Dreiflügler

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Ciconia

Mitglied
Ja, mondnein, so sind die Geschmäcker eben verschieden …

Der Eine liebt permanentes Gesurre, Schlagschatten über dem Kopf und verstellte Fernsicht, die Andere liebt unberührte Natur, einen weiten, unverstellten Blick und einen freien Himmel.

Gruß, Ciconia
 

Mondnein

Mitglied
Und diese wunderschönen Braunkohlegruben, in denen der Kölner Dom locker verschwindet, so tief wie die sind.
Wurde auch Zeit, daß die jahrtausendealten Dörfer verschwinden, die braunen Backsteinhöfe. Hoffentlich merkt keiner, wie viele römische Mosaiken in den Halden verpixelt worden sind. Weg mit dem goldenen Lößboden, diese Zuckerrübenfelder, weg damit, Zucker ist ungesund, und zu den Schlagschattenohrfeigen will ich nicht noch die andere Wange hinhalten.
 

Kaetzchen

Mitglied
An dieser Stelle sollte man mal die Tiere anführen, die durch Windparks sterben. Es werden milliardenfach Insekten getötet, auch Vögel und besonders Fledermäuse, die durch den Druckabfall, den Windräder erzeugen, innere Blutungen bekommen.
Ich denke, da ist kein Zynismus angebracht.
Braunkohle wird im Tagebau abgebaut, der ist nicht so tief, ich war selbst drin. Natürlich ist der Abbau auch nicht gut, aber nicht weil Dörfer umgesetzt wurden, sondern weil bei der Verbrennung Kohlendioxid entsteht.
LG Kaetzchen
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Kätzchen,

ich habe diese Diskussion in den letzten Jahren hier schon mehrfach zu verschiedenen Werken geführt und eigentlich immer verloren. Deshalb freut es mich, wenn jemand auch mal die negativen Auswirkungen erkennt. Danke dafür. Hinzu kommen heutzutage ja auch noch die Riesenstromtrassen Richtung Süden, die ebenfalls zum Vogelschredder werden.

Aber ich wollte mit diesem Gedicht eigentlich gar keine neue Diskussion anfachen, sondern einfach den schmerzhaften Kontrast zwischen einem wunderschönen, hoffnunggebenden Regenbogen und der brutalen Naturvergewaltigung aufzeigen.

Im Übrigen kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Schönheit von Windrädern vorwiegend von naturfernen Stadtmenschen verklärt wird. Vielleicht würde hier ein Tag im Schlagschatten als Therapie helfen.

Gruß, Ciconia
 

Mondnein

Mitglied
Und die Berge von zerschlagenen Hubschraubern, Düsenjägern, Drachenfliegern, Engeln und Flugsauriern, von Schatten jäh durchgeschnitten, die hatten gar keine Zeit mehr, aufzuschreien, so schnell wurden die salamisiert!
 

molly

Mitglied
Hallo Ciconia,

ich kann Deine Tränen wegen der "Monster" verstehen. Auf einer Deutschlandkarte über die Windkraftwerke seid ihr im Norden beinahe zugepflastert. Natürlich wegen dem Wind. Aber müssen es so viele da oben sein?

Gruß molly
 

Ciconia

Mitglied
Aber müssen es so viele da oben sein?
Ja, molly, da könnte man trefflich stundenlang diskutieren. Aber Du hast es ganz richtig erkannt: Speziell Schleswig-Holstein ist tatsächlich „zugepflastert“. Hinzu kommen jetzt noch jede Menge Offshore-Anlagen - Landschaftszerstörung in höchstem Maße, um die Umwelt zu retten.

Danke für Deine Gedanken zu diesem Thema.

Gruß, Ciconia
 

Franke

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo Ciconia,

Aber ich wollte mit diesem Gedicht eigentlich gar keine neue Diskussion anfachen, sondern einfach den schmerzhaften Kontrast zwischen einem wunderschönen, hoffnunggebenden Regenbogen und der brutalen Naturvergewaltigung aufzeigen.
Dieser Kontrast ist beim Lesen bei mir angekommen und so habe ich das Gedicht auch verstanden.

Wie recht sie haben
Ich hätte nur die Wertung am Schluss nicht vorgenommen, sondern hätte sie dem Leser überlassen.

Natürlich bleibt bei so einem Gedicht die Diskussion nicht aus, weil jeder aus seiner eigenen Situation heraus darüber denkt.
Bei uns in Bayern gibt es lange nicht so viele Windkrafträder wie im Norden, trotzdem werden sie von vielen Leuten kategorisch abgelehnt.
Wenn es aber, wie gerade wieder aktuell, um ein Endlager für Atommüll geht, dann will man das im eigenen Bundesland auch nicht haben.

Sehr gerne gelesen!

Liebe Grüße
Manfred
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Franke,
Bei uns in Bayern gibt es lange nicht so viele Windkrafträder wie im Norden
Dafür gibt es in Bayern wohl wesentlich mehr Photovoltaikanlagen – die sind auch nicht gerade landschaftsverschönernd. Aber die ideale Energiegewinnung wird es eben nie geben, und solange noch reichlich Atomstrom aus Nachbarländern wie Frankreich und Tschechien bezogen wird, bleibt eine gewisse Scheinheiligkeit in der Energiedebatte.

Es freut mich, dass die eigentliche Aussage meines Gedichts bei Dir angekommen ist.

Gruß, Ciconia
 

rainer Genuss

Mitglied
Hallo Albert
lieber zugepflastert, als radioaktiv belastet
verstrahlte Grüße von mir, mit 52 km Entfernung zur nächsten Kernschmelze. Unterhaltet euch mal mit den Zwangsumgesiedelten in Braunkohlerevieren, im Gebiet von haverierten Kernkraftwerden, den Anwohner vom "Endlager"LeHague. Ich denke die würden euer gestörtes ästhetisches Empfinden als Luxusproblem bezeichnen.
In Wuppertal fahren 4 Busse mit 0 Emissionen - Wasserstoff betrieben
Ich bin noch mit der Lüge aufgewachsen, die regenerativen Energien könnten Deutschland nie und nimmer mit Energie versorgen. Wir stehen erst am Anfang der Energiewende, aber am Ende der Energielüge der Profiteure.
LG Rainer
 

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