Die Zeiten ändern sich

Ciconia

Mitglied
Einst folgten wir den roten Fahnen,
besaßen nichts und glaubten fest,
es ließe sich Utopia planen,
in jedem Land, egal ob Ost ob West.

Der Traum verschwand bald in der Ferne.
Nun schworen wir aufs neue Grün,
verteufelten die Großkonzerne,
und wollten sparsam sein, genügsam, kühn.

Es ging bergauf in unserm Leben,
jetzt wählten wir behäbig-Blau.
Wir blieben an der Scholle kleben
mit eignem Haus, dem Kind und erster Frau.

Das schwarze Erbe schnell verfressen,
sah‘n wir gesättigt auf die Welt.
Die Ideale längst vergessen,
erstrebten wir Karriere und viel Geld.

In letzter Zeit scheint alles bunter,
erschrocken blicken wir hinaus.
Wir sind nicht mehr ganz frühjahrsmunter
und spenden nur verhaltenen Applaus.

Wir könnten die Palette mischen,
die uns bis dato oft verführt,
und würden diesen Ton erwischen:
Nicht bunt, nicht braun - bloß unschuldsweiß, gerührt.
 

Ciconia

Mitglied
Ja, Waldbaum, und hinter jeder Farbe steht ein bisschen Lebenszeit, eine mehrfach veränderte Lebenseinstellung, ein Andersdenken als in jungen Jahren. Aber vielleicht ist das ja gar nicht so weitverbreitet, und viele Menschen bleiben ein Leben lang bei ihrer einmal erworbenen politischen Einstellung. Das würde vieles erklären.

Gruß, Ciconia
 
G

Gelöschtes Mitglied 16102

Gast
Aber vielleicht ist das ja gar nicht so weitverbreitet, und viele Menschen bleiben ein Leben lang bei ihrer einmal erworbenen politischen Einstellung. Das würde vieles erklären.
Ich habe gerade in dieser Hinsicht über mich nachgedacht und festgestellt: Doch, ich habe mich im Laufe meines Lebens durchaus einige Male gewandelt.
 

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