Diesel und Sprache

Blumenberg

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Hallo ihr Beiden,

da ist man mal einen Tag weg und kommt schon gar nicht mehr hinterher, soviel neue Diskussionsbeiträge summieren sich hier. Und ich kann, da ich Flusser nicht gelesen habe, nicht einmal mitreden :)


Trojan, du bringst in deinem Post zwei interessante Punkte an.

"Wirkung hat wiederum den Nachteil, zumindest in meinen Augen, dass es als Wort nur sich selbst genügt und nicht über sich hinausweist, etwa einen Urheber impliziert."

Deine Kritik am Wirkungsbegriff ist mir nicht ganz klar. Politisches Sprechen zielt immer auf Wirkung, darin ist es wie PR oder Werbesprache, es soll beim Gegenüber eine intendierte Wirkung entfalten, was in diesem konkreten Kontext meint, dass es darauf zielt tätig zu wirken, das (ein wunderbares Beispiel für Politsprech) der Sprecher das Heft des Handeln in der Hand hält, allgemeiner soll es dazu annimieren, eine bestimmte Partei zu wählen oder eben ein Produkt zu kaufen. So traurig das ist, auch Politik richtet sich im Wesentlichen am Quantifizierbaren aus.

"Genau das übrigens verursacht möglicherweise die Trockenheit von akademischen Texten, ihre merkwürdige Urheberlosigkeit."

Das liegt daran, dass man sich davor hüten sollte, Allgemeinbegriffe als Überheber zu fassen, also die Politik, die CDU, die Industrie, die Wirtschaft, etc. Das sind Scheinakteure und darin liegt die Gefahr, Scheinakteure mit tatsächlichen zu verwechseln. Einem Allgemeinbegriff wie der Wirtschaft, kann man beispielsweise keine Verantwortung oder Schuld zuschreiben, da das eine tatsächliche Person, die handelt, voraussetzt. Die Wirtschaft handelt nicht, das suggeriert nur die vorgenommene Personifizierung, handelnd ist eine unüberschaubare Zahl an Einzelakteuren, die unter dem Begriff subsumiert sind.

Das andere Problem habe ich mit dem von dir angeführten Bedeutungsbegriff, genauer der Forderung nach Bedeutung. Wenn man deinen Begriff konsequent annimmt, kann ich als Autor eines Textes gar nichts zur Bedeutung meines Textes beitragen, die wird nämlich vom je einzelnen Leser in den Text gelegt und steckt nicht in diesem selbst. Was ich tun kann ist einen Text zu schreiben, der auf eine bestimmte Wirkung zielt, aber keinen der Bedeutung enthält.

Ich würde, wenn es Bedarf nach einer noch weitergehenden Diskussion des Themas gibt, eventuell im Lupanum einen Thread einrichten. Natürlich nur, wenn Lust besteht, die Diskussion noch etwas weiterzuführen.

Liebe Grüße

Blumenberg
 

Trojan

Mitglied
Hallo Blumenberg,

Ich würde, wenn es Bedarf nach einer noch weitergehenden Diskussion des Themas gibt, eventuell im Lupanum einen Thread einrichten. Natürlich nur, wenn Lust besteht, die Diskussion noch etwas weiterzuführen.

Wegen mir nicht. Ich habe meinen Punkt klargemacht, du deinen auch. Messe gelesen.

Bis die Tage mal, Trojan
 

Willibald

Mitglied
Auf die Sprache des Dialogpartners (sic!) und Konvetionen des Argumentierens einzugehen oder das zu wünschen, kann Missmut hervorrufen. Wie man sieht. Schade.
Villem und Linguistik sind keine Feinde.
Greetse
ww
Interessiert an einem Thread "Politische Rhetorik" und "Strategieen der Werbung, ikonische und sprachliche Scripte".
 

Trojan

Mitglied
Willibald, stimmt, dich habe ich freundlicherweise gar nicht mehr erwähnt.
Deshalb auch an dich: bis die Tage mal.
 

Willibald

Mitglied
Ne, wackerer Trojan, du hast willibald sehr wohl und gar nicht besonders latent erwähnt. Mit "der arme Flusser". Nein?
 

Trojan

Mitglied
Ich könnt mich beömmeln, du bist einer, Willibald, echt.

Ich hab keine Ahnung, was die Flusser-Zitate sollen, außer dass dort das Wort Bedeutung drin vorkommt - ja, gratuliere. Und?

Und dann machst du ein linguistisches Fass auf mit Zitaten ausgerechnet aus den Bochumer Vorlesungen - das Buch hätte Flusser sich sparen sollen, und natürlich die Vorlesungen gleich mit. Ich finde das Buch tödlich, da zeigt sich Flusser seitenweise als Bildungsangeber, peinlich und vollkommen abtörnend. Aber ich habe einen leisen Verdacht, warum Flusser sich in Bochum zu so etwas hinreißen lässt.

Wenn dich Flusser interessiert, dann schreib doch mal einen Text als neues Thema, und dann guck ich mal rein. Im Ernst. Mach das doch mal, Flusser aus der Perspektive eines Linguisten. Und als Tip: möglichst wenig zitieren, sondern beschreiben.
So, das wars aber jetzt auch. Heute ist nicht alle Tage...
 

Willibald

Mitglied
Tut mir leid, aber diese Art der Sprachführung ist mir zu hoch.

Vulgo: Die Teil-Eingaben des Heiligen Geistes und die Reden alttestamentarischer Propheten im Stil von Habakuk einschließlich Beömelungsekstase mögen andere Adressaten inspirieren, meine selektive Wahrnemung qietscht in den Scharmieren. Möge der dir verständliche Villem mit dir fürderhin sein.
Greetse
ww
 

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