Ein ewiger Stenz

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Ciconia

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Einst glaubte Arthur Adabei
weil er ein toller Lover sei,
der jede Frau sofort betört,
sofern nicht deren Gatte stört,
verführe er mit einem Spruch
die schönsten Frau'n zum Ehebruch.

Beim ersten Ausflug nach Grünwald
erschien ihm Isabel so kalt,
dass Adabeis Equipment fror
und deutlich an Substanz verlor.

Franziska in Bad Reichenhall
fand er beileibe viel zu drall,
sie platzte fast aus ihrer Tracht,
und er verschwand noch vor der Nacht.

Therese traf er ganz allein
im Spielkasino von Gastein.
Sie wusste gleich: Ein Tunichtgut!
Les jeux sont faits - er ging voll Wut.

Frustriert fuhr er ins schöne Wien,
da warf sich Bernadette an ihn.
Man warnte eindringlich vor ihr,
doch bot sie riesiges Pläsier.
Vom Stenzentum spricht er nicht gern -
trotzdem bleibt das sein ew'ger Kern.
 

molly

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Hallo Ciconia,

würde das passen?

Vom Stenztum spricht er nicht sehr gern,
doch ewig bleibt das nun sein Kern.


Gruß molly
 

Tula

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Hallo Ciconia

Zurück zum Inhalt. Die Pointe bezüglich Bernadette wird mir nicht richtig klar. Man warnte vor ihr ... doch dann kommt keinerlei Aufklärung, das böse Erwachen nach dem Vergnügen usw. Vielleicht dahingehend, dass er sie nicht mehr los wird? - oder ich verstehe als Uneingeweihter die Pointe insgesamt nicht, auch in Bezug auf die letzten beiden Zeilen.
Statt 'trotzdem' vielleicht besser 'jedoch', oder man betont im Süden auf 'trotz-' (?)

LG
Tula
 

Tula

Mitglied
Hallo Ciconia

Zurück zum Inhalt. Die Pointe bezüglich Bernadette wird mir nicht richtig klar. Man warnte vor ihr ... doch dann kommt keinerlei Aufklärung, das böse Erwachen nach dem Vergnügen usw. Vielleicht dahingehend, dass er sie nicht mehr los wird? - oder ich verstehe als Uneingeweihter die Pointe insgesamt nicht, auch in Bezug auf die letzten beiden Zeilen.

Statt 'trotzdem' vielleicht besser 'jedoch', oder man betont im Süden auf 'dem-' (?)

Sorry fürs doppelt posten, das war eigentlich nur Korrektur am eigenen Kommentar. Vielleicht ein bug in der Software.
LG
Tula
 

Ciconia

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Hallo Tula,

dann will ich Dich mal ein wenig aufklären.

Bernadette warf sich an ihn – ist also ein Frauenzimmer, vor dem man warnen könnte. Obwohl es mit allen vorher angebaggerten Frauen nicht geklappt hatte bzw. keine gut genug war, bleibt er jetzt ausgerechnet bei dieser vielleicht etwas zwielichtigen Person, denn sie bietet „riesiges Pläsir“.

Vom Stenzentum spricht er in dieser Situation nicht mehr, denn schließlich hat ja nicht er sie aufgerissen, sondern er hat sich überrumpeln lassen. Ein Stenz wird eben lieber selbst aktiv. Trotzdem (das man durchaus auf der zweiten Silbe betonen kann, siehe Duden) bleibt er im Kern ein Stenz.

Ich hoffe, Dir konnte geholfen werden.

Gruß Ciconia
 

Tula

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Hallo nochmal

Aus der Zeile "doch bot sie riesiges Pläsier" erlese ich, dass der Held am Ende zufrieden war. Vielleicht eine unbeabsichtigte Doppeldeutigkeit im Text, oder ein kleiner Widerspruch in der Pointe selbst. Ich hätte mir das Ende eine Spur tragikomischer gewünscht, sicher Geschmackssache.

LG
Tula
 

Ciconia

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Na gut, Tula, dann versuch ich’s noch mal anders:

Wenn der Fuchs nicht an die süßen Trauben herankommt, nimmt er auch mit denen vorlieb, die ihm vor die Füße geworfen werden, und genießt eben dieses Pläsier. Oder tut wenigstens so.

Gruß Ciconia
 

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