ein gespräch mit dem tod

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Anonym

Gast
ich sah den tod
mit krawatte und anzug

ich sprach zu ihm
„du bist anders
als die bilder
die wir zeichneten
du hast strahlende augen
glatte frisur
und ein warmes lächeln
weihrauch umgibt dich
ein wohliger geruch des friedens
fast so
als wolltest du uns trösten
und nicht ereilen“

er sprach zu mir
„ihr ward es
die mich einluden
um euch zu beschenken
so trete ich ein
als letzter gast
in euer haus
um zu bewundern
was ihr geschaffen
um zu ehren
was ihr gewesen seid“

als ich ihn hereinließ
fragte ich mich
wie schön wohl gott dann ist
 
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revilo

Mitglied
Als ich 17 war habe ich einen ähnlichen, genau so mäßigen Text geschrieben : Ich saß an meinem eigenen Grabstein und sprach mit dem Tod ...
 

jon

Foren-Redakteur
Teammitglied
Ein paar unsortierte Gedanken (nicht in der Reihenfolge, wie sie beim Lesen kamen)

1
Die Strophe mit dem Aussehen des Todes hat nicht viel mit der über seine Absichten zu tun.

2
Wann bitte hat der Mensch den Tod „eingeladen"?

3
Warum Krawatte und Anzug? Das legt ihn auf einen Geschäftsmann oder Yuppie fest. Zusammen mit dem Rest habe ich das Bild eines Autoverkäufertyps vor Augen (sich seriös gebend, voll auf sympathisch machend und mit schmierigem Lob den letzten Widerstand brechend).

4
„reinließ“ finde ich zu profan für den Sound des umgebenden Textes. Ich würde wenigstens „hereinließ“ schreiben.

5
Mit „Geruch der Anziehung“ kann ich nicht viel anfangen.

6
Das „fast so“ ist überflüssig, ja sogar störend. Das heißt nämlich, es ist wirkt nicht wirklich so, als wollte er trösten, und dann frage ich: Wie wirkt es tatsächlich?
 
Zuletzt bearbeitet:

Anonym

Gast
Herzlichen Dank für euer Lesen und eure Kommentare.

Liebe Grüße
 

Anonym

Gast
So habe ich es auch nicht verstanden.
Es tut zwar immer ein bisschen weh, wenn man eine negative Kritik liest.
Aber ich denke das darf es auch in einem gewissen Maß.
Wenn jemand etwas anderes behauptet, so lügt er.
Wir sind ja alle Menschen und keine Maschinen.
Aber Ich muss auch natürlich immer damit rechnen, negative Kritik zu bekommen, wenn ich hier ein Werk reinstelle. Wenn ich es nicht ertragen kann, so bin ich hier falsch. So geht Weiterentwicklung.
Aber es ist immer auch ein bisschen die subjektive Sicht des Kritikers. Das darf man auch nicht vergessen.
Und jeder darf hier natürlich seine Meinung äußern. Es wäre schlimm, wenn es nicht so wäre.
Liebe Grüße
 

Anonym

Gast
Ein paar unsortierte Gedanken (nicht in der Reihenfolge, wie sie beim Lesen kamen)

1
Die Strophe mit dem Aussehen des Todes hat nicht viel mit der über seine Absichten zu tun.
Seine tatsächliche Absicht ist nicht die, die wir uns bisher vorgestellt haben.
Er hat keine eigene Absicht, sondern erfüllt unseren Wunsch.
Unser Wunsch ist es, dass unser Leben jetzt endet.
Unser Wunsch ist, den Übergang in Liebe zu gehen.
Es geschieht nichts aber auch gar nichts, ohne deinen ausdrücklichen Willen.
Es mag dir vielleicht jetzt gerade nicht bewusst sein. Aber es ist Tatsache.
"Denn ich habe euch einen freien Willen gegeben. Und den werde ich euch niemals nehmen."
Ein falscher Gedanke, der nicht unserem Wesenskern entspricht, erzeugt Unfrieden in uns.
Unsere Gefühle sind der Kompass.
Welcher Gedanke erzeugt mehr Frieden in uns:
"Ich werde gegen meinen Willen vom Tode ereilt"
oder
"Ich habe die volle Kontrolle und die Verantwortung mein Leben und Sterben in Liebe zu gestalten."


2
Wann bitte hat der Mensch den Tod „eingeladen"?
Siehe oben.

3
Warum Krawatte und Anzug? Das legt ihn auf einen Geschäftsmann oder Yuppie fest. Zusammen mit dem Rest habe ich das Bild eines Autoverkäufertyps vor Augen (sich seriös gebend, voll auf sympathisch machend und mit schmierigem Lob den letzten Widerstand brechend).
Es ist das genaue Gegenteil von dem, was wir immer zeichneten. Mit Würde, Glanz, Liebe und Herrlichkeit.

4
„reinließ“ finde ich zu profan für den Sound des umgebenden Textes. Ich würde wenigstens „hereinließ“ schreiben.
Habe ich verbessert. Danke für den Hinweis.

5
Mit „Geruch der Anziehung“ kann ich nicht viel anfangen.
Siehe Nummer 3

6
Das „fast so“ ist überflüssig, ja sogar störend. Das heißt nämlich, es ist wirkt nicht wirklich so, als wollte er trösten, und dann frage ich: Wie wirkt es tatsächlich?
Es ist der Beginn des Verstehens. Es wird zunächst nicht geglaubt, bis die Gewissheit eintritt.

Liebe Grüße
 

jon

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo und danke für die Antworten. Aber:
5 "Geruch der Anziehung" - was du mit "Anziehung" meinst, was mir schon klar, aber Anziehung hat keinen Geruch, das ist das Problem mit dieser Zeile. Frieden hingegen kann einen Geruch haben - den, den man aus der Erfahrung herasu damit verbindet. Bei Anziehung kann das die Anziehung nur erzeugende Element (Versprechen von Liebe, Wärme, Frieden etc.) einen haben.
 

Anonym

Gast
Leuchtet mir ein.
Ist auch keine stimmige Beschreibung.
Habe es angepasst.
Danke nochmals.
Liebe Grüße
 

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