Eli Eli lema sabachthani?

Patrick Schuler

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hoffend auf eine bessere Welt
treten auf die Straße
die Menschen
und haschen nach Sternen.

Ihre Münder sind verschlossen,
zerbrochen sind die Waffen.

Bedrängt vom Tod; das
schöne Feuer noch vom Winde,
und selbst die Wandlung ist bestürzt.
Künftige Vollendung wird es sein;

Zu leben mit dem Blut voll Leere
und zu stürzen mit demselben Blut.
Aufzustehen und dem Mund voller Rauch
zu haben. -
Gehen ohne Memoire.​
 
Zuletzt bearbeitet:

Tula

Mitglied
Hallo Patrick
Ganz ehrlich ringe ich mit dem Gedicht bzw. seiner Deutung. Das mag daran liegen, dass Waffen und Gewalt momentan einen sehr konkreten Bezug haben; für dieses Thema sind hermetische Texte vielleicht weniger geeignet. Ich suche nach Aussage, aber inhaltlich empfinde ich die Strophen als irgendwie widersprüchlich. Du musst mir hier bitte auf die Sprünge helfen.

LG
Tula
 

Patrick Schuler

Foren-Redakteur
Teammitglied
Danke euch für die Rückmeldungen :) Ich erkläre mich morgen, oder übermorgen - hat aber echt nichts mit dem Ukraine Krieg zu tun .... bis bald :)
 

Arianne

Mitglied
Wenn schon Sinn hineininterpretiert werden soll,
dann wäre ein Hinweis das 'Haschen nach den Sternen',
weitere könnten sein 'bedrängt vom Tod' und 'Blut voller Leere'.
Es wäre logisch, dass mit so einem Blut-Befund kein langes Leben vorhersehbar ist.

Nicht verwunderlich, zu stürzen, zum Glück wieder aufzustehen.
Aber dennoch sieht die Prognose nicht gut aus,
wenn der offensichtlich chronische Cannabis-Raucher
sogar in dieser Situation, den Mund voller Rauch hat.
 

Ralf Langer

Mitglied
Hallo in die Runde


Jesus am Kreuz,

klagt er seinen Vater an? Der Titel weißt auf Golgatha. Es sind die letzten Momente vor dem fleilichen Tod.

Das Zitat kann nicht ohne Grund der Titel sein. Doch für mein Empfinden ist es nicht Jesus selbst der hier spricht, sondern nur ein von Gott verlassener Mensch. Hm, aber es besteht auch eine Möglichkeit das diese Strophen Gedanken von Jesus sind, die unausgesprochen blieben.

Da ich persönlich eine starke Affinität zu Nietzsche hege, sehe ich hier den Menschen der (vielleicht wie bei Nietzsche) seinen Gott getötet hat, und nun selbst die moralische Verantwortung für alles „Sein“ tragen muß.


Es stellt sich die Frage, ob er dieser Aufgabe gewachsen ist. Und so klingt dieser Text nach einem Klagelied, nach einer Aufsummierung der Dinge die dem Menschen ohne Gott bleiben.

Es bleibt nicht viel:

Da ist ein wenig Hoffnung( Strophe 1), die doch nur im ungefähren verweilt, und wenig verspricht, bzw. erfüllt.


Angesichts dem Wesen des Seins sind die Münder verschlossen. Entweder weil es nichts zusagen gibt oder doch schon alles gesagt wurde, Waffen?

Waffen müssen nicht undedingt im Pistolen sein, auch Worte sind Waffen!

Vielleicht sind diese gemeint?


„Gehen ohne Memoire“

Ein Fazit.

DeR Mensch fällt dem Vergessen Anheim

Dem kann ich mich anschließen


LG

Ralf
 

Mondnein

Mitglied
der offensichtlich chronische Cannabis-Raucher
Unsinn.
"Haschen nach Wind" z.B., ich zitiere aus dem "Qohelet" ("Prediger"), hat mit Haschisch nichts zu tun. Dein Adverb "offensichtlich", liebe Arianne, rettet die maliziöse Unterstellung nicht. Auch wenn Du nur das Lyri gemeint hast.
 

Arianne

Mitglied
Das Haschen nach Wind der Tode

Tode wollen kennen. Sie kennen vom Tod bedrängt und avantgardistisch.
Sie fuehlen erotisch und hübsch.
Oh Qohelet, vom Tod bedrängt bist auch du!
Aber was fuehlen, was Haschen nach Wind? Die Instrumente?!
Fuehlende Tode! Vom Tod bedrängt kennen die Tode, vom Tod bedrängt

Tod in zeitloser Zahl
In zeitloser Zahl ist endlos das Eumel!
Wo ist der Scherz?! Qohelet Wozu fließt Blut?
In zeitloser Zahl! Ja Tod, Haschen nach Wind und hassen Ist klein,
So furchtbar und endlos!

Haschen nach Tode
Es Haschen nach Wind die vom Tod bedrängten Tode.
Haschen nach Dichtung... Sie Haschen nach Wind undsind vom Tod bedrängt.
Trotz alledem bleiben sie rein und verlegen?
Doch; Siehaschen nach Wind an Gott geschmiegt!
Ja, nur Qohelet kann jenes drucken.

Dank an den Gedichte-Generator
 

Patrick Schuler

Foren-Redakteur
Teammitglied
Ralf hat es voll getroffen; Es geht um einen (die) Menschen, denen die Unendlichkeit (Gott) abhanden gekommen ist. Man hascht nach Sternen. Also die Verbindung von "Haschen nach Wind" und "Unendlichkeit" hat aber eigentlich aufgegeben, man schweigt, kämpft nicht mehr und der Rest des Lebens liegt im Scheitern, aufstehen, scheitern, ohne Sinn um sich wortlos zu verabschieden. Thats it. Ich könnte zwar noch auf die jeweiligen Bilder eingehen, aber im Groben ist damit alles gesagt. "Gottlose Resignation als Lebensinhalt"
 



 
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