sie war nämlich eine neugierige kleine Hummel und wollte auch mal etwas anderes sehen als diesen kleinen Garten.
Sie flogen eine sehr lange Strecke, und Hudula musste alle ihre Kraft zusammennehmen,um nicht schlappzumachen. Da tauchte vor ihnen zwischen hohen Bäumen ein riesiges weißes Haus auf, so groß wie sie noch nie eines gesehen hatte.
„Was ist das?“, fragte Hudula ganz außer Atem.
„Das ist das Schloss, von dem ich gesprochen habe. In einem Schloss wohnten früher Könige und Königinnen und Prinzessinnen …“
Hudula konnte mit all diesen Namen nichts anfangen. Es war ihr eigentlich auch egal, wer darin wohnte. Das Haus schien ihr so wunderschön, da musste sie erst einmal eine Pause in einem Forsythienstrauch machen und schauen. Brumi, die ein Stückchen vorausgeflogen war, kehrte wieder um und setzte sich zu ihr.
„Da staunst du, was? Aber die eigentliche Überraschung kommt noch“, summte sie geheimnisvoll.
Da fiel es Hudula gar nicht schwer, weiterzufliegen. Brumi schlug für die letzte Strecke ein kleines Spiel vor.
„Du fliegst jetzt rechts um das Schloss herum und ich links. Wer zuerst an der großen Treppe auf der Rückseite ist, darf sich etwas wünschen.“
Und so machten sie es. Hudula strengte sich kräftig an, Erste zu werden und überlegte sich unterwegs, was sie sich wünschen könnte. Bevor ihr etwas einfiel, sah sie schon die große Treppe. Sie setzte sich auf die oberste Stufe, doch von Brumi war nichts zu sehen. Die kam gerade erst gemütlich um die Ecke gebrummelt und lobte Hudula, dass sie schneller gewesen war.
„Na, was sagst du?“, fragte Brumi und deutete mit einem Flügel in die Weite.
Hudula wollte kaum glauben, was da vor ihr lag. Die ganze riesengroße Wiese, so groß, dass Hudula gar nicht bis an ihr Ende schauen konnte, war mit lila Krokussen bedeckt. Sie staunte so sehr, dass sie nicht wusste, was sie zuerst machen sollte. Aber da sie nach dem langen Flug hungrig geworden war, stürzte sie sich sofort auf den süßen Nektar, den all diese Krokusse bereithielten.

Es dauerte nicht lange, bis Brumi auch alle ihre Freundinnen eingesammelt und mit Hudula zusammengebracht hatte. Was für ein Gesumme und Gebrumme! Ein richtiges Frühlingsfest, wie es sich Hudula nicht schöner hätte vorstellen können. So viele Hummeln hatte sie noch nie auf einmal gesehen. Von allen Seiten strömten die Besucherinnen auf die Wiese. Hudula spielte hier und da mit einigen von ihnen Fangen, aber meistens saß sie einfach nur da und genoss den köstlichen Nektar aus diesen herrlichen Krokussen, bis sie pappsatt war. Was für ein Nachmittag!

Irgendwann fiel Hudula ein, dass sie gar keinen Wunsch geäußert hatte. Brumi war nämlich irgendwo auf diesem endlos weiten Krokusteppich verschwunden. Wahrscheinlich kümmerte sie sich schon um eine andere Gruppe, die ihre Hilfe brauchte. Doch das machte nichts, Hudula war ihr nicht böse. Der Nachmittag auch so aufregend genug gewesen.

Erst als hinter dem Schloss ganz langsam die Sonne unterging, machten sich Hudula und ihre Freundinnen auf den Weg zurück in ihren Garten. Alleine hätte sie den Heimweg bestimmt nicht gefunden. Die größeren Freundinnen nahmen Hudula in die Mitte und brachten die Kleine noch vor dem Dunkelwerden sicher nach Hause. Sie war inzwischen so müde, dass sie sofort einschlief.

In der Nacht träumte sie von riesigen Krokusfeldern. Und ihr fiel ein, was sie sich hätte wünschen können: Noch einmal auf einem großen Frühlingsfest mit vielen anderen Hummeln herumzuschwirren und so viel Nektar zu naschen, bis nichts mehr in sie hineinpasste. Ein bisschen Bauchweh würde sie dafür gern in Kauf nehmen.


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Ciconia

Mitglied
Moin molly,

da bin ich aber beruhigt, dass Du nicht mehr zu kritisieren hast – schließlich sind Kindergeschichten ziemliches Neuland für mich, und kleine Test[strike]leser[/strike]hörer hatte ich auch gerade nicht zur Hand. ;)
Ich empfand es schon als Herausforderung, hier mit möglichst einfacher Sprache den richtigen Ton zu treffen.
Deine Verbesserungsvorschläge habe ich übernommen. Du hast Recht, Brumi sollte etwas klarer als Helferin herausgestellt werden.

Vielen Dank für das aufmerksame Lesen!

Schönen Sonntag und Gruß
Ciconia
 

Ciconia

Mitglied
Die pummelige kleine Hummel Hudula saß traurig und ohne jeden Appetit auf einem knallgelben Krokus. Seitdem sie mittags ein kurzes Nickerchen gemacht hatte, waren ihre Freundinnen verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt. Hudula war eine Weile laut summend durch den Garten geflogen und hatte alle Ecken abgesucht, aber niemanden gefunden.
Während sie noch überlegte, was passiert sein könnte, hörte sie plötzlich ein unbekanntes, sehr tiefes Brummeln.
„Bist du Hudula?“, fragte eine fremde dicke Hummel und setzte sich mit einem Plumps neben sie.
Hudula nickte schüchtern. Sie kannte diese Fremde nicht und wäre am liebsten weggeflogen, doch sie wollte nicht unhöflich sein.
„Du brauchst keine Angst zu haben, Hudula“, sagte die Fremde, die einen breiten roten Gürtel um ihren Bauch trug und damit sehr wichtig aussah, „ich heiße Brumi und bin die Aufpasserin auf der Krokuswiese am Schloss.“
Hudula konnte sich vorstellen, was eine Krokuswiese war, aber von einem Schloss hatte sie noch nie gehört.
„Was ist ein Schloss?“
„Das werde ich dir gleich zeigen, wenn du mit mir kommst. Deine Freundinnen sind nämlich schon alle beim Frühlingsfest auf der Wiese, sie haben mich gebeten, nach dir zu sehen und dich mitzubringen, wenn du möchtest.“
Jetzt fiel Hudula ein, wo sie so einen roten Gürtel schon einmal gesehen hatte: Die Aufpasserin in ihrer Minihummelgruppe hatte auch so einen getragen.
Hudula war erleichtert, aber auch ein wenig sauer. Nun wusste sie wenigstens, wo ihre Freundinnen steckten, auch wenn diese sie allein gelassen hatten. Aber wahrscheinlich hatte sie einfach zu fest geschlafen und ihr Rufen nicht gehört.

Natürlich wollte Hudula mitkommen. Sie war nämlich eine neugierige kleine Hummel und wollte auch mal etwas anderes sehen als diesen kleinen Garten.
Sie flogen eine sehr lange Strecke, und Hudula musste alle Kraft zusammennehmen, um nicht schlappzumachen. Da tauchte vor ihnen zwischen hohen Bäumen ein riesiges weißes Haus auf, so groß wie sie noch nie eines gesehen hatte.
„Was ist das?“, fragte Hudula ganz außer Atem.
„Das ist das Schloss, von dem ich gesprochen habe. In einem Schloss wohnten früher Könige und Königinnen und Prinzessinnen …“
Hudula konnte mit all diesen Namen nichts anfangen. Es war ihr eigentlich auch egal, wer darin wohnte. Das Haus schien ihr so wunderschön, da musste sie erst einmal eine Pause in einem Forsythienstrauch machen und schauen. Brumi, die ein Stückchen vorausgeflogen war, kehrte wieder um und setzte sich zu ihr.
„Da staunst du, was? Aber die eigentliche Überraschung kommt noch“, summte sie geheimnisvoll.
Da fiel es Hudula gar nicht schwer, weiterzufliegen. Brumi schlug für die letzte Strecke ein kleines Spiel vor.
„Du fliegst jetzt rechts um das Schloss herum und ich links. Wer zuerst an der großen Treppe auf der Rückseite ist, darf sich etwas wünschen.“
Und so machten sie es. Hudula strengte sich kräftig an, Erste zu werden und überlegte sich unterwegs, was sie sich wünschen könnte. Bevor ihr etwas einfiel, sah sie schon die große Treppe. Sie setzte sich auf die oberste Stufe, doch von Brumi war nichts zu sehen. Die kam gerade erst gemütlich um die Ecke gebrummelt und lobte Hudula, dass sie schneller gewesen war.
„Na, was sagst du?“, fragte Brumi und deutete mit einem Flügel in die Weite.
Hudula wollte kaum glauben, was da vor ihr lag. Die ganze riesengroße Wiese, so groß, dass Hudula gar nicht bis an ihr Ende schauen konnte, war mit lila Krokussen bedeckt. Sie staunte so sehr, dass sie nicht wusste, was sie zuerst machen sollte. Aber da sie nach dem langen Flug hungrig geworden war, stürzte sie sich sofort auf den süßen Nektar, den all diese Krokusse bereithielten.

Es dauerte nicht lange, bis Brumi auch alle ihre Freundinnen eingesammelt und mit Hudula zusammengebracht hatte. Was für ein Gesumme und Gebrumme! Ein richtiges Frühlingsfest, wie es sich Hudula nicht schöner hätte vorstellen können. So viele Hummeln hatte sie noch nie auf einmal gesehen. Von allen Seiten strömten die Besucherinnen auf die Wiese. Hudula spielte hier und da mit einigen von ihnen Fangen, aber meistens saß sie einfach nur da und genoss den köstlichen Nektar aus diesen herrlichen Krokussen, bis sie pappsatt war. Was für ein Nachmittag!

Irgendwann fiel Hudula ein, dass sie gar keinen Wunsch geäußert hatte. Brumi war nämlich irgendwo auf diesem endlos weiten Krokusteppich verschwunden. Wahrscheinlich kümmerte sie sich schon um eine andere Gruppe, die ihre Hilfe brauchte. Doch das machte nichts, Hudula war ihr nicht böse. Der Nachmittag auch so aufregend genug gewesen.

Erst als hinter dem Schloss ganz langsam die Sonne unterging, machten sich Hudula und ihre Freundinnen auf den Weg zurück in ihren Garten. Alleine hätte sie den Heimweg bestimmt nicht gefunden. Die größeren Freundinnen nahmen Hudula in die Mitte und brachten die Kleine noch vor dem Dunkelwerden sicher nach Hause. Sie war inzwischen so müde, dass sie sofort einschlief.

In der Nacht träumte sie von riesigen Krokusfeldern. Und ihr fiel ein, was sie sich hätte wünschen können: Noch einmal auf einem großen Frühlingsfest mit vielen anderen Hummeln herumzuschwirren und so viel Nektar zu naschen, bis nichts mehr in sie hineinpasste. Ein bisschen Bauchweh würde sie dafür gern in Kauf nehmen.


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molly

Mitglied
Hallo Ciconia

"Ich empfand es schon als Herausforderung, hier mit möglichst einfacher Sprache den richtigen Ton zu treffen."

Hat sich aber gelohnt! :) Herzlichen Glückwunsch zum Werk des Monats!

Viele Grüße

molly
 

Ciconia

Mitglied
Danke, molly,
ein klein wenig hast Du ja auch noch zur Verbesserung beigetragen … ;)

Gruß Ciconia
 

jon

Foren-Redakteur
Teammitglied
Ich habe nichts zu meckern: hübsche Story; angenehme, nicht krampfhaft auf kindgrecht gerimmte Sprache; sehr schöne Stimmung.

Nur an einer Stelle dachte ich: Als Hummel müsste sie aber mit dem Begriff "Königin" was anfangen können …
 

Ciconia

Mitglied
Huch - wie man doch aufpassen muss … Dein Einwand ist völlig berechtigt, liebe jon. Aber vielleicht weiß eine unerfahrene kleine Hummel noch nichts über Staatsformen, so wie ein dreijähriges Menschenkind vielleicht auch noch nicht weiß, was eine Kanzlerin ist (wobei Königin und Kanzlerin hier keinesfalls als Vergleich gesehen werden sollen ;)).

Ich freue mich über Dein Lob und danke für die gute Wertung!

Gruß Ciconia
 

Ciconia

Mitglied
Die pummelige kleine Hummel Hudula saß traurig und ohne jeden Appetit auf einem knallgelben Krokus. Seitdem sie mittags ein kurzes Nickerchen gemacht hatte, waren ihre Freundinnen verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt. Hudula war eine Weile laut summend durch den Garten geflogen und hatte alle Ecken abgesucht, aber niemanden gefunden.
Während sie noch überlegte, was passiert sein könnte, hörte sie plötzlich ein unbekanntes, sehr tiefes Brummeln.
„Bist du Hudula?“, fragte eine fremde dicke Hummel und setzte sich mit einem Plumps neben sie.
Hudula nickte schüchtern. Sie kannte diese Fremde nicht und wäre am liebsten weggeflogen, doch sie wollte nicht unhöflich sein.
„Du brauchst keine Angst zu haben, Hudula“, sagte die Fremde, die einen breiten roten Gürtel um ihren Bauch trug und damit sehr wichtig aussah, „ich heiße Brumi und bin die Aufpasserin auf der Krokuswiese am Schloss.“
Hudula konnte sich vorstellen, was eine Krokuswiese war, aber von einem Schloss hatte sie noch nie gehört.
„Was ist ein Schloss?“
„Das werde ich dir gleich zeigen, wenn du mit mir kommst. Deine Freundinnen sind nämlich schon alle beim Frühlingsfest auf der Wiese, sie haben mich gebeten, nach dir zu sehen und dich mitzubringen, wenn du möchtest.“
Jetzt fiel Hudula ein, wo sie so einen roten Gürtel schon einmal gesehen hatte: Die Aufpasserin in ihrer Minihummelgruppe hatte auch so einen getragen.
Hudula war erleichtert, aber auch ein wenig sauer. Nun wusste sie wenigstens, wo ihre Freundinnen steckten, auch wenn diese sie allein gelassen hatten. Aber wahrscheinlich hatte sie einfach zu fest geschlafen und ihr Rufen nicht gehört.

Natürlich wollte Hudula mitkommen. Sie war nämlich eine neugierige kleine Hummel und wollte auch mal etwas anderes sehen als diesen kleinen Garten.
Sie flogen eine sehr lange Strecke, und Hudula musste alle Kraft zusammennehmen, um nicht schlappzumachen. Da tauchte vor ihnen zwischen hohen Bäumen ein riesiges weißes Haus auf, so groß wie sie noch nie eines gesehen hatte.
„Was ist das?“, fragte Hudula ganz außer Atem.
„Das ist das Schloss, von dem ich gesprochen habe. In einem Schloss wohnten früher Könige und Königinnen und Prinzessinnen …“
Hudula konnte mit all diesen Namen nichts anfangen. Es war ihr eigentlich auch egal, wer darin wohnte. Das Haus schien ihr so wunderschön, da musste sie erst einmal eine Pause in einem Forsythienstrauch machen und schauen. Brumi, die ein Stückchen vorausgeflogen war, kehrte wieder um und setzte sich zu ihr.
„Da staunst du, was? Aber die eigentliche Überraschung kommt noch“, summte sie geheimnisvoll.
Da fiel es Hudula gar nicht schwer, weiterzufliegen. Brumi schlug für die letzte Strecke ein kleines Spiel vor.
„Du fliegst jetzt rechts um das Schloss herum und ich links. Wer zuerst an der großen Treppe auf der Rückseite ist, darf sich etwas wünschen.“
Und so machten sie es. Hudula strengte sich kräftig an, Erste zu werden und überlegte sich unterwegs, was sie sich wünschen könnte. Bevor ihr etwas einfiel, sah sie schon die große Treppe. Sie setzte sich auf die oberste Stufe, doch von Brumi war nichts zu sehen. Die kam gerade erst gemütlich um die Ecke gebrummelt und lobte Hudula, dass sie schneller gewesen war.
„Na, was sagst du?“, fragte Brumi und deutete mit einem Flügel in die Weite.
Hudula wollte kaum glauben, was da vor ihr lag. Die ganze riesengroße Wiese, so groß, dass Hudula gar nicht bis an ihr Ende schauen konnte, war mit lila Krokussen bedeckt. Sie staunte so sehr, dass sie nicht wusste, was sie zuerst machen sollte. Aber da sie nach dem langen Flug hungrig geworden war, stürzte sie sich sofort auf den süßen Nektar, den all diese Krokusse bereithielten.

Es dauerte nicht lange, bis Brumi auch alle ihre Freundinnen eingesammelt und mit Hudula zusammengebracht hatte. Was für ein Gesumme und Gebrumme! Ein richtiges Frühlingsfest, wie es sich Hudula nicht schöner hätte vorstellen können. So viele Hummeln hatte sie noch nie auf einmal gesehen. Von allen Seiten strömten die Besucherinnen auf die Wiese. Hudula spielte hier und da mit einigen von ihnen Fangen, aber meistens saß sie einfach nur da und genoss den köstlichen Nektar aus diesen herrlichen Krokussen, bis sie pappsatt war. Was für ein Nachmittag!

Irgendwann fiel Hudula ein, dass sie gar keinen Wunsch geäußert hatte. Brumi war nämlich irgendwo auf diesem endlos weiten Krokusteppich verschwunden. Wahrscheinlich kümmerte sie sich schon um eine andere Gruppe, die ihre Hilfe brauchte. Doch das machte nichts, Hudula war ihr nicht böse. Der Nachmittag war auch so aufregend genug gewesen.

Erst als hinter dem Schloss ganz langsam die Sonne unterging, machten sich Hudula und ihre Freundinnen auf den Weg zurück in ihren Garten. Alleine hätte sie den Heimweg bestimmt nicht gefunden. Die größeren Freundinnen nahmen Hudula in die Mitte und brachten die Kleine noch vor dem Dunkelwerden sicher nach Hause. Sie war inzwischen so müde, dass sie sofort einschlief.

In der Nacht träumte sie von riesigen Krokusfeldern. Und ihr fiel ein, was sie sich hätte wünschen können: Noch einmal auf einem großen Frühlingsfest mit vielen anderen Hummeln herumzuschwirren und so viel Nektar zu naschen, bis nichts mehr in sie hineinpasste. Ein bisschen Bauchweh würde sie dafür gern in Kauf nehmen.


Zum Vorlesen für Kinder ab 2-3 Jahren
 

Ciconia

Mitglied
Die pummelige kleine Hummel Hudula saß traurig und ohne jeden Appetit auf einem knallgelben Krokus. Seitdem sie mittags ein kurzes Nickerchen gemacht hatte, waren ihre Freundinnen verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt. Hudula war eine Weile laut summend durch den Garten geflogen und hatte alle Ecken abgesucht, aber niemanden gefunden.
Während sie noch überlegte, was passiert sein könnte, hörte sie plötzlich ein unbekanntes, sehr tiefes Brummeln.
„Bist du Hudula?“, fragte eine fremde dicke Hummel und setzte sich mit einem Plumps neben sie.
Hudula nickte schüchtern. Sie kannte diese Fremde nicht und wäre am liebsten weggeflogen, doch sie wollte nicht unhöflich sein.
„Du brauchst keine Angst zu haben, Hudula“, sagte die Fremde, die einen breiten roten Gürtel um ihren Bauch trug und damit sehr wichtig aussah, „ich heiße Brumi und bin die Aufpasserin auf der Krokuswiese am Schloss.“
Hudula konnte sich vorstellen, was eine Krokuswiese war, aber von einem Schloss hatte sie noch nie gehört.
„Was ist ein Schloss?“
„Das werde ich dir gleich zeigen, wenn du mit mir kommst. Deine Freundinnen sind nämlich schon alle beim Frühlingsfest auf der Wiese, sie haben mich gebeten, nach dir zu sehen und dich mitzubringen, wenn du möchtest.“
Jetzt fiel Hudula ein, wo sie so einen roten Gürtel schon einmal gesehen hatte: Die Aufpasserin in ihrer Minihummelgruppe hatte auch so einen getragen.
Hudula war erleichtert, aber auch ein wenig sauer. Nun wusste sie wenigstens, wo ihre Freundinnen steckten, auch wenn diese sie allein gelassen hatten. Aber wahrscheinlich hatte sie einfach zu fest geschlafen und ihr Rufen nicht gehört.

Natürlich wollte Hudula mitkommen. Sie war nämlich eine neugierige kleine Hummel und wollte auch mal etwas anderes sehen als diesen kleinen Garten.
Sie flogen eine sehr lange Strecke, und Hudula musste alle Kraft zusammennehmen, um nicht schlappzumachen. Da tauchte vor ihnen zwischen hohen Bäumen ein riesiges weißes Haus auf, so groß wie sie noch nie eines gesehen hatte.
„Was ist das?“, fragte Hudula ganz außer Atem.
„Das ist das Schloss, von dem ich gesprochen habe. In einem Schloss wohnten früher Könige und Königinnen und Prinzessinnen …“
Hudula konnte mit all diesen Namen nichts anfangen. Es war ihr eigentlich auch egal, wer darin wohnte. Das Haus schien ihr so wunderschön, da musste sie erst einmal eine Pause in einem Forsythienstrauch machen und schauen. Brumi, die ein Stückchen vorausgeflogen war, kehrte wieder um und setzte sich zu ihr.
„Da staunst du, was? Aber die eigentliche Überraschung kommt noch“, summte sie geheimnisvoll.
Da fiel es Hudula gar nicht schwer, weiterzufliegen. Brumi schlug für die letzte Strecke ein kleines Spiel vor.
„Du fliegst jetzt rechts um das Schloss herum und ich links. Wer zuerst an der großen Treppe auf der Rückseite ist, darf sich etwas wünschen.“
Und so machten sie es. Hudula strengte sich kräftig an, Erste zu werden und überlegte sich unterwegs, was sie sich wünschen könnte. Bevor ihr etwas einfiel, sah sie schon die große Treppe. Sie setzte sich auf die oberste Stufe, doch von Brumi war nichts zu sehen. Die kam gerade erst gemütlich um die Ecke gebrummelt und lobte Hudula, dass sie schneller gewesen war.
„Na, was sagst du?“, fragte Brumi und deutete mit einem Flügel in die Weite.
Hudula wollte kaum glauben, was da vor ihr lag. Die ganze riesengroße Wiese, so groß, dass Hudula gar nicht bis an ihr Ende schauen konnte, war mit lila Krokussen bedeckt. Sie staunte so sehr, dass sie nicht wusste, was sie zuerst machen sollte. Aber da sie nach dem langen Flug hungrig geworden war, stürzte sie sich sofort auf den süßen Nektar, den all diese Krokusse bereithielten.

Es dauerte nicht lange, bis Brumi auch alle ihre Freundinnen eingesammelt und mit Hudula zusammengebracht hatte. Was für ein Gesumme und Gebrumme! Ein richtiges Frühlingsfest, wie es sich Hudula nicht schöner hätte vorstellen können. So viele Hummeln hatte sie noch nie auf einmal gesehen. Von allen Seiten strömten die Besucherinnen auf die Wiese. Hudula spielte hier und da mit einigen von ihnen Fangen, aber meistens saß sie einfach nur da und genoss den köstlichen Nektar aus diesen herrlichen Krokussen, bis sie pappsatt war. Was für ein Nachmittag!

Irgendwann fiel Hudula ein, dass sie gar keinen Wunsch geäußert hatte. Brumi war nämlich irgendwo auf diesem endlos weiten Krokusteppich verschwunden. Wahrscheinlich kümmerte sie sich schon um eine andere Gruppe, die ihre Hilfe brauchte. Doch das machte nichts, Hudula war ihr nicht böse. Der Nachmittag war auch so aufregend genug gewesen.

Erst als hinter dem Schloss ganz langsam die Sonne unterging, machten sich Hudula und ihre Freundinnen auf den Weg zurück in ihren Garten. Alleine hätte sie den Heimweg bestimmt nicht gefunden. Die größeren Freundinnen nahmen Hudula in die Mitte und brachten die Kleine noch vor dem Dunkelwerden sicher nach Hause. Sie war inzwischen so müde, dass sie sofort einschlief.

In der Nacht träumte sie von riesigen Krokusfeldern. Und ihr fiel ein, was sie sich hätte wünschen können: Noch einmal auf einem großen Frühlingsfest mit vielen anderen Hummeln herumzuschwirren und so viel Nektar zu naschen, bis nichts mehr in sie hineinpasste. Ein bisschen Bauchweh würde sie dafür gern in Kauf nehmen.


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